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25.06.2021 - Ausgabe Nr. 1644

Auch der Sportartikelhandel braucht offene Grenzen für den Tourismus



„Sport und Bewegung gehören für viele Menschen zum Leben dazu. Vor allem Produkte zum Bereich Outdoor und Wandern sind im Sportartikelhandel nahezu ausverkauft. So sind derzeit auch Fahrräder Mangelware“, teilt Michael Nendwich, Obmann des niederösterreichischen Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Für die Zukunft äußert er sich grundsätzlich optimistisch. Den viel zitierten Fahrradboom läßt er nur mit Einschränkungen gelten: „Die Fahrräder wurden bereits im Februar oder März gekauft. Insgesamt werden wir auch 2021 nicht ein massives Mehr an Fahrradverkäufen im Vergleich zu anderen Jahren haben - sie wurden nur früher gekauft.“

Wie viele Sportartikelhändler zum Jahresende tatsächlich jubeln werden, hänge besonders vom Standort ab. Grundsätzlich gehe es jenen in der Stadt besser als am Land. Als besonders benachteilig nennt Nendwich die Sportartikelhändler in Wintertourismusregionen: „Ungefähr 25 Prozent unseres Umsatzes nimmt das Fahrrad ein, weitere 25 Prozent der Wintersport mit Schi, Tourenschi und Schneeschuhen. Dieser wesentliche Umsatzsektor war im Winter 2020/21 ein absolutes Minusgeschäft“.

Das Wintergeschäft ist zu 90 Prozent von Gästen aus dem Ausland abhängig. „Da es kaum Reisemöglichkeiten gab, ist hier viel eingebrochen“, stellt der Obmann fest. „Während Ware, die nicht verkauft wird unter Berücksichtigung von Zusatzkosten gelagert werden kann mit der Hoffnung, sie zukünftig zu verkaufen, ist das Geschäft des Schiverleihs einfach weggebrochen“, so Nendwich. Deshalb appelliert er an die europäische Politik, für den kommenden Winter einheitliche Regeln zu beschließen, die eine Grenzöffnung für den Tourismus erlauben.

Anders stellt sich die Situation für die bereits begonnenen Sommermonate und den Sommertourismus dar. „Hier reden wir von einer hohen Inlandsnachfrage, die wesentlich vom Wetter getrieben wird. In den letzten Tagen beispielsweise gab es einen Ansturm auf alles, was zum Baden und zum Schwimmen dazugehört“, so Nendwich.

Eine geringe Rolle hat hingegen die Fußball-EM gespielt. Es wurden zwar Fanartikel verkauft, aber die machen keinen großen Anteil aus. „Viel wichtiger war für uns die Öffnung der Hobbyfußballvereine. Da haben wir auch in unseren Geschäften eine Euphorie bemerkt“, sagt der Obmann des Sportartikelhandels.

Letztlich würdigt Michael Nendwich die finanzielle Hilfe des Bundes, die für viele Händler unterstützend war und manchmal auch dazu beigetragen hat, dass es das Geschäft noch weiter gibt: „Auch die tüchtigen Händler sowie deren engagierte Mitarbeiter und die guten Produkte haben die Kunden überzeugt. Daher ist die Zahl der Mitgliedsbetriebe, die aktuell bei 709 liegt, nahezu gleich geblieben. Schließlich lebt der Sportartikelhandel vom stationären Geschäft, auch wenn online als weiterer Vertriebskanal sehr wichtig ist.“ (jm)

http://wko.at/noe/mode-freizeit

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