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25.06.2021 - Ausgabe Nr. 1644

Eis auch während der Pandemie gefragt – zumindest im Gassenverkauf



„Der Eisverkauf als Essen zum Mitnehmen (Take-away) ist in unserer Branche ein von den Kunden gewohntes Prinzip. Da wir in der Gastronomie zu den ersten gehört haben, die offen haben durften, hat sich der Gassenverkauf bisher bei den meisten Eissalons in Österreich sogar besser entwickelt als in den Jahren davor“, teilt Andrew Nussbaumer, Branchensprecher der handwerklichen Eiserzeuger im Fachverband Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Freilich anders sehe dies beim Eiskonsum im Geschäft aus. „Kaum jemand tut sich das an, dass er wegen eines schnellen Eiscoups oder Espressos einen Corona-Test macht“, sagt er. Gerade Nussbaumer, der seine Betriebe in Vorarlberg hat, wo bereits seit Mitte März der gesamte Gastronomiebereich öffnen durfte, hat diese Entwicklung lange persönlich beobachten können. Er sei davon überzeugt, „dass sich dies mit Fortschritt der Impfungen ändern wird und die Leute sich wieder spontan ins Eisgeschäft setzen werden für den Genuss zwischendurch.“

Von den Einschränkungen ist allerdings Westösterreich mehr betroffen als der Osten. Weder in Deutschland noch in der Schweiz gilt die „3G-Regel“. Das mache für Vorarlberger Unternehmen einen großen Umsatzanteil aus, für den Osten seien es die Touristen, die wegfallen, die es sich nicht antun, nach Österreich zu kommen, wie Nussbaumer meint. „Bei 200 Neuinfizierten pro Tag in Österreich frage ich mich, ob die Registrierungspflicht überhaupt sinnvoll ist.“

Warum trotzdem österreichweit die Bilanz der Eissalons gut sei, hänge damit zusammen, dass von den 330 in der Wirtschaftskammer Österreich genannten Eisdielen 150 in Wien sind. „Einige sind auch in Niederösterreich. Grundsätzlich gilt es aber zu beachten, dass Konditoren oder Bäcker, die Eis anbieten, nicht zu uns gezählt werden und ich daher darüber keine Aussagen treffen kann“, betont der Branchensprecher.

Einen weiteren Grund für die durchaus positive Entwicklung sieht Nussbaumer darin, dass es kaum Änderungen gegenüber dem Vorjahr gegeben hat. „Preiserhöhungen oder sonstige Änderungen im Angebot hat es kaum gegeben. Gleichzeitig haben viele Kollegen mit dem Fokus auf veganes Eis einen schon bestehenden Trend weiter ausgebaut“, so Andrew Nussbaumer.

Grundsätzlich sei er mit dem Verlauf der Saison zufrieden und durchaus optimistisch für die Gesamtsaison, sofern das Wetter passt: „Viele bleiben in den Ferien zu Hause und wollen dennoch etwas erleben. Ein Besuch im Eisgeschäft kann durchaus ein solches Erlebnis sein.“ (jm)

http://www.eissalons.org

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