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24.08.2018 - Ausgabe Nr. 1499

Fremdenführer wollen mehr niederösterreichische Städte bespielen



„Erstmals haben wir uns als geprüfte Fremdenführer in Niederösterreich in diesem Jahr zusammengetan und bieten regelmäßig zu fixen Terminen Führungen in elf Städten kreuz und quer im Bundesland an,“ teilt die Branchensprecherin Gitta Pavlovic dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Das sind St. Pölten, Baden, Stockerau, Wiener Neustadt, Krems, Mautern, Laxenburg, Neulengbach, Perchtoldsdorf, Tulln und Wolkersdorf. In diesen Städten werden Häuser, Kirchen, Denkmäler und Gassen lebendig. Zu geringen Gebühren finden auch noch im Herbst und Winter geführte Touren statt, teilweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Was auffällt: Manche Regionen – vor allem jene rund um Wien – sind gut vertreten, andere – wie insbesondere das Waldviertel – gar nicht. „Das hängt damit zusammen, dass wir nur in bestimmten Regionen geprüfte Fremdenführer oder Fremdenführerinnen haben, was die Voraussetzung ist“, so Pavlovic. Nicht zuletzt spiele auch der Preis eine Rolle. In Wien verlangt ein Fremdenführer pro Halbtag 130 bis 180 Euro, Preise, die in Kleinstädten nicht erzielbar seien.

Das ist der Grund, weshalb der Großteil der 130 geprüften niederösterreichischen Fremdenführer vor allem in Wien tätig ist. „Mit dem neuen Angebot, niederösterreichische Städte zu bespielen, wollen wir dem etwas entgegensetzen – eine Maßnahme, die von der Wirtschaftskammer mit vielfältigen Werbemaßnahmen unterstützt wird“, betont die Branchensprecherin. Sie räumt auch ein, dass es außerhalb Wiens nicht möglich sei, ausschließlich von den Honoraren als Fremdenführer zu leben.

Zu den Führungen, die in den Städten durchgeführt werden, kommen in erster Linie Einheimische, also Leute, die ohnedies in der Region leben und über diese mehr erfahren möchten. „In Wien sind 80 Prozent der von uns durchgeführten Touren Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Diese Personen haben weder Zeit noch Interesse, beispielsweise auch noch eine Tour durch Perchtoldsdorf zu machen“, sagt Pavlovic.

Dass niederösterreichische Städte von geprüften Fremdenführern als Schauplatz lebendig gemacht werden, bezeichnet sie als mittlerweile von Erfolg gekrönt. „Insbesondere mit der Auslastung in St. Pölten sind wir sehr zufrieden, das war uns wichtig. Oder Laxenburg: Dort sind erstmals geführte Touren angeboten worden. In Baden hingegen haben Fremdenführertouren schon eine lange Tradition. Hier können wir jeden Samstag mit regelmäßigen Stadtspaziergängen, die unter bestimmten Themen stattfinden, immer wieder neue Interessenten gewinnen.“ Einen kräftigen Impuls erwartet die Branchensprecherin für Wiener Neustadt im nächsten Jahr von der Landesausstellung. „Da sind wir in laufenden Gesprächen, um auch hier etwas Besonderes den Besuchern - auch den einheimischen - bieten zu können.“ (jm)

http://www.noe-vienna-guides.at

http://www.wko.at/noe/freizeit

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