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15.03.2019 - Ausgabe Nr. 1528

Der Onlinehandel zahlt keine Steuern und bildet keine Lehrlinge aus



Die Textilbranche ist hart umkämpft. Als Grund nennt dem NÖ Wirtschaftspressedienst Catharina Stift, Obfrau des Landesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln in der NÖ Wirtschaftskammer, den Onlinehandel. „Dieser tut sich aber leicht“, sagt sie, „denn er bildet keine Lehrlinge aus, zahlt keine Steuern und trägt damit auch nichts zur Wertschöpfung im Land bei“.

Vor bereits drei Jahren hat Catharina Stift einen Bitte-Folder und einen Danke-Folder ins Leben gerufen, um den Menschen klar zu machen, was sie davon haben, wenn sie im Geschäft vor Ort einkaufen. Nämlich dass sie ins Café gehen können und dass es noch Handwerksbetriebe im Ort gibt, wo man sich beraten lassen und Gespräche führen kann. „Viele Unternehmen und Branchen sehen das offensichtlich ähnlich“, sagt sie mit Stolz und berichtet, dass ihre Bitte-Folder und Danke-Folder bereits mehr als zwei Millionen mal in ganz Österreich verteilt worden sind.

Gemäß einer aktuellen Gallup-Studie kaufen 52 Prozent der Menschen in Österreich ausschließlich offline im Ort ein. 37 Prozent erledigen ihre Einkäufe sowohl online, als auch offline, und elf Prozent sind ausschließliche online-Käufer.

Ähnlich wie in der Textilbranche gelten diese Einkaufsvarianten auch für die anderen Branchen. „Dabei geht es, gerade wenn ich Niederösterreich ansehe, vor allem den eigentümergeführten Textilunternehmen ganz gut“, sagt Stift. Das führt sie darauf zurück, dass hier die Kunden als Mehrwert die persönliche Beratung schätzen. Das gelte grundsätzlich für die langjährigen Mitarbeiter im Fachhandel. Der Kunde könne also regelmäßig und über Jahre hinweg zu seiner Lieblingsverkäuferin gehen. Das mag auch der Grund sein, weshalb die Zahl der Mitglieder im Landesgremium Handel mit Mode und Freizeitartikeln über die letzten Jahre hinweg mit rund 2.820 Mitgliedern relativ stabil geblieben ist.

Dass der Fachhandel sich auf bestens geschulte Mitarbeiter stützen kann, ist das Ziel von Spezialseminaren, die die Wirtschaftskammer anbietet. So gibt es Events sowohl für Verkäufer als auch für Einkäufer, die die aktuellen Trends aufzeigen und in denen von oft international bekannten Referenten die Trends dargelegt werden. Da gehe es um Schulung, Motivation und Produktinformation.

Schließlich eröffnet Catharina Stift, was heuer in Sachen Mode gefragt ist: „Viel Farbe: ob gelb, ob grün, ob lila – ganz egal. Hauptsache, es sind viele Muster. Tigermuster liegen dabei ebenso im Trend wie florale Muster. Und: Ein Kleid ist ein Muss für jede Frau in diesem Sommer.“ (jm)

http://wko.at/noe/mode-freizeit

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