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12.04.2019 - Ausgabe Nr. 1532

Wiener Neustädter Start-up Enpulsion greift nach den Sternen



Die Wiener Neustädter Start-up-Firma Enpulsion, die Antriebssysteme für Satelliten fertigt, wagt sich mit ihren High-Tech-Produkten immer weiter in den Weltraum hinaus. Während der Betrieb, der aus dem Forschungsumfeld der Fachhochschule Wiener Neustadt hervorgegangen ist, in der Regel Ionenantriebe für Satelliten baut, die in einer erdnahen Umlaufbahn kreisen, wird Enpulsion erstmals eine Sonde zu einem fernen Asteroiden tragen. „2016HO3“ heißt dieser 120 Meter lange und 40 Meter breite Gesteinsbrocken, den das private schwedische Weltraumunternehmen „Beyond Atlas“ mit Hilfe niederösterreichischer Technik ab 2020 erkunden will.

„Bis die Sonde den Asteroiden erreicht, wird sie rund 27 Millionen Flugkilometer zurücklegen, das entspricht ungefähr der 70-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond“, rechnet Enpulsion-Geschäftsführer Alexander Reissner dem NÖ Wirtschaftspressedienst vor. Für seine Firma als Zulieferer hätte sich „Beyond Atlas“ entschieden, weil die in Wiener Neustadt entwickelte Antriebstechnik besonders energiesparend sei, „was sich auf großen Distanzen natürlich positiv auswirkt.“ Mit Indium verwende man ein flüssiges Metall als Treibstoff, der direkt im Ionenantrieb integriert ist, was einen externen Tank überflüssig macht. „Da sind wir der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus“, stellt Reissner fest.

Zurzeit baut Enpulsion jeden Werktag ein Antriebssystem, fünf pro Woche. Die weltweite Nachfrage nach dem „Nano Thruster“ sei aber so groß, „dass wir die Kapazität bis Ende des heurigen Jahres auf 20 produzierte Antriebe pro Woche vervierfachen wollen“, kündigt der Geschäftsführer an. 2019 peilt Enpulsion, das eine Vertriebsniederlassung für US-Kunden im kalifornischen Silicon Valley betreibt, einen Umsatz von fünf Millionen Euro an.

Die erst 2016 gegründete Firma Enpulsion ist eines der jüngsten „Küken“, die dem „Brutkasten“ der Luft- und Raumfahrttechnik in und um Wiener Neustadt erfolgreich entschlüpft sind. „Hier sind Ausbildung, Forschung und Wirtschaft eng miteinander vernetzt“, erklärt Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Unternehmen, wie der Flugzeugbauer Diamond Aircraft oder der Drohnen-Produzent Schiebel, aber auch Forschungsinstitute, wie der Studiengang Aerospace Engineering an der FH Wiener Neustadt, würden für mehr als 1.000 einschlägige Arbeitsplätze vor Ort sorgen. (mm)

http://www.enpulsion.com

https://beyondatlas.org

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