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22.06.2018 - Ausgabe Nr. 1491

Österreichs Lackerzeuger bekommen in der FH Krems eigenen Lehrgang



Die Österreichische Lackindustrie hat in der Ausbildung ihres Fachpersonals einen Etappensieg errungen. In der Fachhochschule Krems ist ein entsprechender Lehrgang eingerichtet worden. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie, fest, dass man in Niederösterreich mit offenen Armen empfangen wurde. Schon im Herbst startet der erste Studiengang „Applied Chemistry“, der auch ein Wahlmodul zum Thema Lack beinhaltet.

„Leider ist auch nach langen Verhandlungen unser Plan eines FH-Lehrganges in Wien nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Hingegen ist nach einem Gespräch mit der zuständigen Landesrätin in Niederösterreich dieser Lehrgang in kürzester Zeit in Krems implementiert worden,“ so Culik. Zusätzlich soll auch noch ein Modul „Surface Technology“ in Krems eingerichtet werden. Laut Fachverband werden jedes Jahr 30 bis 50 akademisch ausgebildete Fachkräfte benötigt.

Kopfzerbrechen bereitet Culik weiterhin die Rohstoffverfügbarkeit, besonders die des Titandioxids. „In der Staubform soll es krebserregend sein. Dabei kommt nur die Produktion mit dieser Form in Kontakt, aber niemals der Konsument. Wegen seiner hohen Deckkraft in Farben ist Titandioxyd einfach unverzichtbar, und seit über 100 Jahren wurde noch keine Krebserkrankung durch eine Farbe mit Titandioxyd festgestellt“, so Culik.

Weiters setzt sich die Branche für eine ganzheitliche Betrachtung in der Chemikaliengesetzgebung ein. Denn oft haben Verbote und Beschränkungsmaßnahmen keinerlei fundierte wissenschaftlichen Grundlagen, was Probleme bei den Rohstoffen oder bei der Haltbarkeit der Lacke schafft. So wie bei der Biozid-Thematik bei wasserbasierten Lacken, die dann nur sehr kurz haltbar wären, oder bei nicht verkaufter War, die als Sondermüll entsorgt werden müsste.

Damit die heimische Lackindustrie weiterhin nachhaltig gestärkt wird und hochqualifizierte Arbeitsplätze sichern kann, hat die Branche an die Bundesregierung folgende Bitten formuliert:

• risikobasierter Ansatz bei Verboten und Beschränkungen

• weniger Bürokratie

• planbare rechtliche Rahmenbedingungen

• Bekenntnis zum Industriestandort Österreich.

Für die österreichische Lackindustrie, die aus 27 Unternehmen besteht, ist 2017 wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr gewesen. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf 445 Millionen Euro, die produzierte Menge Lack- und Anstrichmittel belief sich auf 170.000 Tonnen, eine Zunahme um 2,1 Prozent.

In Österreich beschäftigt dieser Industriezweig etwa 2.700 Mitarbeiter. Die acht niederösterreichischen Betriebe dieses Industriezweiges, die 505 Mitarbeiter und 19 Lehrlinge beschäftigen, erzielten sogar mit 195,6 Millionen Euro ein Umsatzplus von 5,16 Prozent. (hm)

www.fcio.at


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