NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1572 vom 24.01.2020

24.01.2020
Niederösterreicher pfuschen heuer um 2,67 Milliarden Euro

Rund 2,67 Milliarden Euro wird heuer das Gesamtvolumen der Schattenwirtschaft - der sogenannte „Pfusch“ - in Niederösterreich erreichen. Diese Zahl entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst den Berechnungen, die Prof. Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt hat. Damit wird die regionale Wertschöpfung der Schwarzarbeit in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr um 160 Millionen Euro oder 5,7 Prozent zurückgehen. 2019 ist in Niederösterreich noch um 2,83 Milliarden Euro gepfuscht worden.

Als Gründe für die rückläufige Schattenwirtschaft im Land ortet Schneider das prognostizierte BIP-Wachstum von 1,2 Prozent, wirtschaftspolitische Maßnahmen wie den Familienbonus sowie die niedrige Zahl an Arbeitslosen. Weitere wirksame Mittel zur Pfuschbekämpfung wären auch die Wiedereinführung des Handwerkerbonus, die befristete Mehrwertsteuerrückvergütung bei arbeitsintensiven Dienstleistungen, die Senkung der Lohnnebenkosten sowie die Abschaffung der „Kalten Progression“, meint der Uni-Professor.

In Niederösterreich am meisten schwarz gearbeitet wird traditionell im Baugewerbe und im Handwerk, inklusive Reparaturen. Laut Schneider macht dieser größte Brocken heuer landesweit 1,04 Milliarden Euro aus. Kräftig gepfuscht wird auch im Friseurgewerbe und bei den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen, wie Babysitten oder Nachhilfestunden, auf die in Niederösterreich zusammengerechnet 455 Millionen Euro entfallen. Auf jeweils 428 Millionen Euro kommt die Schattenwirtschaft in Niederösterreich bei Gewerbe- und Industriebetrieben sowie in Hotels und Gaststätten. In der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche wird um 321 Millionen Euro schwarz gearbeitet. (mm)

http://www.econ.jku.at/schneider



24.01.2020
Neuer Spitzenwert bei Firmengründungen in Niederösterreich

Für Personen, die eine eigene Firma gründen und selbst Chef sein wollen, ist das Bundesland Niederösterreich ein sehr guter Boden. 2019 sind zwischen Enns und Leitha 6.152 Unternehmen neu geschaffen worden. Zu dieser Zahl hinzu kommen noch 1.890 Personenbetreuerinnen und –betreuer, die erst im Vorjahr geschäftlich aktiv geworden sind. „Das ist ein absoluter Spitzenwert, der die Dynamik unseres Wirtschaftsstandortes eindrucksvoll verdeutlicht“, ziehen NÖ Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und NÖ Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl erfreuliche Bilanz.

Jeder fünfte Betrieb, der 2019 in Österreich neu gegründet worden ist, steht in Niederösterreich. Erfreulich aus Sicht von Wirtschaftskammer und Land ist, dass die Überlebensquote der blau-gelben Neugründungen während der ersten fünf Jahre mit 68 Prozent überdurchschnittlich hoch ist. Als eine der Ursachen dafür gilt das Interesse der Neo-Unternehmer und ihre Bereitschaft, sich fachlich kompetent beraten zu lassen. Wichtige Anlaufstelle dafür ist das Gründerservice der Wirtschaftskammer. (mm)

http://wko.at/noe

http://www.gruenderservice.at



24.01.2020
Niederösterreichs Kinos hatten 2019 ein besucherstarkes Jahr

Im Jahr 2019 haben knapp mehr als 1,9 Millionen Personen in Niederösterreich die Kinos gestürmt. „Das ist ein Plus von rund elf Prozent gegenüber 2018 gewesen“, berichtet Mario Hueber, Bereichssprecher der Kinobetreiber in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Noch nie hat es so viele Kinosäle in Niederösterreich gegeben wie heute. Landesweit gibt es 27 Kinostandorte mit rund 15.000 Sitzplätzen. „Zu dieser Zahl und zum Gesamterfolg hat insbesondere der neue Standort in Tulln beigetragen, der Gäste aus der ganzen Region anzieht“, sagte Hueber.

Im übrigen sei die Qualität der Filme im Jahr 2019 „herausragend gut“ gewesen. Als Beweis führte Hueber drei Filme an, die vom Fachverband der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe das Platinum Ticket erhalten und österreichweit mehr als 600.000 Besucher in die Kinos gelockt haben. Das waren „Avengers“, „Die Eiskönigin“ und „König der Löwen“. Im Jahr 2018 hingegen gab es keinen einzigen Film, der diese Auszeichnung erzielen konnte.

Mit Jahresende auf jeweils deutlich mehr als 400.000 Besucher kamen die Filme „Star Wars“, „Joker“, „Das perfekte Geheimnis“ und „Bohemian Rhapsody“. „Diese Filme haben viele Leute angesprochen und in die Kinos gebracht und so manchen zu einem weiteren Kinobesuch bewogen. Das hat der gesamten Branche einen Aufwind verschafft“, so Hueber.

Ein weiterer Grund für den Höhenflug waren die Investitionen der Kinobetreiber in die komfortable Gestaltung der Kinos im ländlichen Raum. Diese haben zumindest drei Säle, oft auch vier oder fünf. „Dadurch kann man mehrere erfolgreiche Filme zugleich anbieten, was das Risiko einer falschen – nämlich nicht erfolgreichen – Filmwahl mildert“, meint Hueber. Und er nennt noch einen weiteren Grund, weshalb die Leute wieder gern ins Kino gehen: „Die Technologie wird immer umfassender, etwa die 4DX-Technologie, die es bei uns im Megaplex St. Pölten gibt. Da werden Wassersprüher für Regen und sich bewegende Stühle für Stürme eingesetzt. Das macht das Kinoerleben nochmals intensiver.“

Ob das Jahr 2020 mit 2019 mithalten kann, wird sich zeigen. „Es ist ein Bond-Jahr, und ein Bond-Jahr ist jedes Mal ein gutes Jahr“, sagt Mario Hueber. „Da es höchstwahrscheinlich der letzte Bond-Film mit Daniel Craig sein wird, hoffen wir auf besonders viele Interessenten“. Jedoch auch „Top Gun“ und die „Minions“ sollten für hohe Besucherzahlen sorgen. Als wichtig nennt Hueber „eine Mischung aus Superheldenfilmen und Familienfilmen und auch Filmen für Frauen, denn nur wenn wir möglichst viele ansprechen, werden auch möglichst viele ins Kino kommen.“

Negativ auf die Gesamtjahresbilanz könnte sich die Fußball-Europameisterschaft im Juni auswirken, weil Österreich heuer mit dabei ist. „In der Regel sind nämlich Verleiher unter solchen Rahmenbedingungen bisher sehr zurückhaltend gewesen. Andererseits gibt es so manche, die sich nicht nur Fußball ansehen und gerade in dieser Zeit Alternativen suchen“, so Hueber. Er geht davon aus, „dass wir 2020 die Besucherzahlen halten können.“ (jm)

http://wko.at/noe/kino_kultur_vergnuegen



24.01.2020
Mit mehr Passagieren hebt am Flughafen auch die Zahl der Jobs stark ab

Der Flughafen Wien-Schwechat hat im Vorjahr einen fulminanten neuen Passagierrekord eingeflogen. 2019 sind am Vienna International Airport (VIE) 31,7 Millionen Fluggäste gezählt worden. Das waren um 4,7 Millionen oder 17,1 Prozent mehr als 2018. Wesentlichen Anteil daran hatten neben der AUA auch im Vorjahr wieder die Billig-Fluglinien (Low Cost Carrier), wie Lauda, Eurowings oder Wizz Air, auf die bereits rund zehn Millionen Fluggäste entfallen sind. Das ist ein signifikanter Anstieg um 56 Prozent gegenüber 2018 gewesen.

Das beachtliche Passagierwachstum hat am Standort Flughafen im vergangenen Jahr auch weitere Betriebsansiedlungen und damit zusätzliche Arbeitsplätze bewirkt. „Derzeit beschäftigen die direkt am und rund um den Airport angesiedelten 250 Unternehmen in Summe rund 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Vorstand Günther Ofner. Damit ist der Flughafen Wien-Schwechat der größte Arbeitsplatz Niederösterreichs.

Einen Schub an neuen Jobs erwartet man auch von der Inbetriebnahme des „Office Park 4“ im Mai. Dieses Bürogebäude bringt seinen Nutzern 26.000 Quadratmeter modernste Arbeits- und Eventflächen. Der „Office Park 4“, der schon zu 40 Prozent vermietet ist, soll zu einem High-Tech-Center für Start-up-Firmen werden. „Wir rechnen dort mit 1.500 bis 2.000 neuen Arbeitsplätzen“, rechnet Ofner vor.

Das Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition bewertet der Flughafen-Vorstand grundsätzlich positiv. „Dazu zählen die angekündigte Senkung der Körperschaftssteuer, der Ausbau der Bahn Richtung Bratislava und Budapest sowie das Bekenntnis zum einheitlichen europäischen Luftraum. Das sollte die negativen Folgen der vorgesehenen Anhebung der Ticketabgabe für Kurz- und Mittelstreckenflüge überkompensieren“, meint Ofner. (mm)

http://www.viennaairport.com



24.01.2020
Wiener Neustädter Firmen wollen Dynamik der Landesausstellung nutzen

Die erfolgreich abgelaufene NÖ Landesausstellung 2019 als eine „Trägerrakete“ bezeichnete der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Wiener Neustadt, Erich Panzenböck, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst beim traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle. Hier gelte es, anzuknüpfen und das gehobene Potential weiter auszubauen, insbesondere im Tourismus. Mit 597 Unternehmensgründungen zeige der Bezirk Wiener Neustadt, welch guter Wirtschaftsstandort er sei.

Als Dauerthema erweisen sich die Leerstände an Geschäftslokalen in der Innenstadt. Hier will Panzenböck auch den Konsumenten in die Pflicht genommen wissen. „Wenn man Geschäfte haben möchte, dann muss man sie auch besuchen und dort einkaufen“, sagt er. Die Wirtschaftskammer und die Stadt Wiener Neustadt seien jedenfalls bestrebt, mit Aktionen und Veranstaltungen Leute in die Innenstadt zu locken und den Geschäftsleuten zur Seite zu stehen.

Die Kennzahlen 2019 bestätigen die Attraktivität der Region Wiener Neustadt als Wirtschaftsstandort. 8.905 Kammermitglieder waren an 9.584 Betriebsstandorten aktiv. Die stärkste Sparte ist Gewerbe und Handwerk mit 5.259 aktiven Mitgliedern, gefolgt vom Handel mit 2.694 und 1.259 bei Information und Consulting. In 378 Lehrbetrieben werden 1.805 junge Menschen ausgebildet. (hm)

http://wko.at/noe/wr.neustadt



24.01.2020
WeltmarktfĂĽhrer Agrana baut sein Tullner Forschungszentrum aus

Mit einem Investitionsvolumen von 800.000 Euro baut der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern Agrana sein in Tulln angesiedeltes  Forschungszentrum ARIC weiter aus. Am ARIC (Agrana Research & Innovation Center) arbeiten zurzeit 85 Beschäftigte auf rund 4.000 Quadratmetern an Forschungsprojekten zu den Themen Frucht, Stärke und Zucker. Bis Jahresende 2020 werden in Tulln 300 Quadratmeter zusätzliche Fläche zu Forschungszwecken in Betrieb genommen.

Das Projekt in der Donaustadt ist Bestandteil eines rund 20 Millionen Euro schweren Gesamtpakets, das Agrana jedes Jahr für Forschung und Entwicklung aufwendet. Erst vor kurzem hat der Konzern im französischen Mitry-Mory – 30 Kilometer östlich von Paris – ein neues Entwicklungszentrum für Fruchtzubereitungen eröffnet. 2,6 Millionen Euro sind in die Errichtung dieses Labors geflossen.

„Bei Fruchtzubereitungen sind wir Weltmarktführer“, stellt Agrana-Generaldirektor Johann Marihart fest. Dementsprechend wichtig sei es, als Innovator möglichst früh neue Entwicklungstrends in regionalen Märkten aufzugreifen. Die Erzeugnisse erarbeite man in enger Zusammenarbeit mit den Kunden. „Mit unserem globalen Netzwerk an Entwicklern bringen wir jedes Jahr weltweit mehr als 1.000 neue Fruchtzubereitungsprodukte auf den Markt“, erklärt Marihart. (mm)

http://www.agrana.com



24.01.2020
Waldviertler Großhändler Kiennast klopft an die 100-Millionen-Umsatzmarke

Das Waldviertler Großhandelsunternehmen Kiennast mit Sitz in Gars/Kamp hat 2019 einen Jahresumsatz von 99,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein Anstieg um 8,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018. Wachstumstreiber war vor allem das Geschäftsfeld Gastronomie, Hotellerie und Großküchen, wo die Erlöse signifikant um 12,2 Prozent auf 46,6 Millionen Euro gestiegen sind. Das zweite große Unternehmensstandbein von Kiennast, der Lebensmitteleinzelhandel, hat mit einem Umsatzplus um 5,8 Prozent auf 43,2 Millionen Euro ebenfalls positiv abgeschlossen.

Kiennast beliefert österreichweit rund 2.000 Gastronomiebetriebe, darunter Gasthöfe, Restaurants, Hotels, Großküchen und Caterer. Darüber hinaus stehen auf der Kundenliste des Garser Großhandelsunternehmens 140 Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte, wovon 65 zur Kette Nah&Frisch gehören, Lagerhaus-Filialen und selbständige Kaufleute sowie rund 250 Betreiber von Tankstellen-Shops und 27 Kioske in Justizanstalten. Kiennast beschäftigt 336 Mitarbeiter, davon im eigenen Kaufhaus in Gars/Kamp 40. (mm)

http://www.kiennast.at



24.01.2020
Der Bezirk Baden ist weiterhin ein prosperierender Wirtschaftsstandort

Dass der Bezirk Baden weiterhin ein guter Standort für Unternehmen ist, zeigen die 685 Neugründungen und 10.344 aktiven Betriebsstandorte im Jahresrückblick 2019. Die Neugründungen nahmen um etwa zehn Prozent zu und die Betriebsstandorte um mehr als drei Prozent. „Die Standortqualität des Bezirkes ist hoch und zieht neue Unternehmen an“, erklärte Jarko Ribarski, Obmann der Bezirksstelle Baden der NÖ Wirtschaftskammer dem NÖ Wirtschaftspressedienst beim traditionellen Neujahrsempfang. Die Nähe zu Wien und der vielfältige Branchen- und Größenmix würden einen guten Standort ausmachen.

Großen Wert legt der Bezirksstellenobmann auf Betriebsbesuche, um nahe bei den Mitgliedern zu sein und so Unternehmensherausforderungen direkt vor Ort kennen zu lernen und im Bedarfsfall auch Hilfe anzubieten. Ein wichtiges Anliegen ist Ribarski auch der Besuch von Schulen, um für die Duale Ausbildung Stimmung zu machen. „Mit einem ausgelernten Beruf hat man in der heutigen Arbeitswelt die besten Möglichkeiten“, sagt er. Im Bezirk Baden werden derzeit 1.693 junge Menschen in 357 Lehrbetrieben ausgebildet. Sowohl bei den Lehrlingen und den Lehrbetrieben kam es zu einer leichten Steigerung.

Von den über 9.700 aktiven Kammermitgliedern, die an 10.344 Standorten aktiv sind, waren 2019 die stärksten Gruppen Gewerbe und Handwerk mit fast 5.000 aktiven Mitgliedern, gefolgt vom Handel mit fast 2.200 und Information und Consulting mit gut 1.950. (hm)

http://wko.at/noe/baden



24.01.2020
Neue Technologie aus Korneuburg macht Deponien umweltfreundlicher

Um Deponien von allen Gasen zu befreien, insbesondere kaum verbrennbaren Methangas-Resten, hat die Korneuburger Firma Gastechnik Himmel eine neue Nachverbrennungsanlage entwickelt. „Nach drei Entwicklungsjahren ist unser neues Gerät, die HEOS 100, seit einem Jahr in drei Deponien in Niederösterreich und einer in Deutschland erfolgreich im Einsatz“, berichtet Geschäftsführer Heinz Himmel dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Notwendig wurde dieser Schritt, weil der Abbau der organischen Abfälle oft so weit gediehen ist, dass der geringe Gasanfall ein weiteres Abfackeln unmöglich macht. Bestehende Fackeln benötigen nämlich mindestens rund 30 Prozent Methan, damit Treibhausgase und Schadstoffe vollständig verbrennen. „Unsere neue Anlage funktioniert schon von 30 Prozent abwärts bis zu 0,4 Prozent Methangas. Daher muss man keinen fossilen Brennstoff mehr zumischen. HEOS 100 kann sogar bedenkenlos bis zum Ende der gesetzlichen Nachsorgepflicht eingesetzt werden“, erklärt der Firmenchef.

Die thermische Nachverbrennungsanlage - eine Investition von rund 200.000 Euro - ist speziell für kleinere Deponien in Österreich und Deutschland gedacht. Sie kann aber auch als Ersatz für bestehende Gasfackeln installiert werden. Für heuer erwartet Geschäftsführer Himmel einen Umsatzzuwachs um mehr als zehn Prozent auf insgesamt rund vier Millionen Euro.

Hauptgeschäft des Unternehmens mit seinen 18 Beschäftigten ist jedoch der Verkauf von gastechnischen Produkten sowie die Herstellung von Abfackelungs- und Gasverdichtungsanlagen für die verschiedensten Gassorten. Ein Großteil der Erzeugnisse wird nach Deutschland, Spanien, Holland und Frankreich exportiert. „Weitere 20 Prozent des Umsatzes erwirtschaften wir mit der Herstellung von Produkten für andere Anlagenbauer. Dieser Anteil wird sogar noch weiter steigen“, kündigt Heinz Himmel an. Deshalb sucht der Firmenchef jetzt dringend eine Vertretung für Italien. „In vielen anderen Ländern gibt es uns schon.“ (km)

http://www.gt-himmel.com



24.01.2020
Waldviertler Firma punktet mit modularen Kleinwasserkraftwerken

Um Kleinwasserkraftwerke noch attraktiver zu machen, hat die auf die Erzeugung von Betonfertigteilen spezialisierte Firma Franz Seidl & Sohn GmbH in Altweitra im Bezirk Gmünd eine modulare Bauweise mit integrierter Fischwanderhilfe auf den Markt gebracht. Wie Geschäftsführer David Seidl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, ist dieses System mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) innerhalb von fünf Jahren im Haus selbst entwickelt worden. Diese Innovation war dem NÖ Innovationspreis 2019 eine Anerkennung wert.

An den heimischen Flüssen und Bächen gibt es noch genug Wehranlagen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht genutzt werden. Sie müssen zum Teil mit Fischwanderhilfen nachgerüstet werden, was sinnvoll dazu einlädt, damit die Errichtung eines Kleinwasserkraftwerks zu verbinden. „Das war für uns der Grund, dieses modulare System zu entwickeln. So kann man regional Strom erzeugen, was auch ökologisch Sinn macht“, erklärt Seidl. Zugleich merkt er an, dass sich mit dieser modularen Bauweise die Errichtungskosten in der Hälfte der Zeit im Vergleich mit anderen Systemen amortisieren.

Die Kleinwasserkraftwerke sind für einen Leistungsbereich von fünf bis 50 Kilowatt ausgelegt. Die Betonteile erzeugt die Firma selber, nur die Turbine und den Generator kauft sie zu. Inzwischen hat diese Errichtungsweise eine große Nachfrage ausgelöst. Die Spiegelfabrik in Gars am Kamp nutzt bereits so ein Kleinwasserkraftwerk, und eine weitere Anlage steht in Brühl bei Weitra.

Produziert wird am Stammsitz Altweitra sowie in Gars am Kamp und in Kirchberg am Wagram. Dieses Werk wurde Anfang 2019 mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro in Betrieb genommen, hier werden Doppelwandelemente erzeugt. Ein Teil der Leitungen und andere technische Einbauten werden bereits im Werk vorgenommen, da hier genauer und mit einer höheren Qualität als auf der Baustelle gearbeitet werden kann.

Kunden von Seidl sind ausführende Baufirmen. Die Exportquote beträgt zwei bis drei Prozent und geht nach Deutschland und in die Schweiz. Mit 48 Mitarbeitern sowie fünf Lehrlingen wird ein jährlicher Umsatz von etwa acht Millionen Euro erzielt. (hm)

http://www.seidlbau.com



24.01.2020
Loosdorfer Biobeerengarten lockt mit vielen sĂĽĂźen FrĂĽchten

Seit mehr als 30 Jahren reifen in der Biolandwirtschaft der Familie Hummel in Loosdorf bei Mistelbach Himbeeren, Heidelbeeren, Goldbeeren und Weinviertler Kiwis. Heuer kommen als Neuheit rote, weiße und schwarze Johannisbeeren dazu. „Mit exotischen Früchten haben wir begonnen und das Angebot Jahr für Jahr erweitert. Dann haben wir die Johannisbeeren entdeckt, und waren überrascht von ihrer langen Haltbarkeit“, teilt Katharina Schödl-Hummel, die mit ihren Mann die Landwirtschaft leitet, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Hauptprodukt der Biobeerenbauern sind jedoch Himbeeren, die von Kunden auch selbst gepflückt werden können und etwa zwei Drittel des verkauften Frischobstes ausmachen. Neben frischen Biobeeren bietet das Unternehmen auch sein „veredeltes“ Obst an, Marmeladen, Kompotte, Dessertweine, Liköre und Essig. Die meisten Produkte werden im Loosdorfer Hofladen an private Kunden sowie an Partnergeschäfte in Wien verkauft. Die ersten Früchte im Jahr sind die Himbeeren, die im Juni reifen und ab Juli gepflückt werden können.

Die Biolandwirte bauen ihre Beeren auf einer Fläche von rund 110 Hektar an. Unterstützt werden sie von zwei geringfügig beschäftigten Helfern und zur Saison von bis zu 15 Saisonarbeitskräften. Die steigende Nachfrage nach den süßen Früchten bewirkt jährliche Umsatzsteigerungen von rund 20 Prozent.

Besonders stolz ist die Firmenchefin auf das Bio-Zertifkat, das alle Produkte ziert. „Wir sind in Österreich einer der ganz wenigen Beeren-Erzeuger, die Bioprodukte verkaufen. In Zukunft wollen wir unser Angebot mit Bedacht erweitern und unseren Hofladen etwas ausbauen“, sagt Katharina Schödl-Hummel. (km)

http://www.biobeerengarten.at



24.01.2020
Niederösterreichs Top-Wirt kocht im Melktal auf

Der Gasthof „Der Wirt in Bründl“ der Familie Hueber in St. Georgen an der Leys im Bezirk Scheibbs ist Niederösterreichs Top-Wirt des Jahres 2020. Das in fünfter Generation geführte Traditionsrestaurant konnte die Fachjury mit seinem gelungenen Mix aus angenehmem Ambiente, kreativem Speisen- und Getränkeangebot sowie mit perfektem Service überzeugen. Die Auszeichnung zum NÖ Top-Wirt basiert auf umfangreichen anonymen Tests unabhängiger Experten.

Veranstaltet wird die Wahl zum NÖ Top-Wirt, die heuer wieder im Auditorium des Schlosses Grafenegg stattgefunden hat, vom Verein NÖ Wirtshauskultur. Dieser zeichnet zugleich stets auch noch zwei weitere Gastronomieunternehmen mit den Titeln „Einsteiger des Jahres“ und „Aufsteiger des Jahres“ aus. „Einsteiger des Jahres 2020“ wurde der Gasthof „Zur Linde“ der Familie Pillgrab in St. Valentin, „Aufsteiger des Jahres 2020“ das von Patrick Friedrich geführte Gasthaus „Figl“ in Wolfpassing im Bezirk Tulln.

Die 1994 gegründete NÖ Wirtshauskultur ist ein Zusammenschluss von gutbürgerlichen Restaurants und Wirtshäusern, die sich vorgenommen haben, den Gästen regionsspezifische und traditionelle Küche in gemütlicher Atmosphäre zu servieren. Mit rund 220 Mitgliedsbetrieben in 200 Ortschaften ist die NÖ Wirtshauskultur die größte Initiative dieser Art in Österreich. (mm)

http://www.wirtshauskultur.at

http://www.niederoesterreich.at