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18.12.2020 - Ausgabe Nr. 1618

Unter dem Weihnachtsbaum liegen heuer viele Bücher



„Das Weihnachtsgeschäft ist gut angelaufen. Vor allem deswegen, weil die heimischen Buchhändler von den Kunden für ihre Einkäufe bevorzugt werden“, meldet die Branchensprecherin Buchhandel in der NÖ Wirtschaftskammer Irene Alexowksy dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Der Lockdown mit dem Verbot der Abholung der Bücher hingegen sei schwierig gewesen. „Aber seitdem es wieder möglich ist, in die Geschäfte zu gehen, hat sich eine schöne Dynamik entwickelt“, sagt Alexowsky. Der Buchhandel lebt auch viel davon, „dass die Menschen im Geschäft einen weiteren Titel finden und Interessantes entdecken. Das bringt Zusatzumsätze, die online vielfach gefehlt haben.“

Besonders greifen die Kunden aktuell zu Büchern heimischer Kabarettisten. „Die Leute lieben diese Bücher“, betont die Buchhändlerin, „aber ich weiß auch, dass viele die Künstler einfach nur unterstützen wollen. Dazu kommt: Die Verlage sind aufgrund der gesamten wirtschaftlichen Lage oft nur mit kleinen Auflagen gestartet, so dass sich manches Buch schon in der zweiten oder dritten Auflage befindet.“

Als ein solches Erfolgsbeispiel nennt sie die „Uhudlerverschwörung“ von Thomas Stipsitsch. Michael Niavarani hat sein Werk „Niavarani liest Nestroy“ erst vor wenigen Tagen auf dem Markt gebracht, aber auch da gibt es nur mehr wenig Exemplare, so dass eine Neuauflage schon in Planung ist. Niederösterreicher greifen vielfach sogar bewusst zu ihren regionalen Autoren, wie etwa Alfred Komarek oder Eva Rossmann, die beide im Weinviertel leben. „Im Gegensatz zu früher werden vom Autor, der quasi im Nachbardorf wohnt, auch ältere Titel gekauft, nicht nur Neuerscheinungen“, sagt die Buchhändlerin aus Groß-Enzersdorf.

Es wird also wieder mehr gelesen, Krimis genauso wie Lustiges. Dazu kommen auch die Klassiker der österreichischen Literatur, wie etwa Bücher von Daniel Glattauer. Auch Historisches liegt im Trend. Da wären Georg Markus und dessen Werke zu erwähnen. Ganz auf internationale Autoren wird nicht verzichtet, wobei hier sich aktuell vor allem die Fachliteratur hervorhebt.

Sowohl das Buch von Barack Obama („Ein verheißenes Land“) als auch jenes von Michelle Obama („Becoming“) werden unter dem einen oder anderen Christbaum liegen. So mancher wird sich über Sachbücher zu Corona oder zu Ernährung freuen. Kinderbücher dürfen auch nicht fehlen. Buben erhalten Sachbücher zu Technik, Tieren und Umwelt, Mädchen solche mit Einhörnern und Elfen, und manchmal wird es bei den Jugendlichen „Erebos“ sein, ein Klassiker der Jugendliteratur von Ursula Podznanski, die übrigens auch in Niederösterreich lebt.

Eines sei laut Alexowsky aber klar: „Gerade in einer Zeit der zunehmenden Digitalisierung, des steigenden Home-Office ist der Wunsch nach Büchern aus Papier groß. E-Books werden kaum verkauft. Unseren Kunden müssen wir Qualität bieten – analog und digital. Eine Mini-Homepage funktioniert nicht mehr. Kolleginnen und Kollegen, die skeptisch gegenüber der digitalen Entwicklung waren, haben jetzt erkannt, wie wichtig ein guter Online-Auftritt ist. Gleichzeitig muss aber gerade auf dem Land die Beziehung zum Kunden, das persönliche Gespräch und die Beratung im Vordergrund stehen.“ (jm)

http://wko.at/noe/buch-medien

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