NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1440 vom 23.06.2017

23.06.2017
"Viele Fremdfirmen, die hereinarbeiten, halten sich nicht an die Gesetze"

Seit 1. Jänner 2017 unterliegen alle grenzüberschreitenden Entsendungen und Überlassungen dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSD-BG). Ausländische Betriebe müssen im Voraus melden, dass sie in Österreich geschäftlich tätig werden wollen. Darüber hinaus haben die Fremdfirmen nachzuweisen, dass ihre Beschäftigten bei Arbeiten in Österreich nach hiesigen Lohnstandards bezahlt und anfallende Steuern ordnungsgemäß abgeführt werden.

Im Ausland haben sich die Bestimmungen offenbar bisher in nur sehr eingeschränktem Umfang herumgesprochen. Denn eine vor kurzem an der südsteirisch-slowenischen Grenze durchgeführte „Aktion Scharf“ der Finanzpolizei gegen Lohn- und Sozialdumping lässt mit ihren ernüchternden Ergebnissen auch für die Randlagen Niederösterreichs und des Burgenlandes Böses befürchten: Demnach hatten von 100 am Grenzübergang Spielfeld kontrollierten Betrieben 54 – also mehr als die Hälfte – keine Meldung über ihre unternehmerische Tätigkeit erstattet. 80 Firmen – vier von fünf – hatten ihren Angestellten keine Lohnunterlagen mitgegeben. Und 55 überprüfte Unternehmen hatten es unterlassen, ihre Mitarbeiter bei der internationalen Krankenversicherung anzumelden.

„Die meisten Rechtsvorschriften in Österreich werden von den grenzüberschreitend arbeitenden Firmen aus dem Ausland ignoriert“, stellt Rigobert Rainer, Chef der Finanzpolizei für Kärnten und die Steiermark, ernüchternd fest. Für österreichische Unternehmen, vor allem für jene mit einem Betriebsstandort in Grenznähe, ist dieser Umstand ein massives Problem, zumal viele ausländische Facharbeiter im Rahmen ihrer grenzüberschreitenden Tätigkeit nur drei bis vier Euro Stundenlohn erhalten. Im ersten Jahresdrittel 2017 hat das Finanzministerium schon mehr als 310.000 Meldungen über Betriebe aus dem Ausland registriert, die nach Österreich „hereinarbeiten“. Davon entfallen mit 250.000 Meldungen die meisten auf die Transportbranche. (mm)

www.bmf.gv.at/betrugsbekaempfung/finanzpolizei/finanzpolizei.html



23.06.2017
Auch Lehrlinge sollen von flexiblen Arbeitszeiten profitieren

Eine Arbeitszeitflexibilisierung, die für fertig ausgebildete Mitarbeiter und Lehrlinge gleichermaßen gilt, fordert die Junge Wirtschaft Niederösterreich. Derzeit dürfen Gesellen bis zu zehn Stunden pro Tag arbeiten, während das Gesetz bei Lehrlingen grundsätzlich von täglich acht Stunden spricht. „Dieser wesentliche Unterschied legt jedem Lehrherrn bei der Ausbildung seiner Lehrlinge unüberwindbare Hürden in den Weg“, ärgert sich der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Niederösterreich, Jochen Flicker, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Besonders betroffen von dieser Regelung ist das Bau- und Baunebengewerbe. Absolvieren die Gesellen ihr wöchentliches Arbeitspensum auf einer Auswärtsbaustelle von Montag bis Donnerstag, gerät die Ausbildung des Lehrlings spätestens am Montagnachmittag ins Stocken. „Was macht ein Lehrling nach acht Stunden Arbeit, wenn seine Kollegen noch zwei Stunden weiterarbeiten?“, fragt Flicker.

Ausgesprochen ärgerlich wird die zeitliche Situation am Donnerstag, wenn die Gesellen ihre Wochenarbeitszeit absolviert haben. „Um dem Gesetz Genüge zu tun, müsste der Lehrling eine weitere Nacht alleine auswärts nächtigen, um am Freitag ebenfalls auf der Baustelle zu arbeiten. Nur mit wem, wenn keiner mehr da ist? Seine Kollegen genießen während dessen bereits das Wochenende“, schildert der Landesvorsitzende. Auch wie der Lehrling dann am Freitag nach Hause kommt, ist eine gute Frage.

„Es ist dringend notwendig, die Arbeitszeitflexibilisierung auch auf den Bereich der Lehrlinge umzulegen“, bringt es Jochen Flicker auf den Punkt. Bei der Mehrzahl der Betriebe, die in Niederösterreich Lehrlinge ausbilden, handelt es sich um KMU. Ihre meist nicht all zu dicke Personaldecke wird durch die unterschiedlichen Arbeitszeitvorgaben zwischen Gesellen und Lehrlingen nur weiter strapaziert.

Für Jochen Flicker wäre die Gleichstellung des Arbeitszeitrahmens zwischen diesen beiden Gruppen schon deswegen eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Darüber hinaus sieht er eine Arbeitszeitflexibilisierung für Lehrlinge auch als eine willkommene Möglichkeit, die Lehre weiter zu attraktivieren. „Vier Tage arbeiten und drei Tage frei haben ist eine Kombination, die sicher viele angehende Lehrlinge ansprechen würde.“ (haw)

www.jungewirtschaft.at/noe



23.06.2017
Schwechater „Airport City“ wächst um 250 neue Arbeitsplätze

Mit einer weiteren großen Betriebsansiedlung unterstreicht der Flughafen Wien-Schwechat einmal mehr seine Funktion als „Job-Motor“ im Bezirk Bruck/Leitha. Bis Jahresende wird die Deutsche Post (DHL) auf dem Airport-Gelände ein 60.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum errichten. „Es wird in der ersten Ausbaustufe 250 neue Arbeitsplätze schaffen“, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner im Klub der Wirtschaftspublizisten. Auf Nachfrage des NÖ Wirtschaftspressedienstes bezifferte Ofner das von DHL veranschlagte Investitionsvolumen mit rund 40 Millionen Euro.

Noch einen möglichen potentiellen Kunden hat der Vienna International Airport derzeit an der Angel. „Wir stehen mit einem englischen Unternehmen in Verhandlungen, die schon weit fortgeschritten sind“, teilte Ofner mit. Die Wahrscheinlichkeit, zu einem positiven Abschluss zu kommen, sei sehr groß. Nach unbestätigten Informationen soll es sich bei dem potenziellen „Brexit-Flüchtling“ um den Automobilbauer Jaguar Land Rover handeln.

Derzeit beschäftigen die direkt am und rund um den Airport angesiedelten Unternehmen in Summe deutlich über 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist der Flughafen Wien-Schwechat der größte Arbeitsplatz Niederösterreichs. Die Flughafen Wien AG selbst zählt inklusive ihrer Tochtergesellschaften ca. 5.800 Beschäftigte. (mm)

www.viennaairport.com



23.06.2017
FJB: Tschechische Bahn stellt Signale im Güterverkehr auf Rot

Der Franz-Josef-Bahn (FJB) stehen mit Herbst 2017 weitreichende Änderungen im Güterverkehr bevor. Im Mittelpunkt der geplanten Maßnahmen steht die Auflassung des letzten grenzüberschreitenden Güterzugpaares zwischen Gmünd und Česke Velenice durch ČD Cargo, die Güterverkehrssparte der České dráhy (ČD) mit 1. September 2017. Das hat der NÖ Wirtschaftspressedienst aus gut informierten Eisenbahner-Kreisen erfahren.

Hand in Hand mit dieser Änderung werden die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) das von Montag bis Freitag zwischen den Bahnhöfen Schwarzenau und Gmünd verkehrende Zugpaar 45514/45513 auflassen, das die Güterwagen für den grenzüberschreitenden Güterzug in Richtung Česke Velenice nach Gmünd gebracht hat.

Die geplanten Veränderungen im Schienengüterverkehr werden sich ab Herbst aber auch auf den Straßen in den Bezirken Gmünd und Zwettl bemerkbar machen. Hauptfracht des letzten grenzüberschreitenden Güterzugpaares ist Rundholz, das aus der Tschechischen Republik zu einem großen holzverarbeitenden Betrieb nach Brand im Bezirk Zwettl transportiert wird. Mit 1. September werden diese Transporte auf die Straße abwandern und von einem regionalen Transportunternehmer erledigt, der mit seinen Lkw von der Staatsgrenze aus noch gut 200 Kilometer weit bis zu den Ladestellen fahren muss.

Zurückgebaut werden soll mit Herbst auch der Güterverkehr auf der von Schwarzenau ausgehenden Nebenbahn nach Waldhausen. Statt derzeit fünf Zugpaaren zwischen Schwarzenau und Zwettl bzw. Waldhausen sollen ab 1. September 2017 nur mehr drei Zugpaare unterwegs sein.

Auffallend ruhig ist es auch um die geplante Attraktivierung des Personenverkehrs auf der FJB geworden. Mit einem Investitionsvolumen von 660 Millionen Euro hätte die Fahrzeit zwischen Wien und Gmünd auf 90 Minuten reduziert und Horn direkt an die FJB angebunden werden sollen. (haw)

www.cdcargo.cz/de

www.oebb.at



23.06.2017
In vielen Ortschaften ist die Trafik der letzte Nahversorger

Raucher gegen Nichtraucher und umgekehrt sind ein Thema ohne Ende. Haben einst die gesundheitsmotivierten Aufschriften auf den Zigarettenpackungen für umfassende Diskussionsprozesse gesorgt, ist es derzeit die geplante Verschärfung des Jugendschutzgesetzes. Demnach soll Rauchen bereits im Jahr 2018 erst ab 18 Jahren erlaubt sein. Die größte Wirkung aber wird das im Mai 2018 in Kraft tretende flächendeckende Rauchverbot in der heimischen Gastronomie auslösen.

Hat es im Februar 2016 noch 1.374 Trafiken in Niederösterreich gegeben, waren es im Jänner 2017 nur mehr 1.322, also um 52 weniger, davon 426 Tabakfachgeschäfte und 896 Tabakverkaufsstellen. Die Tabakverkaufsstellen sind von den Schließungen stärker betroffen als die Fachgeschäfte. „Wir bekennen uns in jedem Fall trotzdem zu den Tabakverkaufsstellen, jedoch nur dort, wo kein Tabakfachgeschäft wirtschaftlich lebensfähig ist“, teilt der Obmann der Tabaktrafikanten in der NÖ Wirtschaftskammer, Peter Schweinschwaller, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Dank einer umsichtigen Strukturpolitik sei es aber gelungen, auch neue Tabakfachgeschäfte zu eröffnen. Sein Tabakgeschäft führt der Obmann in Stadt Haag im Mostviertel. „Das Landesgremium Niederösterreich versucht, die Eröffnung von Tabakfachgeschäften in Einkaufszentren zu vermeiden und konzentriert sich mehr auf die Ortskerne, wo die Trafiken oft der letzte Nahversorger in der Gemeinde sind“, sagt Schweinschwaller.

Bereits in Kraft getreten ist jetzt mit 1. Juni 2017 das Rauchverbot in Lokalen und Bars in Tschechien. Eine umfangreiche Evaluierung ist zwar aufgrund der Kürze der Zeit noch nicht möglich. Grundsätzlich aber rechnet Schweinschwaller mit keiner Auswirkung auf die niederösterreichischen Trafiken. Der Grund: „In den Regionen unweit der tschechischen Grenze haben schon die Einkaufsfahrten der Österreicher nach Tschechien zum Zigarettenkauf zu einer starken Ausdünnung unter unseren Trafiken geführt.“

Trotz dieser Entwicklung ist Schweinschwaller davon überzeugt, dass Trafiken auch weiterhin in ihrer Funktion als Nahversorger für Papierwaren und Schulsachen bestehen bleiben werden. Schließlich gäbe es ja nicht nur Tabakwaren, Lotterieprodukte, Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch Prepaid-Produkte, wie Handywertkarten und Online-Gutscheine, Tickets zu Veranstaltungen, viele Geschenkartikel und auf Bestellung auch Bücher. „Die Trafik versteht sich als Dienstleistungskanal des täglichen Lebens, als Kommunikationsort und als guter Nachbar im Ort“, summiert Schweinschwaller die Funktionen seiner Branche. (jm)

http://wko.at/noe/trafikanten



23.06.2017
Landesausstellung 2015 hat den Mostviertler Beherbergern die Betten gefüllt

Dass der Tourismus im Mostviertel einen wirtschaftlich immer höheren Stellenwert erlangt, zeigen nicht nur die wachsenden Nächtigungszahlen. Auch noch andere branchenspezifische Kennzahlen, wie Auslastung, Vollbelegstage und Saisonalität, sowie deren Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr entwickeln sich in der Region beachtlich positiv. Das geht aus der von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) regelmäßig durchgeführten Destinationsstudie hervor.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der Untersuchung entnimmt, sind im Tourismusjahr 2015/16 in allen 736 Beherbergungsbetrieben des Mostviertels die Bettenauslastung um 4,2 Prozent und die Vollbelegstage gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent gestiegen. In den 248 Hotels und hotelähnlichen Betrieben der Tourismusdestination Mostviertel hat das Plus bei der Bettenauslastung sogar 6,9 Prozent und bei den Vollbelegstagen 4,4 Prozent ausgemacht.

Beim wichtigen Index „Saisonalität“, der die möglichst gleichmäßige Verteilung von Nächtigungen über alle Monate des Jahres misst, zählt die ÖHV das Mostviertel zu den erfolgreichen Ganzjahresdestinationen. An dieser Kennzahl lassen sich die gelungenen Anstrengungen um eine Saisonverlängerung in den regionalen Beherbergungsbetrieben ablesen. Die Ergebnisse der ÖHV-Studie belegen auch deutlich die positiven Effekte für den Mostviertel-Tourismus aus der Abhaltung der NÖ Landesausstellung 2015 „ÖTSCHER:REICH - Die Alpen und Wir“ in Frankenfels-Laubenbachmühle, Wienerbruck und Neubruck. Mehr als 280.000 Besucher wurden an den drei Schauplätzen gezählt. (mm)

www.oehv.at

www.mostviertel.info



23.06.2017
Mödlinger Wirtschaft schlägt den Bau einer neuen Südbahn-Haltestelle vor

Für die Stärkung des öffentlichen Verkehrs im Bezirk Mödling durch eine neue Bahnstation spricht sich Martin Fürndraht, Mödlinger Bezirksstellenobmann der NÖ Wirtschaftskammer, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst aus. Er fordert die Errichtung einer Station „Mödling Süd“ der Südbahn zur Entlastung des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs in Mödling sowie eine strategische Positionierung von Park-and-ride-Anlagen am Stadtrand von Wien.

Von einer Station im Süden Mödlings an der Gemeindegrenze zu Guntramsdorf würden besonders die mehr als 3.000 Schüler und auch die Lehrer der HTL profitieren. Diese könnte man nämlich gleich mit einem Shuttlebus von dort zur Schule bringen. Derzeit müsse man noch den innerstädtischen Verkehr benützen, was diesen sehr belaste. Fürndraht appelliert an die Kommunalpolitiker, dieses seit Jahren diskutierte Projekt endlich auf Schiene zu bringen und damit auch das WIFI-Mödling besser an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

Ein weiteres großes Anliegen ist dem Bezirksobmann die Errichtung strategischer Park-and-ride-Anlagen an der Grenze zur Bundeshauptstadt: „In Wien ist der öffentliche Verkehr zwar sehr gut ausgebaut, jedoch setzt die optimale Nutzung durch Pendler aus Niederösterreich voraus, dass es auch gut positionierte Park-and-ride-Anlangen mit einer ausreichenden Zahl an Stellplätzen gibt“, sagt Fürndraht. Auch die Station „Mödling Süd“ sollte man damit ausstatten.

Der bevorstehenden Einführung des Parkpickerls in Favoriten und dem damit verbundenen „Parktourismus“ sieht Fürndraht gelassen entgegen. Er erwartet zwar, dass es anfänglich zu einer Verschärfung der Parkplatzsituation in den angrenzenden Gemeinden kommen wird, was sich aber bald einpendeln werde. Auch hier sieht er den Bedarf an strategischen Park-and-ride-Anlagen. (hm)

http://wko.at/noe/moedling



23.06.2017
Mehr als 22.000 neue Führerscheine in Niederösterreich

Fast 22.400 Führerscheine haben die Bezirkshauptmannschaften und Bundespolizeidirektionen 2016 in Niederösterreich neu ausgestellt oder um zusätzliche Lenkberechtigungen erweitert. Mit exakt 22.355 neuen Führerscheinen liegt Niederösterreich im Vergleich der Bundesländer an zweiter Stelle, nur geschlagen von Oberösterreich mit 22.953, aber klar vor der Steiermark (17.706) und Wien (17.104). Diese Zahlen, in denen die Mopedführerscheine nicht erfasst sind, teilt die Statistik Austria dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Auch in Niederösterreich kann man einen Trend beobachten, der über alle Bundesländer erkennbar ist: Schon seit einigen Jahren geht die Zahl der neu erworbenen Lenkberechtigungen zurück. 2012 hatten die Behörden zwischen Enns und Leitha noch fast 26.000 Führerscheine neu ausgestellt. (mm)

www.statistik.at



23.06.2017
Gewerbliche Dienstleister fordern Reglementierung des Dolmetsch-Berufes

Mit einem Geschäftszuwachs um zwei Prozent rechnet heuer die Fachgruppe der Gewerblichen Dienstleister, die aus 19 verschiedenen Berufszweigen besteht. Zu ihnen gehören u.a. die Berufsdetektive, das Bewachungsgewerbe, die Forstunternehmer, die Arbeitsvermittler und Arbeitskräfteüberlasser sowie die Sicherheitskräfte und sicherheitstechnischen Zentren, die Agrarunternehmer, aber auch die Call-Center und Tauchunternehmer.

„Wichtig ist es uns vor allem, das Unternehmertum zu stärken sowie fundierte Ausbildung und Weiterbildung anzubieten“, stellte der Fachgruppenobmann der Gewerblichen Dienstleister in der NÖ Wirtschaftskammer, Otto Ressner, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. Daher sei es seit einem Jahr möglich, am WIFI-Standort St. Pölten mit eigenen Kursen und bestandener Prüfung die Zulassung zum Arbeitsvermittler und Arbeitskräfteüberlasser zu erwerben. Dies sei bisher nur in Wien, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg möglich gewesen.

Nicht zuletzt fordert die Fachgruppe die Reglementierung des Berufszweiges der Sprachdienstleister. „Eigentlich kämpfen wir schon seit Jahren darum“, sagt Otto Ressner. Wie Medienberichten zu entnehmen sei, habe sich in den letzten Monaten die Situation noch durch Dolmetscher verschärft, die nicht richtig übersetzen können. Vor allem im behördlichen Umgang mit Flüchtlingen und ihren persönlichen Angaben sowie bei ihrer Spitalsbetreuung sei das ein Problem. „Mit einer Reglementierung würden man schwarzen Schafen schon im vornhinein einen Riegel vorschieben“, betonte Ressner.

Ein gutes Zeugnis stellt die Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister dem Geschäftsjahr 2016 aus. „Vor allem die Arbeitsvermittler und Arbeitskräfteüberlasser haben dank der intensiveren Überprüfung von ausländischen Mitbewerbern Aufwind verspürt. Bereits im Vorjahr hat sich hier einiges zu unseren Gunsten gewandelt“, so Otto Ressner. Dieser Trend setze sich im übrigen heuer weiter fort.

Zurzeit gibt es in Niederösterreich 3.922 aktive gewerbliche Dienstleister. Insgesamt beschäftigt die Branche 19.598 Mitarbeiter. Der EPU-Anteil beträgt 65,1 Prozent. (dsh)

http://wko.at/noe/dienstleister



23.06.2017
Passagiere sollen an der Grenze nicht mehr umsteigen müssen

Niederösterreichs neue Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner will in Verkehrsfragen, „in neuen Räumen denken.“ Dazu gab sie nach einem Arbeitsgespräch mit dem tschechischen Verkehrsminister Dan Tok und dem für Straßenbau zuständigen Landesrat Ludwig Schleritzko in einer Pressekonferenz bekannt, dass man intensiv am Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen arbeite. Eines der Projekte sei die Durchgängigmachung der Franz-Josefs-Bahn von Wien über Gmünd nach Budweis. Hier müssten die Fahrgäste an der Grenze noch umsteigen, was nicht nur zu einem Zeitverlust führe, sondern auch keinen Reisekomfort bewirke.

„Uns ist es ein Anliegen, dass die Fahrgäste an der Grenze nicht mehr die Züge wechseln müssen. Nicht nur wir verhandeln bereits mit den ÖBB, sondern auch die tschechische Seite, denn diese hätte auch die Kosten zu tragen“, betont Mikl-Leitner. Jedenfalls sei sie zuversichtlich, dass hier eine rasche Lösung für die Fahrgäste gefunden werde.

Weitere Schwerpunkte im Austausch mit dem tschechischen Minister waren der Ausbau der Nordautobahn A5 und der Weinviertel-Schnellstraße S3. Von niederösterreichischer Seite sei die A5 voll auf Schiene und werde bis 2020 Drasenhofen erreichen. Laut dem tschechischen Verkehrsminister seien gerade die Vorbereitungsarbeiten für die Umfahrung Nikolsburg/Mikulov eingeleitet worden. Mit dem Bau soll 2018 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2025/26 geplant.

Was die S3 von Hollabrunn Richtung Znaim anlangt, ist die Umfahrung der Stadt Znaim wegen des großen Verkehrsvolumens besonders wichtig. Hier ist der erste Abschnitt bereits fertig, der zweite in Umsetzung und der dritte in Detailplanung, der 2019/20 begonnen werden soll. (hm)

www.noel.gv.at



23.06.2017
Hohe Temperaturen machen Gusto auf Bio-Eis besonders stark

Mit seinem Bio-Eis-Programm hat der Bio-Bauernhof Hansinger in Kilb im Bezirk Melk eine überregionale Strahlkraft entwickelt. Je nach Fruchtangebot stellt er bis zu 70 verschiedene, bereits bekannte und neue, Eissorten her. Fast alle Zutaten, wie Milch, Milchprodukte, Früchte etc., kommen vom eigenen Bio-Unternehmen oder aus der Region. Als Beispiele echter regionaler Schmankerln nennt Geschäftsführer Günter Hansinger dem NÖ Wirtschaftspressedienst das Mohn-Eis, Dirndl- und Stachelbeer-Eis sowie das Marillen-Eis mit Topfen.

Der Großteil der kalten Köstlichkeiten landet in Gastronomiebetrieben. Als prominenten Kunden nennt Günter Hansinger den Tirolerhof beim Tiergarten Schönbrunn. Die anderen Erzeugnisse des Bio-Bauernhofes, wie Milch, Milchprodukte, Fruchtsäfte und Schnäpse, verkauft er an Supermärkte und Bioläden in einem Umkreis von 100 Kilometern.

Der Kilber Bauernhof besteht bereits seit über hundert Jahren und ist weit über die Region hinaus bekannt. Mit der ersten Eisproduktion hat der Biobauer 2004 begonnen. Neben der Erzeugung von Speiseeis betreiben die Mitglieder des Familienunternehmens mit Hilfe von acht Beschäftigten auch einen Bioladen und ein Bio-Eisgeschäft.

Etwa die Hälfte des ständig steigenden Umsatzes entfällt inzwischen auf den Eisverkauf. „Unsere Kapazitäten sind derzeit fast aufgebraucht“, sagt Günter Hansinger, der in nächster Zeit die Stätte der Eisproduktion ausbauen und neue Maschinen ankaufen will. (km)

www.hansinger.at



23.06.2017
Umhänge und Schals mit japanischer Filztechnik aus dem Tullnerfeld

Vor sechs Jahren ist die damals 50jährige Einzelhandelskauffrau Anita Volf aus Absdorf im Bezirk Tulln darauf gekommen, dass die japanische NUNO-Filztechnik vorzüglich geeignet ist, damit farbenfrohe Umhänge und Schals herzustellen. So entschloss sie sich zu einem Berufswechsel und machte sich als Kunsthandwerkerin selbständig. Dieser Wechsel hat sich gelohnt. Sie fertigt seither in Handarbeit extravante Einzelstücke, die sie per Online-Shop und Präsenz auf Ausstellungen und Kunsthandwerksmärkten in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg anbietet und vermarktet.

Jedes Jahr ist Anita Volf auf zwölf bis 15 solcher Events persönlich anzutreffen. Zu ihren Kundinnen zählen Hausfrauen genauso wie Unternehmerinnen, die das Besondere lieben und Unikate gern ihr eigen nennen. „Gerade in letzter Zeit bemerke ich“, erklärte sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst, „dass Kundinnen ein großes Augenmerk auf Einzigartigkeit legen. Immer mehr wollen keine Massenware mehr kaufen, sondern ein qualitätsvolles Einzelstück erwerben. Darin sehe ich eine große Chance des Kunsthandwerks, weil es diese Wünsche auch tatsächlich erfüllen kann.“

Während man für das herkömmliche Filzen lediglich Wolle, Wasser und Seife benötigt, dient beim NUNO-Filzen ein dünner Stoff, wie etwa Baumwolle oder Seide, als Grundgerüst, auf dem die Merinowolle in nur einer Lage aufgefilzt wird. Durch das Auffilzen wird der Stoff leicht zusammengeschoben, was eine leichte, kaum sichtbare Kräuselung auslöst. „Der große Vorteil des NUNO-Filzenes liegt darin, dass die recht dünnen Werkstücke weich sind und schön fallen, während reiner Filz dazu neigt, sehr steif zu werden“, erklärt Anita Volf. „Außerdem reibe ich nur mit der flachen Hand und verwende keine mechanischen Hilfsmittel.“

Bis zu 15 Arbeitsschritte benötigt die Kunsthandwerkerin für ein Werkstück, für das sie Merinowolle aus Deutschland verwendet. Bis ein Schal fertigt ist, dauert es zwischen drei und fünf Stunden. Für einen Umhang sind zwischen sieben und zehn Stunden nötig. (dsh)

www.woolmeetssilk.at



23.06.2017
Wirtschaft im Bezirk Gänserndorf fordert raschen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

Einen klaren Auftrag an die Politik leitet Andreas Hager, Wirtschaftskammer-Obmann des Bezirkes Gänserndorf, vom Personalabbau der Firma Shire und vom Rückbau ihres Geschäftsumfanges in Orth an der Donau ab. Der von der Wirtschaft schon seit Jahren geforderte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sei dringend notwendig, nicht nur um die Standortbedingungen der Unternehmen entscheidend zu verbessern, die bereits angesiedelt sind, sondern um sie auch für neue Interessenten attraktiv zu machen. Schließlich erfordere jeder Abgang das Bemühen um neue Zugänge. „Die Politik ist jedenfalls gefordert, ein Beschleunigungskonzept zu entwickeln“, erklärte Hager dem NÖ Wirtschaftspressedienst. (mü)

http://wko.at/noe/gaenserndorf