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10.05.2019 - Ausgabe Nr. 1536

AMS-Forstprojekt Stockerau setzt Tausende Jungpflanzen gegen das Waldsterben



Das im Jahr 1988 gegründete AMS-Forstprojekt Stockerau bekommt durch dass Waldsterben jede Menge neuer Aufträge. „Besonders gefragt sind die Schwerpunkte des Projektes, wie Pflege, Aufforstung und Schutzmaßnahmen“, berichtet Projektleiter Karl Roll dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Für Herbst haben wir bereits zwei beachtliche Aufforstungsaufträge von Betrieben mit jeweils mehr als 1.000 Hektar Wald.“ Zu den großen Kunden zählen die Forstbetriebe Colloredo-Mannsfeld und Schönborn mit über 1.000 Hektar Wald. Neu hinzu gekommen ist jetzt auch die städtische Forstverwaltung Korneuburg.

Auffallend sei heuer die beachtliche Zahl der ausgesetzten Jungpflanzen. „Bis jetzt haben wir bereits rund 11.000 junge Bäumchen ausgepflanzt. Das sind fast so viel wie in den ganzen 30 Jahren unseres Bestehens“, sagt Karl Roll. Normal sind es zu diesem Zeitpunkt etwa 1.500 Pflanzen. Bevorzugt ausgesetzt werden heimische Jungbäume, wie Ulmen, Birken, Weiden, Eichen und Pappeln.

Zur Gründung des Forstprojektes erklärt AMS-Geschäftsführer Manfred Nowak, sie sei aus der Absicht erfolgt, Langzeitarbeitslosen eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten und Pflegerückstände in den Weinviertler Wäldern aufzuarbeiten.

Seit Projektbeginn sind ca. 600 langzeitarbeitslose Männer im Stockerauer Projekt beschäftig worden. Im Durchschnitt schaffen 40 Prozent der Transitarbeiter den Wiedereinstieg in ein dauerhaftes Dienstverhältnis. In den 30 Jahren wurden rund 12.000 Jungpflanzen ausgesetzt, ca. 60.000 Laufmeter Wildzäune auf- und abgebaut sowie 3.000 Hektar Waldpflegearbeiten durchgeführt. Derzeit sind zwölf Langzeitarbeitslose sechs Monate lang in Stockerau bei der Aktion „Lebensraum Wald“ angestellt.

Finanziert wird das Forstprojekt teils vom AMS, teils vom Land Niederösterreich und teils durch Eigenleistungen. Im Vorjahr machte die geförderte Summe ca. 678.000 Euro aus. Davon kamen 175.344 Euro vom Land Niederösterreich. „Neben den zwölf Langzeitarbeitslosen sind bei uns auch fünf Schlüsselkräfte, davon drei in Teilzeit angestellt. Mit ihrer Hilfe konnten wir im Vorjahr fast die Hälfte unserer Transitarbeiter in fixe Anstellungen vermitteln“, stellt Projektleiter Karl Roll fest. (km)

http://www.forstprojekt.at

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