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1.11.2019 - Ausgabe Nr. 1561

Der Fall des Eisernen Vorhangs hat viele Wirtschaftsschranken beseitigt



Mit dem Ende des Kommunismus in der damaligen Tschechoslowakei 1989 ist auch der Eiserne Vorhang, der Niederösterreich vom Nachbarstaat abgeschottet hat, gefallen. Von der Grenzöffnung vor 30 Jahren haben viele Unternehmen im Wald- und Weinviertel profitiert, deren Standorte auf einmal aus einer Ungunstlage in das Zentrum Europas gerückt sind. Die Betriebe konnten die Chancen, die sich ihnen plötzlich eröffnet haben, bestmöglich nutzen. Bei einer von der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus organisierten Jubiläumsveranstaltung, an der auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und EU-Kommissar Johannes Hahn teilgenommen haben, wurden drei erfolgreiche Firmen vor der Vorhang gebeten.

War das unmittelbar an der Grenze zu Tschechien gelegene Gesundheits- und Rehabilitatiszentrum Moorbad Harbach 1980 mit 70 Mitarbeitern und 140 Betten gestartet, „haben wir jetzt 470 Mitarbeiter und 600 Betten“, erklärte Geschäftsführerin Karin Weißenböck mit Stolz. Der Waldviertler Kurbetrieb liefere den Beweis, dass erfolgreiche Unternehmen auch Arbeitsplätze in der Region schaffen würden. Das setze freilich eine leistungsfähige Infrastruktur voraus, „was bei uns ein großes bestimmendes Thema ist.“

Schon seit 1881 betreibt die Familie Dyk in Raabs/Thaya eine Mühle. „Aufgrund der geographischen Nähe hatten mein Ururgroßvater und seine Nachfolger immer enge Kontakte nach Tschechien“, berichtete Lisa Dyk, die heute die Erste Raabser Walzmühle M. DYK GmbH & Co KG führt. Diese Geschäftsbeziehungen seien nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 40 Jahre lang eingeschlafen, hätten aber nach der Wende und mit der EU-Osterweiterung wieder an Schwung gewonnen. Heute hält die Dyk-Mühle, die nur noch Bio-Mehl verarbeitet und mit der Tochtergesellschaft „Compact Milling Systems“ ein patentiertes Mühlen-System in Container-Form entwickelt hat, einen Exportanteil von 40 Prozent.

Nicht in Grenznähe hat die Raiffeisen Ware Austria (RWA) ihren Sitz, nichtsdestotrotz hat der im Agrar-, Energie-, Landtechnik-, Baustoff- und Heimwerkergeschäft tätige Mischkonzern schon immer einen regen Warenaustausch mit den Staaten Osteuropas gepflegt. „Bis 1989 haben wir viel Getreide nach Ungarn, Polen und Russland exportiert“, sagte RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf. Mit der Wende vor 30 Jahren hätten sich auch die Warenströme umgedreht, „denn jetzt kommt das Getreide von dort zu uns.“ Er sieht in einer positiven Wirtschaftsentwicklung „den besten und nachhaltigsten Weg zu Frieden in Europa“ und plädiert deshalb für den Ausbau der Donau als verknüpfendes Band zwischen den am Strom gelegenen Anrainerstaaten. (mm)

http://www.ecoplus.at

http://www.moorheilbad-harbach.at

http://www.dyk-mill.com

http://www.rwa.at

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