NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1497 vom 10.08.2018

10.08.2018
In Niederösterreich startet Europas größte Weintourismus-Initiative

Bereits zum 23. Mal geht von Mitte August bis Ende November 2018 der „Weinherbst Niederösterreich“, die größte weintouristische Initiative Europas, in Szene. So wie im Vorjahr werden auch heuer wieder zig-tausend Gäste aus dem In- und Ausland zu dem Großereignis erwartet. Auch diesmal finden in den über 100 niederösterreichischen Weinherbst-Gemeinden entlang der 830 Kilometer langen Weinstraße Hunderte Veranstaltungen statt, die sich mit dem Thema Wein beschäftigen.

Der NÖ Weinherbst 2018 steht unter dem Motto „Tradition trifft Innovation“. „Unsere Winzer haben sich über die Grenzen Niederösterreichs hinaus einen Namen gemacht, indem sie erfolgreich Tradition und Innovation verbinden“, erklärt NÖ Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav. „Der Weinherbst Niederösterreich ist die schönste Zeit, um die ersten Fassproben oder traditionelle Bräuche in geselliger Umgebung kennenzulernen.“

Der NÖ Weinherbst ist eine mehr als 100 Tage dauernde Veranstaltungsreihe, die mit Initiativen rund um den Rebensaft ein breites Publikum ansprechen möchte. Wein- und Straßenfeste in den Kellergassen, „Hiata“-Angelobungen, Tage der offenen Kellertür, Verkostungen, Picknicks, Teilnahme an der Weinlese, gemütliche Wanderungen, genussvolle Radtouren, Erntedankfeste, Weintaufen, Jungwein-Präsentationen, wissenswerte Weinführungen, Lesungen und Kunstausstellungen stehen in den acht Weinbauregionen und vier DAC-Gebieten Niederösterreichs auf dem Programm.

Als Bestandteil der vom Land Niederösterreich ausgerufenen Qualitätsoffensive hat man auch 2018 schon zum sechsten Mal das „TOP-Weinfest des Jahres“ gekürt. Diese Auszeichnung ging heuer an die „Bernsteinwein Sunset Lounge“ in Mannersdorf an der March. Den feierlichen Abschluss des NÖ Weinherbstes 2018 bildet schließlich am 23. November die „Kamptaler Weinnacht“ auf Schloss Grafenegg. (mm)

www.weinherbst.at



10.08.2018
Brummender Wirtschaftsmotor spült 810 Millionen Euro in die NÖ Gemeindekassen

Nach einer aktuellen Prognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) wird Niederösterreichs Wirtschaft heuer um 3,3 Prozent wachsen. Dass die Konjunktur im Land derzeit in voller Blüte steht, lässt sich aber nicht nur am steigenden Bruttoregionalprodukt und den gesunkenen Arbeitslosenzahlen ablesen. Auch die stark wachsenden Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden sind ein deutliches Indiz dafür.

Wie der Städtebund meldet, haben die 573 niederösterreichischen Kommunen im ersten Halbjahr 2018 knapp 810 Millionen Euro an Steuern aus den gemeinschaftlichen Bundesabgaben eingenommen. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres ist das ein Plus um 6,3 Prozent. Zurückzuführen ist der Zuwachs bei den Gemeindeertragsanteilen vor allem auf die positive Entwicklung der Umsatz-, Lohn-, Körperschafts-, Kapitalertrags- sowie der Grunderwerbssteuer. (mm)

www.staedtebund.at



10.08.2018
Ausbau der Infrastruktur verschlingt Zeit und Geld

Die Attraktivierung der Franz-Josefs-Bahn bleibt eine Geduldsprobe. Wie Verkehrsminister Norbert Hofer in Beantwortung einer vor zwei Monaten vom Waldviertel-Abgeordneten Konrad Antoni (SPÖ) gestellten parlamentarischen Anfrage mitteilte, plant die ÖBB-Infrastruktur AG, die Streckenmodernisierung von der ursprünglich vorgesehenen Periode 2027 bis 2032 auf die Jahre 2024 bis 2027 vorzuziehen. „Ich bekenne mich zu dem mit dem Bundesland Niederösterreich im Jahr 2017 vereinbarten Zeitplan, welcher die Modernisierung der bestehenden Strecke der Franz-Josefs-Bahn und die Fertigstellung der Planungen zur Direktanbindung von Horn bis 2027 vorsieht,“ so Hofer.

Der Ausbau der Nordbahn von Wien bis zur Staatsgrenze soll bis 2028 abgeschlossen sein. Nach Fertigstellung der Ausbaumaßnahmen auf tschechischer Seite soll die Zielfahrzeit nach Prag von derzeit ca. 4 Stunden auf 3 Stunden 45 Minuten sinken.

Als Teil der im Jahr 2017 mit Niederösterreich geschlossenen Grundsatzvereinbarung führt das Verkehrsministerium in der Anfrage-Beantwortung auch noch an:

• die Attraktivierung von Bahnhöfen und Haltestellen in ganz Niederösterreich

• die Planung und Entwicklung von Infrastrukturmaßnahmen zur Attraktivierung der Erlauftal- und Traisentalbahn

• die Erweiterung und Attraktivierung von multimodalen Mobilitätsverknüpfungspunkten und Elektromobilität

Die Planung eines nachfrageorientierten Verkehrsangebotes sowie Zusatzbestellungen, die über das Grundangebot des Bundes hinausgehen, fallen in den Aufgabenbereich der Länder und Gemeinden.

Auf die Frage, mit welchen Maßnahmen und Projekten die Umsetzung des „Masterplans ländlicher Raum“ erkennbar sei, antwortete Hofer:

„Sowohl die Mitarbeiter des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) als auch die Kollegen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), der Bundesländer, Städte und Gemeinden sind damit beschäftigt, einen gemeinsamen Aktionsplan Wettbewerbsfähige und saubere Mobilität 2030 zu erarbeiten.

Eine Aufgabe dieses Aktionsplanes wird sein darzustellen, wie die Regionen den Herausforderungen des Klimawandels und der Emmissionsreduktionsverpflichtungen begegnen können und gleichzeitig für ein Mobilitätssystem sorgen, das breit zugänglich, sicher und leistbar ist. Hier gilt es, gemeinsame Maßnahmen und auch Finanzierungsoptionen konkret zu definieren.“ (mü)

www.bmvit.gv.at



10.08.2018
Donauhafen Krems zieht erfolgreiche Halbjahresbilanz

Güter mit einem Volumen von 686.000 Tonnen sind im ersten Halbjahr 2018 im Donauhafen Krems be- und entladen worden. Damit liegt die Gesamtumschlagsmenge an Niederösterreichs größtem Hafen geringfügig um einen Prozentpunkt unter dem Vergleichsergebnis des Vorjahres. Mit den Zahlen zeigt sich Gerhard Gussmagg, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Rhenus Donauhafen Krems GmbH & Co. KG, dennoch zufrieden, zumal der leichte Rückgang im wesentlichen auf die gesunkenen Schottermengen zurückzuführen sind, die den Schiffsumschlag um sechs Prozent auf 216.000 Tonnen gedrückt haben.

„Rechnet man den Schotter heraus, ist der wasserseitige Umschlag sogar um fast zehn Prozent gestiegen“, teilt Gussmagg dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Zuwächse habe es bei Stahl und mineralischen Rohstoffen gegeben, von denen beträchtliche Mengen über die Kaimauern des Hafens gewandert sind. Der Lkw-Umschlag ist im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 294.000 Tonnen gewachsen, der Bahnumschlag um zwei Prozent auf 176.000 Tonnen gesunken.

Laut Gussmagg ist die Lagerauslastung im Kremser Donauhafen zurzeit „sehr gut“. Deshalb plane man einen Neubau, externe Lagerflächen habe man bereits angemietet. Vorgesehen sind außerdem die Anschaffung weiterer Stapler sowie die Erweiterung des IT-Systems, inklusive neue Barcode-Scanner. „In den Abteilungen Lager und Logistik wollen wir zusätzliches Personal aufnehmen“, kündigt der Geschäftsführer an. (mm)

www.rhenus-hafenkrems.com



10.08.2018
Heimische Druckereien setzen auf Qualität und Netzwerke

Trotz der Strukturbereinigung, die auch einige Insolvenzen und Betriebsschließungen mit sich gebracht hat, blickt die Druckbranche in Niederösterreich optimistisch in die Zukunft. „Das Gedruckte wird jedenfalls Zukunft haben. Haptik ist wichtig und kann durch nichts ersetzt werden. Ein gedrucktes Buch zu lesen, ist ein anderes Erlebnis als ein E-Book. Und eine gedruckte Zeitung zu lesen, etwas anderes, als am iPhone zu lesen“, stellt Katja Erhart-Viertlmayr, Obfrau der Fachgruppe Druck der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest

In Niederösterreich besteht derzeit die Druckereibranche aus 183 Mitgliedsbetrieben, die 1.579 Mitarbeiter beschäftigen und 115 Lehrlinge ausbilden. „Der Branchenumsatz belief sich in Österreich auf rund 1,6 Milliarden Euro und ist damit stabil geblieben. Eine ähnliche Zahl ist auch für heuer zu erwarten, denn gute Druckleistungen werden von den Kunden immer honoriert“, sagt Katja Erhart-Viertlmayr. Probleme hingegen ortet sie bei den Subaufträgen. „Auftraggeber achten nicht immer darauf, in welchem Land gedruckt wird“, meint sie. Über Subaufträge werde im Ausland gedruckt, was aber aus dem Impressum nicht immer hervorgehe. Es sei daher essenziell, dass Auftraggeber darauf achten, dass in Österreich gedruckt wird. Denn hier werde hervorragende Druckqualität geboten und die Wertschöpfung bleibe im Land.

Von der türkis-blauen Bundesregierung erwartet sich die niederösterreichische Druckbranche bessere Rahmenbedingungen, die dem Wirtschaftsstandort Österreich und damit auch in Niederösterreich helfen. Als Beispiel nennt Katja Erhart-Viertlmayr Betriebsanlagengenehmigungen, wo man zu einem identen Sachverhalt oft unterschiedliche behördliche Auskünfte bekomme. „Ich erwarte mir von der Regierung“, sagt sie, „dass sie die von ihr angekündigte Entbürokratisierung auch durchsetzt. Rund 2.500 nicht mehr benötigte Gesetze und Verordnungen sollen offenbar ersatzlos gestrichen werden, weil sie nicht mehr relevant sind.“

Auch gegen unnötiges Gold-Plating bei EU-Vorgaben wendet sie sich. Es gelte, Gesetze verständlicher zu formulieren und „unsere Rechtsordnung zu entrümpeln.“ Auch das öffentliche Ausschreibungswesen hat sie im Visier. Der Ablauf des Verfahrens sei oft zeitraubend und für kleine Druckereien wenig attraktiv. „Die ausschreibenden Stellen sollten die Texte so verfassen, dass man als mittelständische Druckerei auch ohne einen auf Vergaberecht spezialisierten Anwalt mitmachen kann“, sagt die Obfrau der niederösterreichischen Druckereien.

Ein wichtiger Teil der Aufgaben der Wirtschaftskammer ist nicht zuletzt das Mitgliederservice. Da geht es vor allem um Fortbildung, interne Vernetzung und öffentliches Auftreten. „Wir als Fachgruppe bieten Seminare sowie Workshops an und versuchen, unsere Betriebe zu unterstützen, was uns etwa bei der Datenschutzgrundverordnung ganz gut gelungen ist“, stellt Erhart-Viertlmayr fest. „Es ist mir auch ein Anliegen, bei den Mitgliedern vor Ort herauszufinden, wo der Schuh drückt. Daher mache ich regelmäßig Firmenbesuche. Auch Branchenreisen, wie heuer nach Mazedonien, tragen dazu bei, neue Erkenntnisse für die Branche zu gewinnen. Und partnerschaftliche Modelle sind wichtig, weil man damit strukturelle Kosten niedrig halten kann.“ (dsh)

www.druck.or.at



10.08.2018
Arbeiterkammer erkämpft für ihre Mitglieder fast 40 Millionen Euro

39,5 Millionen Euro an vorenthaltenem Entgelt hat die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) im ersten Halbjahr 2018 für ihre Mitglieder erkämpft. Diesem Erfolg sind die persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Beratungen von 78.000 Beschäftigten in den 23 Service- und Bezirksstellen der AKNÖ vorausgegangen. „Sehr häufig ist es dabei um Leistungen gegangen, die nicht bezahlt worden sind, wie z.B. Überstunden“, erklärt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Rund 3.300 Personen waren auf die Unterstützung der Interessenvertretung angewiesen, nachdem ihre Firma insolvent geworden war.

Nach Ansicht Wiesers untermauern die Zahlen der Halbjahresbilanz aus Arbeits- und Sozialrecht das Erfordernis, Mitglied der AK zu sein. „Allein durch unsere arbeitsrechtliche Vertretung im jeweiligen Fall fließen mehr Beiträge an die Arbeitnehmer zurück, als die gesamte AK-Umlage ausmacht“, rechnet der Präsident vor. Berücksichtige man außerdem zu den direkt gesicherten Geldbeträgen alle weiteren Leistungen der Arbeiterkammer, so erhielten die Mitglieder ihre Beiträge sogar dreifach zurück. (mm)

http://noe.arbeiterkammer.at



10.08.2018
Land NÖ organisiert Expertenforum bei Alpbacher Technologiegesprächen

„Diversität und Resilienz“ lautet das Generalthema der Alpbacher Technologiegespräche 2018, die vom 23. bis 25. August im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach in Tirol stattfinden. Veranstalter der Technologiegespräche, bei denen internationale Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren, sind das Austrian Institute of Technology (AIT) und der Radiosender Ö1 des ORF.

Bereits zum 16. Mal organisieren und finanzieren das Land Niederösterreich und seine Wirtschaftsagentur ecoplus einen der insgesamt 13 Arbeitskreise. Dieser stellt sich heuer dem Thema „Gentherapie - Eingriff in die Natur oder künftiger Hoffnungsträger“. Dabei geht es u.a. um die Fragen, welches Potenzial in der Anwendung von Gentechnik steckt, welche Krankheiten mit ihrer Hilfe geheilt werden können sowie wer die Entwicklungskosten der zumeist hochpreisigen Präparate tragen soll.

Teilnehmer des Arbeitskreises sind u.a. Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Mattias Beck, Professor für Moraltheologie und Medizinethik an der Universität Wien, Patrice Milos, Vorstandsvorsitzende des US-amerikanischen Gentechnologieunternehmens Medley Genomics, Hanspeter Rottensteiner, Leiter der Forschung für Gentherapie in der EU von Shire Austria in Orth/Donau sowie Claus Zeppelzauer, Geschäftsfeldleiter Technopole der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus. (mm)

https://www.alpbach.org/de/event/tec18

www.ecoplus.at



10.08.2018
Obstbauverband Mostviertel warnt vor Preisverfall und Personalmangel

Die Wetterbedingungen waren heuer für das heimische Obst geradezu hervorragend, berichtet der Geschäftsführer des Obstbauverbandes Mostviertel Andreas Ennser dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Er rechnet mit einer überdurchschnittlich guten Ernte. „Auf Grund der günstigen Witterung vor allem im Frühjahr könnte heuer die Ernte früher beginnen, also mit Ende August“, meint er. Wenn alle Faktoren, wie etwa das Wetter, noch mitspielen, könne man von mehr als 12.000 Tonnen ausgehen. Doch genau das könnte der Grund sein, dass Großabnehmer versuchen, die Obstpreise zu drücken. „Ich appelliere daher, trotz der zu erwartenden hohen Mengen den Preis stabil zu halten. Das heißt, nicht unter 100 Euro pro Tonne zu gehen. Denn die heurige Ernte wird sich mit Sicherheit durch eine hohe Qualität auszeichnen“, sagt Andreas Ennser.

Derzeit besteht der Obstverband aus mehr als 140 Mitgliedern, die das Obst verarbeiten und auch direkt vermarkten. Angesprochen auf die Wetterkapriolen meint der Experte: „Die Obstbauern arbeiten wie die meisten anderen landwirtschaftlichen Produzenten in und mit der Natur. Da gibt es immer wieder Situationen, die eine Anpassung erfordern bzw. die man bewältigen muss. Das heißt, es gibt nicht jedes Jahr das ganze Sorten-Sortiment.“ Das Jahr 2018 sei allerdings eine Ausnahme, was im kommenden Jahr zu erwarten sei, wäre hingegen eine andere Geschichte.

Als größte Sorge der Branche in der Zukunft zeichnet sich neben dem Absterben vieler sehr alten Bäume - die meisten sind mehr als 150 Jahre alt - ein drohender Personalmangel für das Einbringen der Ernte ab. „Schon jetzt bleiben oft Birnen unter vielen Bäumen liegen, da man die Ernte zum Großteil nur per Handarbeit einholen kann. Die Mechanisierung ist zwar möglich und auch vorhanden, gestaltet sich aber auch nicht immer einfach und ist zudem teuer. Das muss man mit dem Obst erst verdienen“, stellt Ennser fest. Vielen Betrieben fehlt es an Personal, das bereit ist, bei der Ernte zu helfen. „Heuer wird es besonders schlimm werden, weil wir ja Birnen, Äpfel und Zwetschken in Hülle und Fülle haben“, betont der Geschäftsführer des Obstbauverbandes.

Daher sei ein stabiler Obstpreis essenziell. „Erhält der Landwirt für sein Produkt einen gerechten Preis, wird er nämlich das Obst ernten und die Bäumer auch pflegen und erhalten. Ansonsten werden wieder Bäume fallen und unser Kulturgut langsam verschwinden“, erklärt er und mahnt: „Es muss uns allen bewusst sein, dass nicht jeder Landwirt gleichzeitig auch Direktvermarkter ist, und so liegt es auch an den Partnern, die den Rohstoff Obst abnehmen, sich für die Obstbauern einzusetzen, regional zu denken und fair zu handeln.“ Es helfe nichts, immer nur darüber zu reden. Jetzt bestehe die Chance, Taten zu setzen. „Und auch die Konsumenten haben es in der Hand“, so Ennser, „ein deutliches Zeichen für Regionalität und Saisonalität zu setzen. Denn die heimischen Obstbauern arbeiten mit viel Herz, Innovation und Können.“ (dsh)

www.schachern.at



10.08.2018
Stockerauer Heid AG: Ohne neue Hallen kaum Chancen auf neue Mieter

Die nur noch als Holding fungierende börsenotierte Maschinenfabrik Heid AG, die ihre Erlöse u.a. mit der Vermietung der unternehmenseigenen Liegenschaft in Stockerau erwirtschaftet, sieht kaum Chancen, zu den bestehenden Mietern neue hinzuzugewinnen. „Das ist nicht so einfach“, zitiert die Finanzzeitung Börsen-Kurier Heid-Alleinvorstand Günter Rothenberger bei der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung der AG. „Wir müssten die Hallen renovieren und das käme sehr teuer.“

Das im Besitz des Unternehmens stehende Betriebsgelände in Stockerau ist knapp 53.000 Quadratmeter groß. Davon entfallen 16.200 Quadratmeter auf Büros und Industriehallen sowie 36.500 Quadratmeter auf unbebaute Industrie-, Grün- und Verkehrsflächen. Laut Rothenberger weiter in Schwebe sei der schon länger geplante Verkauf eines Grundstücks an die Stadt Stockerau. Diese benötige die Flächen für einen neuen Verkehrsplan, da im Nahbereich der alten Heid-Fabrik ein Wohnbauprojekt im Entstehen sei.

Die Heid AG ist im Jahr 1988 vom Mehrheitsbesitz der damaligen Creditanstalt in den der deutschen Rothenberger-Gruppe gewechselt. Zur gleichen Zeit machte das seit 1883 in Stockerau bestehende Industrieunternehmen eine tiefgreifende Umgestaltung durch. Die Bereiche Schleifmaschinen, Kupplungen und Bremsen sowie die Agrartechnik wurden als eigene Betriebe ausgegliedert, der Personalstand sukzessive verringert und die Produktion in der Maschinenfabrik schließlich gänzlich stillgelegt.

Zählte die Heid AG in ihrer Blütezeit um 1970 mehr als 1.100 Mitarbeiter, weist der Jahresfinanzbericht 2017 noch drei geringfügig Beschäftigte aus. Ein Comeback des Unternehmens als Produktionsbetrieb schloss Rothenberger bei der Hauptversammlung dezidiert aus. „Mit der Maschinenfabrik haben wir heute keine Chance mehr“, stellte er klar. „Die Ölindustrie baut sich ihre Maschinen selber.“

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst dem Jahresfinanzbericht entnimmt, hat die Heid AG im Vorjahr einen Umsatz von knapp 291.000 Euro erwirtschaftet. Das waren um 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Gewachsen ist vor allem das Ersatzteil- und Servicegeschäft. (mm)

www.heid.info



10.08.2018
Grünraumpartner bringt als Klettermaxi Problembäumen den Tod

Auf das Abtragen von Problembäumen ist die Grünraumpartner GRP OG in Moosbrunn, Bezirk Bruck an der Leitha, spezialisiert. Wie der Start-up-Unternehmer und Geschäftsführer Dominik Wunderler dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, muss man hier die Seilklettertechnik anwenden, um solche Bäume fällen zu können. Darüber hinaus führt die Firma auch noch Garten- und Landschaftspflege, Baum- und Strauchschnitt sowie Winterdienst im Programm.

„Oft sind wir mit Bäumen konfrontiert, die man weder einfach fällen, noch mit einer Hebebühne erreichen kann. Hier kommt dann die Seilklettertechnik zum Einsatz, wo man in den Baum einsteigt, zuerst die Äste und dann den Stamm schneidet und die Teile abseilt“, erklärt Wunderler. Solche Bäume stehen oft in Hinterhöfen oder an sonst unzugänglichen Stellen, wo sie aus welchem Grund immer abgetragen werden müssen. Derzeit sind viele Fichten abzutragen, die vor 20 oder 30 Jahren als lebende Christbäume gepflanzt wurden und jetzt entweder zu dicht stehen oder mit ihren Wurzeln Mauern beschädigen.

Für die Seilklettertechnik gibt es in Österreich eine eigene Ausbildung, die dem Industrieklettern ähnlich ist. „Nur wir allerdings lernen auch, uns von Ast zu Ast zu hangeln, eine Herausforderung, die man an Fassaden nicht hat“, sagt Wunderler. In seinem Unternehmen hat er zwei Kletterer, und ein weiterer steht derzeit in Ausbildung. Nach der angebotenen Dienstleistung besteht zurzeit eine rege Nachfrage.

Neben dem Abtragen von Problembäumen bietet Grünraumpartner auch noch Obstbaumschnitt im Frühjahr, Garten- und Landschaftspflege im Sommer und den klassischen Winterdienst im Winter an. Die Kundschaft setzt sich im Umkreis von etwa 100 Kilometern zu 60 Prozent aus Privatpersonen und zu 40 Prozent aus Gemeinden zusammen. Mit saisonal etwa zwölf Mitarbeitern wird ein Jahresumsatz von und 300.000 Euro erwirtschaftet. (hm)

www.gruenraumpartner.at



10.08.2018
Badner Bahn fährt mehr Umsatz, aber weniger Gewinn ein

Die Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen (WLB) - die „Badner Bahn“ und ihre Linienbusse - hat 2017 mit 317 Beschäftigten mehr Umsatz, aber deutlich weniger Gewinn gemacht. Während die Erlöse um rund 1,5 Millionen Euro oder 4,6 Prozent von 33,9 Millionen auf 35,4 Millionen Euro gestiegen sind, ist das Ergebnis vor Steuern um 2,1 Millionen Euro bzw. ein Drittel von 6,1 Millionen auf nur noch rund vier Millionen Euro gesunken. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der Unternehmensbilanz der WLB.

Für den Gewinnrückgang gibt es allerdings eine plausible Erklärung: Das außergewöhnlich gute Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 beruhte auf einem Einmalerlös in Höhe von 3,4 Millionen Euro aus Immobilienverkäufen, der sich durch die Verlegung der WLB-Zentrale von Wien-Meidling nach Wien-Inzersdorf ergeben hat.

Das Kernunternehmen der WLB, die für Pendler wichtige Badner Bahn, verkehrt zwischen der Wiener Oper und dem Badener Josefsplatz. 2017 hat sie auf der 30 Kilometer langen Strecke knapp 12,5 Millionen Passagiere befördert. (mm)

www.wlb.at