//
24.08.2018 - Ausgabe Nr. 1499

NÖ Rechnungshof bleibt strebsam



Das 20jährige Bestandsjubiläum des aus dem früheren Kontrollamt hervorgegangenen NÖ Landesrechnungshofes nahmen der Präsident des NÖ Landtages Karl Wilfing sowie die bereits in ihrer zweiten sechsjährigen Amtsperiode bestätigte Rechnungshofdirektorin Edith Goldeband zum Anlass, eine aktuelle Zwischenbilanz zu ziehen. Daraus geht hervor, dass der Landesrechnungshof nicht nur ein auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz ausgerichtetes Kontrollorgan der Landesverwaltung und der ihr nachgeordneten Einrichtungen, wie etwa der Krankenhäuser, ist, sondern sich auch mit Konsultationen und Empfehlungen in laufende Entscheidungsprozesse kreativ einzubringen versteht. So sind seit 1998 in 296 Berichten 3.394 Empfehlungen verabschiedet worden. Als Beweis, dass eine Prüfung des Landesrechnungshofes von großem Nutzen für den Landtag und das gesamte Land Niederösterreich sein kann, führte Wilfing die Donau Schiffsstationen GmbH an. Mit der ihr empfohlenen Neuorganisation hat sie rund 2,2 Millionen Euro einsparen können. Wiewohl also der Rechnungshof sich erfolgreich auf Kurs bewegt, ist klar, dass es noch immer Luft nach oben gibt.

Die Überzeugungsarbeit, die der Rechnungshof in der Praxis nachvollziehbar demonstriert, begründet zugleich seine Autorität und Unabhängigkeit. Dies bestätigt eine Umfrage, die die Donau Universität Krems unter 83 aktiven und ehemaligen Abgeordneten durchgeführt hat. Bei einer Rücklaufquote von rund 50 Prozent haben 64 Prozent die Arbeit des NÖ Rechnungshofes als sehr gut und 36 Prozent als eher gut bewertet. 93 Prozent bezeichneten die Arbeit des Landesrechnungshofes als unabhängig, 98 Prozent als sehr oder eher hilfreich.

„Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt“, sagte Rechnungshofdirektorin Edith Goldeband bei einem Pressegespräch in St. Pölten. „Der Landtag erwartet von uns Hinweise auf Verbesserungen. Uns geht es um Optimierung, nicht um Skandalisierung.“



Aufgaben Ziele

Der Landesrechnungshof hat – als unabhängiges Kontrollorgan des NÖ Landtages – die Finanzgebarung des Landes auf Richtigkeit, Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu überprüfen. Unter den Begriff der Gebarung fällt jedes Verhalten, das finanzielle Auswirkungen hat. Diese Aufgabe umfasst den Landeshaushalt von rund neun Milliarden Euro und die Tätigkeit von rund 38.000 Landesbediensteten. Überprüft werden dabei Verwaltungen, Unternehmungen, Anstalten, Fonds und Stiftungen des Landes. Dazu zählen zum Beispiel 20 Bezirkshauptmannschaften, 19 Landeskliniken an 27 Standorten, 36 Berufs-, Fach- bzw. Sonderschulen an 40 Standorten, 6 Sozialpädagogische Betreuungszentren und 2 Pflege- und Förderzentren im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie 48 Pflege- und Betreuungszentren. Kontrolliert werden auch Beteiligungen, Förderungen und Haftungen des Landes. (mü)

http://www.lrh-noe.at

Artikel teilen:

© 2019 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern