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31.08.2018 - Ausgabe Nr. 1500

NÖGKK-Betriebsvereinbarung fördert freiwillige Helfer



Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hebt die wichtige Rolle der freiwilligen Hilfsorganisationen mit einer Betriebsvereinbarung hervor, die als „Vorreiter-Projekt“ Schule machen soll. „Wenn die Sirene heult, dann muss es schnell gehen“, sagt NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NÖGKK werden deshalb vom Dienst freigestellt und erhalten für die Zeit des Einsatzes auch ihr Gehalt. Die neue Betriebsvereinbarung zwischen Kassenleitung und NÖGKK-Betriebsrat gilt für die freiwillige Tätigkeit in zehn Gruppen von Hilfsorganisationen - wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeitersamariter, Berg- und Wasserrettung, Rettungshundebrigade etc.

Mitarbeiter der NÖGKK waren zum Beispiel bei der Bergung der Mariazellerbahn dabei, sie helfen aber auch tagtäglich bei Bränden, Hochwasser, Unfällen oder wenn Menschen in Bergnot geraten. „Dieser Einsatz für die Allgemeinheit gehört belohnt und nicht bestraft“, betont Hutter.

Wie wichtig das Engagement der freiwilligen Helfer ist, zeigt ein Zahlenvergleich, den Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner mit Griechenland zieht, wo es heuer katastrophale Waldbrände gegeben hat. Dort kommen auf elf Millionen Einwohner nur rund 8.000 Berufsfeuerwehr-Leute, das entspricht einem Verhältnis von 1.400 : 1. „Bei uns kommt auf 25 Einwohner ein Feuerwehrmann bzw. eine Feuerwehrfrau“, betont Fahrafellner mit Verweis auf die hohe Schlagkraft und regionale Präsenz der Feuerwehren in Österreich.

„Da der Zulauf zu den Freiwilligen-Organisationen eher rückläufig ist, wollten wir in der NÖGKK ein Zeichen des Gegensteuerns setzen“, so Obmann Hutter und NÖGKK-Direktor Günter Steindl. Die Betriebsvereinbarung sieht vor, dass alle NÖGKK-Beschäftigten, die einer der zehn im ASVG genannten Hilfsorganisationen angehören, für ihre Einsätze oder Fortbildung bis zum maximalen Ausmaß ihrer Wochenarbeitszeit freigestellt werden - „und natürlich den Anspruch auf ihr Entgelt behalten“, so Steindl. Derzeit sind 44 Mitarbeiter der NÖGKK bei einer dieser Hilfsorganisationen engagiert, 27 davon bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Obmann Hutter bedauert, dass der Beschluss „mehrheitlich gegen die Stimmen der Arbeitgeber-Vertreter“, gefallen ist. „Würde, wie von der Bundesregierung im Rahmen der Kassenreform geplant, die Mehrheit der Arbeitnehmervertreter beseitigt werden, könnten solche Initiativen der Vergangenheit angehören.“

Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner setzt umgekehrt aber auf die Einsicht der Betriebe. „Es würde mich freuen, wenn die Aktion der NÖGKK den einen oder anderen Betrieb zu einer ähnlichen Initiative motivieren könnte.“ Mit einigen Großbetrieben sei man bereits im Gespräch. Und er wiederholt auch seinen Appell an die Bürgermeister und Gemeinden, bevorzugt FF-Leute oder Mitglieder anderer Rettungsorganisationen einzustellen. Daraus würde sich im Ernstfall jedenfalls eine Win-Win-Situation ergeben.

Derzeit sei die Einsatzbereitschaft der Helfer vom Wohlwollen der Firmenchefs abhängig, wobei Fahrafellner auch eine gesetzliche Freistellungs-Regelung nicht unbedingt begrüßen würde: „Das würde die freiwilligen Helferinnen und Helfer möglicherweise am Arbeitsmarkt diskriminieren, obwohl sie sich mit ihrem hohen sozialen Engagement und Fortbildungswillen auszeichnen.“ (rz)

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