6.07.2018 - Ausgabe Nr. 1493

Sternwarte Michelbach erlebt Invasion von „Marsianern“ und baut aus



Einen großen Besucheransturm erwartet Niederösterreichs größte Volkssternwarte in Michelbach im Wienerwald während der kommenden Wochen. Ende Juli kommt nämlich der Mars der Erde so nahe wie seit 15 Jahren nicht mehr. In klaren Nächten wird er heller als der hellste Stern vom Firmament strahlen. Darüber hinaus gibt es am Abend des 27. Juli, wenn der Rote Planet in seiner kürzesten Entfernung von „nur“ 58 Millionen Kilometern zur Erde steht, eine totale Mondfinsternis, die bis kurz nach Mitternacht dauert.

„Dass die beiden kosmischen Ereignisse an einem Tag stattfinden, ist natürlich purer Zufall“, erklärt Gerhard Kermer vom Verein „Antares“ der NÖ Amateurastronomen, der die Volkssternwarte in Michelbach betreibt, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Für uns aber ist das ein Glück, denn wir rechnen mit sehr vielen Besuchern, die das seltene Himmelsspektakel zum Anlass nehmen, einmal durch ein astronomisches Fernrohr zu blicken.“

Das in den letzten Jahren gewachsene Interesse am Wissenschaftszweig Astronomie spürt man auch in Michelbach, sind doch seit ihrer Eröffnung im Oktober 2000 schon rund 40.000 Personen auf die in 640 Meter Seehöhe gelegene Sternwarte gepilgert. „Bei manchen Führungen hatten wir schon bis zu 200 Gäste“, berichtet Kermer. Auch die Zahl der Vereinsmitglieder sei steigend. Zurzeit hält man bei 120.

Aufgrund des steigenden Interesses wird der „Antares“ das Gelände um das Observatorium nun erweitern, „damit wir das Areal für visuelle Beobachtungen von jenem für die Astrofotografie trennen können“, erklärt der Obmann. Außerdem will man zusätzliche Parkplätze schaffen. 20.000 bis 25.000 Euro seien für den Ausbau erforderlich, schätzt er.

Spielt das Wetter in den nächsten Wochen mit, werden der orange-strahlende Mars und die totale Mondfinsternis sehr viele Hobbyastronomen nach Michelbach locken. Denn die Volkssternwarte ist bequem mit dem Auto erreichbar, und obendrein sind die vom Verein „Antares“ angebotenen Führungen kostengünstig. Die Eintrittsgelder werden ausschließlich zum Erhalt der Sternwarte und für den Ankauf neuer Ausstattung verwendet. (mm)

www.noe-sternwarte.at

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