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25.01.2019 - Ausgabe Nr. 1521

AKNÖ dehnt Konsumentenberatung auf neue Anforderungen aus



Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) baut ihre Konsumentenberatung weiter aus - insbesondere die Wohnrechtsberatung und auch in Sachen Pflege. Rund um das Thema Wohnen wird eine Hotline eingerichtet. Außerdem wird es „Sprechtage vor Ort geben, vor allem in Ballungsgebieten, wo die Preise fürs Wohnen besonders hoch sind“, so AKNÖ-Präsident Markus Wieser und AKNÖ-Direktorin Bettina Heise. Ab dem 1. Februar wird man solche Beratungstermine auch online buchen können. Vor Ort werden die Beratungen in Wiener Neustadt, St. Pölten, Mödling, Baden und Amstetten angeboten. Neu im Service der AKNÖ ist die Vertretung vor Gericht in strittigen Fragen der Pflegegeld-Einstufung, erklärt Bettina Heise.

Im Vorjahr hat die AKNÖ-Konsumentenberatung, für die derzeit 37 Mitarbeiter im Einsatz sind, „mehr als 1,13 Millionen Euro für Niederösterreicher zurückgeholt“, erklärt Präsident Wieser. Rund 43.000 Personen sind beraten bzw. unterstützt worden. Mit 7.682 die meisten Fälle betrafen das Wohnrecht, gefolgt von Bauen/Sanieren (7.069), Banken (5.873), Telekom und Internet (4.945), Versicherung (4.047), Reisen (3.540) und Kfz (2.891). Bei den Reisen hat es im Sommer 2018 einen deutlichen Ausreißer nach oben gegeben. „Wegen zahlreicher Verspätungen im Flugverkehr haben viele Konsumenten ihr Ziel nur mit Verspätung oder auf erheblichen Umwegen erreichen können“, merkte der AK-Präsident an.

Ein wachsender „Markt“ ist den Konsumentenberatern auch aus der Cyber-Kriminalität entstanden. „Da haben wir unsere Zusammenarbeit mit der Polizei bereits intensiviert“, so AK-Konsumentenschützer Herwig Rezek. Es gelte, die Konsumenten durch Information und Aufklärung pro-aktiv zu schützen, „zumal die Methoden der Internet-Kriminalität immer raffinierter werden.“

Weil die Mieten zuletzt im Schnitt doppelt so hoch gestiegen sind wie die Inflationsrate, sieht die Arbeiterkammer hier in erster Linie einen Handlungsbedarf des Gesetzgebers. „Der Betriebskostenkatalog muss entrümpelt werden“, fordert Wieser. Außerdem will die AK erreichen, dass künftig die Maklergebühr nicht mehr an die Mieter weiter verrechnet werden darf. „Wer eine Leistung bestellt - sei es der Vermieter oder Verkäufer -, soll sie auch bezahlen“, so Wieser. Und mit der Zweckbindung der Wohnbauförderung - eine weitere Forderung der AK - soll wieder mehr leistbarer Wohnraum geschaffen werden.

Wie schon WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer in St. Pölten unterstreicht auch AK-Präsident Markus Wieser die funktionierende Sozialpartnerschaft in Niederösterreich. Mittlerweile hätten AKNÖ und WKNÖ gemeinsam eine Reihe von Schlichtungsstellen errichtet. „Dort sind im Vorjahr an die 150 Fälle gemeinsam begutachtet und partnerschaftlich gelöst worden“, berichtet Wieser. Zu den bereits bestehenden Schlichtungsstellen für Rauchfangkehrer, Installateure, Kfz und Immobilienmakler ist vor kurzem auch eine Schlichtungsstelle für Probleme rund um das Thema 24-Stunden-Betreuung installiert worden. AK-Direktorin Heise: „Bei der Pflege und Betreuung ist es den Betroffenen und ihren Angehörigen besonders wichtig, dass es zu einer raschen und unbürokratischen Lösung kommt.“ (rz)

http://www.noe.arbeiterkammer.at

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