10.11.2017 - Ausgabe Nr. 1459

Mit weniger Bauern verkauft auch der Landmaschinenhandel immer weniger



„Trotz derzeit ungünstiger Voraussetzungen auf dem Landmaschinenmarkt gibt es viele junge Menschen, die sich für die Ausbildung in Landmaschinentechnik und Metalltechnik interessieren, und das noch umso mehr, wenn man sämtliche Lehrberufe rund um Technologie dazurechnet“, stellt Engelbert Pruckner, Obmann der Fachgruppe Maschinen- und Technologiehandel in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. Nachwuchsprobleme hat diese Branche vor allem deshalb nicht, da vielfältige Arbeitsmöglichkeiten bestehen und es nicht nur den Handel gibt, sondern auch das Gewerbe.

Weil das Interesse an der Branche ungebrochen ist, aber die Rahmenbedingungen schwierig sind, ist das für Pruckner ein Grund, sich klar für die Pflichtmitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer auszusprechen: „Unsere Mitglieder zahlen 49 Euro im Jahr. In Deutschland zahlen die Kollegen das Vielfache. Für diese 49 Euro setzen wir uns in Kollektivvertragsverhandlungen für faire Gehälter ein, und wir können mit einer Stimme sprechen. Das gibt uns gerade in einer Branche wie dem Maschinenhandel einen Auftrieb.“

Scharf jedoch wird seine Kritik, wenn es um die gesellschaftliche und politische Anerkennung seines Gewerbes geht. „Der Handel ist grundsätzlich nicht gewollt“, sagt er. „Wir Händler leben von 0,8 Prozent, und das bei stark rückläufigen Verkäufen im Maschinenfachhandel. Die Umsätze werden regelmäßig weniger, und von Gewinn kann kaum mehr die Rede sein.“ Beispielsweise seien vor fünf Jahren in ganz Österreich 8.000 Traktoren verkauft worden, zuletzt waren es nur mehr 4.000. Niederösterreich liege zwar hier im österreichischen Durchschnitt, was aber insofern dramatischer sei, als es das größte Agrarland unter den Bundesländern ist und hier auch ein größerer Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen bestehe.

„Gerade in der Branche Maschinen- und Technologiefachhandelt kommt es immer wieder vor, dass einige Händler teurer einkaufen, als sie ihre Produkte verkaufen können. Das hat einen klaren Grund“, sagt Pruckner. „Eigentümerfamilien verkaufen ihre Maschinen direkt als unmittelbare Mitbewerber des Händlers, können sie aber im Durchschnitt um ein Drittel billiger anbieten. Dabei hätte ein Verkauf vor Ort an den Händler schon klare Vorteile. Dieser kennt genau die Bedürfnisse seines Kunden, und kann auch Probleme direkt vor Ort lösen und damit auch viel rascher handeln.“ (jm)

http://wko.at/noe/maschinenhandel

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