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27.09.2019 - Ausgabe Nr. 1556

Niederösterreich baut Schulunterricht mit MINT-Schwerpunkten aus



Den 30 Neuen Mittelschulen (NMS) mit Sport-Schwerpunkt in Niederösterreich stehen derzeit sechs Schulen mit dem Schwerpunkt MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gegenüber. Zu den fünf Standorten seit dem Vorjahr in Raabs/Thaya, Lassee, Ybbsitz und in den NMS Theodor-Körner 3 und 4 in St. Pölten ist heuer mit Wiener Neustadt der sechste MINT-Schul-Standort dazugekommen. „Weitere sechs sollen mit September 2020 an den Start gehen“, teilten Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras mit.

Teschl-Hofmeister wertet die neue Schiene als „Beitrag, allen Talenten in allen Regionen des Landes passende Chancen zu bieten und mit der MINT-Themenvielfalt zwischen Umweltschutz und Robotik insbesondere auch Mädchen anzusprechen. Das sieht auch NÖ-Industriepräsident Thomas Salzer so, der – wie viele Betriebe im ganzen Land – damit die Hoffnung verknüpft, dass der Jugend in Niederösterreich ein guter Einblick in die interessante Welt der Naturwissenschaften und der Technik ermöglicht wird. „Mit diesem Projekt arbeiten wir intensiv mit den Schulen zusammen. Denn im MINT-Bereich werden die meisten künftigen Arbeitsplätze entstehen, die auch mit guten Aufstiegs- und Verdienstchancen verbunden sind“, so Salzer.

Für Heuras ist an diesem Projekt besonders wichtig, „die Berührungsängste mit den MINT-Fächern abzubauen, Neugierde zu wecken und die Experimentierfreude zu fördern.“ Das will man nicht nur mit fächerübergreifenden Projekten und Wettbewerben erreichen, sondern auch mit entsprechenden Ressourcen, „für die die gewerbliche Wirtschaft, die Industrie und das Land in enger Zusammenarbeit sorgen“. Hatte man im Vorjahr zum Start 201 Anmeldungen zum naturwissenschaftlichen Pilotprojekt, sind es heuer bereits 220 gewesen. „Die Rückmeldungen von Schülern und Eltern, aber auch der Lehrer waren sehr positiv“, so Heuras, „zumal die neue Schiene auch eine Aufwertung der Neuen Mittelschule bedeutet“, und Niederösterreich hier eine absolute Vorreiter-Rolle einnehme.

„Das ist nicht zuletzt engagierten Lehrern zu verdanken, die sich vor rund zehn Jahren zur ARGE Naturwissenschaften NÖ zusammengeschlossen haben“, betonte deren Leiterin Erika Frühwald. „Wir wollen die Motivation und die Neugierde für Naturwissenschaft stärken und sind daher insbesondere in der Fortbildung sehr aktiv“, sagt sie. Ein Schwerpunkt der Arbeit liege deshalb auch in der Kontaktpflege zu den Volksschulen. Schließlich sei die fehlende Durchgängigkeit in der Betreuung der MINT-Themen mit ein Grund, weshalb die Jugendlichen im NMS-Alter daran nur wenig interessiert seien. Zu diesem Thema habe ein Kollege sogar eine Studie verfasst und u.a. festgestellt, „andere Interessen“ würden in diesem Alter die Naturwissenschaften verblassen lassen. Andererseits die gute Nachricht: Der Umgang mit neuen Technologien sei durchaus geeignet, das Interesse am MINT-Bereich wieder zu verstärken. „Man muss die Kids da einfach machen lassen, sie etwas entdecken lassen“, so der Rat, den man nun auch verstärkt befolge. Das Geschlechter-Verhältnis zwischen Burschen und Mädchen im neuen NMS-Schultyp ist übrigens ausgeglichen.

Für Niederösterreichs Industriepräsident Salzer ist klar, „dass wir bei den nächsten sechs Schulprojekten ab dem kommenden Jahr ebenfalls wieder mithelfen werden, wenn es um die Ausstattung oder um Praktika geht.“ Mit dem Projekt „Kinderleicht“ bemühe sich die Industrie mittlerweile darum, schon in den Kindergärten das Interesse an den Naturwissenschaften zu wecken. Der spielerische Ansatz und die Neugierde der Jüngsten seien dafür ein fruchtbarer Nährboden. (rz)

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