//
24.07.2020 - Ausgabe Nr. 1597

Österreichs Lackindustrie schaltet Europäischen Gerichtshof ein



Die Berufsschule St. Pölten erweitert ab Herbst ihr Ausbildungsprogramm für Lehrlinge mit dem Modul Lacktechnik. Mit diesem Lehrgang werde eine Lücke geschlossen und damit erstmals in Niederösterreich eine Qualifizierung mit Lehrabschlussprüfung in dieser Disziplin geschaffen, erklärt Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie in der Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Hingegen mit Bedauern zur Kenntnis nimmt er die coronabedingte Verschiebung der fünfwöchigen Sommerakademie zum Thema „Surface Technology“ (Oberflächentechnik) an der Fachhochschule Krems auf das nächste Jahr.

Stolz ist Culik auf das rasche Reagieren der Betriebe seiner Fachgruppe auf die Engpässe bei Desinfektionsmitteln in der Corona-Krise. „Wir haben damit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung am Krisenhöhepunkt geleistet“, sagt er. Mit Sinn für Solidarität und Pragmatismus habe sich die Lackindustrie als unverzichtbarer Partner bewährt. Schnell seien Produktionen auf die regionale Erzeugung dieser Desinfektionsmittel umgestellt worden. In dieser Phase gab es auch Spenden an Blaulichtorganisationen, Spitäler und Altersheime.

Zum Dauerthema Titandioxid ruft Österreichs Lackindustrie den Europäischen Gerichtshof (EUGH) an. Sie beruft gegen die Entscheidung der EU Kommission, die das Titandioxid als krebserregend einstuft und sich auf eine Studie stützt, die 20 Jahre alt und längst überholt ist. Weiterhin aufrecht bleiben die Forderungen der Lackindustrie an die Bundesregierung nach einem risikobasierten Ansatz bei Verboten und Beschränkungen, nach weniger Bürokratie, planbaren rechtlichen Rahmenbedingungen sowie einem Bekenntnis zum Industriestandort Österreich.

Die 24 Unternehmen der österreichischen Lackindustrie haben 2019 170.000 Tonnen Lack- und Anstrichmittel produziert und rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. Den Umsatz konnten sie um drei Prozent auf etwa 470 Millionen Euro steigern. In Niederösterreich beschäftigen acht Betriebe 503 Mitarbeiter und 25 Lehrlinge, die einen Umsatz von 220 Millionen Euro erwirtschaften. (hm)

http://www.fcio.at

Artikel teilen:

© 2020 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern