NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1447 vom 18.08.2017

18.08.2017
NÖ Wirtschaftskammer wirbt für die "Lehre nach der Matura"

Derzeit durchlaufen 216 junge Menschen in Niederösterreich eine Ausbildungsschiene, die noch wenig bekannt ist, nichtsdestotrotz aber erkennbar Zulauf gewinnt: die „Lehre nach der Matura“. Gegenüber 2015 ist die Zahl der Jugendlichen, die sich für diese Form der Berufsausbildung entscheiden, um fast zehn Prozent gestiegen.

„Eine Lehre nach der Matura eröffnet besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sichert ein direktes Hineinwachsen in den Job“, rührt NÖ Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl die Werbetrommel für das Ausbildungsmodell. Denn die Zeiten, in denen ein Studium an einer Universität bessere Karrierechancen als eine Lehre geboten hat, seien schon lang vorbei. Auch finanziell hätten gut ausgebildete Facharbeiter Vorteile.

Personen, die eine allgemeinbildende höhere Schule (AHS), eine berufsbildende höhere Schule (BHS), eine berufsbildende mittlere Schule (Fachschule, Handelsschule) oder eine andere Lehre mit Lehrabschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen haben, können alle Lehrberufe mit einer dreijährigen, dreieinhalbjährigen oder vierjährigen Lehrzeit in einer um ein Jahr verkürzten Lehrausbildung erlernen. Das erleichtert vor allem AHS-Absolventen den Berufseinstieg. Darüber hinaus bildet die „Lehre nach der Matura“ eine gute Basis, um später ein eigenes Unternehmen gründen zu können. (mm)

http://wko.at/noe/bildung



18.08.2017
Rollt die Transsibirische Eisenbahn bis nach Niederösterreich?

Die wirtschaftlichen Dimensionen des Projektes sind beachtlich: Rund 30 Milliarden Euro an Wertschöpfung nach 30-jährigem Betrieb bis 2054, rund 9.000 neue Arbeitsplätze im direkten Bereich und im Umfeld sowie lukrative Aufträge für die Zulieferindustrie, Handelsunternehmen und Transportdienstleister würden nach Berechnungen in Österreich entstehen, wenn man die russische Breitspurbahn, auf der auch die Transsibirische Eisenbahn fährt, um weitere 450 Kilometer von der Slowakei bis in den Raum Wien und Niederösterreich verlängert und hier einen Umschlagplatz mit Logistikzentrum errichtet. Der Bau des Containerterminals würde rund 850 Millionen Euro kosten, weitere 85 Millionen Euro die Errichtung der 30 Kilometer langen Breitspurbahnstrecke auf österreichischem Boden.

Diese Zahlen gehen aus einer vom Beratungsunternehmen Deloitte-Partner im Auftrag des Infrastrukturministeriums durchgeführten Machbarkeitsstudie hervor. „Österreich ist das logische Land, wo die Transsibirische Eisenbahn enden soll. Denn hier kann die Breitspur an das hochrangige europäische Eisenbahnnetz, die Binnenschifffahrt und auch an den Flughafen Wien angebunden werden“, betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Die Warenströme seien jedenfalls schon vorhanden und die Bahn schneller und ökologischer als die Hochseeschifffahrt zwischen Ostasien und Europa.

Wo die Trasse der verlängerten „Transsib“ verlaufen und wo das Logistikzentrum entstehen soll, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Leichtfried. Nach Expertenschätzungen hat der Terminal einen Flächenbedarf von rund 200 Hektar – Voraussetzungen, die im Umkreis von Wien sowohl im Raum Parndorf, als auch im Bezirk Gänserndorf gegeben sind. Gegenüber dem Burgenland kann das Marchfeld allerdings mit einem wichtigen Standortvorteil punkten: mit der Nähe zur Donau, denn ein direkter Anschluss an die Wasserstraße mit der Möglichkeit, Güter auf das Binnenschiff zu verladen, ist vor allem für Rohstofftransporte bedeutend.

Verglichen mit dem Seeweg über den Indischen Ozean würde der Breitspur-Ausbau die Transportzeiten von Westeuropa zum russischen Pazifikhafen Wladiwostok bzw. zu den chinesischen Metropolen Peking und Shanghai von durchschnittlich 30 Tagen auf 15 Tage halbieren. Nicht zuletzt wegen des daraus zu erwartenden Wettbewerbsvorteils unterstützen neben der Wirtschaftskammer auch die Landesgruppen der Industriellenvereinigung (IV) von Wien und Niederösterreich das Großprojekt. (mm)

www.breitspur.com



18.08.2017
Feuerwehren drängen auf die Befreiung von der Mehrwertsteuer

Während Rettungsdienste in Österreich bei der Anschaffung von Fahrzeugen oder Gerätschaften keine Mehrwertsteuer bezahlen, müssen das die Feuerwehren beim Kauf ihrer zum Einsatz notwendigen Ausrüstung sehr wohl tun. Geschätzte 30 bis 35 Millionen Euro fließen auf diese Weise jedes Jahr an die Finanz, obwohl die Mehrheit der Personen bei den Feuerwehren ehrenamtlich tätig ist. Alfred Riedl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, unternimmt nun einen neuen Anlauf, diese seiner Meinung nach nicht gerechtfertigte Disparität zu beseitigen. Denn die Gemeinden haben den gesetzlichen Auftrag zur Bereitstellung der Feuerwehren und beteiligen sich deshalb an den Betriebskosten.

„Der Staat soll alle Einsatzorganisationen gleich behandeln“, fordert Riedl. Immerhin würden die Feuerwehren Leben von Mensch und Tier retten, Verletzte und Verschüttete bergen, Hab und Gut vor Naturgewalten schützen sowie die Umwelt vor dauerhaftem Schaden bewahren. Deshalb verstehe bei der Einsatzorganisation niemand, „warum der Staat diese Leistungen nicht anerkennt und die Mehrwertsteuer refundiert. Bei der Feuerwehr ist das Ausmaß an freiwilliger Arbeit enorm“, stellt der Gemeindebund-Präsident fest.

Die Einsatzbilanz der Florianijünger fällt tatsächlich beachtlich aus. So sind die Freiwilligen Feuerwehren Niederösterreichs 2016 zu mehr als 60.000 Einsätzen ausgerückt. Fast zwei Drittel davon waren sogenannte technische Einsätze, hauptsächlich nach Verkehrsunfällen. Das restliche Drittel diente das Brandbekämpfung und der Notversorgung von Personen.

Der Mitgliederstand aller NÖ Feuerwehren umfasst mehr als 98.000 Männer und Frauen, die in 1.631 Freiwilligen Feuerwehren und 89 Betriebsfeuerwehren organisiert sind. Per Jahresende 2016 zählte die Einsatzorganisation 75.500 Aktive, 16.900 Reservisten und 5.900 Angehörige der Feuerwehrjugend. Rund 6.700 Mitglieder sind weiblich. (mm)

http://gemeindebund.at

www.noe122.at



18.08.2017
NÖ-CARD fettet die erfolgreiche Bilanz der Sommerbäder auf

Die Badesaison ist zwar noch nicht zu Ende, aber schon eine Zwischenbilanz zeigt, dass dabei die Niederösterreich-CARD eine wichtige Rolle spielt. Beispielsweise sind heuer bis Mitte August ins Thermalbad Vöslau 102.000 Besucher gekommen, davon 5.060 mit der NÖ-CARD. Im Vorjahr sind es in der ganzen Saison bis Ende September 118.000 Besucher gewesen, davon 7.372 mit einer NÖ-CARD. Die Differenz von 4,9 Prozent NÖ-CARD-Besuchern Mitte August zu 6,2 Prozent zum Saisonschluss Ende September des Vorjahres sei durchaus noch erreichbar, teilte die Geschäftsführung dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Diese Aussicht nährt auch Johannes Kiesl, der in der Gemeinde Herzogenburg für den Aquapark verantwortlich ist: „Gerade im September kommen regelmäßig besonders viele Besucher mit der NÖ-CARD, und da immer mehr Gäste diese Karte haben, gehe ich davon aus, dass auch unser Bad davon profitieren wird.“

Ins selbe Horn bläst die Marketingleiterin vom Ybbstaler Solebad, Kristin Tschipper: „Durch die NÖ-CARD gewinnen wir zwar nicht viele neue Besucher. Aber vor allem gegen Ende einer Saison merken wir, dass extrem viele Gäste mit der NÖ-CARD kommen.“

Etwas anders ist die Situation im Freibad Eggenburg. Laut Reinhold Horzynek, der in der Gemeinde für das Freibad zuständig ist, kommen pro Saison rund 700 Besucher mit der NÖ-CARD, insgesamt sind es rund 21.000 bis 22.000 Besucher. Davon machen die NÖ-CARD-Inhaber nur 3,3 Prozent aus. „Manche kommen nur einmal im Jahr, aber oft ist die NÖ-CARD Anlass, mehrmals in unser Bad zu gehen. Und einige sind erst durch diese Karte unsere Stammkunden geworden“, so Horzynek.

Für Eggenburg gilt wie für die meisten anderen befragten Bäder: Der Besuch eines Bades ist oft Teil eines touristischen Programms. In Eggenburg zum Beispiel macht man einen Radausflug ins Retzer Land und geht dann ins Bad. Das Schwimmbad Grünbach am Schneeberg profitiert von jenen Gästen, die nach der Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Schneeberg noch etwas unternehmen wollen.

Das Parkbad in Schönkirchen-Reyersdorf am Nordrand des Marchfelds ist ähnlich wie Bad Vöslau ein Zielbesuch nach Plan. Rund fünf Prozent der Besucher kommen mit der NÖ-CARD und von diesen der überwiegende Teil aus Wien. Manche kommen auch darauf wieder, wie vor allem Carina Eichberger, Leiterin im Thermalbad Vöslau, bestätigt: „Viele Besucher werden durch die NÖ-CARD auf das Thermalbad Vöslau aufmerksam und kommen nach ihrem freien Eintritt wieder.“ (jm)

www.niederoesterreich-card.at



18.08.2017
AMS-Aktion 20.000 im Bezirk Baden mit 48 neuen Stellen erfolgreich gestartet

Auf positive Resonanz ist die Aktion 20.000 des NÖ Arbeitsmarktservice (AMS) gestoßen, die Langzeitarbeitslose in der 50+Altersgruppe wieder in Beschäftigung bringen soll. Seit dem Start Anfang Juli konnten bereits 48 Personen bei Gemeinden im Bezirk Baden untergebracht werden. Bis Jahresende sollen es 100 sein. „Mit völlig neuen Arbeitsplätzen soll diesen Menschen wieder eine Chance eröffnet werden, ihre Erfahrungen und ihr Wissen in einem Beruf einzubringen“, teilte Landesrat Karl Wilfing in einer Pressekonferenz mit.

Der Bezirk Baden ist als Pilotregion ausgewählt worden, weil dort der Anteil der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50+ besonders hoch ist. Von den 10.620 Personen dieser Altersgruppe, die länger als ein Jahr beim AMS NÖ vorgemerkt sind, entfällt jeder achte auf den Bezirk Baden. Dass trotz steigender Beschäftigungszahlen die 50+Arbeitslosenquote steigt und nicht sinkt wie bei anderen Gruppen, begründet AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler mit dem Greifen der Pensionsreform und den geburtenstarken Jahrgängen, die jetzt in diese Altersgruppe hineinfallen.

Als erfreulich hebt er die breite Beteiligung der Gemeinden hervor. Hier haben bereits 22 von den 30 Gemeinden im Bezirk Baden offene Stellen gemeldet. Laut Bürgermeister Wolfgang Kocevar sind mit dieser Aktion in der Stadtgemeinde Ebreichsdorf neun neue Stellen entstanden. In der Stadt Baden sind es bisher drei. Nach weiteren werde evaluiert, teilte Bürgermeister Stefan Szirucsek mit.

Mit der Ausrollung der Aktion 20.000 auf ganz Niederösterreich mit Jänner 2018 will man rund 4.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Beschäftigten sind beim Verein „Jugend und Arbeit“ angestellt und werden Gemeinden sowie gemeinnützigen Vereinen für monatlich 350 Euro zur Verfügung gestellt. Die Aktion ist bereits bis Ende Juni 2019 gesichert. (hm)

www.ams.at/noe



18.08.2017
Niederösterreich verzeichnet deutlich mehr Einbürgerungen

In Niederösterreich ist die Zahl der Einbürgerungen im ersten Halbjahr 2017 deutlich angestiegen. Mit insgesamt 639 Einwanderungsbescheiden sind um fast 20 Prozent mehr ausgestellt worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieses Plus fällt weit größer aus als der Bundesschnitt, denn österreichweit ist die Zahl der Einbürgerungen nur um knapp zehn Prozent auf rund 4.700 gewachsen. (mm)

www.statistik.at



18.08.2017
Holzeinschlag in Niederösterreich war im Vorjahr rückläufig

2016 ist in Niederösterreich der Holzeinschlag um neun Prozent von knapp 4,2 Millionen auf rund 3,8 Millionen Festmeter zurückgegangen. Während der Gesamteinschlag an Laubholz um sechs Prozent auf fast 1,1 Millionen Festmeter gesunken ist, gab es beim Nadelholz ein Minus um zehn Prozent von drei auf etwa 2,7 Millionen Festmeter. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der aktuellen Holzeinschlagsmeldung für das Jahr 2016 des Landwirtschaftsministeriums.

Als Grund für die schwächere Nutzung der niederösterreichischen Wälder im Vorjahr gilt der geringere Anfall an Schadholz. So ist beim Nadelholz die geerntete Menge an Schadholz um 28 Prozent von knapp 1,7 Millionen auf 1,2 Millionen Festmeter zurückgegangen. Beim Laubholz gab es 2016 sogar um mehr als ein Drittel weniger Schadholz – die Menge ist von 275.000 auf 178.000 Festmeter gesunken.

2016 entfielen in Niederösterreich fast 34 Prozent des Einschlags auf Rohholz, das zur energetischen Nutzung verwendet wird, wie Brennholz und Waldhackgut. Sägerundholz hatte einen Anteil am Einschlag von 46 Prozent und das Industrieholz einen Anteil von mehr als 20 Prozent. (mm)

www.bmlfuw.gv.at/forst



18.08.2017
Mostviertler Firma macht elektronische Zutritte flexibler und sicherer

Eine Keycode Server-Software für Zugangslösungen hat die auf die Herstellung drahtloser und optischer Messsysteme spezialisiere Firma Microtronics Engineering GmbH in Ruprechtshofen, Bezirk Melk, entwickelt. „Hier wird mit einem verschlüsselten System via App ein Zahlencode übermittelt, mit dem man Türen oder auch einen Postkasten öffnen kann“, beschreibt Geschäftsführer Stefan Pfeffer diese Lösung, die auch dem NÖ Innovationspreis 2016 eine Nominierung wert gewesen ist.

„Immer mehr Zutrittssysteme können über ein Eingabefeld oder Bluetooth geöffnet werden. Unser Keycode Server generiert nicht nur die entsprechenden Zahlencodes, man kann sie auch darüber verwalten und so nur zeitlich begrenzten oder auch nur einmaligen Zutritt gewähren“, erklärt Pfeffer. Verwendet wird dieses System bereits in Deutschland mit dem PaketButler für Sendungen von Zerlando mit DHL sowie vom Wiener Start-up PAYUCA, wo man via App in Wien freie Garagenplätze spontan, zeitlich flexibel sowie günstig mieten kann.

Pro Jahr werden etwa 40 Projekte von Microtronics in enger Zusammenarbeit mit den Kunden realisiert. Schwerpunkt ist dabei die Digitalisierung und das Internet der Dinge. „Wir evaluieren immer zuerst mit dem Kunden seine Ideen und seinen Bedarf und gehen dann in die Umsetzungsphase, wobei wir auch auf die Sinnhaftigkeit achten“, so Pfeffer. Als Beispiel der jüngsten Projekte nennt er die LED-Anzeige der Österreichischen Lotterien mit den Gewinnen und den Rasenmäherroboter von iMow Viking, den man mit einer App programmieren kann und der auch via GPS meldet, wo er sich gerade befindet, was auch zur Diebstahlsicherung dient.

Sehr angetan ist Pfeffer von der Finanzierung über Crowdfunding. „Das ist eine gute Möglichkeit“, sagt er, „besonders für eine GmbH, zu einer Finanzierung zu kommen, und für Anleger zu einer recht guten Rendite. Wir konnten 250.000 Euro lukrieren, und zahlen durchschnittlich 4,5 Prozent Zinsen aus, das ist mehr als die üblichen Bankzinsen.“

Wegen des guten Geschäftsganges ist Pfeffer auf der Suche nach fünf weiteren Mitarbeitern in den Disziplinen Softwareprogrammierung, Ingenieurwesen und Mechatronik. Sehr gern seien auch Frauen und Mädchen gesehen.

Die Exportquote von Microtronics beträgt 60 Prozent mit Schwerpunkt Deutschland, gefolgt von Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen und Frankreich. Insgesamt sind es 20 Exportländer und mit eingebauten Produkten bei Kunden indirekt sogar 60. Heuer wird mit 40 Mitarbeitern ein Umsatz von fünf Millionen Euro angepeilt. (hm)

https://www.microtronics.at



18.08.2017
Korbflechter aus St. Andrä-Wördern haucht altem Handwerk neues Leben ein

Das alte Handwerk des Korbflechtens mit Weiden möchte Luc Bouriel als Einpersonenunternehmer mit seiner Firma Korbsalix - Flechtgestaltung e.U. in St. Andrä-Wördern, Bezirk Tulln, am Leben erhalten und auch anderen Menschen näher bringen. „Ich bin einer der letzten Korbflechter in Österreich, auf jeden Fall der jüngste, denn alle anderen sind schon sehr alt“, erklärt Bouriel dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Als Landwirt baut er auch noch Weiden in zwölf unterschiedlichen Sorten für das benötigte Flechtmaterial an, da es in Österreich kaum noch Weidenbauern gibt.

„Korbflechten ist ein uraltes Handwerk, das leider in Vergessenheit geraten ist. Daher ist es überaus erfreulich, dass meine Flechtkurse sehr gut besucht sind. Das zeigt, dass an diesem Handwerk und seinen geflochtenen Produkten wieder Interesse besteht“, betont Bouriel. Die Kurse hält der Korbflechter entweder in seiner Werkstatt zu 90 Euro pro Person und Tag oder für 120 Euro als Wochenendkurs ab. Auf Wunsch kommt er auch gern zu den Interessenten ins Haus.

Für die Flechtarbeit verwendet Bouriel ausschließlich Weiden. Das Material bezieht er, bis er seine eigenen Weiden ernten kann, noch aus Deutschland und Frankreich. Neben dem klassischen Einkaufskorb, für den er vier Stunden an Flechtzeit benötigt, stellt er auch Flechtwerke nach Wunsch sowie Kunstobjekte her. Kostenbeispiele in Euro: eine Rassel 15, Kerzenhalter 30, Einkaufskorb 90. Die Kunden kommen aus Österreich und sind zu 60 Prozent Privatpersonen, der Rest sind Betriebe. So hat Bouriel bereits Kostüme für die Wiener Staatsoper und Lampenschirme für Lokale geflochten.

Wichtig ist Bouriel auch, die Reparatur alter Flechtwerke im Programm zu haben. „Die meisten geflochtenen Dinge kann man wieder instand setzen und weiter verwenden“, sagt er. Flechten mit Weiden sei übrigens „eine sehr ökologische Angelegenheit“, denn das Material komme aus der Natur, und man könne es dann auch noch vollständig kompostieren.

Zweites Standbein von Bouriel als letztem Betrieb in Österreich ist die Erzeugung der klassischen Kaffeehaus-Zeitungsständer. Diese sind aus Rattan und kosten 23 bis 29 Euro. In diesem Segment besteht eine Exportquote von zehn Prozent, die nach Italien und Deutschland gehen.

Neben der Werkstatt in St. Andrä-Wördern unterhält Bouriel noch eine in Wien. Darüber hinaus ist er regelmäßig auch auf Märkten präsent. (hm)

https://korbsalix.at



18.08.2017
Erdwurmzüchter aus Spannberg verkauft feinsten Biohumus bis nach Tirol

Erdwürmer, die mit biologischen Pflanzenresten und mit Mist aus der eigenen Landwirtschaft gefüttert werden, eignen sich vorzüglich als Futter für Fische, Reptilien und Kleintiere. Erhältlich sind die Produkte auf Märkten und über Vertriebspartner. „Wir verkaufen biologischen Regenwurmhumus, Kompostwürmer zum Starten einer eigenen Wurmkompostierung und auch eines Kompost-Tees zur Bodenverbesserung“, erklärt Biobauer Markus Schulz dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb „da Erdwurm“ bewirtschaftet er eine 3,5 Hektar große Regenwurmfarm in Spannberg im Bezirk Gänserndorf.

Seit heuer kann man Humus und Würmer auch über den Webshop von Biohelp und von der Arche Noah beziehen. Auf der Webseite angeführt sind fünf Verkaufsstellen in Wien, zehn in Niederösterreich und eine in Tirol mit dem Blumenpark in Völs bei Innsbruck.

Für die eigene Kompostherstellung im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon empfiehlt der Erdwurm-Züchter spezielle Wurmzucht-Boxen. Seiner Meinung nach kann man unter Beachtung einiger Kleinigkeiten kaum etwas falsch machen, und bekommt als Belohnung eigenen Biodünger.

Als Unterstützer der „ersten Stunde“ nennt der Weinviertler Bauer die Tiroler Biogärtnerei Seidemann. „Seidemanns Expertise und die Rückmeldung vom praktischen Einsatz der Produkte ist für die Entwicklung und Verbesserung unserer Erzeugnisse von großem Wert“, sagt Markus Schulz. (km)

www.erdwurm.at

www.blumenpark.at



18.08.2017
Objektmöbelmontagefirma im RIZ Amstetten sucht qualifiziertes Personal

Vor 15 Jahren haben sich der gelernte Tischler Rudolf Fischer aus St. Leonhard am Forst und der Fliesenleger Josef Erlebach aus Ardagger mit der gemeinsam gegründeten team-fier Fischer & Erlebach GmbH mit Sitz in Petzenkirchen selbständig gemacht. Seit 2009 hat das Unternehmen, das sich auf Objektmöbelmontagen spezialisiert hat, seinen Standort im RIZ Amstetten. Zu den Kunden der beiden Mostviertler zählen ausschließlich Tischlereibetriebe im gesamten Bundesgebiet.

Im Schnitt beschäftigt das Unternehmen zwischen sechs und zehn Mitarbeiter. „Je nach Auftragslage holen wir uns Verstärkung von Partnerfirmen. Aktuell suchen wir dringend Tischler und Montageleiter. Das ist gar nicht so einfach, denn Leute mit Montageerfahrung sind nur schwer zu bekommen“, erklärt Rudolf Fischer dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Außerdem sind viele nicht gewillt, auf Montage zu gehen, sprich die ganze Woche von zuhause fort zu sein. Uns geht es wie vielen anderen Betrieben auch. Wir könnten wesentlich mehr Aufträge annehmen, wenn wir das geeignete Personal dazu hätten.“ Grundsätzlich spricht sich Fischer für eine Änderung des derzeitigen Vergabesystems und für eine Abgabensenkung aus: „Da muss bald etwas passieren. Denn die Arbeitsleistung hierzulande ist zu teuer und bald nicht mehr bezahlbar!“

„Unsere Vision war es, dass wir uns auf den Einbau von Tischlerprodukten spezialisieren“, berichtet Geschäftsführer Josef Erlebach. „Mit unserer langjährigen Erfahrung montieren wir nicht nur Einrichtungsgegenstände im herkömmlichen Sinn. Unser Angebot reicht vom Einbau von Innentüren, Decken und Wandpaneelen bis zum Ladenbau und zu Möbelmontagen in Hotels und in der Gastronomie sowie in öffentlichen Einrichtungen und Büros.“ Zu den Referenzen des team fier zählen u.a. die Montage der Einrichtung des Casinos in Belgrad, des Thermenhotels Ronacher in Bad Kleinkirchheim und die Wandverkleidungen im Kindermuseum Graz sowie im Gereatriezentrum Baumgarten in Wien. (dsh)

www.team-fier.at