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16.11.2018 - Ausgabe Nr. 1511

Niederösterreichs Konditoren können über Nachwuchsmangel nicht klagen



Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen können die niederösterreichischen Konditoren über einen Lehrlingsmangel nicht klagen. Derzeit werden nämlich in 71 aktiven Betrieben 170 Lehrlinge ausgebildet. Thomas Hagmann, Konditoren-Innungsmeister und Wirtschaftskammer-Obmann im Bezirk Krems, führt dies vor allem auf das positive Image des Berufes zurück. „Als Konditor erzeugt man etwas“, meint er, „was den Menschen Freude macht. Man kann kreativ sein und arbeitet mit den besten Zutaten. Darüber hinaus sind die Berufsmöglichkeiten im Tourismus, ob national oder international, fast unerschöpflich. Beim derzeitigen Fachkräftemangel in ganz Österreich sowieso und in der ganzen Welt sind unsere Konditoren ebenfalls sehr gefragt.“

Laut Hagmann lässt die Lehre derzeit einen allgemeinen Aufwärtstrend erkennen. „Und das ist gut so“, stellt er fest. „Die Lehrberufe werden nämlich zunehmend als Asset gesehen und sind endlich wieder im Kommen. Fakt ist nämlich, Menschen, die eine Lehre absolviert haben, können in allen Berufen reüssieren, denn Lehre ist keine Einbahnstraße.“ Mit ihr könne man die Matura genauso machen, wie ein Hochschulstudium abschließen. Zielstrebigkeit, Geduld sowie Ausdauer seien Eigenschaften, die man sich neben den fachlichen Fähigkeiten in einem Lehrberuf ebenso aneignen könne.

Arbeit gäbe es in der Branche zu Genüge, was gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit wieder ersichtlich wird, wo in den Backstuben der heimischen Konditoren Hochsaison herrscht. „Das Weihnachtsgeschäft läuft bereits an“, verrät Thomas Hagmann dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Produkte, wie Schokolade, Kekse und Lebkuchen, werden ja bereits im Advent verzehrt und nicht erst zu den Feiertagen. Jede Region und jede Konditorei hat ihre eigenen Spezialitäten.“

Allgemein merken die zurzeit 273 aktiven Konditorbetriebe in Niederösterreich zunehmend den Trend zur Regionalität und Nachhaltigkeit. „Neueste medizinische Erkenntnisse bestätigen die Wichtigkeit von handgemachten Produkten aus frischen Zutaten aus der Region ohne Geschmacksverstärker und chemische Konservierungsmittel“, berichtet der Innungsmeister. „Eigenschaften, die man nur im Lebensmittelgewerbe findet. Regional aus Niederösterreich und handgemacht sind die Trends – egal ob es sich um Lebkuchen, Bäckerei, Mehlspeisen oder Schokoladen handelt.“ (dsh)

http://wko.at/noe/lebensmittelgewerbe

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