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22.06.2018 - Ausgabe Nr. 1491

Begabungskompass: Zwazl will alle Eltern ins Boot holen



Im Schulterschluss präsentierten dieser Tage Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl das „Erfolgsmodell NÖ Begabungskompass“ - mit dem Ziel, die Beteiligung der Schulen von derzeit 88 Prozent noch weiter zu erhöhen. „Wissenschaft und Bildung sind der Schlüssel zum Erfolg für die jungen Menschen in unserem Land und für den Standort Niederösterreich“, so Mikl-Leitner. Daher sei eine Begleitung auf dem Bildungsweg und bei der Berufsentscheidung sehr wichtig und der Begabungskompass dazu ein ideales Instrument.

Angeboten wird diese Orientierungshilfe in der 7. Schulstufe, also für die 3. Klassen der AHS und der Neuen Mittelschulen. Den Begabungskompass gibt es bereits seit 2012. Seit dem Vorjahr greifen vor allem organisatorische Verbesserungen in Form eines One-Stop-Shop-Prinzips, die die Abwicklung sehr vereinfacht haben. Die Tests werden im WIFI-Berufsinformationszentrum (BIZ) in St. Pölten und an den BIZ-Standorten in Gmünd, Mödling und Stockerau durchgeführt. Die psychologischen Beratungsgespräche, an denen auch die Eltern teilnehmen (sollen), finden an den Schulen vor Ort statt.

„Es ist uns wichtig, die Talente der Jugendlichen zu finden und zu fördern“, betont WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. „Da die Stärken der Kinder in der Schule oft zu wenig berücksichtigt werden, wollen wir sowohl die Eltern informieren, als auch den Lehrern zusätzliche Informationen liefern. Sie sind es ja, die gewissermaßen die Zukunft in ihren Händen halten.“ Ein besonderes Anliegen ist es Sonja Zwazl auch, dass möglichst alle Eltern an diesem Beratungsgespräch teilnehmen. Die Beteiligung ist zwar seit dem Vorjahr von 82 auf 86 Prozent angestiegen, „aber wir wollen noch mehr Eltern mit ins Boot holen“.

„Eltern, die das Angebot angenommen haben, haben durchwegs sehr positiv reagiert“, berichtet Zwazl und zitiert eine Mutter, die gesagt hat: „Der Begabungskompass hat mir die Augen geöffnet. Ich weiß jetzt mehr über mein Kind als vorher.“ Das Kennenlernen der eigenen Talente wirkt sich auch bei den Jugendlichen selbst sehr positiv aus. Viele würden danach bessere Leistungen in der Schule zeigen, erklärt die WKNÖ-Präsidentin. Im Rahmen einer Evaluierung habe der Begabungskompass die Gesamtnote 1,12 bekommen.

Und auf einer weiteren gesellschaftlichen Ebene trägt der Begabungskompass, an dem bisher insgesamt rund 65.000 Kinder teilgenommen haben, laut Zwazl ebenfalls bereits Früchte. So habe sich die Zahl der Mädchen in den Metalltechnik-Lehrberufen mittlerweile von 69 auf 87 (plus 26%) erhöht, bei den Bäckern gab es eine Steigerung von 78 auf 102 (plus 31%) und in der Elektrotechnik eine Steigerung von 29 auf 41 (plus 41%). (rz)

https://begabungskompass.at

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