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11.12.2020 - Ausgabe Nr. 1617

Corona verschafft Gesellschaftsspielen im Familienkreis ein Comeback



Für Kinder bis 14 Jahre gelten Spielwaren noch immer als beliebtes Weihnachtsgeschenk. Traditionell behandelte Themen rund um Lego oder diverse Lizenzware, wie Barbie, Paw Patrol, Disney Frozen oder Stars Wars, liegen daher oft unter dem Weihnachtsbaum. „Das wird auch heuer nicht anders sein. Aber gekauft wird diese Ware nur selten im stationären Fachhandel“, erklärt Andreas Auer, Obmann der niederösterreichischen Papier- und Spielwarenhändler in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

An den ersten offenen Tagen sei das Geschäft an vielen Standorten nur mäßig in Gang gekommen. Da seien Spielwaren schon längst gekauft gewesen, entweder online oder bei jenen Händlern, die offen halten durften und die Spielwaren nur als Nebenprodukt verkaufen. „Lokale Spielwarenhändler haben online oft viele Hürden zu überwinden“, sagt Auer. Es stehen ihnen rund 20 Lieferanten und Großhändler gegenüber, denen ein kleiner Händler betriebswirtschaftlich nicht gewachsen ist. Im Gegensatz dazu nennt er den Buchhandel: „Da gibt es österreichweit nur zwei Lieferanten und außerdem eine Buchpreisbindung.“ Das würde es relativ einfach machen, auf lokaler Ebene einen Onlineshop einzurichten.

Corona habe sich „in den Zeiten, in denen wir offen halten durften, auch positiv ausgewirkt. Da haben mehr Menschen als in den letzten Jahren zu Gesellschaftsspielen gegriffen, denn im familiären Kreis war das Beisammensein ja stets erlaubt. Da wurden vor allem Klassiker, wie DKT, wieder angeschafft. Auch Puzzles waren derart beliebt, dass sie an diversen Standorten ausverkauft waren“, so der Branchensprecher. Er hofft, dass dieser Trend anhält und das gemeinsame Spiel auch weiterhin zum Familienalltag gehört.

Gut für das Geschäft erweise sich der Trend zur Regionalität. „Ich gehe davon aus, dass am 8. Dezember bedeutend mehr Kunden beim Spielwarenhändler im Dorf oder in der nächsten Gemeinde gewesen sind und dort zu guten Umsätzen beigetragen haben. Die Fahrt bis zum Einkaufszentrum haben sich heuer viele ersparen wollen.“

Noch scheint es im Fachhandel keine Insolvenzen zu geben. „Ob das auch 2021 so sein wird“, meint Auer, „hängt einerseits von den versprochenen Unterstützungen ab, andererseits aber auch davon, dass die Fachhändler ihre Stärke deutlich machen. Was nur der Fachhandel kann, ist die Beratung. Nur im Fachhandel ist es möglich zu erklären, wie ein Spiel funktioniert. Schließlich sind unsere Fachhändler dafür geschult, Testspiele zu machen.“ (jm)

http://wko.at/noe/papierhandel

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