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29.03.2019 - Ausgabe Nr. 1530

Innovatives Landwirte-Ehepaar aus Strengberg produziert biologischen Aroniasaft



Die Aroniabeere, die auch als Apfelbeere bekannt ist, ist zurzeit als Super Food in aller Munde. Das Landwirte-Ehepaar Wolfgang und Doris Dietl aus Strengberg hat die Trend-Beere für sich entdeckt und im Vorjahr die erste Ernte eingefahren. Im November 2016 hatten die beiden, die gemeinsam mit Wolfgangs Eltern einen Schweinemast- und Ackerbaubetrieb führen, mit Hilfe ihrer Familie eigenhändig auf 1,5 ihrer 90 Hektar großen Betriebsfläche 5.000 Aroniasträucher gesetzt. Ein Jahr später haben sie die Blüten abgezupft, so dass die gesamte Wuchskraft in die Wurzeln dringen konnte.

2018 gab es die erste Ernte, die bereits überdurchschnittlich gut ausgefallen ist. „Wir haben 3.200 Kilogramm Beeren geerntet, was eine Saftausbeute von 1.600 Liter 100-prozentigen Direktsaft ergab“, so die Dietls gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Normalerweise kann man mit einem Ertrag von 60 Prozent rechnen. Doch durch die große Trockenheit im Vorjahr ist die Ausbeute etwas geringer gewesen. Dafür war die Qualität sensationell gut, was uns wesentlich wichtiger ist als die Quantität.“

Die Aroniabeere ist eine Pflanzengattung in der Familie der Rosengewächse und wächst als Strauch mit ein bis zwei Metern Höhe. Die erbsengroßen, schwarzen, häufig wachsartig überzogenen Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können, schmecken süß-säuerlich-herb und ähneln der Heidelbeere. Die Beeren werden getrocknet wie Rosinen, können aber auch zu Marmelade verarbeitet werden.

Die Dietls haben sich auf die Produktion von Aroniasaft spezialisiert. „Aufgrund ihres hohen Gehalts an Flavonoid, Folsäure, Provitamin A, Vitamin B2 und Vitamin K zählt die Aronia in Polen und Russland zu den Heilpflanzen. In den letzten Jahren ist sie auch in unseren Breiten immer beliebter geworden. Wir empfehlen, täglich zwei bis drei Stamperl pur zu sich zu nehmen oder mit Wasser aufzuspritzen. Und dies am besten nach den Mahlzeiten“, erklären die Dietls. „Unsere Kunden schätzen den Saft als Erfrischungsgetränk, aber auch zur Gesundheitsprävention.“

Zurzeit erhält man den Saft bei den Dietls Ab-Hof in einer drei-Liter Bag in Box sowie in Halbliter-Gebinden. Neben dem puren Direktsaft stellen sie gemeinsam mit dem benachbarten Lehof auch einen bekömmlichen Apfel-Aronia-Saft im Ein-Litergebinde her. „Die Biobauern Martin Wagner und Maria Papst sind Freunde von uns. Die beiden haben die Bio-Äpfel und wir die biologischen Aroniabeeren. Um etwas Neues, Qualitätsvolles entstehen zu lassen, tut man sich halt gern zusammen“, berichtet Wolfang Dietl, dessen Aroniabeeren übrigens ab dem Jahr 2020 auch rein Bio sein werden.

Wer das sympathische Landwirte-Ehepaar kennt, weiß, dass es noch keine Grenze sieht, sondern erfolgsorientiert strebsam bleibt. „Ab Herbst bieten wir auch einen Aroniabeeren-Schnaps an. Der muss noch ein wenig reifen und kann erst in zwei bis drei Monaten abgefüllt werden. Außerdem wollen wir ab Oktober auch mit unserer Homepage online gehen“, berichten die beiden, deren Kunden aus allen Generationen und Gesellschaftsschichten kommen - von der Hausfrau bis zum Pädagogen, von der Jungfamilie bis zum rüstigen Senior. Sie alle schwören auf Dietls Direktsaft.

„Als Landwirt musst du heute innovativ sein und dir unbedingt ein zweites Standbein schaffen“, betont Wolfang Dietl, dem dies als Absolvent des Francisco Josephinums in Wieselburg offensichtlich bestens gelungen ist. (dsh)

Familie Dietl, Lampersberg 4, 3314 Strengberg; Tel.: 0664/ 46 14 645

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