NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1576 vom 21.02.2020

21.02.2020
Die Top-Einkommen in der Industrie sollen bekannter gemacht werden

Wie aus einer von der NÖ Industriellenvereinigung (IV-NÖ) in Auftrag gegebenen Studie klar hervorgeht, haben ausgebildete Industriefachkräfte einen großen Einkommensvorsprung gegenüber vielen, die sich für eine weiterführende Schule oder eine Lehrausbildung abseits der Industrie entscheiden. „Leider ist den meisten aber nicht bewusst, dass sie nach einer Industrielehre wesentlich besser verdienen als mit so manchem Studienabschluss“, stellt IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer fest. Ein studierter Informatiker hole den Einkommensvorsprung eines Systemtechnikers mit Lehrabschluss erst im 42. Lebensjahr ein.

Salzer macht aber auch noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: Gerade für junge Erwachsene ist ein gutes Einkommen besonders wichtig. „Es ist vor allem die Zeitspanne im Alter von 20 bis 30 Jahren, wo man aus dem Elternhaus ausziehen, vermehrt auf Reisen gehen oder eventuell auch schon eine Familie gründen möchte“, erklärt der IV-NÖ-Präsident. Genau in diesem Lebensabschnitt könne sich eine ausgebildete Fachkraft in einem Industriebetrieb auf ein gutes Einkommen verlassen.

Selbstverständlich stehe der Weg zur Matura und in weiterer Folge zu einem Studium offen. „Im Gegensatz zu anderen Maturanten oder Studierenden haben die ehemaligen Lehrlinge aber zwei immense Vorteile: Berufserfahrung und einen finanziellen Vorsprung“, betont Salzer. (mm)

http://www.iv-niederoesterreich.at



21.02.2020
Wirtschaft im Raum Schwechat drängt auf den Bau des Lobau-Tunnels

Die Wirtschaft in der Region Schwechat ist im letzten Jahr um 210 Betriebe bzw. vier Prozent gewachsen. Mit 5.091 Betriebsstandorten boomt diese Region weiterhin extrem stark. Als Grund dafür nannte der Schwechater Wirtschaftskammer-Obmann Fritz Blasnek dem NÖ Wirtschaftspressedienst beim traditionellen Wirtschaftsempfang der Bezirksstelle nicht nur die Nähe zu Wien und zum Flughafen, sondern auch die gute Infrastruktur. „Unsere Betriebe sind ein breiter Mix und ziehen damit auch andere Unternehmen an“, sagte er.

Einen Wermutstropfen sieht Blasnek im Lobau-Tunnel als noch immer fehlenden Schluss des Rings um Wien. „Wir warten weiterhin sehnsüchtig darauf, denn er würde der gesamten Region eine große Entlastung bringen“, betonte er. Als verbesserungswürdig bezeichnet der Bezirksstellenobmann die mangelhaften Angebote im Personentransport mit dem Bus. Als Beispiel nennt er die Gemeinde Leopoldsdorf, wo er selber Bürgermeister ist. Mittlerweile sei zwar die Anbindung an Wien schon sehr gut, aber jene in Richtung Mödling oder Schwechat lasse noch sehr zu wünschen übrig. Ein Problem sei die Parkraumsituation in der Stadt Schwechat, und man evaluiere bereits weitere kostenpflichtige Parkplätze für den Fall, dass das Parkpickerl in Simmering ausgeweitet werde.

Als sehr positiv wertet Blasnek den aktuellen Trend zur Lehre. Im letzten Jahr ist die Lehrlingszahl im Gerichtsbezirk Schwechat um fast elf Prozent auf 728 gestiegen. 240 Ausbildungsbetriebe bieten 77 Berufe an. „So können wir dem Facharbeitermangel begegnen, denn wenn wir Fachkräfte haben wollen, müssen wir sie selber ausbilden“, so Fritz Blasnek, der zugleich anmerkt, dass Innovationen und Problemlösungen meist aus der Wirtschaft kommen.

Im Gerichtsbezirk Schwechat gab es 2019 4.851 aktive Mitglieder der NÖ Wirtschaftskammer. Die stärkste Sparte waren Gewerbe und Handwerk mit 2.743 Mitgliedern, gefolgt vom Handel mit 1.168, Transport mit 647 sowie Information und Consulting mit 581. (hm)

http://wko.at/noe/schwechat



21.02.2020
Fachhochschule Wiener Neustadt lädt wieder zum „Open House“

Praxisnaher Unterricht, innovative Forschungsarbeit und internationale Vernetzung: Das sind jene Attribute, mit denen die Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt, die erste und älteste FH Österreichs, junge Menschen aus aller Welt zur Ausbildung anlockt. Derzeit sind an der FH Wiener Neustadt, die Außenstellen in Tulln, Wieselburg und Wien sowie das Forschungsunternehmen FOTEC betreibt, mehr als 4.000 Studierende aus 80 Nationalitäten inskribiert.

Die Hochschüler durchlaufen eines von 37 Bachelor- oder Master-Programmen in fünf angebotenen Fakultäten. Am stärksten nachgefragt ist die Studienrichtung „Wirtschaft“ mit rund 1.400 Studentinnen und Studenten, gefolgt von „Technik“, „Gesundheit“, „Sport“ und „Sicherheit“. Seit ihrer Gründung 1994 hat die FH Wiener Neustadt mittlerweile mehr als 12.000 Absolventen ausgebildet.

Für Freitag, den 28. Februar 2020, lädt die FH Wiener Neustadt zu einem „Tag der Offenen Tür“ ein, an dem sich Interessenten über die angebotenen Bachelor- und Master-Studien informieren können. Die FH-Standorte Wien und Tulln halten analoge Veranstaltungen am 5. März bzw. 20. März ab. Beim „Open House“ stehen - im wahrsten Sinn des Wortes - alle Labors und Hörsäle der FH offen. Bei zahlreichen Vorlesungen und Workshops kann sich jeder Besucher ein Bild vom Leben auf dem Campus machen. (mm)

http://www.fhwn.ac.at



21.02.2020
Die neue NĂ– Berufslenker-Akademie erwartet ihre ersten Absolventen

Weil im Güterbeförderungsgewerbe ein massiver Fachkräftemangel herrscht, haben sich die Sozialpartner in der NÖ Wirtschaftskammer (WKNÖ) und der Arbeiterkammer (AKNÖ) sowie das Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) zu einer Ausbildungs-Initiative zusammengetan und schon im Herbst 2018 die sogenannte „NÖ Berufslenker-Akademie“ gestartet. Im März werden nun die ersten Teilnehmer an diesem neuen Schulungsmodell ihre Lehrabschlussprüfung ablegen. Bereits im Vorfeld ist das Interesse an den Absolventen der NÖ Berufslenker-Akademie groß ausgefallen. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst erfahren hat, wollen mehr als 40 Unternehmen aus Niederösterreich Kandidaten aufnehmen.

Im Rahmen der NÖ Berufslenker-Akademie haben junge Erwachsene die Möglichkeit, in der halben Lehrzeit - also längstens in 18 Monaten - den Lehrabschluss als Berufskraftfahrer-Fachkraft zu erlangen. Die Ausbildung besteht aus einem Mix aus Theorie und Praxis, bietet insbesondere den Erwerb des Führerscheins der Klassen C, E und C95 sowie die Vorbereitung auf den Lehrabschluss an. Bei speziellem Bedarf kann man auch Stapler- und Krankurse sowie die Gefahrgut-Lenkerausbildung machen.

Wer die NÖ Berufslenker-Akademie besuchen will, muss arbeitslos und mindestens 20 Jahre alt sein sowie nicht mehr als maximal einen Pflichtschulabschluss oder eine am Arbeitsmarkt nicht verwertbare Ausbildung haben. Eine der Voraussetzungen ist auch der Führerschein der Klasse B und ein eigener Pkw. Das AMS übernimmt dabei während der Ausbildung - je nach Anspruch - Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. (mm)

http://www.bl-akademie.at



21.02.2020
Verkleiden und Tanzen liegen im Trend des gewerblichen KostĂĽmverleihs

„Das Geschäft mit dem Fasching und den Faschingskostümen läuft gut“, teilte Manuela Plank, die in Pfaffstätten bei Baden einen bekannten Kostümverleih betreibt, dem NÖ Wirtschaftspressedienst bei einem Betriebsbesuch mit. „Der absolute Renner in dieser Saison sind mit dem 100-Jahr-Rückblick auf die 1920er Jahre für Frauen Paillettenkleider und für Männer Nadelstreifanzüge. Wir haben aber auch Marlene-Dietrich-Hose und Golfer-Anzüge in unserem Fundus“, sagt sie.

Wehmütig merkt Plank zwar an, dass vor allem das Internet mit den großen Verkaufsplattformen eine Konkurrenz darstellt, die nicht zu unterschätzen ist und die schon einiges vom Geschäft wegnimmt. Aber optimistisch stellt sie fest, dass insbesondere jüngere Menschen gern etwas Neues kaufen. „Meine Generation über 50 Jahre möchte zwar auch jedes Jahr etwas Neues haben, aber nicht immer das Gleiche anziehen, und daher ist für uns das Geliehene eine durchaus interessante Option“, sagt Plank. Schließlich sei die Reinigung und bei Bedarf auch die Änderung immer im Gesamtpackage dabei. Bei Kostümen handle es sich um Preise von 30 bis 40 Euro. Inkludiert seien da auch noch typische Accessoires, wie beim Motto 1920er Jahre etwa ein Zigarettenspitz oder eine Boa.

Etwas teurer wird es, wenn es um Ballkleider geht. Hier startet der Verleihpreis bei 80 Euro, es können aber auch 120 Euro werden. Etwa 105 Euro kostet ein Smoking, der von Samstag in der Früh bis Montag in der Früh ausgeliehen wird. „Da gerade Bälle voll im Trend liegen, bekommen wir regelmäßig jede Menge Anfragen“, erklärt Plank. „Schließlich sind unsere Kleider Einzelstücke, die den Wünschen unserer Kunden entsprechend angepasst werden.“

Drittes Standbein mit guter Nachfrage sind die Faschingsumzüge der Gemeinden. „Da brauchen wir oft Kostüme für 20 oder 30 Personen, und auch das ist für uns machbar“, so die gelernte Schneiderin, zu deren Kunden die Gemeinden der Umgebung zählen. Deshalb ist die Kostümverleiherin auch für die nächsten Jahre im Grunde durchaus zuversichtlich. Im Sinne der Nachhaltigkeit - „schließlich werden unsere Kostüme und Kleider mehrmals verwendet“ - geht sie davon aus, „dass es auch weiterhin ausreichend Leute geben wird, die das Material und das Service schätzen, das man vor Ort beim Kostümverleih findet, was das Internet eben nicht bieten kann.“ (jm)

http://www.massmoden.at



21.02.2020
Wie sich ein Kaffeehaus-Besitzer gegen das Rauchverbot wehren will

Bis zur Einführung des Nichtraucherschutz-Gesetzes im November hat Helmut Tischler, Chef des von ihm 2013 gegründeten Gastronomiebetriebes „Kaffee Plantage“ im Fischapark in Wiener Neustadt mit neun Mitarbeitern, jährliche Umsatzsteigerungen um rund sieben Prozent erwirtschaftet. „Seither haben wir ein Minus zwischen 12 und 25 Prozent. Alle Gastwirte spüren das Verbot. Es trifft uns sehr stark“, erklärt er dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Schließlich hatte er rund 60.000 Euro in den Umbau eines optimalen Nichtraucher-Abteils investiert.

Die Spezialität der Kaffee Plantage ist das Rösten ausgewählter Kaffeesorten. „Diese stammen aus hundertprozentigen Hochland-Arabica-Plantagen, die in 1.180 bis 2.000 Metern Seehöhe geerntet werden“, berichtet Tischler. Für die optimale Röstung der verschiedenen Sorten ist sein Sohn Barista Nicolaus zuständig.

„Den klassischen italienischen Espresso rösten wir auf sizilianischeArt - dunkel“, verrät Nicolaus Fleck. „So entsteht der schokoladig-nussige Geschmack des Espressos, der hervorragend zu österreichischen Mehlspeisen passt.“ Eine eigene Kaffeemarke hat Helmut Tischler mit der „Kaffee Plantage - Quelle des Espressos“ geschaffen. Weitere Sorten sind Peru Bio Direct Trade, Sizilia Original Mischung, Sizilia Bio Mischung, und Kenya Mount Kenya Selection.

Die guten Jahre hindurch hat sich das Kaffeehaus als gastfreundliches Lokal etlabliert, das zum Entspannen und zum Genießen von Kaffee sowie von süßen oder sauren Schmankerln eingeladen hat. Doch das bleibt nicht so. Nach dem Niedergang der Umsatzzahlen plant Helmut Tischler, die bisherige Rösterei in Leobersdorf aufzulösen. „Wir wollen unser 180 Quadratmeter großes Haus umbauen, um die Rösterei hier vor Ort unterzubringen“, erklärt er. Er hofft, mit dem Rösten vor Zuschauern die Gäste neugierig zu machen und so die Attraktivität des Betriebes zu stärken. (km)

http://www.kaffee-plantage.at



21.02.2020
Schwechater GĂĽterbahn LTE-group fordert Ausbau der Europa-Schienenwege

Geht es nach den Plänen der EU-Kommission, sollen im Jahr 2030 rund 30 Prozent aller Gütertransporte in Europa auf der Schiene abgewickelt werden. Diese Ankündigung ist Wasser auf die Mühlen der LTE-group, einer privaten österreichischen Güterbahn mit Sitz in Schwechat. Deren Geschäftsführer, Andreas Mandl, geht allerdings davon aus, dass man zum Erreichen des ehrgeizigen Zieles noch große Hindernisse wird aus dem Weg räumen müssen. „Beseitigen muss man vor allem die bestehenden Engpässe bei der Schieneninfrastruktur“, sagt Mandl in einem Interview mit der Österreichischen Verkehrszeitung (ÖVZ). Zurzeit macht nämlich der Anteil der Bahntransporte an sämtlichen Güterbeförderungen in Europa nur 17 Prozent aus.

Für ihre Lieferungen setzt die LTE-group 80 Lokomotiven ein, wovon 32 in ihrem Eigentum stehen, ergänzt um rund 800 gemietete Bahnwagen in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten. Um weiter wachsen zu können, prüft das Unternehmen derzeit, wie man die Güterzüge beschleunigen kann. „Innovatives Wagenmaterial ist für uns ein großes Thema“, erklärt Mandl. Als Beispiel nennt er die mit neuen Drehgestellen ausgestatteten Containertragwagen. Diese erlauben Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h, was ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum bisher genutzten Rollmaterial sei.

Im Jahr 2019 hat die LTE-group nach eigenen Angaben rund 7,5 Millionen Tonnen Fracht befördert, darunter Neuwagen, Container, Agrargüter, Rohstoffe sowie Produkte der Mineralöl- und Chemieindustrie. Der Personalstand mit derzeit 460 Beschäftigten wird voraussichtlich heuer erstmals die Marke von 500 übersteigen. Zuletzt hat die LTE-group, die von der Zentrale in Schwechat Tochterunternehmen in neun Ländern Europas steuert, einen Jahresumsatz von 135 Millionen Euro erwirtschaftet. (mm)

http://www.lte-group.eu

http://www.lte-group.eu/de/Home.htm



21.02.2020
Exporte der Winzer Krems klettern auf neue Rekordhöhe

Österreichs größter Qualitätsweinproduzent, die Winzer Krems, hat im Vorjahr sein Exportgeschäft weiter ausgebaut. Erstmals in der mehr als 80jährigen Firmengeschichte ist es dem Unternehmen gelungen, den Anteil der Erlöse aus dem Flaschenwein-Verkauf im Ausland auf über 50 Prozent des Gesamtumsatzes zu steigern. „Exakt haben wir 51,7 Prozent des Flaschenwein-Umsatzes außerhalb Österreichs erwirtschaftet“, gibt Winzer Krems-Geschäftsführer Ludwig Holzer bekannt.

Größter Exportmarkt ist Deutschland, wofür die Winzer Krems schon seit 1972 eine Niederlassung in Passau betreiben, gefolgt von den Niederlanden und den USA. „Darüber hinaus konzentrieren wir uns im Auslandsgeschäft auf Staaten in Fernost und Osteuropa“, erklärt Holzer. Insbesondere Russland sei dabei im Fokus.

Die Winzer Krems, die 90 Mitarbeiter beschäftigen, stehen im Eigentum von rund 900 Weinbauern aus den Weinbaugebieten Wachau und Kremstal. Zusammen bewirtschaften sie eine Rebfläche von 1.200 Hektar. Zum Sortenspektrum zählen u.a. Grüner Veltliner, Riesling, Gelber Muskateller und Blauer Zweigelt. (mm)

http://www.winzerkrems.at



21.02.2020
AKNÖ-Studie zeigt: Mehr als die Hälfte der ArbeitnehmerInnen muss pendeln

Niederösterreich ist und bleibt ein Land der Pendler. Das unterstreicht die jüngste Pendleranalyse der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ). Demnach pendeln mehr als 311.000 ArbeitnehmerInnen im Land aus ihrem Wohnbezirk aus - um 10,1% mehr als im Jahr 2014. „Seit der ersten Pendleranalyse vor 30 Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die auspendeln, sogar mehr als verdoppelt“, so AKNÖ-Präsident Markus Wieser bei der Präsentation der aktuellen Studie, die auf rund 70 Seiten umfangreiches Datenmaterial liefert. Allerdings sind noch höhere Werte zu veranschlagen, weil z.B. Beamte in der AK-Studie nicht berücksichtigt sind.

Derzeit ist es so, dass mehr als die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen (51,5%) in einen anderen Bezirk auspendeln, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. „Ein weiteres Viertel pendelt innerhalb des Wohnbezirks“, erklärt Wieser. Von den 184.502 AuspendlerInnen, die nicht nur ihren Wohnbezirk, sondern auch das Bundesland verlassen, pendeln 86% nach Wien und 9,3 Prozent nach Oberösterreich – gefolgt vom Burgenland (2,9%) und der Steiermark (1,1%).

In Niederösterreich haben nur sechs Bezirke mehr Arbeitsplätze als Beschäftigte, die dort wohnen. Spitzenreiter ist Mödling (141,5%), gefolgt von Bruck/Leitha (122,9%), was vor allem auf die Auflösung des früheren „Bezirks Wien Umgebung“ zurückzuführen ist. Auf den weiteren Plätzen folgen Horn (108,8%), Scheibbs (104,6%), St. Pölten (104,5%) und Lilienfeld (100,2%).

Von den 118.198 Personen, die nach Niederösterreich einpendeln, kommen knapp 68.000 (57,4%) aus Wien, gefolgt von Leuten aus dem Burgenland und der Steiermark. Stark zugenommen hat übrigens auch die Zahl der Einpendler aus den Nachbarstaaten Tschechien, Slowakei und Ungarn. Ihr Anteil an den 118.198 einpendelnden Personen ist von 11,9% im Jahr 2014 auf 17,3% im Jahr 2019 gestiegen.

Auch die Länge und Dauer der Arbeitswege sowie die Art der genutzten Verkehrsmittel hat die AK-Studie erhoben. Studienautor Thomas Kronister: „Der durchschnittliche Arbeitsweg in Niederösterreich ist 21 km lang, wofür die Erwerbstätigen im Schnitt 32 Minuten benötigen.“ Die kürzesten Strecken mit durchschnittlich 15 km muss man im Mostviertel bewältigen, die längsten mit 28 km im Weinviertel.

Stärkster Auspendler-Bezirk ist Gänserndorf mit einem Auspendler-Anteil von mehr als 70%. Dahinter rangieren Korneuburg mit 66,2% und Mödling mit 63,3% sowie weitere Bezirke aus dem sogenannten „Speckgürtel“ um Wien. Die niedrigste Auspendler-Quote hat Gmünd mit 31,4%. Bei den Einpendlern liegt Mödling mit einem Anteil von 74% der Arbeitsbevölkerung im Bezirk an der Spitze, gefolgt von Bruck/Leitha mit 69,1% und Korneuburg mit 58,1%.

Unter den Verkehrsmitteln, die für den Arbeitsweg genutzt werden, rangiert der motorisierte Individualverkehr mit 65% klar auf Platz eins. Nur 21% der pendelnden Personen nutzen den öffentlichen Verkehr, 8% setzen sich aufs Fahrrad und 5% können zu Fuß zur Arbeit gehen.

Da das Pendeln auch erhebliche Kosten für die ArbeitnehmerInnen verursacht, fordert AKNÖ- Präsident Markus Wieser, „dass das Pendlerpauschale von einem Freibetrag zu einem Absetzbetrag umgestaltet werden muss“. Derzeit würden nämlich Menschen mit einem geringeren Einkommen mehr belastet als Besserverdiener. Die Abschaffung dieser Ungerechtigkeit wäre aber noch besser, meint er mit Verweis auf die grüne Bundesministerin Gewessler, der er attestiert, das Problem erkannt zu haben.

Als weitere MaĂźnahmen, um das Pendeln angenehmer, kostengĂĽnstiger, umweltfreundlicher und sicherer zu machen, nennt die AKNĂ– drei Punkte:

• den Öffentlichen Verkehr attraktiver machen - mit entsprechender Tarifgestaltung, gut ausgestatteten Haltestellen und bei Störungen mit besseren Infos und Lösungen.

• den Ausbau der Park & Ride- sowie der Bike & Ride-Plätze mit besserer Ausstattung und guter Erreichbarkeit.

• bessere Radwege innerhalb der Gemeinden bzw. für kurze Strecken mit ausreichender Beleuchtung und mit entsprechenden Vorrichtungen für die Sicherheit der Radfahrer. (rz)

http://www.noe.arbeiterkammer.at/pendler



21.02.2020
Berufsinfo-Zentrum BIZ der WKNÖ bewährt sich als Talenteschmiede

In neuem Glanz präsentiert sich das Berufsinformationszentrum (BIZ) der NÖ Wirtschaftskammer (WKNÖ) in St. Pölten nach vier Monaten Umbauzeit mit 1,18 Millionen Euro Netto-Baukosten. „Der Bildungs- und Wirtschaftsstandort Niederösterreich hat sehr viel zu bieten, jetzt auch dieses erneuerte Zentrum für Orientierungshilfe bei der Schul- und Berufswahl“, stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Eröffnungsfeier fest. Damit sei die Neu-Eröffnung des BIZ „ein wahrer Zukunftstag“. Die Professionalität des BIZ sei jetzt auch in den Räumen sichtbar geworden, betonte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl.

Markus Hengstschläger, Universitätsprofessor und Unternehmer, sprach sich dafür aus, den Begriff Talent möglichst weit zu fassen. „Wir können es uns nicht leisten, Talente nicht zu entdecken“, sagte er und betonte, dass es gerade in diesem Bereich Chancengleichheit geben müsse. Und wie entdeckt man Talente? Elternhaus und Familie liefern einen wichtigen Beitrag dazu, so Hengstschläger. Genauso aber sei es jungen Leute wichtig, vieles kennenlernen und ausprobieren zu können. „Und es gehören auch professionelle Tests dazu, wie sie hier im BIZ jetzt unter noch besseren Bedingungen als davor angeboten werden.“

„Wir haben jetzt mehr Raum, mehr Licht und eine Atmosphäre, die die Konzentration auf die verschiedenen Testverfahren optimal unterstützt“, sagte BIZ-Leiterin Sabine Wunderl. Im Interesse der Fokussierung auf die Testaufgaben sei außerdem eine Reihe von Testgeräten neu designt und weiterentwickelt worden.

Das BIZ-Angebot umfasst Potenzialanalysen für Erwachsene und Jugendliche ebenso wie die Unterstützung von Unternehmen bei der Auswahl von Personen, die sich um Lehrstellen oder Neu- und Nachbesetzungen bewerben. So arbeitet beispielsweise die Constantia Teich GmbH in Weinburg im Pielachtal seit Jahren erfolgreich mit dem BIZ in St. Pölten zusammen. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Julia Birner-Schuschu, die Personal-Chefin des Unternehmens.

Neben dem „Hauptsitz“ in St. Pölten hat das BIZ auch Standorte in Gmünd, Mödling und Stockerau. An allen wird auch der vom Land Niederösterreich und der WKNÖ gemeinsam getragene NÖ Begabungskompass mit den Talente-Checks für Jugendliche der 7. Schulstufe durchgeführt. Fähigkeiten im kognitiven Bereich werden dabei ebenso getestet wie handwerkliches Geschick.

„Zuletzt haben wir pro Jahr die Talente von rund 13.000 Schülern der Neuen Mittelschulen und der Gymnasien evaluiert. 90 Prozent der Eltern danken uns für diese Hilfe“, sagte Präsidentin Zwazl. Seit der Einführung der Talente-Checks im Jahr 2012 haben mittlerweile mehr als 88.000 junge Menschen ihre Talente und die dazu passenden Ausbildungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen. Zur BIZ-Zielgruppe gehören aber auch Erwachsene und Maturanten, denen eine individuelle Karriereberatung für Studium, Weiterbildung und Höherqualifizierung angeboten wird.

Insgesamt sei das BIZ „ein Modell, das in der Zwischenzeit auch von anderen Bundesländern übernommen worden ist“, stellte Johanna Mikl-Leitner mit Freude über diese Vorreiterrolle Niederösterreichs fest. (rz)

http://wko.at/noe



21.02.2020
Weinviertler Unternehmerin macht mit Bio-Hundekeksen ein gutes Geschäft

Auf die Produktion von Hundekeksen als Leckerli mit regionalen und biologischen Zutaten hat sich die Einpersonenunternehmerin (EPU) Elisabeth Seltenhammer mit ihrer Firma „Dog’s Bakery“ in Schrattenberg, Bezirk Mistelbach, spezialisiert. Zusammen mit einem Ladengeschäft in Wolkersdorf, wo auch Hundeartikel und Fleisch für die BARF-Fütterung erhältlich sind, hat sie sich einen Kundenstock im Umkreis von 50 Kilometern geschaffen. Darüber hinaus aber beliefert sie Kunden in ganz Österreich.

Wie sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, hat sie ihre Produktion insbesondere auf Hunde mit Allergien ausgerichtet, und alle Bestellungen bäckt sie immer frisch. Ihre Hundekeks sind sehr gut nachgefragt. „Nicht nur beim Menschen nehmen die Allergien zu“, sagt Elisabeth Seltenhammer, „sondern auch bei Hunden. So habe ich meine Produktion darauf ausgerichtet und verwende deshalb Zutaten so weit wie möglich nur aus biologischer Landwirtschaft und Viehzucht“. Sie verarbeitet in ihren Produkten Dinkel, Buchweizen, echtes Fleisch, kein Fleischmehl, sowie Nüsse, Gemüse und Fisch. Besonderen Wert legt sie darauf, kein Salz und keine Konservierungsstoffe zu verwenden.

Derzeit hat Seltenhammer zehn Sorten im Programm. Die Packungen sind mit 200 Gramm ab 3,80 Euro erhältlich. Eine Fleischtorte bekommt man ab 16 Euro. Stolz ist die Hundekeks-Expertin darauf, ihren Kunden ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. In Schrattenberg, wo die bestellten Hundekeks immer frisch produziert werden, vertreibt sie ihre Produkte über den eigenen Online-Shop.

Das Ladengeschäft Wolkersdorf hat sie mittwochs und freitags von 13:30 bis 18:00 Uhr und auch jeden ersten Samstag im Monat geöffnet. (hm)

http://www.gesunde-hundekekse.at



21.02.2020
In Niederösterreich sind 769.000 Sauschädel und 81.000 Schafsköpfe daheim

Letztes Jahr muhten in Niederösterreich fast 420.000 Rinder, grunzten 769.000 Schweine, blökten 81.000 Schafe und meckerten 16.000 Ziegen. Dieses Ergebnis hat die von der Statistik Austria jedes Jahr durchgeführte Allgemeine Viehzählung (AVZ) erbracht, die dem NÖ Wirtschaftspressedienst vorliegt. Die AVZ liefert wichtige Grundinformationen für agrarpolitische Entscheidungen.

Während die Zahl der in Niederösterreich gemeldeten Rinder gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um 9.400 Stück oder 2,2 Prozent gesunken ist, gab es Bestandszuwächse bei Schweinen und Schafen. Nach den Erhebungen der Statistik Austria ist die Zahl der zwischen Enns und Leitha lebenden Schweine um 7.600 oder einen Prozentpunkt und die Zahl der Schafe leicht um 200 oder 0,2 Prozent gestiegen. Niederösterreichs Ziegenherde hingegen ist um 400 Tiere oder 2,7 Prozent geschrumpft. (mm)

http://www.statistik.at