NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1622 vom 22.01.2021

22.01.2021
Die Corona-Pandemie beutelt Niederösterreichs Gemeindekassen gehörig

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bekommen auch die Bürgermeister in ihren kommunalen Steuersäckeln schmerzhaft zu spüren. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst einer aktuellen Finanzstatistik des Österreichischen Gemeindebundes entnimmt, sind die Steuereinnahmen der 573 niederösterreichischen Städte und Gemeinden aus den gemeinschaftlichen Bundesabgaben, die sogenannten Ertragsanteile, im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 136 Millionen Euro oder 7,8 Prozent auf knapp 1,62 Milliarden Euro heruntergerasselt. Im Bundesländervergleich rangieren Niederösterreichs Kommunen mit diesem Ergebnis im Mittelfeld. Am geringsten ist der Steuerrückgang in Vorarlberg um 7,3 Prozent, am höchsten in der Steiermark um 8,9 Prozent ausgefallen. Im österreichweiten Durchschnitt haben die Gemeinden bei ihren Einnahmen aus den Ertragsanteilen einen Rückgang um 8,3 Prozent hinnehmen müssen.

Ausgelöst sind die roten Zahlen in den kommunalen Steuersäckeln von den gesunkenen Erträgen aus den Ertrags- und Verkehrssteuern worden, die im Vorjahr gleichermaßen stark zurückgegangen sind. So hat es 2020 bundesweit bei der Körperschaftssteuer ein signifikantes Minus um 32,5 Prozent gegeben, bei der Lohnsteuer – der in absoluten Zahlen wichtigsten Abgabe unter den Ertragssteuern – ein Minus um 4,2 Prozent. Die Umsatzsteuer, die betragsmäßig größte Verkehrssteuer, ist um 8,3 Prozent eingebrochen. (mm)

http://www.gemeindebund.at

http://www.bmf.gv.at



22.01.2021
ecoplus-Cluster fahren auch in Zeiten der Corona-Krise auf der Ăśberholspur

Auch im von der Corona-Pandemie gebeutelten Jahr 2020 konnten die von Niederösterreichs Wirtschaftsagentur ecoplus betriebenen Clusterinitiativen wieder ihre Stärke beweisen. Im Vorjahr haben die ecoplus-Cluster 84 neue Projekte gestartet, darunter 72 Kooperationsprojekte. 394 Projektpartner sind neu hinzugekommen. Seit dem Start der ersten Clusterinitiative im Jahr 2001 hat die Wirtschaftsagentur bereits 1.527 Projekte ins Leben gerufen. Davon sind 879 Kooperationsprojekte mit 4.937 Projektpartnern.

In Niederösterreich gibt es vier Cluster – Bau.Energie.Umwelt, Lebensmittel, Kunststoff und Mechatronik –, in denen 584 Partner aus Wirtschaft und Forschung mit mehr als 90.000 Beschäftigten arbeitsteilig zusammenarbeiten. Zusammen erwirtschaften sie als regional klein vernetzte Wertschöpfungsketten einen Jahresumsatz von mehr als 21 Milliarden Euro. Cluster machen es mit einer koordinierten Aufgabenteilung möglich, dass auch kleine Betriebe bei großen Aufträgen mit viel größeren Unternehmen mithalten können. Außerdem eröffnen sie ein Feld von Kosteneinsparungen.

„Die enge Vernetzung der Clusterpartner und deren betriebsübergreifende Zusammenarbeit in Kooperationsprojekten hat eine starke Vertrauensbasis zwischen den Unternehmen und den Clusterteams geschaffen, die sich gerade in der Corona-Krise vielfach bewährt hat“, heben Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki die Stärken des Erfolgsmodells hervor. Die Cluster fungieren als Drehscheibe, mit der sich die Betriebe gegenseitig unterstützen und aushelfen. Erfolgreiche Solidarität hat 2020 viele neue Entwicklungen bewirkt – vom Einweg-Schutzmantel bis zum Prototyp eines Beatmungsgeräts aus dem 3D Drucker. (mm)

http://www.ecoplus.at/de/ecoplus/cluster-niederoesterreich



22.01.2021
Handelsverband ruft zur Rettung der Arbeitsplätze auf

Österreichs Unternehmen sind offenbar immer weniger gewillt, die ausufernden Kollateralschäden der Corona-Maßnahmen noch weiter widerspruchslos und ohne mögliche Alternativen hinzunehmen. Mit einer digitalen Petition samt Unterschriftenliste ruft der Handelsverband zur Rettung von Arbeitsplätzen in diesem Wirtschaftssektor sowie in zahlreichen anderen Branchen auf. Bisher haben die auf http://www.arbeitsplaetzeretten.at zu unterzeichnende Petition annähernd 6.600 Unternehmen aus dem Handel unterschrieben, aber auch viele Betriebe außerhalb der Szene.

Im Kern weist der Handelsverband in seiner Petition darauf hin, dass sich die Unternehmen seit nunmehr rund 300 Tagen im Corona-Krisenmodus befinden. „Handelshäuser, Geschäfte und weitere Betriebe müssen immer wieder geschlossen werden. Mit dem dritten harten Lockdown ist für viele Branchen das schlimmste Szenario eingetreten. Mittlerweile ändern sich die Spielregeln fast täglich, und die Schließungen dauern immer länger. Unzählige Existenzen stehen vor dem wirtschaftlichen Abgrund. Im Handel musste bereits jedes zehnte Geschäft seinen Betrieb wegen der Covid-Krise einstellen, gleichzeitig steigt die Anzahl der Arbeitslosen von Tag zu Tag. Die Hälfte der verbliebenen Händler hat massive Existenzängste, sie wissen nicht, wie es weitergeht. In vielen anderen Branchen ist die Lage ähnlich dramatisch“, heißt es.

Der Handelsverband wünscht sich möglichst viele Unterstützer der Petition. Dort werden eine ehestmögliche Aufhebung des Lockdowns, rasche und faire Hilfe für direkt und indirekt betroffene Unternehmen, Planungssicherheit für Firmen, eine transparente Impf- und Teststrategie sowie das Nutzen von Know-how von erfahrenen Praktikern gefordert. Denn der Handel habe bewiesen, dass er kein Corona-Hotspot sei und Hygiene- und Sicherheitskonzepte umsetzbar seien. „Geben Sie uns die Möglichkeit zur verantwortungsbewussten Selbsthilfe“, lautet die Forderung an die Regierung. (gübi/mm)

http://www.handelsverband.at

http://www.arbeitsplaetzeretten.at



22.01.2021
Wittmann Battenfeld baut Produktionsstandort Kottingbrunn weiter aus

Den Bau eines neuen vollautomatischen Lagers an seinem Produktionsstandort Kottingbrunn im Bezirk Baden plant der Spritzgießmaschinen-Hersteller Wittmann Battenfeld. Zwar sind noch keine Details zu dem Projekt bekannt. Es ist aber Teil eines für heuer vorgesehenen kräftigen Investitionsprogramms, „das einen massiven Umbau unserer Firmenzentrale in Wien und dort auch die Erweiterung eines Betriebsgebäudes vorsieht“, kündigt Geschäftsführer Michael Wittmann in einem Interview mit der „Österreichischen Kunststoffzeitschrift“ an.

In Kottingbrunn erzeugt Wittmann Battenfeld auf 30.000 Quadratmetern Betriebsfläche Spritzgießmaschinen unterschiedlicher Größe für Kunden aus der Automobil-, Kunststoff-, Verpackungs- und Spielwarenindustrie sowie für Abnehmer aus der Medizintechnik und Freizeitwirtschaft. Die High-Tech-Geräte haben eine Schließkraft von 3,5 bis 2.000 Tonnen. Wittmann Battenfeld ist Teil der Wittmann-Gruppe, die sich als Anbieter moderner umfassender Maschinentechnik in modularer Bauweise versteht. Neben Spritzgießmaschinen umfasst das Produktprogramm von Wittmann Roboter und Automatisierungsanlagen, Systeme zur Materialversorgung, Trockner, gravimetrische und volumetrische Dosiergeräte, Mühlen, Temperier- und Kühlgeräte.

Die Corona-Pandemie hat auch die Wittmann-Gruppe wirtschaftlich getroffen. „Für 2020 erwarten wir einen Umsatz von rund 310 Millionen Euro, was einem Rückgang von 17 Prozent gegenüber 2019 entspricht“, rechnet Michael Wittmann vor. Man habe Anfang April vergangenen Jahres eine Betriebssperre gehabt und konnte danach aus Sicherheitsgründen nur mit halber Kapazität produzieren. „Was wir 2020 umsatzmäßig verloren haben, hoffen wir auf alle Fälle heuer weiterführen zu können. 2021 wird 2019 sein“, erklärt der Geschäftsführer selbstbewußt.

Mit mehr als 2.400 Beschäftigten betreibt die Wittmann-Gruppe acht Produktionsstätten in Österreich, Ungarn, Frankreich, den USA und China. Dazu kommen 32 Niederlassungen für Service und Vertrieb in Ländern mit bedeutender Kunststoffproduktion. In Österreich produziert Wittmann an Standorten in Wien, Kottingbrunn und Wolkersdorf. (mm)

http://www.wittmann-group.com



22.01.2021
Pkw-Neuzulassungen in Niederösterreich brechen um fast ein Viertel ein

Die Folgewirkungen der Corona-Pandemie haben im Vorjahr in Niederösterreich die Zahl der Neuzulassungen von Pkw um fast ein Viertel nach unten gedrückt. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst den neuesten Daten der Statistik Austria entnimmt, sind 2020 in Niederösterreich 47.600 Pkw und Kombifahrzeuge neu zum Verkehr zugelassen worden. Dieses Ergebnis bedeutet einen markanten Rückgang um 13.500 Autos oder 22,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Bundesweit zählte man 2020 rund 248.700 Pkw-Neuzulassungen, was ein Minus um 24,5 Prozent im Jahresvergleich ist.

Waren Niederösterreichs Autofahrer bis zum Jahr 2017 noch mehrheitlich „Diesel-Freaks“, verliert diese Antriebsart inzwischen immer mehr an Bedeutung. Bei den Neuzulassungen haben die Selbstzünder im Vorjahr nur noch 15.800 Fahrzeuge mit 33,2 Prozent Marktanteil erreicht. Demgegenüber werden 22.400 oder 47 Prozent der in Niederösterreich neu zugelassenen Pkw von Benzinmotoren angetrieben.

Noch Luft nach oben haben in Niederösterreich alternative Antriebsarten, die erkennbar an Boden gewinnen. 2020 sind zwischen Enns und Leitha 5.200 Fahrzeuge mit Hybridmotor und 2.900 Elektro-Autos neu zum Verkehr zugelassen worden. Damit halten die Hybrid-Kfz in Niederösterreich einen Marktanteil von 10,9 Prozent, Fahrzeuge mit Elektromotor 6,2 Prozent (mm)

http://www.statistik.at



22.01.2021
Bezirk Neunkirchen erweist sich auch in der Krise als stabiler Wirtschaftsstandort

Einen Trend zur Regionalität erkennt die neue Obfrau der Wirtschaftskammer- Bezirksstelle Neunkirchen Monika Eisenhuber im digitalen Einkauf „Click & Collect“, mit dem man einem Geschäft seinen Bedarf per Mail bekannt gibt und dort die bestellte Ware selber abholt. „Das ist ein gutes Potential für den Handel im Bezirk, weil diese Möglichkeit gut angenommen wird und die Digitalisierung auf dem Vormarsch ist“, erklärte sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Corona zeige, „dass auch kleine Geschäfte nicht mehr an der Digitalisierung vorbei kommen und hier entsprechend vorsorgen müssen.“

Im Jahr 2020 hat es im Bezirk Neunkirchen 5.085 aktive Unternehmen gegeben, um 99 mehr als 2019. Eisenhuber bewundert den Mut jener, die sich fĂĽr eine NeugrĂĽndung entschieden haben. Dabei hebt sie auch das aktive Handeln von Personen hervor, die arbeitslos geworden sind und in einem Unternehmen fĂĽr sich eine neue berufliche Chance sehen.

Ebenfalls positiv entwickelt sich die Lehrlingsausbildung. Die Zahl der Lehrbetriebe stieg um 14 auf 293, die Zahl der Lehrlinge um 8 auf 823. „Auch in Krisenzeiten darf die Ausbildung junger Menschen nicht vernachlässigt werden“, sagt Eisenhuber.

Die meisten Unternehmen im Bezirk entfielen 2020 auf den Sektor Gewerbe und Handwerk mit 2.881 Betrieben, gefolgt vom Handel mit 1.657, Information und Consulting mit 740 sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft mit 668. Die Zahl der aktiven Unternehmensstandorte belief sich auf 5.569. (hm)

http://wko.at/noe/neunkirchen



22.01.2021
Versorgungssicherheit mit Strom setzt einen Architekturwandel voraus

Es könnte bald finster werden in Österreich, wenn nicht bald etwas passiert, um die Stromleitungen in einen betriebssicheren zukunftsfiten Zustand zu bringen. Das sind sie nämlich derzeit nicht. Da geht es auch um den Umweltschutz, um weniger CO2. Die VOEST-Alpine zum Beispiel will ihre Hochöfen durch Elektrostahlschmelzer ersetzen, was 200 Megawatt mehr Leistung erfordert. Sie will zugesichert bekommen, dass die Anspeisung des Werks bis 2026 erfolgt. „Aber wie kann ich etwas zusichern, wenn ich weiß, dass die UVP-Verfahren bei uns vier, fünf oder gar sechs Jahre dauern und das Höchstgericht erst dann die letzte Entscheidung trifft“, sagt der technische Vorstandsdirektor des Austrian Power Grid-Energieversorgers Gerhard Christiner.

Die Stromversorgung folgt einem Grundprinzip: In jeder Sekunde muss so viel Strom erzeugt werden, wie gerade verbraucht wird. Wenn dieses Gleichgewicht außer Kontrolle gerät, kippt das System und die Stromversorgung bricht zusammen. Schon seit fünf bis sechs Jahren sei man nicht mehr imstande, Strom, der im Westen Österreichs erzeugt wird, in den Osten zu bringen.

„Das größte Problem ist“, so Christiner, „dass wir noch immer nicht die Salzburg-Leitung haben. Wir kommen bei der Energiewende in eine Sackgasse, wenn wir es nicht schaffen, das System ganzheitlich zu behandeln und zu entwickeln. Auch beim Import bleiben wir stecken, da der Großteil des Imports über Tirol und Vorarlberg kommt und nach Ost-Österreich weitergeleitet wird, weil es dort keine starken Verbindungen nach Deutschland gibt. Wir müssen also die Netze massiv verstärken, was im gesamten System einen Architekturwandel voraussetzt.“ (mü)

http://www.apg.at



22.01.2021
Waldviertler Rexerei bringt das Einkochen wie bei Oma wieder in Mode

Die Idee ist alt: Frisches Fleisch und Gemüse soll haltbar gemacht werden. Dafür wird es eingelegt. Das machten schon die Generationen, die Einmachgläser kannten. Dieser Trend zum Einkochen, zum Einrexen lebt in der derzeitigen Pandemie in Privathaushalten wieder auf. Aber nicht nur dort. Auch bei den Profis, wie der Rexerei aus Schönbach im Bezirk Zwettl, wächst mit dem Absatz auch der Umsatz.

„Wir sind ursprünglich ein Fleischereibetrieb“, erklärt der Gastwirt Franz Grünsteidl dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Vor zehn Jahren schon haben wir die Idee der Haltbarmachung privat ausprobiert. Schweinsbraten, der uns übrig geblieben ist, haben wir in Drahtbügelgläser eingelegt. Nachdem das gut funktioniert hat, haben wir einige hundert Gläser Eingerextes verschenkt. Als auch hier die Rückmeldungen sehr gut ausfielen, sind wir in die Produktion gegangen. Zuwächse hat es zwar laufend gegeben, aber insbesondere im vergangenen Jahr ist der Trend zu unseren Gläsern mit unterschiedlichen Köstlichkeiten klar erkennbar geworden.“

Die Lebensmittel werden erhitzt, heiß abgefüllt, unter Luftabschluss konserviert und haltbar gemacht. „Damit ihr Geschmack voll bleibt, werden die Lebensmittel nicht übererhitzt und nicht sterilisiert“, so Grünsteidl. „Das bedeutet aber auch, dass es sich bei unseren Produkten um Kühlprodukte handelt, die im Kühlschrank haltbar sind, nicht aber im prallen Sonnenlicht.“

Derzeit bietet die Waldviertler Rexerei 24 Produkte an. Hauptprodukt ist noch immer der Schweinsbraten, aber auch Gulasch wird besonders nachgefragt. Das meiste davon mit klassischem Drehbügelverschluss. Zuletzt sind auch Suppen mit Schraubverschluss dazu gekommen. „Das ist eine Preisfrage, der Schraubverschluss ist wesentlich günstiger, und außerdem ist es gerade bei Suppen praktischer. Darüber hinaus haben wir mittlerweile auch vegane Produkte in unserem Portfolio, da deren Nachfrage hier enorm ist“, sagt Grünsteidl.

Tendenziell möchte er das Sortiment verkleinern und sich auf jene Produkte konzentrieren, die am besten verkauft werden. „Unsere Idee hat auch große Lebensmittelhändler aufmerksam gemacht“, teilt Grünsteidl mit. „Das heißt es gab entsprechende Anrufe an mich. Daran habe ich jedoch kein Interesse. Das geht sich preislich nicht aus, wenn wir unsere Qualität halten wollen. Zudem sind wir ein kleiner Betrieb. Wir vertreiben unsere Produkte über regionale Greißlereien und Händler sowie über Selbstbedienungsläden und das funktioniert bestens.“ (jm)

http://www.eingerext.at



22.01.2021
Unternehmerin will mit Blumenwiesen fĂĽr Artenschutz sorgen

Den Erhalt und Ausbau regionaler Blumenwiesen hat die Einpersonen- und Start-up-Unternehmerin Jennifer Kraus mit ihrer Firma „Meine Blumenwiese“ in Ebenthal, Bezirk Gänserndorf, zu ihrem Unternehmensgegenstand gemacht. Erreichen will sie dieses Ziel mit dem Einsatz von entsprechendem Saatgut. Wie sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, will sie damit zu einer größeren Biodiversität und zum Artenschutz von Insekten und Wildtieren beitragen. Diese Idee ist dem riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie Geniale Start Ups eine Anerkennung wert gewesen.

„Auf die Idee zu den Blumenwiesen bin ich gekommen, weil wir Äcker besitzen, die wir nicht selber bewirtschaften, sondern verpachtet haben. Schließlich entschlossen wir uns, diese Flächen in Blumenwiesen umzuwandeln“, berichtet Kraus.

Die Besonderheit des jungen Unternehmens ist die Zusammensetzung seines Saatgutes, das von einem Partnerbetrieb gemischt wird. Dieses berücksichtigt die lokale Pflanzen- und Insektenwelt, um sie in ihrer regionalen Vielfalt zu erhalten. Besonders angesprochen werden Firmen und Landwirte mit Brachflächen, die die angebotenen Möglichkeiten sehr gut annehmen. Im Jahr 2020 ist bereits Saatgut für 50 Hektar Fläche verkauft worden.

Für den Einsatz in Kleingärten, auf Balkonen und Fensterbänken bietet Kraus Fertigmischungen in zwei Sorten mit 100 Gramm an. Sie kosten jeweils 15,90 Euro und reichen für 30 Quadratmeter. Auch dieses Segment wird gut angenommen. Wer keine Möglichkeit zum Anlegen einer eigenen Blumenwiese hat, kann auch eine Patenschaft übernehmen. Jennifer Kraus hat sich vorgenommen, das Saatgut so zu optimieren, dass es den Blumenwiesen eine Nutzungsdauer von 20 Jahren verschafft.

Neben dem Saatgut-Verkauf betreibt die Unternehmerin einen Onlineshop mit Produkten von Partnerbetrieben. Dort bekommt man Wein, Honig, WachstĂĽcher und Seifen. Ein Export nach Deutschland ist in Vorbereitung. Blumenwiese-Kunden hat sie in ganz Ă–sterreich. (hm)

http://meineblumenwiese.at



22.01.2021
Leichtbeton aus Oberwaltersdorf steht seinen schweren Verwandten um nichts nach

Einen Boom bei Leichtbetonen in Österreich ortet die Burkhard Schuller Baustoffservice GmbH in Oberwaltersdorf, Bezirk Baden. Wie Geschäftsführer Burkhard Schuller dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, werde der von ihm entwickelte Baustoff sehr gut angenommen, da man dessen Vorteile erkannt habe. Beim riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie Geniale Forschung und Entwicklung sind mineralische Leichtbeton-Variationen als ökologischer Baustoff anerkannt worden.

„Da mein Leichtbeton aus Lava-Gestein besteht, ist er um fast 3,5 mal leichter als herkömmlicher Beton. So können z.B. Betonplatten daraus von nur zwei Personen getragen und leicht verbaut werden. Auch bei Halbfertigteilen macht sich diese Leichtheit bezahlt“, erklärt Schuller, der diesen Leichtbeton als Einziger weltweit anbietet. Trotz ihrer Leichtheit sind diese Betone stabil und druckfest und stehen ihren schweren Verwandten um nichts nach. Teilweise haben sie sich sogar als noch härter erwiesen. Stolz ist der Erfinder darauf, dass alle seine Betone recyclebar sind und nach der Vermahlung wieder verwendet werden können.

Schuller konzentriert sich in seiner Firma auf die Entwicklung sowie das Marketing und den Vertrieb der Leichtbetone. Die langjährige Erfahrung mit diesem Material ist die Grundlage für den Entwicklungsprozess neuer Varianten. Verwendung findet der Leichtbeton nicht nur in der Fertigteilproduktion, sondern auch zur Sanierung, in Bodenplatten und Betonmöbeln sowie zum Basteln. Neben dem Leichtbeton führt das Unternehmen auch noch Agrarprodukte und Bodenaktivatoren mit Zeolith und Lavagestein in seinem Programm.

Produziert wird mit dem Partnerbetrieb Baumit. Pro Jahr werden etwa 1.000 Tonnen Leichtbetonmischungen und 500 Tonnen Agrarprodukte erzeugt. 30 Prozent werden nach Deutschland, Skandinavien und in die Schweiz exportiert. Forciert soll der Markt in Deutschland werden und Holland neu dazu kommen. Mit einem Umsatz von rund 300.000 Euro ist noch viel Luft nach oben. (hm)

http://www.baustoffservice.at

http://www.bodenaktivator.at



22.01.2021
Neue Weinviertler Naturkosmetik schickt ersten Export nach Deutschland

„Wir sind stolz darauf, dass seit 1. Jänner drei unserer Duschbäder in den 115 Alnatura- Filialen in Deutschland erhältlich sind. Und natürlich auch darauf, dass die Gewusst Wie- Drogerien in Österreich unsere Duschbäder vertreiben.“ Mit dieser aktuellen Mitteilung eröffnet Jakob Sommerhuber das Vorstellungsgespräch seines Familienunternehmens mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Gemeinsam mit seiner Frau Rosalia betreibt er die Naturkosmetik-Firma Wunderberg in Auersthal im Bezirk Gänserndorf. Natur und Regional sind die strategischen Vorgaben, die sich die beiden gesetzt haben. Aus den zwei Angestellten, die sie jetzt haben, sollen bald vier werden.

Produziert wird die Naturkosmetik im eigenen Haus - noch ist dies möglich. „Das Jahr 2020 hat uns jenen Aufschwung gebracht, den wir als junges Unternehmen gebraucht haben, um überhaupt am Markt reüssieren zu können. Das begann damit, dass wir mit einer antibakteriellen, antiviralen Teebaumölseife gestartet sind, die einen enormen Absatz gefunden hat“, sagt Sommerhuber. Auf dieser Grundlage habe man die festen Duschbäder und die festen Shampoos aufsetzen können. Die Shampoos sind vorerst nur im Versand erhältlich, da für sie der Zertifizierungsprozess noch im Laufen ist und der Verkauf im Handel die Zertifizierung voraussetzt.

„Für das laufende Jahr planen wir, dass 40.000 Stück unserer Produkte verkauft werden. 2020 sind es 21.000 Stück gewesen gegenüber 3.500 Stück im Jahr 2019. Durchschnittlich kosten unsere Produkte - egal ob Duschbad, Shampoo oder Seife - dem Endverbraucher etwa 10 Euro“, so Sommerhuber.

Was das Unternehmen auszeichnet und manchem Händler interessant macht, ist der Fokus auf die in der Region verwurzelten Grundprodukte. „Unsere grundlegende Formulierung, also die wichtigsten Zutaten, sind Roggenmehl und Sonnenblumenöl. Wir - dies macht insbesondere meine Frau - wollen das alte Wissen, das es in der Region gibt, in unsere Produkte einbringen“, erklärt der gelernte Informatiker, der sich nun ganz der Naturkosmetik verschrieben hat. „Oft wird Naturkosmetik mit Sheabutter oder ähnlichem angeboten - das kommt von weither und entspricht nicht unseren biologischen Grundgedanken. Und wenn wir etwas dazu geben müssen, wie etwa Zitrone in einer Variante unserer Duschbäder, so liegt der Anteil bei rund einem Prozent.“

Dass es noch Potenzial im Familienbetrieb gibt, ist dem Weinviertler klar. Noch kann er nicht genau sagen, wohin die Reise geht. Soviel aber doch: „Das eine oder andere neue Produkt aus dem Bereich Naturkosmetik wird heuer noch von Wunderberg auf den Markt gebracht werden.“ (jm)

http://www.wunderberg.eu