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30.04.2021 - Ausgabe Nr. 1636

Weinberg der Habsburger-Kaiser soll UNESCO-Weltnaturerbe werden



Im mährischen Znaim arbeiten die ansässigen Winzer schon geraume Zeit an einem interessanten Projekt, dessen Verwirklichung auch positive Effekte auf die in Niederösterreich angrenzende Region Retzer Land und den Nationalpark Thayatal haben könnte. Geht es nach den Vorstellungen des Weinguts Znovín Znojmo – einem der renommiertesten Qualitätsweinproduzenten in Tschechien – soll die von ihm bewirtschaftete Spitzenlage, der Weinberg Šobes im Nationalpark Podyji knapp hinter der Staatsgrenze, zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben werden.

Erst vor kurzem haben Forscher der Mendel-Universität Brünn den Šobes in einer wissenschaftlichen Studie untersucht und die Erkenntnisse veröffentlicht. Der Berg ist nicht nur wegen seiner Lage, des Mikroklimas sowie der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt einzigartig. Auch bringen die zwölf Hektar großen Rieden, die auf – ähnlich der Wachau – steilen Terrassen wachsen, exzellente Tropfen hervor, sie gelten als „Ikone des mährischen Weinbaus.“ Mehr als 200 Jahre lang wurden die besten Weine vom Šobes, darunter Rieslinge, Weiß- und Grauburgunder, an den Kaiserhof nach Wien geliefert.

Der Weinberg, den die Thaya in einer engen Schlinge umfließt, ist so gelegen, dass er aus nördlicher und westlicher Richtung vor Kälte und Wind geschützt ist, von Süden und Osten hingegen Wärme und trockenes pannonisches Klima empfängt. Seine einmalige Fauna und Flora – sieben verschiedene Eichenarten wachsen ausschließlich hier – verdankt er aber noch einem weiteren Umstand: Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 war der Zutritt zum Šobes streng verboten. (mm)

http://www.znovin.cz/en

http://www.nppodyji.cz

http://mendelu.cz/en

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