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22.01.2021 - Ausgabe Nr. 1622

Waldviertler Rexerei bringt das Einkochen wie bei Oma wieder in Mode



Die Idee ist alt: Frisches Fleisch und Gemüse soll haltbar gemacht werden. Dafür wird es eingelegt. Das machten schon die Generationen, die Einmachgläser kannten. Dieser Trend zum Einkochen, zum Einrexen lebt in der derzeitigen Pandemie in Privathaushalten wieder auf. Aber nicht nur dort. Auch bei den Profis, wie der Rexerei aus Schönbach im Bezirk Zwettl, wächst mit dem Absatz auch der Umsatz.

„Wir sind ursprünglich ein Fleischereibetrieb“, erklärt der Gastwirt Franz Grünsteidl dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Vor zehn Jahren schon haben wir die Idee der Haltbarmachung privat ausprobiert. Schweinsbraten, der uns übrig geblieben ist, haben wir in Drahtbügelgläser eingelegt. Nachdem das gut funktioniert hat, haben wir einige hundert Gläser Eingerextes verschenkt. Als auch hier die Rückmeldungen sehr gut ausfielen, sind wir in die Produktion gegangen. Zuwächse hat es zwar laufend gegeben, aber insbesondere im vergangenen Jahr ist der Trend zu unseren Gläsern mit unterschiedlichen Köstlichkeiten klar erkennbar geworden.“

Die Lebensmittel werden erhitzt, heiß abgefüllt, unter Luftabschluss konserviert und haltbar gemacht. „Damit ihr Geschmack voll bleibt, werden die Lebensmittel nicht übererhitzt und nicht sterilisiert“, so Grünsteidl. „Das bedeutet aber auch, dass es sich bei unseren Produkten um Kühlprodukte handelt, die im Kühlschrank haltbar sind, nicht aber im prallen Sonnenlicht.“

Derzeit bietet die Waldviertler Rexerei 24 Produkte an. Hauptprodukt ist noch immer der Schweinsbraten, aber auch Gulasch wird besonders nachgefragt. Das meiste davon mit klassischem Drehbügelverschluss. Zuletzt sind auch Suppen mit Schraubverschluss dazu gekommen. „Das ist eine Preisfrage, der Schraubverschluss ist wesentlich günstiger, und außerdem ist es gerade bei Suppen praktischer. Darüber hinaus haben wir mittlerweile auch vegane Produkte in unserem Portfolio, da deren Nachfrage hier enorm ist“, sagt Grünsteidl.

Tendenziell möchte er das Sortiment verkleinern und sich auf jene Produkte konzentrieren, die am besten verkauft werden. „Unsere Idee hat auch große Lebensmittelhändler aufmerksam gemacht“, teilt Grünsteidl mit. „Das heißt es gab entsprechende Anrufe an mich. Daran habe ich jedoch kein Interesse. Das geht sich preislich nicht aus, wenn wir unsere Qualität halten wollen. Zudem sind wir ein kleiner Betrieb. Wir vertreiben unsere Produkte über regionale Greißlereien und Händler sowie über Selbstbedienungsläden und das funktioniert bestens.“ (jm)

http://www.eingerext.at

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