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27.04.2018 - Ausgabe Nr. 1483

Niederösterreichs Fleischer: Der Trend geht hin zu Regionalität und Qualität



Der spürbare Trend zu mehr Regionalität und Qualität ist eine Erfahrung, die das Fleischergewerbe optimistisch stimmt. „Wenn der Kunde zu Fleischprodukten greift, dann schaut er genau darauf, woher und aus welcher Haltung es kommt“, berichtet Bundes- und Landesinnungsmeister Rudolf Menzl dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Das ist ganz in unserem Sinn, denn wir machen uns schon seit Jahren dafür stark, den Kunden fachmännisch zu informieren und ihm beratend zur Seite zu stehen.“

Der Konsument könne eben beim Einkauf erkennen, dass beim Fleischer nebenan andere Ware erhältlich ist als beim Diskonter. „Da hat eindeutig ein Umdenken stattgefunden“, so Menzl. „Jeden Tag Schnitzel ist schon längst nicht mehr gefragt. Wenn Fleisch auf den Teller kommt, muss es beste Qualität sein. Auch jetzt, wenn wieder die Grillsaison beginnt, zeigt sich klar, das Grillgut muss vom Feinsten sein. Da greifen Herr und Frau Österreicher auch gern tiefer in die Tasche. Viele besuchen auch Kurse bei Grillmeistern und kommen dann mit dem erworbenen Wissen zu uns ins Geschäft. Daher ist die Nachfrage nach Dry Aged Beef und Lammfleisch bereits im Vorjahr erheblich gestiegen.“

Alles in allem sei das Jahr 2017 für die heimischen Fleischer zufriedenstellend verlaufen, was sich auch heuer fortsetze. Bedenklich stimmen Rudolf Menzl hingegen die sinkenden Betriebs- und Mitarbeiterzahlen. Zurzeit gibt es in Niederösterreich 287 Fleischer, die 2.906 Mitarbeiter beschäftigen. Davon werden 59 Lehrlinge in der Fleischverarbeitung sowie fünf im Fleischverkauf ausgebildet. Das sind gegenüber 201 elf Betriebe sowie 35 Mitarbeiter weniger.

„Dabei zeigt sich aber auch“, sagt Menzl, „dass alle, die jetzt aktiv sind, wirklich ihr Bestes geben. Hier hat sich die Marktbereinigung der letzten Jahre mit Sicherheit positiv ausgewirkt. Und was die Lehrlingssituation betrifft, liegen wir auch nicht so schlecht. Ich war kürzlich mit der Initiative Lehre? Respekt! in der Neuen Mittelschule Haidershofen zu Gast, um die Lehrberufe Fleischverarbeiter und Fleischverkäufer, die jeweils drei Jahre dauern, vorzustellen. Da war durchaus Interesse in der Schuljugend festzustellen. Denn obwohl sich das Fleischerhandwerk durch eine lange Tradition auszeichnet, hat es sich zugleich zu einem ausgesprochen innovativen Gewerbe entwickelt, das die traditionelle Fleischherstellung mit High-Tech-Komponenten in der Produktion und mit kreativen Gestaltungsmöglichkeiten der Ware zu verbinden versteht. Mir geht es immer darum, eingehend zu informieren - den Kunden genauso wie den Fleischernachwuchs. Denn es liegt auf der Hand, dass man sich die Fachkräfte von morgen selber ausbildet. Schließlich ist jeder Betrieb ist nur so gut, wie seine Mitarbeiter ausgebildet sind.“ (dsh)

www.noe-fleischer.at

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