17.02.2017 - Ausgabe Nr. 1422

Baumit verwandelt Umwelt-Kompetenz in Geschäftserfolge



Mit dem kalten Winter 2016/17 sollte auch die Sanierflaute zu Ende gehen und einer wieder wachsenden Investitionsneigung Platz machen. Das ist die Vision der in Waldegg im Piestingtal angesiedelten Wopfinger Baustoffindustrie GmbH und ihrer Marke Baumit. Eine Belebung erwartet man u.a. davon, dass 60 Prozent der vor 1990 errichteten Wohnungen einen Nachholbedarf wegen der fehlenden Dämmung haben. Die im Viva Forschungspark in Wopfing durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass ein ungedämmtes Haus 250 Prozent mehr Energie verbraucht. „Das wären mehr als zwei Millionen Wohnungen oder rund 140 Millionen Quadratmeter Fassadenfläche“, erklärte Wopfinger-Geschäftsführer Robert Schmid dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Er sieht zuerst bei der Dämmung den Ansatz zur Verbesserung der Treibhausgas-Bilanz und nicht beim Verbot von einzelnen Heizungsarten.

Hatte man im Jahr 2016 einen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 145 Millionen Euro hinnehmen müssen, peilt man heuer wieder einen klaren Zuwachs an. „Zusätzlich zur Sanierflaute sind im letzten Jahr nämlich auch noch die Zementpreise und der Industriekalk stark unter Druck geraten. Das spiegelt sich in den Umsatzzahlen wider, obwohl das reine Baugeschäft sehr gut gelaufen ist“, so Schmid.

Der Viva Forschungspark in Wopfing ist der größte seiner Art in Europa. Er besteht aus zehn Musterhäusern mit unterschiedlichen Baustoffen, Putzen und Dämmungen. Nach dreijährigem Bestehen und zweijähriger Forschungstätigkeit zeigen die ersten Ergebnisse die Wichtigkeit des Dämmens. „Man darf nicht vergessen, dass eine gute Dämmung nicht nur gegen gegen Kälte, sondern auch gegen Hitze hilft“, sagt Schmid. Die Forschungen werden am Standort weitergeführt und der Häuserpark um zwei Gründerzeithäuser erweitert. Damit will man herausfinden, wie man solche Gebäude auch nachträglich am besten dämmen kann.

Pro Jahr verarbeitet Wopfinger eine Million Tonnen Kalkstein aus dem eigenen Steinbruch und beschäftigt 400 Mitarbeiter, von denen 40 in der Forschung und Entwicklung tätig sind. 20 Jugendliche lernen die Berufe Metall-, Elektro- und Baumaschinentechniker. Zur Muttergesellschaft Schmid Industrie Holding GmbH gehören neben den Beteiligungen Wopfinger und Baumit auch die Unternehmen Austrotherm und Murexin. Der Gruppenumsatz 2016 belief sich auf rund 1,4 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt der Firmenverbund 4.700 Mitarbeiter, davon 1.500 in Österreich. (hm)

www.wopfinger.at

www.baumit.com

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