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22.06.2018 - Ausgabe Nr. 1491

Installateure fordern österreichweite Kampagne für mehr Lehrausbildung



Obwohl das Jahr 2017 für die heimischen Installationsbetriebe gut gelaufen ist und sich heuer laut Karl Pech, dem Landesinnungsmeister und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Installateure in der Wirtschaftskammer, die Auftragssituation als sehr gut darstellt, ziehen am Horizont Wolken auf. Das größte Problem der Branche sei die Nachwuchssituation.

„In Niederösterreich haben wir zurzeit 1.216 Mitgliedsbetriebe, die rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigen, wovon 610 in Ausbildung stehende Lehrlinge sind. Das sind um 70 Lehrlinge weniger als im vergangenen Jahr, und das ist alarmierend“, erklärte er. „Der große Wunsch der Eltern, ihre Kinder in höhere Schulen zu schicken, wirkt nach wie vor. Dabei strengt sich unsere Innung konsequent an, die Vorteile unseres Lehrberufs bei den Schulabgängern ins Licht zu rücken.“

Da auch andere Fachgruppen ihre liebe Not haben, geeignete Lehrlinge zu finden und die Fachkräfte für morgen auszubilden, schlägt Karl Pech vor, in ganz Österreich eine Kampagne für die Lehrausbildung zu starten. „Wenn wir geschlossen auftreten, muss es uns doch gelingen“, meint Pech, „ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, dass Handwerk goldenen Boden hat, also eine sichere Erwerbungsgrundlage und Existenz verspricht. Was hilft ein akademischer Grad, wenn am Wochenende der Wasserhahn tropft, und keiner kommt, der ihn repariert, weil es keinen mehr gibt, der das gelernt hat?“

Zum wiederholten Mal und sichtlich frustriert fordert er die Senkung der Lohnnebenkosten. „Dadurch könnten die Nettogehälter für unsere Mitarbeiter steigen und im Vergleich mit anderen Berufen die guten Verdienstmöglichkeiten transparent machen, die ein Facharbeiter in unserem Gewerbe vorfindet. Irgendwann ist man es leid, ständig darauf hinzuweisen und nicht gehört zu werden!“

In die Offensive geht der Innungsmeister der Installateure mit dem Vorschlag, ein zumindest vier Jahre geltendes Bundesgesetz zur Förderung von Heizungssanierungen, die derzeit nur ein Prozent ausmachen, auf die Beine zu stellen. „In den zuständigen Ministerien sowie in allen Landesregierungen informieren wir derzeit Politiker und Sachreferenten über diese Aktion und deren Ziele“, erklärte er dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Bei der großen Zahl von Altanlagen nämlich würde eine Verbesserung der Sanierungsrate einen nachhaltigen Beschäftigungsimpuls für die nächsten Jahre auslösen. Der Gewinn wäre ein mehrfacher: mehr Arbeitsplätze in den Installationsbetrieben, mehr Steuereinnahmen des Staates, bares Geld für die Menschen mit geringerem Energieverbrauch durch bessere Regeltechnik und Überwachungsmöglichkeit der Heizung und schließlich nicht zuletzt auch ein messbarer Beitrag zum Umweltschutz.

Als hemmend merkt Karl Pech noch an, dass bei großen Projekten und Wohnhausanlagen von Wohnbaugenossenschaften eine angespannte Preissituation oft dadurch entsteht, dass Anbieter sich nicht-österreichischer Subfirmen bedienen. (dsh)

www.dieinstallateure.at

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