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13.09.2019 - Ausgabe Nr. 1554

Erfolgreiche NÖ Lehrlingsoffensive wird 2020 fortgesetzt



Für Jugendliche bis 25, denen aus verschiedenen Gründen der traditionelle Zugang zu einer Lehrausbildung nicht möglich war, haben das Land Niederösterreich und das Arbeitsmarktservice (AMS) im Jänner eine Lehrlingsoffensive gestartet, die sich schon nach wenigen Monaten als erfolgreich erweist.

„Wir haben rund 46 Millionen Euro investiert, um 7.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen“, gab Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bekannt. „5.200 dieser Ausbildungschancen wurden bereits genutzt, weshalb wir diese Initiative im Jahr 2020 fortsetzen und wieder 46 Millionen Euro investieren wollen“, sagt sie.

Diese Initiative erfolgt vor dem Hintergrund einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Niederösterreich. „ Im August ist die Zahl der Beschäftigten in Niederösterreich um 1,4 Prozent gestiegen und die Zahl der Arbeitslosen um 2,2 Prozent gesunken, bei den Jugendlichen unter 25 sogar um 6,7 Prozent. Die August-Arbeitslosenquote in Niederösterreich ist mit 6,9 Prozent die niedrigste seit sieben Jahren“, so die Landeshauptfrau. Zu einem guten Teil sei dies auch auf die Lehrlingsoffensive zurückzuführen.

Das Konzept beruht auf drei Säulen, erklärt Landesrat Martin Eichtinger. • In sieben Jugend-Bildungszentren, die übers ganze Land verteilt sind, kann der Erwerb schulischer Kenntnisse und Fähigkeiten nachgeholt werden. In eine vorbereitende Berufsorientierung mit rund 4.600 Plätzen für Jugendliche unter 25 wurden zwölf Millionen Euro investiert.

• „Auf zum Lehrabschluss“ heißt die zweite Säule, in die eine Million Euro investiert wurde. An fünf Standorten werden 248 Plätze jungen Leuten angeboten, die aus irgendeinem Grund den Lehrabschluss nicht erreicht haben und ihn nun nachholen wollen.

• 2.050 Plätze werden schließlich in der Säule der überbetrieblichen Lehrausbildung angeboten, in die 33 Millionen Euro investiert werden. Dazu gehören Lehrgänge, Praktika und die Arbeit in betrieblichen Lehrwerkstätten - mit dem Ziel, die jungen Menschen in eine betriebliche Ausbildung überzuführen.

NÖ AMS-Chef Sven Hergovich wertet dieses Programm als „Meilenstein“, der schon nach wenigen Monaten große Wirkung gezeigt habe. In den Jugend-Bildungszentren, die der Vorbereitung auf eine Lehrausbildung dienen, sind gut zwei Drittel der 4.600 vorgesehenen Jugendlichen „schon in Richtung Lehre unterwegs“. Hergovich berichtet u.a. von einer 19-Jährigen, die im Gefängnis geboren wurde und in der Obdachlosigkeit gelandet war: „Sie hat das Programm erfolgreich durchlaufen und mittlerweile schon eine Lehrstelle gefunden.“ Neben vielen persönlichen Erfolgsfällen seien auch die Zahlen auf dem Arbeitsmarkt erfreulich, unterstreicht Hergovich: „Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Niederösterreich ist heuer um zwölf Prozent gesunken und die Zahl der Lehrverhältnisse um 7,3 Prozent gestiegen.“ (rz)

http://www.ams.at/noe

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