10.11.2017 - Ausgabe Nr. 1459

Niederösterreich erfährt „Bahn-Offensive“ um 3,3 Milliarden Euro



Niederösterreich hat gemeinsam mit dem Bund und den ÖBB ein „Bahn-Infrastruktur-Paket“ geschnürt, das Maßnahmen bis ins Jahr 2030 vorsieht. Es sei dies der „nächste Schritt“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, nachdem sie und Verkehrslanderat Karl Wilfing vor kurzem ein „Mobilitätspaket“ vorgestellt hatten, das für Niederösterreich bis zum Jahr 2022 Investitionen in Straße und Schiene in der Höhe von 3,3 Milliarden Euro beinhaltet.

Im flächenmäßig größten Bundesland sei das Thema Mobilität eine besondere Herausforderung, sagt Mikl-Leitner. Auch das neue Programm ziele vor allem auf Verbesserungen für Pendler ab. So werde Niederösterreich allein im kommenden Jahr 62 Millionen Euro für Leistungsbestellungen bei der Bahn ausgeben. „Das bringt ab dem Fahrplanwechsel 2018 ein Plus von 30 Prozent beim Bahn-Angebot und erstmals über 30 Millionen Zug-Kilometer pro Jahr in Niederösterreich.“

Im Rahmen eines 10-Punkte-Programms werden ab dem Jahr 2018 bis 2030 112 Bahnhöfe und Haltestellen modernisiert - 31 davon relativ kurzfristig. Allein für diese Baumaßnahmen sind mehr als 261 Millionen veranschlagt.

Rund 36 Millionen Euro sollen schon bis 2020 in die Erweiterung der Park&Ride-Anlagen in Niederösterreich fließen. Zu den derzeit 38.500 Pkw-Stellplätzen werden an 46 Standorten 3.500 weitere dazukommen. Die bestehenden 23.500 Fahrrad-Abstellplätze werden um 2.100 auf 25.600 aufgestockt.

Ein wichtiges mittelfristiges Projekt ist die Attraktivierung der Franz-Josefs-Bahn. Damit soll auch die Bezirkshauptstadt Horn endlich ans Bahnnetz angebunden werden. Das Projekt „wurde vorgezogen“, erklärt Mikl-Leitner, „wir wollen spätestens in zehn Jahren mit der Umsetzung beginnen“. Für die direkte Anbindung von Horn wurden 93 Millionen Euro veranschlagt, für die Streckensanierung 87 Millionen Euro.

„Wenn wir den Verkehr sicherer und umweltfreundlicher machen, stärken wir auch den Wirtschaftsstandort. Das bringt und sichert an die 63.000 Jobs in der Region“, unterstrich Verkehrsminister Jörg Leichtfried. An die neue Bundesregierung appellierte er, „diese Dinge auch weiter zu betreiben.“ Denn Kürzen wäre Sparen am falschen Platz.

Auch Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding, sprach von einem „zukunftsweisenden Paket“ und „beeindruckenden Projekten“, die auch „die Lebensqualität im Land verbessern werden“. Unter anderem verwies er auf den wachsenden Schienen-Güterverkehr, der mittlerweile schon 17 Millionen Tonnen für die niederösterreichische Wirtschaft befördert. Die ÖBB seien andererseits auch ein wichtiger Auftraggeber für Hunderte Betriebe in Niederösterreich sowie ein Arbeitgeber für knapp 6.000 Mitarbeiter in Niederösterreich, davon 140 Lehrlinge.

Verkehrslandesrat Karl Wilfing hob insbesondere die Bedeutung der zahlreichen Regionalbahnen in Niederösterreich hervor. Der Öffentliche Verkehr im Land sei „dichter als jemals zuvor“ geworden. Angewachsen ist er auf 30 Millionen Bahn-Kilometer und 51 Millionen Bus-Kilometer. Mit der Einführung von Taktfahrplänen habe man etwa auf der Traisentalbahn die Zahl der Fahrgäste um 13 Prozent und auf der Laaer-Ostbahn sogar um 16 Prozent erhöhen können. „Bei nahezu allen Regionalbahnstrecken sind weitere Taktverdichtungen und Fahrzeitverkürzungen geplant, wobei vieles allerdings erst mittelfristig bis 2030 umgesetzt werden kann“, so Wilfing. (rz)

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