30.11.2018 - Ausgabe Nr. 1513

Fahrzeugtechniker setzen bei der Lehrlingsausbildung auf ein hohes Niveau



Zurzeit gibt es in Niederösterreich 1.950 Fahrzeugtechnikbetriebe, die 9.660 Mitarbeiter beschäftigen. Davon sind 1.222 in Ausbildung stehende Lehrlinge. Wie Karl Scheibelhofer, Innungsmeister der Fahrzeugtechniker gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont, hat die Qualität der Lehrlingsausbildung ein hohes Niveau. „Das wird nicht zuletzt daran erkennbar, dass immer wieder niederösterreichische Lehrlinge bei nationalen und internationalen Wettbewerben hervorragend abschneiden“, sagt er.

So hat Klaus Lehmerhofer bei den Euroskills 2018 in Budapest die Goldmedaille mit der höchsten Punktezahl aller österreichischen Teilnehmer gewinnen können. Besonders hebt der Innungsmeister hervor, „dass die Meisterprüfung nunmehr im Nationalen Qualifikationsrahmen die Einstufung 6 erreicht hat und damit dem Ingenieur und Bachelor gleichgestellt ist.“

Dennoch haben die heimischen Fahrzeugtechniker mit erheblichen Problemen zu kämpfen, wie etwa ungleichen Rahmenbedingungen. „Die Tendenz zur Freigabe von Gewerben und somit der Verzicht auf standardisierte Qualifikationsnachweise in manchen Bereichen führen zu einem Ungleichgewicht in der Kfz-Branche“, erklärt Karl Scheibelhofer. „Am Markt treffen top ausgebildete Kfz-Techniker mit Gewerbetreibenden ohne Befähigungsnachweis zusammen. Sowohl bei den Endkunden als auch bei den Anbietern selbst führt das zu Unsicherheiten. Außerdem entstehen den Fachbetrieben hohe Kosten und Aufwendungen, um ihre Mitarbeiter durch den laufenden Besuch von Fachvorträgen, Schulungen und Ausbildungen immer auf dem aktuellsten Wissensstand zu halten.“ Als Beispiele nennt er Fahrerassistenz, autonomes Fahren sowie Elektroantriebe - ein Umstand, der bei der Preisgestaltung Auswirkungen habe.

Um ein vernünftiges Leistungsniveau sicherzustellen, hält es der Innungsmeister für wünschenswert, einen Nachweis zu schaffen, der ein Mindestmaß unternehmerischer sowie fachlicher Fähigkeiten und Kenntnisse bescheinigt. „Dies wird insbesondere bei den neuen Technologien und Systemen im Bereich der Mobilität künftig von zunehmender Bedeutung und auch Sicherheitsrelevanz sein“, betont Karl Scheibelhofer. Zudem erwarten sich die Fahrzeugtechniker von der neuen Bundesregierung „ein klares Bekenntnis zu Qualität und vor wichtigen anstehenden Entscheidungen in Sachen Kfz-Technik gehört zu werden. Alles in allem haben die Werkstätten schon seit dem Vorjahr generell eine zufriedenstellende bis gute Auslastung“, so Scheibelhofer. (dsh)

http://www.wko.at/noe/fahrzeugtechnik

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