11.08.2017 - Ausgabe Nr. 1446

Niederösterreichs Handel bilanziert zum Halbjahr leicht positiv



Zufrieden zeigt sich Spartenobmann Franz Kirnbauer mit der Halbjahresbilanz im niederösterreichischen Einzelhandel. „Das Wachstum betrug 2,6 Prozent, was real ein Plus von 1,5 % Prozent im stationären Einzelhandel bedeutet“, betonte er. Diese Entwicklung sei aufgrund der überdurchschnittlichen Zuwächse im Onlinehandel und des grundsätzlich sinkenden Anteils des Handels an den gesamten Konsumausgaben durchaus zufriedenstellend. Günstig wirken sich aus seiner Sicht das bessere Konsumklima und die Effekte der Einkommenssteuerreform 2016 aus. Insgesamt liegt Niederösterreich minimal über dem Bundesschnitt, der nominell 2,5 Prozent und real 1,4 Prozent ausmacht. Laut Kirnbauer sind das Schwankungen, die übers Jahr schon absehbar gewesen seien und sich einmal in die eine Richtung und darauf wieder in die andere bewegen.

Für die einzelnen Branchen gibt es keine regionalen Erhebungen. Auffällig ist allerdings laut Armin Klauser, Spartengeschäftsführer-Stellvertreter in der NÖ Wirtschaftskammer, eines: „Österreichweit – und ich gehe davon aus, dass Niederösterreich dem Bundesschnitt entspricht – hat der Lebensmitteleinzelhandel ein nominelles Wachstum um 5,6 Prozent erzielt. Da die Bevölkerung nicht in diesem Ausmaß gewachsen ist und auch nicht so viel mehr gegessen wird, wird das daran liegen, dass höherwertige Ware, wie etwa Bio, eingekauft wird.“ Ähnliches gilt seiner Meinung nach für den ebenfalls mit einem Plus von 2,7 Prozent überdurchschnittlich erfolgreichen Sportartikelhandel: „Gekauft werden aktuell etwa hochwertige Mountainbikes oder auch ganzjährig Markenfunktionskleidung.“

Angesichts dieser insgesamt positiven Entwicklung unterstreicht Kirnbauer, dass der Handel ein stabiler Arbeitgeber auch weiterhin bleiben werde. „Mit dem Zuwachs der Beschäftigtenzahl um 0,9 Prozent ist der Handel auch in Zeiten der Digitalisierung ein verlässlicher Arbeitgeber.“ Dazu würde nicht zuletzt die erst kürzlich beschlossene Reform des Handelskollektivvertrages beitragen. „Die Debatte über den Mindestlohn haben wir relativ gelassen beobachtet, da wir im Handel schon darüber liegen“, so der Spartenobmann. Der Handel zeichne sich durch gute Einstiegsgehälter und abgeflachte Gehaltskurven aus.

Als zentrale Herausforderung der stationären Einzelhändler auch in Niederösterreich sieht Kirnbauer die Zuwächse im Onlinehandel, insbesondere im Spielwaren- und Elektrohandel. „Trotzdem“, meint er, „werden die regionalen stationären Händler die bestimmende Größe in der Branche bleiben“. Wichtig sei aber, dass auch sie die Chancen der Digitalisierung, etwa durch Kommunikation über Social Media oder Verbesserung der Logistik, nutzen. „Wir versuchen, unsere Betriebe dabei mit einem umfassenden Schulungsangebot zu begleiten“, sagt Kirnbauer. Und Klauser ergänzt: „Viele Menschen, gerade auch die ältere Bevölkerung und gerade auch am Land, möchten Produkte kaufen, die sie auch angreifen können – und das ist die Chance des stationären Handels.“ (jm)

http://wko.at/noe/handel

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