2.11.2018 - Ausgabe Nr. 1509

Ausbau des tschechischen Atommeilers Dukovany kostet bis zu 7,7 Milliarden



Obwohl das Land Niederösterreich schon rund 110.000 Unterschriften gegen den Ausbau des tschechischen Atomkraftwerkes Dukovany sowie gegen die Errichtung eines Atommüll-Endlagers in Grenznähe gesammelt hat, zeigt sich der Nachbarstaat davon unbeeindruckt und will die Stromgewinnung aus Nuklearenergie weiter forcieren. In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender (CT) hat Dana Drabova, Leiterin des tschechischen Amtes für Reaktorsicherheit, eine Schätzung über die anfallenden Kosten des geplanten Dukovany-Ausbaus abgegeben. „Für einen weiteren Block müssen wir mit Investitionen in Höhe von 150 bis 200 Milliarden Kronen (5,8 bis 7,7 Milliarden Euro) rechnen“, teilte sie mit.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst in Erfahrung gebracht hat, haben sich um den Ausbau des in Südmähren, nur wenige Kilometer von Niederösterreichs Nordgrenze entfernten Atomkraftwerkes Dukovany sechs internationale Konzerne beworben. Um den lukrativen Auftrag rittern Rosatom aus Russland, Westinghouse aus den USA, KHNP aus Südkorea, CNG aus China sowie zwei weitere Anbieter aus Frankreich und Japan. Rosatom – „sie halten Zeitpläne nicht ein, wie man beim Kernkraftwerk Paks in Ungarn sieht“ – und CNG – „bei ihnen gibt es offene Fragen zur Einhaltung der Menschenrechte“ – kämen allerdings für einen Zuschlag ohnehin nicht in Frage, stellte Dana Drabova in dem CT-Interview klar.

2017 hat der Meiler Dukovany eine Leistung von fast 12 Terawattstunden erzeugt. Die mehr als 30 Jahre alte Atomanlage deckt damit ein Fünftel des gesamten Stromverbrauchs in Tschechien. Eine Verlängerung der Laufzeit bis 2045 steht im Raum. Die Regierung in Prag hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Atomenergie an der landesweiten Elektrizitätsproduktion von derzeit 35 Prozent weiter zu steigern. (mm)

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