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30.04.2021 - Ausgabe Nr. 1636

Auch nachhaltige Kleidung, die der Umwelt dient, kann schön sein



Ein T-Shirt kaufen, das gut aussieht, unter fairen Bedingungen produziert wurde und auch eine positive Auswirkung auf die Umwelt hat - das ist die zentrale Werbebotschaft der Firma Manta Clothing in Melk. „Unsere T-Shirts beziehen wir von Stanley und Stella, einem Unternehmen, das für die Herstellung in Bangladesch faire Bezahlung und umweltfreundfreundliche Produktion garantiert. Wir veredeln diese dann mit Siebdruck“, teilen die drei Firmengründer Max Knot, Lukas Fürst und Maria Leichtfried dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Das Besondere an ihrem Konzept ist der umweltdienende Zweck: „Für jedes Kleidungsstück, das wir verkaufen, wird Müll aus den Ozeanen gefischt. Der Käufer entscheidet beim Kauf, wo gefischt werden soll. Knapp 800 kg Müll konnten bisher in Jakarta, Kairo, Kambodscha, Rio de Janeiro sowie an der Nord- und Ostsee gesammelt werden. Das erledigt unser Partner One Earth-one Ocean in München.“ Für sein Engagement ist Manta Clothing kürzlich mit dem „European Green Award“ ausgezeichnet worden.

„Die Grundidee war, dass wir nachhaltige Mode gestalten wollten, die auch schön und modisch, also richtig cool anzusehen ist“, so Knot. „Jedem Kunden danken wir für seinen Beitrag. Wir schreiben eine Karte mit einer persönlichen Nachricht dazu. Diese zentrale und wichtige Vorgehensweise macht es aktuell noch schwierig, Kooperationen einzugehen. Es gibt Interesse von nachhaltigen kleineren Geschäften, die unsere Ware verkaufen wollen, aber noch wissen wir nicht, wie wir in so einem Fall diese persönliche Ansprache garantieren können.“ Grundsätzlich will Knot die Idee verbreiten, denn, so ist der Unternehmensgründer überzeugt: „Nachhaltigkeit geht uns alle an. Das Thema Plastik findet sich in allen unseren Lebensbereichen. Wir müssen jetzt handeln, damit die Verschmutzung der Meere nicht noch weiter voranschreitet.“

Aktuell wird vor allem online gekauft. Auch die Melker Bevölkerung zeigt ein hohes Interesse an den T-Shirts, die bei Bedarf auch abgeholt werden können. Ein klassisches Verkaufsgeschäft gibt es nicht. Das tut der positiven Resonanz allerdings keinen Abbruch. „Wir haben beispielsweise eine Kooperation mit der FH Wieselburg, wo wir an nachhaltiger Mode arbeiten.“ Und natürlich kam auch die Anfrage nach einer umfassenderen Kollektion. In diesem Sinn werden seit kurzem auch Hoodies angeboten. „Eine große Nachfrage gibt es seitens der Eltern für Kindermode. Wir sind dabei, auch hier etwas zu tun“, so Max Knot, der meint: „Die Nachfrage kommt zunehmend nicht nur aus Niederösterreich und Wien, sondern vermehrt auch aus Deutschland und der Schweiz. Da ich seit wenigen Tagen beruflich in Salzburg bin, möchte ich auch hier das Thema Manta Clothing verbreiten.“ (jm)

One Earth - One Ocean

Günther Bonin, ehemaliger Münchner IT-Unternehmer und seit Jugendtagen passionierter Segler, war genervt von den immer umfangreicheren Mengen Plastikmülls, die er auf seinen Segeltörns auch an den entlegensten Orten antraf.

Eigene Recherchen ergaben, dass zu Plastikmüll nur punktuell geforscht wurde und es keine Technologien gab, um Plastikmüll wieder aus dem Meer zu holen. Er beschloss, sein IT-Unternehmen ruhen zu lassen und sich intensiv mit der Lösung dieses globalen Problems zu befassen.

2011 gründete er die Umweltorganisation One Earth - One Ocean e.V. mit Sitz in München, stellte ein Expertenteam aus Meeresbiologen, dem Schiffskonstrukteur Thomas Hahn, der bei BMW Oracle das Siegerschiff des America Cup mitkonstruierte, dem Metallbauer Michael Lingenfelder und weiteren freiwilligen Helfern zusammen und entwickelte gemeinsam mit seinen Mitstreitern das Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ für die Reinigung weltweiter Gewässer vom Plastikmüll.

http://www.manta-clothing.at

http://www.stanleystella.com

http://www.europeangreenaward.com

http://oneearth-oneocean.com

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