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17.08.2018 - Ausgabe Nr. 1498

Mostviertler Start-up-Firma haucht Wachstüchern neues Leben ein



Das gute alte Wachstuch zur Aufbewahrung und zum Frischhalten von Lebensmitteln erzeugt Christa Rohringer-Fangmeyer aus Waidhofen an der Ybbs als Start-up-Unternehmerin mit ihrer Firma Beeofix. Dazu bietet sie entweder eine entsprechende Bienenwachsmischung zum Selbstimprägnieren von Baumwoll- und Leinentüchern oder auch bereits fertige Wachstücher an. Erhältlich sind diese Tücher und die Wachsmischung zum Selbermachen über den eigenen online-Shop und bei etwa 30 Geschäften in Österreich, Deutschland und Südtirol. Der Exportanteil beträgt 15 Prozent. Wie Rohringer-Fangmeyer – im Hauptberuf Lehrerin - dem NÖ Wirtschaftspressedienst erklärte, will sie damit auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Müllvermeidung leisten.

„Wachstücher sind früher sehr viel verwendet worden“, sagt sie. „Mit dem Aufkommen der Plastik- und Alufolie sind sie aber von der Bildfläche fast verschwunden. Nachdem ich einmal über diese Tücher gestolpert war, wollte ich sie für mich selber machen. Das hat bei Freunden und Bekannten so viel Anklang gefunden, dass ich mich entschloss, daraus eine Firma im Nebenerwerb zu gründen.“ Als Gewinn ihrer Geschäftsidee führt sie nicht nur die steigende Nachfrage nach ihren Wachstüchern an, sondern dass diese sogar auch noch nach oftmaligem Gebrauch kompostierbar sind.

Grundlage der Wachstücher sind alte Baumwollstoffe aus unterschiedlichen Quellen, die gereinigt und desinfiziert werden. Danach wird eine Mischung aus Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz aufgetragen und das Tuch damit getränkt. Um die richtige Mischung zu finden, musste Rohringer-Fangmeyer lang herumprobieren, da ihr nur die Inhaltsstoffe bekannt waren, aber nicht die genauen Mischungsverhältnisse.

Pro Woche werden etwa 100 Tücher erzeugt, die es in unterschiedlichen Größen ab 25 Zentimetern im Quadrat gibt. Sonderanfertigungen sind ebenfalls möglich. Die Preise belaufen sich ab zehn Euro pro Tuch. Zusätzlich sind die Tücher auch in veganen Varianten erhältlich, wo das Bienenwachs gegen Rapswachs getauscht wird.

Da der Unternehmerin die Kreislaufwirtschaft sehr wichtig ist und sie Abfälle so weit es nur geht vermeiden will, werden Abfälle bei der Wachstuchproduktion zu Anzündhilfen gewickelt. Hier ist eine Kooperation mit der Lebenshilfe zum Wickeln in Vorbereitung. Für das heurige Jahr wird mit einer Mitarbeiterin ein Umsatz in der Größenordnung 30.000 Euro angepeilt. (hm)

www.beeofix.at

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