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18.01.2019 - Ausgabe Nr. 1520

61 Prozent der Unternehmen in der Region St. Pölten sind Einzelkämpfer



Die Wirtschaft in der Stadt und im Bezirk St. Pölten ist im Vorjahr neuerlich gewachsen. Mit 832 Unternehmensneugründungen und zuletzt 11.466 aktiven Unternehmen in der Region wurde ein neuer Rekord erzielt. Diese Zahlen gab Bezirksstellenobmann Norbert Fidler beim traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle im WIFI in St. Pölten bekannt. Mit einem Anteil von 61 % an Ein-Personen-Unternehmen wird auch hier der Strukturwandel in der Wirtschaft deutlich sichtbar. 52 % der Mitglieder sind Männer, 48 % Frauen.

Bei den Sparten geben Gewerbe & Handwerk (43,3 % der Mitgliedsbetriebe), Handel (26,5 %) sowie Information & Consulting (16 %) den Ton an. 568 Betriebe haben 2.421 Lehrlinge ausgebildet, die Bezirksstelle der Kammer hat insgesamt rund 4.800 beratende Gespräche geführt. Das alles vor dem Hintergrund eines Wirtschaftswachstums von 3 % - „hier lagen wir in Niederösterreich deutlich über dem Österreich-Schnitt von 2,7 %“, so Fidler.

Das werde freilich nicht auf Dauer so bleiben, „die Hochkonjunktur flacht sich 2019 ab“, so Franz Gasselsberger, Generaldirektor der Oberbank, die wieder als Sponsor des Neujahrsempfangs fungierte. Seine Bank bleibe aber auf Expansionskurs, betonte der Gast aus Oberösterreich. Die Oberbank werde heuer neun neue Filialen eröffnen, den Großteil davon im Großraum Wien.

Während Fidler einerseits auf das wachsende Facharbeiter-Problem verwies, konnte er andererseits über die hohe berufliche Qualifikation des heimischen Nachwuchses berichten. Bei den „Euro-Skills“ 2018 in Ungarn habe Österreich mit 21 Medaillen die Nationen-Wertung gewonnen. Sieben Medaillen erzielten Niederösterreichs junge Facharbeiter, wovon zwei Silbermedaillen-Gewinner aus dem Bezirk St. Pölten kamen: Bodenleger Benjamin Schindelars aus Rabenstein/Pielach und Manuel Fahrnecker von der Landmaschinen GmbH Pamberger in Obritzberg.

Im Ausblick auf 2019 hob Fidler vor allem das Thema Digitalisierung als Herausforderung hervor, erwähnte aber auch schon die Bewerbung St. Pöltens als Europäische Kulturhauptstadt 2024. „Das wäre ein Impuls für die gesamte Region, weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

NÖ Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl verwies einmal mehr auf die gut funktionierende Sozialpartnerschaft in Niederösterreich. „Es gibt beispielsweise eine gemeinsame Initiative rund ums Thema Fachkräfte. Der Dialog auf Augenhöhe ist uns sehr wichtig“, so Zwazl: „Bei uns fliegen keine Steine und es müssen auch keine Wasserwerfer eingesetzt werden.“

Für 2019 deponierte sie neuerlich die Forderung nach Bürokratieabbau. Bei der neuen Datenschutzverordnung komme nunmehr erstmals das Prinzip „Beraten statt Strafen“ zur Anwendung. Und im Steuerrecht forderte Zwazl eine deutliche Erhöhung der Obergrenze für „geringwertige Wirtschaftsgüter“ auf 1.500 Euro. Diese liegt seit vielen Jahren bei 400 Euro. „Da kann man nicht einmal mehr ein besseres Handy sofort als Betriebsausgabe abschreiben“, kritisierte Zwazl. (rz)

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