11.05.2018 - Ausgabe Nr. 1485

Niederösterreichs Mechatroniker suchen auf einer Erfolgswelle Lehrlinge



Die Zahl der aktiven Mechatronik-Betriebe hat sich in Niederösterreich im Vergleich zum vergangenen Jahr von 1.423 auf 1.458 erhöht. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist von 5.109 auf 5.914 gestiegen. Nur die Zahl der Lehrlinge ist von 184 auf 175 zurückgegangen. „Daran sieht man, dass sich die Personalsituation leider nicht gebessert hat“, erklärt Andreas Kandioler, Innungsmeister der Mechatroniker, in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Viele Eltern sehen offensichtlich noch immer das Heil ihrer Kinder in den Gymnasien. Dass die Lehre sowie das Handwerk die weitaus zukunftssichere Perspektive sind und leistungsstarke junge Leute neben der Lehre auch die Matura machen können, hat sich leider noch nicht bis zu diesen Eltern herumgesprochen.“

Die Einstellung „meine Kinder sollen es einmal leichter haben“, habe sich in den Köpfen so gefestigt, dass die Berufschancen im Gewerbe nicht realistisch erkannt werden. „Gerade in Zeiten aber, in denen die Digitalisierung stetig zunimmt, benötigen wir Mechatroniker junge Leute, die kreativ sind und vernetzend denken können. Unsere Branche garantiert schließlich krisensichere Arbeitsplätze“, erklärt Kandioler.

Optimistisch stimmt ihn der Trend, „dass immer mehr Maturanten eine Lehre beginnen, weil sie sehen, dass mit der Matura allein die Jobchancen geringer sind. In dieser Richtung müsse man daher künftig die Lehrlingswerbung gestalten. „Wir können unser Fachpersonal nur selber ausbilden und dürfen nicht glauben, dass andere das für uns übernehmen. Auch wenn die Lehrlingsausbildung mit Mühen und Verantwortung verbunden ist, sollte man nie vergessen, dass gut ausgebildetes Fachpersonal den Weiterbestand eines Betriebes sichert“, so der Innungsmeister.

Alles in allem seien die Auftragsbücher der Mechatroniker derzeit gut gefüllt und die Unternehmer recht zufrieden. Ebenso wie das Jahr 2017 sei auch das erste Quartal 2018 sehr zufriedenstellend verlaufen. „Wie es jetzt ausschaut, zeichnet sich auch wieder ein sehr gutes Jahr für uns ab“, sagt Kandioler. Trotzdem fordert er eine Senkung der Steuerquote auf unter 40 Prozent. Damit könne man den Arbeitsplatzabbau stoppen und eine Gleichstellung mit der Konkurrenz aus Osteuropa annähernd herbeiführen.

Nicht zuletzt gelte es, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und sowohl die Verwaltung, als auch die Kammern auf dieses Medium umzustellen. „Beide Systeme - analog und digital - parallel zu verwenden, ist überflüssig“, meint der Wirtschaftskammer-Funktionär. „Was Vereinfachungen und Kostensenkungen ergeben, könne nämlich anders genutzt werden. Mir ist schon klar, dass dies auch Arbeitsplätze kosten kann. Aber wenn wir nicht reagieren, werden wir von der Entwicklung überholt, und das ist dann nicht mehr steuerbar.“ (dsh)

http://wko.at/noe/mechatroniker

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