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1.02.2019 - Ausgabe Nr. 1522

Hotellerie sucht dringend nach geeigneten Fachkräften



Die Fachgruppe Hotellerie in der NÖ Wirtschaftskammer besteht derzeit aus 1.401 aktiven Mitgliedern. Das sind Hotels, Gasthöfe mit Beherbergung ab neun Betten, Frühstückspensionen und Ferienwohnungen. Davon sind 389 Betriebe als 1- bis 5-Sterne-Betriebe klassifiziert. Insgesamt beschäftigt die Branche zurzeit rund 10.600 Mitarbeiter. Davon sind an die 1.000 Lehrlinge in Gastronomie- und Hotelleriebetrieben in Ausbildung, was eine Steigerung gegenüber den Vorjahren bedeutet.

„Wie viele andere Branchen würden auch wir uns mehr Bewerbungen wünschen. Aufgrund zahlreicher Maßnahmen ist immerhin inzwischen eine Trendwende schon erkennbar“, berichtet Doris Reinisch, Obfrau der Fachgruppe der Hotellerie in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Dennoch stelle der Fachkräfte- bzw. Mitarbeitermangel derzeit noch immer die größte Herausforderung dar.

„Das hohe Dienstleistungsniveau ist eben nur mit ausreichend Fachpersonal darstellbar. Die Betriebe betreiben sehr viel Aufwand, um ihre offenen Stellen besetzen zu können“, so die Fachgruppenobfrau. „Offenbar braucht es mehr Anreize, ins Erwerbsleben einzusteigen oder wieder einzusteigen. Maßnahmen, um mehr Netto- vom Bruttolohn zu schaffen, wären wohl hilfreich. Auch eine Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen bei Arbeitsuchenden ist zu überlegen“, meint sie.

Eine weitere Herausforderung für die heimische Hotellerie sei die Preisdurchsetzung. Über die Jahre hinweg hätten sich die Preise in der Beherbergung unterdurchschnittlich entwickelt, die Kosten für Mitarbeiter, Waren oder Bauleistungen hingegen überdurchschnittlich. „Pro verfügbarem Zimmer die Erträge zu erhöhen, ist daher ein vordringliches Ziel vieler Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Doris Reinisch. „Unsere Forderungen an die Bundesregierung sind daher eine Verkürzung der Absetzung für Abnutzung bei Gebäuden auf 25 Jahre bzw. bei Bädern und Einrichtungen auf 15 Jahre, eine Anhebung der Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.500 Euro sowie Erleichterungen bei Betriebsübergaben. Damit könnte man viele unserer täglichen Nöte lindern.“

Erfreulich für die Branche im vergangenen Jahr war die sehr positive Entwicklung der Nächtigungszahlen in Niederösterreich. „Man spürt, dass der Urlaub im Land für viele wieder attraktiver wird“, meint Reinisch. „Auch der Geschäftstourismus profitiert von der guten Konjunktur. Doch wie erwähnt, spiegeln sich die Nächtigungen leider nicht 1:1 in den Betriebsergebnissen wider. Hier haben die meisten Unternehmen einen Aufholbedarf.“

Was 2019 betrifft, rechnet die Fachgruppenobfrau mit einer grundsätzlich ähnlichen Entwicklung wie im Vorjahr. „Gründe für eine massive Veränderung sehe ich nicht. Natürlich muss man abwarten, ob bzw. wie sich die politischen Krisen, wie etwa der Brexit, auf die wirtschaftliche Lage unseres Landes auswirken. Der Tourismus lebt ja, wie wir alle wissen, auch stark von der Stimmung.“ (dsh)

http://www.hotelnoe.at

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