17.02.2017 - Ausgabe Nr. 1422

Versicherung für die gewerbliche Wirtschaft zog in St. Pölten ein



„Das Altpapier ist in Wien geblieben.“ So formulierte es Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner in ihrer Rede zur Eröffnung der Landesstelle Niederösterreich der Versicherung für die gewerbliche Wirtschaft (SVA). Übersiedelt ist diese aus Wien nach St. Pölten mit 170 Mitarbeitern, aber „ohne einen Papierakt“. Rund 120.000 in der Kranken- und Pensionsversicherung erfasste Personen aus Niederösterreich werden jetzt von St. Pölten aus betreut.

Es sei ein logischer Schritt gewesen, dass nach der Landesregierung und der Wirtschaftskammer und vielen weiteren Institutionen nun auch die SVA mit ihrer Landesstelle nach Niederösterreich übersiedelt ist, sagte Landesstellen-Vorsitzender Mario Pulker.
St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler darf sich nunmehr nicht nur über neue Einnahmen aus der Lohnsummensteuer für 170 Mitarbeiter der SVA freuen, sondern auch darüber, „dass der Gesundheitsstandort St. Pölten wieder gewachsen ist“. Außerdem stärke der neue Standort der SVA Landesstelle die Achse zwischen Regierungsviertel und Innenstadt.

Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, hob die hohe Qualität des österreichischen Gesundheitswesens hervor, betonte aber auch, dass es auch „sehr teuer“ sei. Daher gelte es, die Mittel zielgerichtet einzusetzen und mehr Geld in Prävention und in die eigene Gesundheitskompetenz der Versicherten zu investieren.

Alexander Herzog, Obmann-Stellvertreter der SVA und selbst ein Ein-Personen-Unternehmer, hob die gelungene Übersiedlung „nur mit digitalen Akten“ hervor. „Wir werden hier mehr Aufgaben bei gleichbleibenden Kosten erledigen“, unterstrich er. Rund 60 Prozent der Belegschaft seien aus Wien nach St. Pölten übersiedelt, der Rest kommt aus der Region rund um die Landeshauptstadt. Gemeinsames Ziel seien „mehr gesunde Lebensjahre für die Versicherten“.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner gratulierte nicht nur zum neu adaptierten Bürogebäude, sie verwies auch auf die Angebote des Landes – wie die Aktion „tut gut“. Auch für die Unternehmer sei wichtig, dass die Mitarbeiterinnen gesund bleiben. Mikl-Leitner hob auch die Initiative der „Betriebshilfe“ von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl hervor, die ihrerseits die gute Zusammenarbeit mit der SVA unterstrich, gleichzeitig aber auch eine Forderung deponierte. „Die Verzugszinsen der SVA sind mittlerweile zwar schon halbiert worden, aber immer noch deutlich höher als in der freien Wildbahn'“, so Zwazl. Dieser Zinssatz müsse noch weiter gesenkt werden.

WKO-Präsident Christoph Leitl erinnerte in seiner Rede an den Gründer der SVA „vor 60 Jahren“, nämlich an den St. Pöltner Julius Raab, der damals mit seiner Initiative noch „blankes Entsetzen ausgelöst“ habe. Leitl hatte auch einige sehr interessante Zahlen mitgebracht. Etwa, dass Selbständige um 25 Prozent weniger krank seien als unselbständig Erwerbstätige und dafür ihre Lebenserwartung aber um drei Jahre höher sei. Die neue SVA Landesstelle in St. Pölten entspreche einem Bekenntnis zu einem „klugen und kooperativen Föderalismus“, der kostengünstiger sei als blinder Zentralismus.

Propst Maximilian Fürnsinn segnete die neue Landesstelle und die Mitarbeiterinnen mit dem Wunsch, sie mögen zum Segen der Versicherten da sein. Dieser „Segen ist dort, wo es soziale Kompetenz gibt“, sagte er. (rz)

www.svagw.at

Artikel teilen:

© 2017 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern