9.03.2018 - Ausgabe Nr. 1476

Infrastrukturoffensive soll regionale Arbeitsplätze generieren



Mit dem Ausbau und der Sanierung der Infrastruktur im ländlichen Raum könnte man laut Robert Schmid, Obmann-Stellvertreter des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, gleich zwei Fliegen auf einmal schlagen: „Eine gut ausgebaute Infrastruktur, abseits der großen Achsen, macht es den Betrieben leichter, sich auch im ländlichen Raum anzusiedeln und die Arbeitsplätze zu den Menschen zu bringen, wo diese leben, und damit der heimischen Baustoffindustrie einen weiteren Aufschwung zu geben.“

Bei der Präsentation der Konjunkturerhebung der Baustoffindustrie stellte Schmid gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest, dass gerade die Baustoffindustrie regional arbeite und als echter Nahversorger auf gut ausgebaute regionale Netze angewiesen sei. Außerdem könnte man mit der Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen auch gegen den Facharbeitermangel vorgehen.

Einen Wermutstropfen nennt Schmid die uneinheitliche Bauordnung in Österreich. Hier sollte man sich von der Schrebergarten-Mentalität verabschieden und endlich eine einheitliche österreichische Bauordnung schaffen. Von der neuen Bundesregierung fordert er die Wiedereinführung des zum Jahreswechsel abgelaufenen Sanierungsschecks: „Hier geht es gar nicht so sehr um die Beträge, sondern um ein Zeichen, dass thermische Sanierung wichtig und sinnvoll ist“, sagt Schmid. Mit dem Sanierungsscheck zeige man trotz derzeit niedriger Energiekosten auf, dass es sich rechne, wenn man in die Wärmedämmung nachrüstet. Sobald nämlich die Energiekosten nachziehen, könne das finanzielle Probleme auslösen.

Im Wirtschaftsjahr 2017 hat die österreichische Baustoffindustrie mit mehr als 300 Betrieben ein Umsatzplus um 3,62 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Beschäftigten blieben mit knapp 14.000 annähernd gleich. In Niederösterreich lief es noch besser. Rund 70 Betriebe dieses Industriezweiges erzielten sogar eine Umsatzsteigerung um 3,98 Prozent auf 824 Millionen Euro. Und auch der Personalstand stieg um 3,29 Prozent auf 2.576 an.

Bekannte Namen der Stein- und keramischen Industrie in Niederösterreich sind u.a. die Laufen Austria AG in Wilhelmsburg, MABA Fertigteilindustrie GmbH mit Werken in Wöllersdorf, Gerasdorf und Sollenau, die Firma Rohrdorfer mit Transportbeton sowie Sand und Kies in Langenzersdorf, die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH in Hennersdorf sowie die Baumit GmbH in Wopfing im Piestingtal. (hm)

www.baustoffindustrie.at

Artikel teilen:

© 2018 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern