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1.11.2019 - Ausgabe Nr. 1561

Mödlinger Knorr-Bremse bringt Indiens Eisenbahnen in Fahrt



Mit einer Gesamtlänge von mehr als 67.000 Kilometern verfügt Indien nach den USA, China und Russland über das viertgrößte Eisenbahnnetz der Welt. Jeden Tag sind auf den Schienen im Subkontinent 21.000 Züge unterwegs, davon etwa zwei Drittel Personen- und ein Drittel Güterzüge. Weil das im Wesentlichen im 19. Jahrhundert von der damaligen Kolonialmacht Großbritannien errichtete Streckennetz massiv veraltet ist und auch die eingesetzten Lokomotiven und Waggons oft nicht heutigen Standards entsprechen, fährt der indische Staat ein intensives Ausbau- und Modernisierungsprogramm, insbesondere im verkehrsstärksten Raum zwischen den Millionenstädten Neu Delhi, Kolkata, Chennai und Mumbai.

Von dieser Entwicklung profitiert auch ein niederösterreichisches Industrieunternehmen – die Knorr-Bremse GmbH in Mödling, Tochterfirma des weltweit führenden Herstellers von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge Knorr-Bremse AG mit der Zentrale in München. „Indien ist ein zunehmend wichtiger Wachstumsmarkt für das Geschäft mit Systemen für Schienenfahrzeuge“, stellt Geschäftsführer Jörg Branschädel in einem Interview mit dem Magazin „iv-positionen“ fest. Zum einen werde dort das Bahnnetz in den nächsten Jahren stark ausgebaut, zum andern „sind auch immer mehr moderne Technologien nachgefragt.“

Dabei ist das Indien-Geschäft für die Knorr-Bremse kein Neuland, kann man doch bereits auf einige erfolgreich abgeschlossene Referenzprojekte auf dem Subkontinent verweisen. So hat das Unternehmen u.a. die Bremssysteme für 800 elektrisch angetriebene Doppellokomotiven geliefert, die jetzt 6.000 Tonnen schwere Güterzüge mit bis zu 120 km/h über die Schienen ziehen. Im Personenverkehr hat die Knorr-Bremse Hunderte Reisezugwagen und Triebzüge, die bislang nur mit manuellen Türen ausgestattet waren, mit automatischen elektronischen Türsystemen versehen. Damit konnte das Gefährdungspotenzial für die Passagiere nachhaltig reduziert werden.

In Mödling entwickelt und produziert die Knorr-Bremse GmbH Bremssysteme, On-Board-Systeme, Scheibenwisch- und -wasch-Systeme sowie Sandungssysteme für Schienenfahrzeuge. Ein weiterer Unternehmensstandort befindet sich in Kematen/Ybbs im Mostviertel, wo die Tochtergesellschaft IFE Automatic Door Systems Waggontüren für Eisen-, Straßen- und U-Bahnen fertigt. 2018 haben die österreichischen Werke von Knorr-Bremse einen Umsatz von 454 Millionen Euro erwirtschaftet. In Niederösterreich beschäftigt das Industrieunternehmen rund 1.000 Mitarbeiter. (mm)

http://www.knorr-bremse.at

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