//
1.02.2019 - Ausgabe Nr. 1522

303 Millionen fließen in Bau und Sanierung der Straßen in Niederösterreich



303 Millionen Euro sollen 2019 in die Sanierung und den Ausbau des Straßennetzes in Niederösterreich investiert werden. „Mit 13.600 km ist dieses Straßennetz länger als das der Bundesländer Oberösterreich, Steiermark und Burgenland zusammen und erfordert deshalb einen großen planerischen und finanziellen Aufwand“, stellt Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko fest. Bestandteil dieses Netzes sind 4.530 Brücken, rund 400 Kreisverkehre und 1.000 Ampeln. „Nach der Katastrophe in Genua wird die Überprüfung der Brücken ein besonderer Schwerpunkt sein“, erklärt Straßenbaudirektor Josef Decker.

Für das Bauprogramm kommen heuer 113 Millionen Euro vom Land und 190 Millionen Euro von der ASFiNAG, die für das hochrangige Straßennetz zuständig ist. Das Land Niederösterreich investiert vor allem in Umfahrungen, das Niveau-Freimachen von Eisenbahnkreuzungen, Tunnel und Brückensanierungen, aber auch in den Ausbau des Radwegenetzes und von Park&Ride-Anlagen. Insgesamt geht es um rund 3.800 Arbeitsplätze für 640 Projekte.

Bauprojekte sind die Umfahrungen von Wieselburg, Asparn-Kronau, Gänserndorf Süd, Raasdorf, Allentsgschwendt und Drasenhofen, dieses gemeinsam mit der ASFiNAG. Allein Wieselburg, das größte Projekt, erfordert 17 Brücken. Mit der Eröffnung rechnet Straßenbaudirektor Decker im Herbst 2020. Die mehr als 8 km lange Umfahrung wird bei einer Breite von 12,5 Metern dreispurig ausgeführt. „Die Umfahrung“, sagt Schleritzko, „wird in Wieselburg eine Verkehrsentlastung um rund 50 Prozent bringen und wesentlich zur besseren Erschließung des Erlauftals für die Wirtschaft und den Tourismus beitragen.“

In Planung sind Umfahrungen für Wr. Neustadt-Ost, Großglobnitz-Kleinpoppen (Zwettl), Harmannsdorf-Rückersdorf (KO), Königstetten (TU), Groß-Enzersdorf (GF), Hohenwarth (HL), Zwölfaxing oder Schwechat-Kledering (beide BL). Spezielles Augenmerk will Schleritzko auf jene Gemeinden legen, die rund um den Flughafen vom zunehmenden Verkehr belastet sind.

Für das Industrieviertel ist der 3-spurige Ausbau der A 4 zwischen Fischamend und Bruck/Leitha das wichtigste Projekt. Dazu kommt das Niveaufreimachen von Eisenbahnkreuzungen in Mödling, Ternitz und Götzendorf/Leitha. Und Bruck/Leitha wird eine neue Autobahnmeisterei erhalten.

Im Mostviertel beispielsweise wird die Brücke über die Ybbs bei Lackenhof saniert. Schleritzko: „Wir werden die Donaubrücke Melk instand setzen und auch in Radwege investieren, etwa in Aschbach oder Wolfsbach im Bezirk Amstetten.“

Im NÖ Zentralraum ist die Sanierung mehrerer Ortsdurchfahrten im Raum Tulln vorgesehen. In St. Pölten wird die Eisenbahnüberführung an der B 20 fertiggestellt.

Die wichtigsten Projekte im Waldviertel betreffen den Abschnitt Gneixendorf-Stratzing an der B 37 – hier wird eine Spur zugelegt, den 4-spurigen Ausbau der B 41 zwischen Schrems und Hoheneich sowie die Sanierung des Tunnels Dürnstein an der B 3, der 60 Jahre nach seiner Eröffnung auf den neuesten technischen Stand gebracht wird.

Im Weinviertel wird der Bau der Spange Guntersdorf vorangetrieben und am Ausbau der S 3 zwischen Hollabrunn und Guntersdorf gearbeitet. In Stockerau werden an der B 3 eine neue Eisenbahnunterführung sowie ein neuer Kreisverkehr errichtet.

Mit der Einreichung der „Europaspange“ für das nördliche Niederösterreich beim Verkehrsministerium hat Niederösterreich sein Interesse am Vorantreiben dieses Projekts dokumentiert. „Geprüft wird allerdings ergebnisoffen“, so Schleritzko. (rz)

http://www.noe.gv.at

Artikel teilen:

© 2019 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern