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6.09.2019 - Ausgabe Nr. 1553

gutbetreut.at setzt neue Maßstäbe für die Pflege daheim



Bisher hat es für Pflege-Vermittlungsagenturen noch kein Qualitäts-Zertifikat gegeben. Margit Hermentin, Gründerin der „gutbetreut.at“-Agentur in Korneuburg, will das ändern. „Wir werden demnächst an einem branchenspezifischen Wertungsverfahren teilnehmen, das die objektive Bewertung unserer Pflegequalität vornimmt und bestätigt“, erklärt die Unternehmerin dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Margit Hermentin ist eine ehemalige Managerin aus der Finanzwirtschaft, die qualitätsbewusstes Arbeiten gelebt hat. „Da wir uns seit der Firmengründung 2012 an die Standardregeln des staatlichen Qualitätszertifikats halten, sind wir am Ziel bereits angelangt und brauchen daher keine zusätzlichen Anstrengungen mehr machen“, sagt sie.

Als Agentur-Gründerin ist Hermentin mit wachsendem Erfolg in der 24-Stunden-Betreuung tätig. Heute beschäftigt sie mehr als 400 selbständige Personal-Betreuerinnen aus der Slowakei, die sich um rund 200 Patienten in Niederösterreich und Wien kümmern. Dazu kommen noch sechs Angestellte im Kernteam als Unterstützung der Geschäftsleitung. Die starke Nachfrage verschafft der Agentur jedes Jahr steigende Umsätze. „Wobei der Großteil unserer Einnahmen in die Ausbildung unserer Mitarbeiter fließt“, teilt die Chefin mit.

Bei der Auswahl und Aufnahme von Pflegerinnen profitiert die Geschäftsfrau von den Erfahrungen, die sie bei der langjährigen Pflege ihrer schwerkranken Großmutter gemacht hat. „Ich suche die Pflegerinnen meist selber aus, weil ich so ihre sprachlichen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen erkennen kann. Andererseits suche ich auch den Kontakt zu Patienten, weil ich wissen will, wo diese der Schuh drückt“, erklärt sie.

Neben ihrer Arbeit in der Agentur ist Hermentin auch Mitglied des Fachgruppenausschusses in der NÖ Wirtschaftskammer. Daher sind ihr Klagen über „schwarze Schafe“ in der Branche durchaus bekannt. Nicht alle der rund 800 Vermittlungsagenturen in Österreich würden sich an die Qualitätsstandards halten. So würden Pflegerinnen ausgebeutet und gezwungen, ohne Verträge zu arbeiten. „Das liegt aber vor allem an der mangelnden Kontrolle durch die Behörden“, meint Margit Hermentin. „Auch die Einführung eines staatlichen Qualitäts-Gütesiegels sowie eine Erhöhung der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung wären sehr sinnvoll“, sagt sie.

Als Zukunftsziele nennt die Pflegeexpertin die stetige Verbesserung des Arbeitsprozesses, um die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern weiter zu erhöhen. „Für uns ein großes Vorhaben, weil die Bedeutung von Pflege und 24-Stunden-Betreuung überproportional ansteigt.“ (km)

http://www.gutbetreut.at

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