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17.08.2018 - Ausgabe Nr. 1498

Naturtonkeramik eröffnet eine schöpferisch-kreative Welt



Durch ihren Mann Karl Heinz Kummer, der seit 1988 Keramikmeister ist und den Familienbetrieb kummerkeramik in Emmersdorf in 3. Generation führt, ist Gabriele Kummer auf den Ton gekommen. Der Naturton bestimmt schon seit drei Jahrzehnten ihr Leben. Doch nach 27 Jahren Zusammenarbeit mit ihrem Mann hat sich Gabriele im Mai 2016 mit dem Startup „die Brotdose“ selbständig gemacht. Jetzt im Juli folgte Keralei – Keramik die Freude schafft. „Das ist nun die Dachmarke für alle meine Keramikarbeiten, von den Brotdosen mit Holzdeckel und Deko-Keramik wie Tür- und Hausschilder bis zu Schalen, Lampen und Gartensonnen“, berichtet die 50-jährige Neo-Unternehmerin dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Gern fertigt sie die Stücke ganz individuell nach Kundenwunsch und baut die gewünschten Strukturen ein. Das sind nicht nur Hand- und Fußabdrücke sowie Tierpfoten, sondern manchmal auch ein Reifenprofil oder sogar ein Brautschleier. „So entstehen Unikate, die Freude schaffen und lange für Erinnerungen sorgen“, sagt Gabriele Kummer.

Den Ton bezieht die Mostviertlerin aus dem deutschen Westerwald. Er ist schamottiert, verträgt hohe Brenntemperaturen, und es gibt ihn in verschiedenen, natürlich vorkommenden Tonfarben, allesamt sehr „erdig“. Diesen Ton verwendet sie sowohl für die Kachelproduktion als auch für alle anderen Keramikarbeiten.

Zu Gabriele Kummers Kunden zählen Menschen, die das Zeitlose, Persönliche und Individuelle schätzen – mit hohem Qualitätsanspruch. Besonderen Wert legt sie auf eingehende Gespräche mit ihren Auftraggebern. Ihre Devise lautet genau zuhören, was gewünscht wird und zu welchem Zweck. So entstehe „Einzigartiges, Ressourcen schonend, alles aus einer Hand, stets mit Freude gefertigt und immer im Dialog mit dem Kunden.“

Bereits seit 2007 hält Gabriele Kummer, die auch ausgebildete Mediatorin ist, Workshops für Erwachsene ab, fallweise auch als Referentin der NÖ Landesakademie oder mit Kursen für Firmengruppen. „Arbeiten mit Ton eignet sich hervorragend, um den Teamgeist zu stärken“, erklärt die keralei-Chefin. „Für die Teilnehmer ist das Handwerken ein Eintauchen in eine schöpferisch-kreative Welt, die im Alltag oft fehlt. Viele Menschen nehmen die Begeisterung - Ton erdet - nach einem Tag in der Werkstatt mit nach Hause. Kommen immer wieder, obwohl man körperlich gefordert wird, da keine Maschinen zur Verfügung stehen und ausnahmslos alles von Hand gefertigt werden muss.“

Mitarbeiter seien in dieser Branche eher die Seltenheit, betont Gabriele Kummer: „Man verbringt doch viel Zeit allein in der Werkstatt. Es ist schon eine gewisse Herausforderung, Produktion, Kundengespräche, Büroarbeit, Verwaltung und Marketing selber zu erledigen, aber das ist andererseits auch wieder das Schöne am Selbständigsein, diese Selbstbestimmtheit. Mit Disziplin, die ich mir über Jahrzehnte durch den Laufsport angeeignet habe, ist das zu schaffen. Manche Tage sind wie ein Marathon - lange und herausfordernd, hier liegt aber auch das Potenzial, Kreativität, Ideen und Lösungen zu entdecken.“

Nicht zuletzt war es der Naturtonkeramikerin wichtig, neben der Mitarbeit im Betrieb ihres Mannes ein eigenes Standbein zu schaffen. „Und weil ich mit dem Material Ton meinem Menschsein und meinem handwerklichen Geschick so wunderbar Ausdruck verleihen kann.“ (dsh)

www.keralei.at

www.diebrotdose.at

www.kummerkeramik.at

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