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8.11.2019 - Ausgabe Nr. 1562

„Technik kinderleicht“ wird jetzt auch schon im Kindergarten gelehrt



Niederösterreichs derzeit rund 52.000 Kindergartenkinder sollen künftig mit einfachen technischen Experimenten in die Welt der Technik, Umwelt und Mobilität eingeführt werden. Wie man das spielerisch in den Kindergartenalltag einbauen kann, vermittelt das Programm „Technik kinderleicht“, das vom Technischen Museum Wien auf Initiative der Jungen Industrie für die kindergartenpädagogische Lehrerschaft entwickelt worden ist.

„Es wurde übrigens von einer Frau initiiert“, berichtet die Generaldirektorin des Museums, Gabriele Zuna-Kratky. Das Museum sehe sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Bildung. „Wir wollen die natürliche Neugier der Kinder befriedigen und sie an die Technik heranführen“, sagt sie mit Verweis auf eigene Programme, die das Museum sogar schon für zweijährige Kinder anbietet. Als wichtig nennt sie, diese Programme aus dem Museum hinauszutragen, wozu man in der Jungen Industrie wichtige Verbündete und Multiplikatoren gefunden habe.

Bereits seit 2015 haben zahlreiche pädagogische Lehrkräfte aus Niederösterreich „Technik kinderleicht“-Workshops absolviert - entweder im Technischen Museum, wo man sich per Webseite anmelden kann, oder im Rahmen des Pädagogik-Studiums an den Pädagogischen Hochschulen (PH) Baden und Krems bzw. bei den Sommerakademien der PH Baden und PH Gmünd. Diese Ausbildung wird inzwischen direkt auch vom Land Niederösterreich beworben. Damit will man noch mehr Personen aus Niederösterreich gewinnen, die an den exklusiven Workshops teilnehmen. So wird am 28. Februar 2020 ein Seminartag zum Thema „Lebensquelle Wasser“ angeboten, gefolgt vom Workshop „Technik im Alltag“ (13. März 2020) und einem Workshop zum Thema „Mobilität“ am 24. April 2020. Ergänzend ist auch die überarbeitete Neuauflage der Broschüre „Technik kinderleicht! Forschend lernen im Kindergarten“ erschienen, worin mehr als 100 Experimente vorgestellt werden.*

„Unsere Kindergärten haben eine besonders wichtige Funktion für unsere Gesellschaft. Daher bemühen wir uns, dem pädagogischen Personal das notwendige Rüstzeug in die Hände zu legen und die Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und ihre Begabungen zu fördern“, sagt Bildungs-Landesrätin Christian Teschl-Hofmeister. Dabei sei insbesondere das Thema Technik und Umwelt besonders wichtig.

Aus der Sicht von Michaela Roither, Geschäftsführerin der NÖ Industriellenvereinigung, ist das Programm bestens geeignet, auch Mädchen besonders anzusprechen und ihre unentdeckten Talente aufzuzeigen. „Leider haben immer noch viel zu viele Mädchen Berührungsängste mit technischen Themen, was zur Folge hat, dass ihnen überdurchschnittliche Einkommens- und Karrierechancen entgehen, die in der Industrie auf sie warten“, betont Roither. Überzeugt ist sie, dass die Initiative auch volkswirtschaftlichen Nutzen bewirkt, „denn jeder in frühe Bildung investierte Euro ist eine Investition in die Zukunft des Wirtschafts- und Industriestandorts Niederösterreich.“

Veronika Wüster, Co-Vorsitzende der Jungen Industrie NÖ/Burgenland freut sich darüber, „dass das Projekt, das auf eine Idee der Jungen Industrie zurückgeht, nun auch in NÖ (nach Vorarlberg und der Steiermark) verstärkt Einzug hält“. Das Programm „Technik kinderleicht“ sei bestens geeignet, die Qualität des frühkindlichen Bildungsangebots zu heben und den Kindern in einfachen Experimenten zu zeigen, dass Technik interessant und spannend ist. „Das bringt sowohl den Kindern als auch später den Unternehmen in Niederösterreich Vorteile und Nutzen.“ (rz)

http://www.iv-niederoesterreich.at

http://www.technischesmuseum.at

* Die Broschüre „Technik kinderleicht“ gibt es auf Anfrage und im Museumsshop des Technischen Museums Wien um 12,90 Euro.

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