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24.07.2020 - Ausgabe Nr. 1597

Öffentlicher Appell: Was Pferde als Partner den Menschen alles geben können



Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Angst ist die Suche nach Orten groß, von denen Sicherheit ausgeht. „Eine Möglichkeit dazu bieten Pferde. Wir hatten rund 15.500 Mitglieder und haben trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur rund 350 Mitglieder verloren“, teilt Gerold Dautzenberg, Präsident des Niederösterreichischen Pferdesportverbandes (NOEPS), dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Dazu komme: „Das Pferd ist geradezu prädestiniert für die aktuelle Situation: Sicherheit und Abstand sind selbstverständlich, auch wenn man nebeneinander reitet. Unsere Turniere starten in diesen Tagen, und das ist gut so.“

Der Pferdesport liegt zwar im Trend – allerdings nur bei Mädchen. „Dadurch können wir 50 Prozent der Jugend kaum erreichen. Warum das so ist, konnten auch internationale wissenschaftliche Studien nicht herausfinden“, sagt Dautzenberg. „Wir informieren jedenfalls regelmäßig Kindergärten und Schulen über das, was Pferde und der Pferdesport bieten können. Mit einem Pferd sollte schon ein Kind und Jugendlicher umzugehen lernen. Da kann ich nicht einfach aufstampfen. Darauf reagiert es nicht. Aus meiner Sicht ist die Beschäftigung mit Pferden eine Schule fürs Leben“, so Dautzenberg.

Leider habe das Pferd in der Gesellschaft insgesamt an Bedeutung verloren. Insbesondere in der Landwirtschaft spiele es keine Rolle mehr, und auch die Rolle von Fiakern und deren Weiterbestand würden zunehmend in Frage gestellt. Als Rückschlag habe er empfunden, sagt Dautzenberg, dass die berittene Polizei nicht gekommen ist, obwohl man damit in anderen Ländern gute Erfahrung gemacht hätte. „Stellen Sie sich vor: Die Polizei, die im Auto in Kleingärten unterwegs ist. Diese verbreitet eher Angst. Wenn die Polizei auf dem Pferd reitet, schafft das Vertrauen. Die Polizisten können mit der Bevölkerung gleich direkt reden.“

Als erfreulich beurteilt der Präsident des NÖ Pferdesportverbandes, dass zumindest die gesundheitliche Bedeutung der Pferde wieder verstärkt diskutiert werde. So manche Rehabilitationseinrichtung setzt auf die Reittiere. „Natürlich hoffe ich, dass dieser Ansatz auch in anderen Bereichen der Gesellschaft verfolgt wird“, so Gerold Dautzenberg. (jm)

http://www.noeps.at

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