//
4.12.2020 - Ausgabe Nr. 1616

Jeder Lockdown beflügelt den Umsatz mit Tierfutter



„Wann immer ein Lockdown angekündigt wurde, sind unsere Umsätze massiv gestiegen. Jeder wollte für seine Haustiere offensichtlich das Beste in ausreichender Form auf Vorrat haben. Dabei gehören wir zu den Grundversorgern, die ohnedies ständig geöffnet sind“, erklärt Günther Daxböck, Inhaber von Daxzoo in Ternitz, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Seit Mitte November ist er in der NÖ Wirtschaftskammer (WKNÖ) der Branchenobmann der niederösterreichischen Zoofachhändler. „Für das Gesamtjahr wird laut meiner Schätzung gelten, dass der Umsatz der Branche in etwa gleich bleiben wird im Vergleich zum Vorjahr, vielleicht sogar mit einem kleinen Plus“, sagt er.

In Niederösterreich gibt es 348 Zoofachhändler, genaue Zahlen zu ihrem Umsatz gibt es aktuell nicht. Gremialgeschäftsführer Armin Klauser kennt jedoch die für ganz Österreich. Das sind rund 300 Millionen Euro Umsatz mit Katzenfutter, 240 Millionen mit Hundefutter und rund 130 Millionen mit Accessoires für Hunde und Katzen. Niederösterreichs Anteil schätzt Klauser mit etwa 22-24 Prozent, was rund 140 bis 150 Millionen Euro Jahresumsatz ergibt.

WKNÖ-Obmann Daxböck meint, dass der Zoofachhandel rund die Hälfte seines Umsatzes mit Hunde- und Katzenfutter macht. Zusatzprodukte, wie Spielzeug, Kratzbäume oder Körbchen, sind da noch nicht eingerechnet. „Wir werden zwar als Experten in Sachen Bedürfnisse von Hund und Katz wahrgenommen, aber der Verkauf von Hunden und Katzen ist uns seit 1. Jänner 2019 aufgrund gesetzlicher Änderungen verboten“, stellt der Branchenobmann fest. Er will jedenfalls weiter im Gespräch mit den politisch Verantwortlichen bleiben. „Gerade im Zoofachhandel ist die Herkunft der Tiere transparent“, sagt er. „Diese kommen von einem Züchter, der dementsprechend ausgewiesen ist.“

Insgesamt ortet der langjährige Zoofachhändler auf gesellschaftlicher Ebene erhöhte Sensibilität gegenüber Tieren. Meerschweinchen, Hasen und Kaninchen z.B. werden noch immer gekauft, aber häufiger ohne Käfig. „Überhaupt überlegen sich die Leute viel mehr, ob sie sich ein Tier zulegen können und wollen. Da führen wir öfter Gespräche im Geschäft als früher“, so der Branchenobmann.

Auch in Zeiten, in denen das Geld knapp wird, ist vielen Leuten die Anschaffung eines Kleintiers eine Überlegung wert – schließlich sind die Ausgaben dafür überschaubar. Ein Meerschweinchen kostet im Durchschnitt 19 Euro, ein Kaninchen etwa 39 Euro. „Da die Menschen im Jahr 2020 nicht auf Urlaub fahren oder gefahren sind, legen sie sich Tiere zu. Die machen einfach Freude“, sagt Günther Daxböck, der auch noch auf einen aktuellen Trend hinweist: „Wildvögel sind mehr gefragt denn je. Manche Leute wollen sich offensichtlich nicht ständig um Tiere kümmern, aber so ab und zu die Vögel füttern, die in den Garten fliegen – zumindest sagt dies unser Umsatz für Wildvogelfutter, der letzte Zeit enorm gestiegen ist.“ (jm)

http://www.zoofachhandel.at

http://wko.at/noe/versandhandel

http://www.daxzoo.at

Artikel teilen:

© 2021 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern