NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1567 vom 13.12.2019

13.12.2019
Gemeinden fordern mehr Geld für öffentlichen Verkehr, Kinder und Pflege

Alfred Riedl, der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, schlägt Alarm. Erhalten die Kommunen im ländlichen Raum künftig nicht mehr Geld, drohen sie beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs noch weiter ins Hintertreffen zu geraten. „Derzeit fließen von 85 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich rund 90 Prozent in die Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern, davon der Löwenanteil nach Wien“, rechnet Riedl vor. In Anbetracht der Zahl von 400.000 Pendlern allein in Niederösterreich sowie der Forderung nach wirksamen Klimaschutzmaßnahmen sei es daher unbedingt notwendig, die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in peripheren Regionen auf neue Beine zu stellen: „Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden!“

Weil stetig steigende Ausgaben die Budgets der Gemeinden stark belasten, steckt Riedl der kommenden Bundesregierung einen üppig beschriebenen Wunschzettel ins Aufgabengepäck. Beträchtlich Anlass zur Sorge machen den Kommunen insbesondere die ungelösten Fragen zur künftigen Finanzierung der Pflege und Kinderbetreuung. So sind seit 2012 die Ausgaben der Gemeinden für die Kinderbetreuung um 42 Prozent auf fast 1,14 Milliarden Euro gestiegen, die Aufwendungen für Soziales und Pflege um 31 Prozent auf 1,54 Milliarden. Auch die Krankenanstalten müssen die Gemeinden mittlerweile mit rund einer Milliarde Euro pro Jahr mitfinanzieren. „Wir kommen an unsere Grenzen“, warnt der Gemeindebund-Präsident.

Dabei gelten die Kommunen als die wichtigsten regionalen Wirtschaftsmotoren. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst dem aktuellen Gemeindefinanzbericht entnimmt, haben Niederösterreichs Gemeinden 2018 in Summe 736 Millionen Euro investiert. Das waren um fast 17 Prozent mehr als im Jahr davor und so viel wie in keinem anderen Bundesland (ohne Wien).

Dabei fließt das meiste Geld in Wasserwirtschafts-, Kanal- und Müllentsorgungsaufgaben. Zweitgrößter Ausgabenposten der Gemeinden sind der Straßen- und Wasserbau sowie Verkehrsmaßnahmen. Die Sektoren Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft folgen auf Rang 3. (mm)

http://www.gemeindebund.at



13.12.2019
Starkes Wirtschaftswachstum und hohes Pro-Kopf-Einkommen in NĂ–

Mit einem verfügbaren Einkommen von 25.300 Euro je Einwohner haben die Niederösterreicher 2018 das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen im Bundesländervergleich erzielt, übertroffen nur von Vorarlberg mit 25.600 Euro. Die niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen gab es in Kärnten mit 23.800 und Wien mit 23.000 Euro, der österreichische Durchschnitt lag bei 24.300 Euro. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der jüngsten regionalen Einkommensanalyse der Statistik Austria.

Die Studie hat auch die Entwicklung des Bruttoregionalprodukts (BRP) untersucht. Das ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die während eines Jahres innerhalb der Grenzen eines Bundeslandes produziert werden und dem Endverbrauch dienen. 2018 konnte Niederösterreich sein BRP um 3,2 Prozent auf mehr als 61 Milliarden Euro steigern. Damit übertrifft der Anstieg des Bruttoregionalprodukts in Niederösterreich den in Wien und im Burgenland, den beiden anderen Bundesländern der Ostregion, klar. Denn in Wien hat das regionale Wirtschaftswachstum lediglich zwei Prozent ausgemacht, im Burgenland sogar nur 1,3 Prozent.

Treibender Motor der positiven Konjunkturentwicklung in Niederösterreich ist 2018 die Industrie gewesen. Mit der Zunahme der abgesetzten Produktion um 6,2 Prozent hat die Sachgütererzeugung im Vorjahr einmal mehr ihre dominierende Stellung im Wirtschaftsgefüge des Bundeslandes unterstrichen. Im Österreich-Durchschnitt ist der produzierende Sektor nach Angaben der Statistik Austria um 4,8 Prozent gewachsen. (mm)

http://www.statistik.at



13.12.2019
Sportartikelhandel profitiert von Pulsuhren und Nachhaltigkeit

Der Sportartikelhandel kann abermals ein erfolgreiches Jahr verbuchen. „Wir rechnen für das Gesamtjahr mit einer Umsatzsteigerung um 1,5 bis 2,00 Prozent - das gilt sowohl österreichweit als auch in Niederösterreich“, teilt Michael Nendwich, Obmann der Branche in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Ein Teil davon kommt wie jedes Jahr vom Weihnachtsgeschäft. Heuer sind es vor allem die Wearables, die gefragt sind, also Pulsuhren oder Tracker - diese sind in geringen Preiskategorien ebenso erhältlich wie um mehrere hundert Euro. Daher ist für jedes Christkind etwas dabei.“ Über das Gesamtjahr betrachtet sei es vor allem das Fahrrad gewesen, das zur Umsatzsteigerung beigetragen hat. Laut Nendwich gilt das für das Fahrrad insgesamt und nicht nur für das in den letzten Jahren ohnedies boomende E-Bike.

Jetzt zu Winterbeginn ist der Schi das Topthema. Die Zahl der verkauften Schi ist gestiegen, was laut dem Obmann vor allem auf das Service des Fachhandels mit der Anpassung der Schi mit dem Fokus auf die richtige Einstellung der Bindung zurückzuführen sei. „Darüber hinaus“, sagt er, „ist es der Outdoorbereich generell, der unsere Branche zum Wachsen bringt. Außerdem wollen mehr Jugendliche, die zu Festivals gehen, wie etwa zum Frequency, eine entsprechende Ausrüstung haben, die genau für solche Veranstaltungen geeignet ist.“

Gerade für die Jugend, aber auch für andere gelte: Der Klimawandel und damit die Nachhaltigkeit haben in sämtlichen Lebensbereichen Einzug gehalten und sind demnach auch im Sportartikelhandel angekommen. Da geht es um ein nachhaltiges Produkt. „Dazu zählt vor allem die in Österreich hergestellte Faser Lyocell, die eigentlich aus Holz stammt, aber verarbeitet wird und nicht als natürlich anerkannt wird“, erklärt der Fachmann.

Die zweite Ebene der Nachhaltigkeit ist das Erzeugerland. Immer mehr Produkte für den Sportartikelhandel in Europa werden unter sozialen Rahmenbedingungen hergestellt, die das Produkt zwar teurer machen, „aber immer mehr Kunden bereit sind, für entsprechend nachhaltig hergestellte Ware auch einen höheren Preis zu zahlen“, resümiert Michael Nendwich. (jm)

http://wko.at/noe/mode-freizeit



13.12.2019
EVN pumpt 300 Millionen Euro an Investitionen nach Niederösterreich

Rund 300 Millionen Euro wird die EVN AG im Geschäftsjahr 2019/20 in Niederösterreich investieren. „Diese Mittel fließen in die Errichtung und die Modernisierung von Windkraftanlagen, den Ausbau und die Erhaltung der Übertragungsnetze sowie in die Wasserversorgung“, kündigte EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz im Rahmen der Präsentation des Jahresergebnisses 2018/19 des Konzerns an. Das gesamte jährliche Investitionsvolumen macht rund 400 Millionen Euro aus.

Auch in Zukunft will der Landesenergieversorger seine Strom- und Wärmeproduktion aus den erneuerbaren Energieträgern Wasser- und Windkraft, Photovoltaik und Biomasse weiter ausbauen. Mit der boomenden Windkraft segelt die EVN voll auf Erfolgskurs. Zurzeit betreibt sie Windkraftanlagen mit einer Kapazität von insgesamt 367 Megawatt (MW). Bis Ende 2023 will man 500 MW erreichen.

Ein Teil der geplanten Investitionen ist für die EVN Wasser bestimmt. Dieses Tochterunternehmen betreibt ein 2.800 Kilometer langes Leitungsnetz und ist damit der größte Wasserversorger Niederösterreichs und der zweitgrößte Österreichs nach Wiener Wasser. Bis 2030 wird die EVN Wasser in den Ausbau der überregionalen Versorgungsnetze 165 Millionen Euro investieren. „Dazu errichten wir in Niederösterreich rund 300 Kilometer zusätzliche Transportleitungen“, kündigt der für Technik zuständige EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer an.

Der Landesenergieversorger hat das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Nettogewinn von 302 Millionen Euro abgeschlossen. Die Umsatzerlöse sind um sechs Prozent auf mehr als 2,2 Milliarden Euro gestiegen. Das Operative Ergebnis (EBIT) ist um 2,7 Prozent auf 404 Millionen Euro gewachsen. (mm)

http://www.evn.at



13.12.2019
Raiffeisenbanken und Holding sehen sich fĂĽr die Zukunft sehr gut aufgestellt

In Niederösterreich gibt es 53 selbständige Raiffeisenbanken, die heuer eine sehr gute Geschäftsentwicklung melden. „Wir werden an die Rekordergebnisse der letzten Jahre anschließen können“, sagte Raiffeisen-Holding-Generaldirektor Klaus Buchleitner vor Journalisten im Klub der Wirtschaftspublizisten. Das sei in einem schwierigen Marktumfeld, das von Negativzinsen, Regulatorik und Digitalisierung geprägt ist, keine Selbstverständlichkeit.

Gut läuft das Geschäft auch in der Bundeshauptstadt, wo die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien fünf Regionalzentren, 21 Bezirksfilialen und einen Private-Banking-Standort betreibt. „Dieses Netz an Standorten wollen wir nicht ausdünnen“, erklärte Buchleitner. Geplant sei vielmehr, mehr als 20 Millionen Euro in die Modernisierung der Wiener Bankstellen zu investieren sowie eine „virtuelle Filiale“ zu installieren, die den Kunden 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen soll.

Sehr stolz ist der Generaldirektor auf das umgebaute Beteiligungsportfolio der Raiffeisen Holding. Dieses besteht aus den Geschäftsfeldern Agrar, Bank, Infrastruktur und Medien. Verkäufe seien hier keine geplant, auch nicht in Anbetracht der im Rahmen von Basel IV angedachten Kapitalvorschriften. In Niederösterreich hält Raiffeisen u.a. Beteiligungen an der Mühlengruppe GoodMills, dem Zucker- und Stärkekonzern Agrana sowie am Milchverarbeiter NÖM AG. (mm)

http://www.rhnoew.at

http://www.raiffeisenbank.at



13.12.2019
Flotter Steuerausgleich bringt ein Extra-Weihnachtsgeld

Im Jahr 2018 hat das Finanzministerium den Steuerzahlern für bestimmte Sonderausgaben, wie u.a. Kirchenbeiträge, Spenden, freiwillige Weiterversicherung oder den Nachkauf von Versicherungszeiten, einen automatischen Datenaustausch mit der Behörde eingerichtet. Die Daten fließen nun direkt in den Einkommensteuerbescheid ein. Lösen die übermittelten Beträge eine Gutschrift aus, zahlt die Finanz dem Steuerpflichtigen das Geld zurück.

Von diesem automatischen Steuerausgleich profitieren jedoch nur rund 15 Prozent der Arbeitnehmer. Wer außergewöhnliche Belastungen geltend machen will, sollte daher in jedem Fall eine Arbeitnehmerveranlagung bei seinem Finanzamt durchführen und sich so bares Geld vom Staat zurückholen, macht die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) aufmerksam. Das ist sogar rückwirkend fünf Jahre möglich, denn erst am 31. Dezember 2019 läuft die Frist für die Arbeitnehmerveranlagung 2014 ab. Wer also jetzt auf elektronischem Weg noch rasch einen Steuerausgleich macht, kann für sich ein schönes Extra-Weihnachtsgeld herausholen.

Alleinverdiener, Alleinerzieher, Lehrlinge und Personen, die während eines Jahres zu arbeiten begonnen haben, sollten auf jeden Fall eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen. Auch wer in einem Jahr unterschiedlich viel verdient hat - etwa durch den Wechsel des Arbeitgebers -, für den ist ein Steuerausgleich ratsam. Dabei sind die Beträge, die Arbeitnehmer mit dem Steuerausgleich ohne viel Aufwand lukrieren können, beachtlich. Im Schnitt beträgt die Summe, die man sich über die Arbeitnehmerveranlagung zurückholen kann, 350 Euro.

Vielen Steuerzahlern ist nicht bewusst, dass Rechnungszettel für bestimmte erbrachte Leistungen gleichsam bares Geld bedeuten. So lassen sich berufliche Ausgaben, wie z.B. die Anschaffung eines Computers oder Handys, Telefon- und Internetgebühren, Fachliteratur, Fortbildungskosten oder Kilometergelder, ebenso von der Steuer absetzen wie Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen. Dazu zählen u.a. die Kosten für Spitalsaufenthalte, Medikamente oder Zahnbehandlungen. (mm)

http://noe.arbeiterkammer.at

http://www.bmf.gv.at



13.12.2019
Algenproduzent ecoduna ĂĽberlegt den Bau eines Besucherzentrums

Die ecoduna AG, Hersteller von Mikroalgen aus Glasröhren mit Sitz in Bruck/Leitha, will in Zukunft mehr Unternehmensführungen abhalten und erwägt deshalb die Errichtung eines Besucherzentrums. „Das hätte hier jedenfalls Potenzial“, erklärte ecoduna-Vorstandsvorsitzender Johann Binder in einem Interview mit der Finanzzeitung „Börsen-Kurier“. Immerhin befinde sich der Produktionsstandort des High-Tech-Betriebes in unmittelbarer Nähe zur boomenden Weinregion Carnuntum.

Im Energiepark Bruck erzeugt die ecoduna AG die Mikroalgen in sechs Meter langen Glasröhren in einer Art Glashaus. Insgesamt sind derzeit 43.000 dieser Glasröhren mit Algen in den unterschiedlichsten Wachstumsstadien bestückt. Derzeit können jedes Jahr 100 Tonnen trockene Algenbiomasse produziert werden. Diese geht an Großhändler und industrielle Abnehmer aus den Wirtschaftszweigen Tierfutter und Kosmetik. „Für 2021 erwarten wir die EU-Zulassung unserer Produkte als Nahrungsergänzungsmittel“, kündigte Binder an. Direkt aus den Algen stellt die ecoduna AG in Bruck/Leitha auch Omega-3-Fettsäuren her, die der menschliche Körper nicht selbst erzeugen kann und die über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

In der internationalen Algenszene gilt das Unternehmen, das 24 Mitarbeiter vorwiegend aus der Region beschäftigt, als weltweiter Technologieführer. Zurzeit hat die ecoduna AG fast 800 Anteilseigner, die von dem nachhaltigen Konzept überzeugt sind. „Wir sind eben eine Behalte-Aktie, ein Dividendentitel“, so Vorstandschef Johann Binder. (mm)

http://www.ecoduna.com



13.12.2019
NĂ– Experimentaltag soll Jugend spielerisch fĂĽr Naturwissenschaften begeistern

Ein voller Erfolg wurde der zweite NÖ Experimentaltag „SCHOOOL.SCIENCE.WORK“, der diesmal im Haus der Wirtschaft in Mödling stattfand. Bei einem Rundgang hob Niederösterreichs Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister hervor, dass der hohe Mädchenanteil an dieser Veranstaltung mit 50 Prozent weiterhin junge Damen motivieren soll, sich für einen naturwissenschaftlichen Beruf und für die entsprechende Ausbildung zu interessieren. An 30 Stationen haben rund 400 Schüler der 7., 8. und 9. Schulstufe naturwissenschaftliche Experimente zum Teil selber durchführen können.

„Der Experimentaltag bietet jungen Menschen die Gelegenheit, sich mit der praktischen Seite der Naturwissenschaften zu befassen und ihr Interesse daran nachhaltig aufzubauen. Zugleich können wir auch Werbung für die diversen Ausbildungswege machen - egal ob für Lehre, HTL oder Studium - und damit die Fachkräfte für morgen gewinnen“, stellte Helmut Schwarzl, Obmann der Chemischen Industrie Niederösterreichs, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest.

Auch der Obmann der Metalltechnischen Industrie Veit Schmid-Schmidsfelden sieht in dieser Veranstaltung einen klaren Beweis, welch große Bedeutung den Naturwissenschaften für Forschung und Entwicklung zukomme. Schließlich gehe es hier um Innovationen, mit denen sich die heimische Wirtschaft global behaupten könne.

Veranstalter des NÖ Experimentaltages waren die Chemischen Industrie Niederösterreich, die Metalltechnische Industrie Niederösterreich, die Wirtschaftskammer Niederösterreich in Kooperation mit der ARGE Naturwissenschaft, die Bildungsdirektion Niederösterreich, das WIFI NÖ und das Land Niederösterreich. Im nächsten Jahr soll der NÖ Experimentaltag in einem anderen der sechs Bildungsbezirke Niederösterreichs wieder mit dem Ziel durchgeführt werden, möglichst viele Schüler im Land zu erreichen. (hm)

http://wko.at/noe/chemische-industrie

http://www.mti-noe.at



13.12.2019
Voglhuber macht Information auf Anzeigen flexibler

Eine einfache und sichere Beschickung von digitalen Inhalten an LED-Anzeigen zu Werbe- und Informationszwecken hat die Voglhuber GmbH in Petzenkirchen, Bezirk Melk, mit der LED Signage entwickelt. Wie Geschäftsführer Christian Voglhuber dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, könne man damit schneller und besser zielgerichtet reagieren werden könne, was den Informationsgehalt deutlich erhöhe. Diese Entwicklung ist dem NÖ Innovationspreis eine Anerkennung wert gewesen.

„Unsere Software basiert auf einer Cloud-Lösung und kann von allen Endgeräten aus erreicht werden. So kann man entweder manuell die Anzeige ändern oder auch zeitliche Einstellungen vornehmen oder spezielle Inhalte, z.B. ab einer bestimmten Temperatur, anzeigen lassen“, erklärt Voglhuber. Dabei sei man keineswegs auf LED-Anzeigen beschränkt, sondern auch Monitore oder TV-Geräte sowie Smartphones können so mit digitalen Inhalten versorgt werden. Der Vorteil für den Anwender besteht darin, dass keine eigene Software auf dem Endgerät notwenig ist, mit dem die Anzeigen gesteuert werden.

Ebenfalls ein großes Thema für Voglhuber ist die Sicherheit. „Die Anzeige am Linzer Mariendom mit 30 Quadratmetern Fläche ist auch von uns“, sagt er. „Hier muss man schon aufpassen, dass sich keiner einen schlechten Scherz erlaubt und unpassende Inhalte anzeigt. Um Datensicherheit zu gewährleisten sind alle digitalen Inhalte, die angezeigt werden sollen, auf unseren besonders gesicherten Servern gespeichert.“

Die Firma bietet Komplettlösungen für LED-Anwendungen an. Neben der entsprechenden Software ist auch die Hardware mit Anzeigetafeln, Bändern und Flächenlichtern erhältlich. Alle Produkte werden im Haus hergestellt und sind meist kundenspezifisch entwickelte Lösungen. Sogar nach Brasilien ist schon eine solche Sonderlösung gegangen. Zu den Kunden zählen neben namhaften Werbern in Nieder- und Oberösterreich auch die Firma Weyland Steiner Handwerks- und Industriebedarf GmbH & Co KG.

Mit fünf Mitarbeitern peilt Voglhuber 2019 einen Umsatz von 750.000 Euro an. Die Exportquote beträgt etwa zehn Prozent und hat den Schwerpunkt auf Deutschland und der Schweiz, neben Brasilien wurden auch schon die USA beliefert. (hm)

http://voglhuber.com



13.12.2019
Im Waldviertel hat sortenreiner Apfelsaft Umwelt-Kultstatus

Auf die Verarbeitung alter Apfelsorten hat sich der Betrieb „Wildfrucht“ in Jaidhof, Bezirk Krems-Land, spezialisiert. Im Familienbetrieb werden die Äpfel entweder sortenrein zu Saft gepresst oder daraus Apfelessig erzeugt. Wie Geschäftsführer Christoph Mayer dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, will er damit ein Zeichen für die Vielfalt setzen und den Erhalt dieser Apfelsorten möglich machen.

„Je nach Ernteanfall können wir von 25 verschiedenen Apfelsorten jährlich etwa 15 sortenrein anbieten. Mittlerweile sind diese Apfelsäfte in der Spitzengastronomie als alkoholfreie Speisebegleitung gefragt, da die einzelnen Apfelsorten im Geschmack und der Süße oft sehr unterschiedlich sind, was sich dann auch im jeweiligen Saft niederschlägt“, erklärt Mayer. Derzeit bewirtschaftet er im Umkreis von 20 Kilometern 600 gepachtete Apfelbäume auf 20 Streuobstwiesen.

Zum Betrieb gehört auch die als eigenständiges Gewerbe mit der Gutta GmbH betriebene Lohnpresse, die pro Jahr etwa 100 Tonnen Äpfel presst. Davon sind ein Drittel eigene Äpfel. Neben dem Apfelsaft wird auch sortenreiner Apfelessig in Fassgärung erzeugt. Darüber hinaus bietet Mayer auch noch Honig von eigenen Bienenvölkern an, die er zur Bestäubung der Apfelbäume hält. „So schließt sich für uns der Kreislauf“, sagt er. Die Wildfrucht-Produkte sind sowohl ab Hof, als auch bei Spezialitätenhändlern, wie bei Christian Pöhl am Wiener Naschmarkt, sowie in der Spitzengastronomie erhältlich.

Mayer ist auch im Vorstand der „Arche Noah“ tätig, die sich dem Erhalt alter Pflanzen- und Baumsorten verschrieben hat. „Die regionale Vielfalt“, meint Christoph Mayer, „bewirkt auch eine optimale Anpassung an das vorherrschende Klima und an Besonderheiten der Gegend, die es unbedingt zu erhalten gilt.“ Um seine drei Söhne schon frühzeitig an das Unternehmertum heranzuführen, haben diese die „Wildfrucht Junior“ gegründet und sammeln selbständig Äpfel auf und verkaufen die Produkte daraus in der Schule sowie bei Freunden und Verwandten.

Im landwirtschaftlichen Familienbetrieb und in der Gutta GmbH arbeiten neben Mayer und seiner Frau Anna auch noch seine drei Söhne mit. Jährlich erwirtschaften sie einen Umsatz von durchschnittlich 150.000 Euro. (hm)

http://wildfrucht.at

http://www.lohnpresse.at

http://www.poehl.at/der-poehl

http://www.arche-noah.at