//
1.11.2019 - Ausgabe Nr. 1561

Wirtschaftskammer Amstetten sieht Wirtschaftseintrübung



Obwohl der Bezirk Amstetten nach wie vor zu den wirtschaftlich stärksten Bezirken Niederösterreichs zählt, lässt auch er erste Anzeichen einer stagnierenden Wirtschaftsentwicklung erkennen. „Derzeit haben wir 8.263 aktive Betriebsstandorte, wo 3.073 Arbeitgeberbetriebe 34.040 Mitarbeiter beschäftigen und 502 Lehrbetriebe 1.723 Lehrlinge ausbilden. Ein drückendes Problem ist nach wie vor der Fachkräftemangel“, berichtet Andreas Geierlehner, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Amstetten, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist zwar noch immer sehr hoch, aber gleichzeitig spüren wir seit dem Sommer, dass sich die Wirtschaftsentwicklung eintrübt.“

Für manche Zulieferbetriebe sei der Rückgang der Aufträge bereits spürbar, so Geierlehner. Obwohl es derzeit nur punktuelle Umsatzeinbrüche gebe, stehe dort das Thema Kurzarbeit bereits zur Überlegung. Noch sei das kein allgemeiner Trend. Bedenklich hingegen sei die Verkehrssituation im westlichen Teil des Bezirks. „Der Wirtschaftsraum an der Grenze zu Oberösterreich leidet unter der schwachen Verkehrsverbindung und dem Nadelöhr alte Donaubrücke Mauthausen“, sagt der Bezirksstellenleiter.

Von der Zukunft erwartet die Wirtschaftskammer Amstetten, dass sich die Entwicklung verhalten fortsetzen und es keinen abrupten Abfall geben wird. „Auch im kommenden Jahr wird der Fachkräftemangel das Problem Nummer 1 bleiben, und der Rückgang im automotiven Wirtschaftssektor wird zunehmend spürbar werden“, sagt Andreas Geierlehner.

Da das allgemein ungünstige internationale Umfeld mit Handelskonflikten, Strafzöllen der USA und dem Brexit an der regionalen Wirtschaft nicht spurlos vorübergehe, werde das Investitionswachstum und auch das Konsumverhalten schwächer werden. „Obwohl der Dienstleistungssektor in unserem Bezirk stark aufgestellt ist, wird auf ihn die Schwächung im Industriesektor durchschlagen“, so Geierlehner.

Gottfried Pilz, Obmann der WKNÖ-Bezirksstelle Amstetten, fordert angesichts der eher stagnierenden Wirtschaftsentwicklung einmal mehr eine Verwaltungsvereinfachung. „Die Wirtschaft sieht das sehr positiv“, sagt er. Da die Verwaltung Zeit und Ressourcen koste, sei das Durchlichten des Bürokratiedschungels eine permanente Forderung der Wirtschaft an die Politik. Und weil die Unternehmer sich auf die Rechtsordnung verlassen wollen, sei ihnen die Rechtssicherheit besonders wichtig. Regelungen des Gesetzgebers, die alle paar Jahre geändert werden, seien dem nicht förderlich. Als aktuelles Beispiel nennt Gottfried Pilz das Rauchverbot in der Gastronomie.“ Grundsätzlich erwartet er von den politisch Verantwortlichen „klare und rasche Entscheidungen sowie eine Wirtschaftspolitik, die unserer klein strukturierten Wirtschaft dient und diese entsprechend fördert.“ (dsh)

http://wko.at/noe/amstetten

Artikel teilen:

© 2019 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern