NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1514 vom 7.12.2018

7.12.2018
Die Niederösterreicher sind die zweitreichsten Österreicher

Mit einem verfügbaren Einkommen von 24.200 Euro je Einwohner haben die Niederösterreicher 2017 das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen im Bundesländervergleich erzielt, übertroffen lediglich von Vorarlberg mit 24.600 Euro. Die niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen gab es in Kärnten mit 22.800 und Wien mit 22.200 Euro, der österreichische Durchschnitt lag bei 23.300 Euro. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der jüngsten regionalen Einkommensanalyse der Statistik Austria.

Die Studie hat auch die Entwicklung des Bruttoregionalprodukts (BRP) untersucht. Das ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die während eines Jahres innerhalb der Grenzen eines Bundeslandes produziert werden und dem Endverbrauch dienen. Demnach konnte Niederösterreich sein BRP 2017 um zwei Prozent auf mehr als 57 Milliarden Euro steigern. Im Vergleich der Bundesländer haben nur Wien mit rund 94 Milliarden Euro und Oberösterreich mit 63 Milliarden Euro ein höheres BRP. (mm)

http://www.statistik.at



7.12.2018
Flotter Steuerausgleich kann schönes Extra-Weihnachtsgeld bringen

Österreichs Steuerzahlern hat das heurige Jahr eine bürokratische Erleichterung gebracht. Für bestimmte Sonderausgaben, wie u.a. Kirchenbeiträge, Spenden, freiwillige Weiterversicherung oder den Nachkauf von Versicherungszeiten, ist ein automatischer Datenaustausch mit der Finanzverwaltung eingerichtet worden. Die Daten fließen ab sofort direkt in den Einkommensteuerbescheid ein. Lösen die übermittelten Beträge eine Gutschrift aus, zahlt die Finanz dem Steuerpflichtigen das Geld zurück.

Von diesem neuen automatischen Steuerausgleich profitieren jedoch nur rund 15 Prozent der Arbeitnehmer. Wer außergewöhnliche Belastungen geltend machen will, sollte daher in jedem Fall eine Arbeitnehmerveranlagung bei seinem Finanzamt durchführen und sich so bares Geld vom Staat zurückholen, macht die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) aufmerksam. Das ist sogar rückwirkend fünf Jahre möglich, denn erst am 31. Dezember 2018 läuft die Frist für die Arbeitnehmerveranlagung 2013 ab. Wer also jetzt auf elektronischem Weg noch rasch einen Steuerausgleich macht, kann für sich ein schönes Extra-Weihnachtsgeld herausholen.

Alleinverdiener, Alleinerzieher, Lehrlinge und Personen, die während eines Jahres zu arbeiten begonnen haben, sollten auf jeden Fall eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen. Auch wer in einem Jahr unterschiedlich viel verdient hat - etwa durch den Wechsel des Arbeitgebers -, für den ist ein Steuerausgleich ratsam. Dabei sind die Beträge, die Arbeitnehmer mit dem Steuerausgleich ohne viel Aufwand lukrieren können, beachtlich. Im Schnitt beträgt die Summe, die man sich über die Arbeitnehmerveranlagung zurückholen kann, 350 Euro.

Vielen Steuerzahlern ist nicht bewusst, dass Rechnungszettel für bestimmte erbrachte Leistungen gleichsam bares Geld bedeuten. So lassen sich berufliche Ausgaben, wie z.B. die Anschaffung eines Computers oder Handys, Telefon- und Internetgebühren, Fachliteratur, Fortbildungskosten oder Kilometergelder, ebenso von der Steuer absetzen wie Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen. Dazu zählen u.a. die Kosten für Spitalsaufenthalte, Medikamente oder Zahnbehandlungen. (mm)

http://noe.arbeiterkammer.at

http://www.bmf.gv.at



7.12.2018
Brummender Konjunkturmotor lässt Arbeitslosenzahlen sinken

In Niederösterreich waren Ende November 2018 etwas mehr als 59.900 Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Arbeit. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 49.000 vorgemerkten Arbeitslosen und rund 10.000 Schulungsteilnehmern, die ebenfalls über keinen Job verfügen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt sind die Arbeitslosenzahlen damit um 7,2 Prozent gesunken, jene der Schulungsteilnehmer um 8,7 Prozent.

Ein Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt, dass in Niederösterreich der Rückgang der Gesamtzahl von Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern um knapp 4.800 Personen oder 7,5 Prozent relativ stark ausgefallen ist. Der Österreichschnitt liegt bei minus 6,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Niederösterreich beläuft sich derzeit auf etwa 7,2 Prozent.

Der brummende Konjunkturmotor spiegelt sich auch in den gestiegenen Beschäftigtenzahlen wider. Nach Angaben des AMS Niederösterreich sind per Ende November 2018 in Niederösterreich geschätzte 627.000 Menschen in unselbstständiger Beschäftigung gestanden. Das ist ein Anstieg um 11.000 Personen oder 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (mm)

http://www.ams.at/noe



7.12.2018
Zu den Festtagen punkten Niederösterreichs Fleischer mit Fachberatung

Bei den Speisen, die zu Weihnachten und Silvester in den niederösterreichischen Haushalten auf den Tisch kommen, ist Qualität oberstes Gebot. „Den Unterschied zwischen Fachgeschäft und Diskonter machen nämlich die individuelle Beratung sowie die genaue Anpassung an die jeweiligen Kundenwünsche aus“, stellt der Bundes- und Landesinnungsmeister der Fleischer in der Wirtschaftskammer Rudolf Menzl gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. „Deshalb hat der Run auf unsere derzeit 280 Fachbetriebe auch schon begonnen.“

2.902 Mitarbeiter - darunter 78 Lehrlinge - sind bemüht, in den verbleibenden Wochen bis zum großen Fest auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Laut Rudolf Menzl sind die Niederösterreicher für kulinarische Experimente eher weniger zu haben: „Das Kaufverhalten ist diesbezüglich sehr traditionell. Speziell zu Weihnachten, dem Fest der Familie, sind Bratengerichte sehr beliebt. Zu den Bestsellern zählen da Gans, Ente und Truthahn sowie Schweinslungen- und Kalbsbraten. Aber auch Schinken, Selchfleisch, Wurstaufschnitte, Bratwürstel und Frankfurter werden gern gekauft.“ Ins neue Jahr feiern sich die Landsleute mit Fondue, gebratenem bzw. gesurtem Schweinskopf, aber auch mit Wurstplatten und belegten Brötchen.

Den Trend zum Kauf im Fachgeschäft kann der Innungsmeister auch erklären: „Es hilft mir nichts, wenn ich Fleischwaren beinahe überall kaufen kann, aber niemand da ist, der Fragen beantwortet. In Zeiten, wo man als Kunde gerne nachvollziehen möchte, wo die Ware herkommt und wie ich sie weiterverarbeiten kann, ist Beratung umso essenzieller. Diesen Service kann eben nur ein Fachbetrieb ermöglichen. Zudem findet man auf unserer Homepage Rezepte zum Festmahl sowie Videos zur Anregung“, so Rudolf Menzl. „Und natürlich gibt es auch eine Auflistung, sortiert nach Bezirken, aller Fleischerfachgeschäfte Niederösterreichs.“ (dsh)

http://www.noe-fleischer.at



7.12.2018
Wittmann Battenfeld baut in Kottingbrunn weiter aus

Ein klares Bekenntnis zum Standort Niederösterreich legt die auf die Produktion von Spritzgussmaschinen für Kunststoffteile spezialisierte Wittmann Battenfeld GmbH in Kottingbrunn, Bezirk Baden, mit ihren laufenden Investitionen ab. Den Schwerpunkt bildeten der Ausbau der Produktion sowie neue Büroflächen. In den letzten zwei Jahren sind zwölf Millionen Euro investiert worden. Das neue Bürogebäude mit rund 1.000 Quadratmetern Fläche soll im Frühjahr 2019 bezugsfertig sein.

„Wir investieren auch in die Modernisierung unserer mechanischen Fertigung. Denn hier werden 70 Prozent jener Teile produziert, die wir für den Maschinenbau brauchen. So sind wir immer am neuesten Stand der Technik und können die Maschinen genau nach Kundenwunsch anfertigen“, teilt Geschäftsführer Georg Tinschert dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Eine besonders wichtige Investition gilt der Ausbildung von 35 Lehrlingen.

Ein aktuelles Anliegen ist Tinschert der Hinweis, dass Kunststoff ein Wertstoff aus Erdöl ist, den man mindestens vier- bis fünfmal wiederverwerten sollte, bevor er z.B. thermisch entsorgt wird. „Derzeit sehe ich eine Kampagne gegen Kunststoff, der aber aus vielen Teilen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken ist“, merkt er kritisch an. Besonders in der Medizin würden Kunststoffteile bei Injektionen und Infusionen für Hygiene und Anwendungssicherheit sorgen. Man sollte deshalb viel mehr Augenmerk auf eine entsprechende Wiederverwertung und Entsorgung legen. „Hier ist aber Österreich ohnehin sehr gut aufgestellt“, betont Tinschert.

Jährlich werden in Kottingbrunn rund 1.000 Spritzgussmaschinen erzeugt, die in die ganze Welt mit einer Exportquote von 95 Prozent geliefert werden. Schwerpunkt ist die EU. Die Kunden kommen zu 50 Prozent aus der Automobilindustrie, zu 15 Prozent aus der medizinischen Produktion und auch aus der Spielwarenindustrie, wie z.B. Playmobil.

Wittmann Battenfeld ist Teil der Wittmann Group mit Sitz in Wien. In Österreich erwirtschaften 560 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von etwa 185 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt die Wittmann Group etwa 2.200 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 430 Millionen Euro erzielen. (hm)

http://www.wittmann-group.com



7.12.2018
Kamptal-Weine gehen bei der Ski-WM 2019 in Schweden an den Start

Bei der Ski-Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz in der Schweiz hatten die Besucher erstmals die Gelegenheit bekommen, die besten Weine aus dem Weinbaugebiet Kamptal im Rahmen eines sportlichen Großereignisses zu verkosten. 16 Jahre später werden die prämierten Rieslinge und Veltliner aus der Umgebung von Langenlois, Strass und Zöbing wieder an den Start gehen – diesmal im schwedischen Åre. Dort findet vom 5. bis 17. Februar 2019 die 45. Alpine Ski-WM statt.

Ausgeschenkt werden die Qualitätstropfen im „TirolBerg“ – während der Zeit der Bewerbe ein Ort der Begegnung österreichischer Sportler, Funktionäre, Politiker, Wirtschafts- und Medienvertreter. „Wir liefern rund 1.500 Flaschen dorthin“, teilt Wolfgang Schwarz, Sprecher des Tourismusverbandes Kamptal, dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. In Åre werde man nicht nur 800 preisgekrönte Weißweine, sondern auch 700 der besten „Roten“ aus der Region zur Verkostung und als Speisenbegleiter präsentieren.

Weil der Staat Schweden ein Einzelhandelsmonopol auf alkoholische Getränke hält, „ist der Weinmarkt dort nicht leicht zu bearbeiten, nichtdestotrotz aber sehr lukrativ“, berichtet Schwarz. Außerdem eilt den Winzern aus dem Kamptal in dem skandinavischen Land ein ausgezeichneter Ruf voraus: Vor drei Jahren haben 24.000 Mitglieder der Weinliebhabervereinigung „Munskänkarna“ die Weinstadt Langenlois nach einem strengen Auswahlverfahren zur „Wine Village of the year 2015“ gekürt. (mm)

http://www.kamptal.at

https://are2019.com



7.12.2018
Niederösterreichs Holzbaubetrieben fehlen die Facharbeiter

Das laufende Geschäftsjahr wie auch die Auftragslage der heimischen Zimmerei- und Holzbaubetriebe entwickeln sich laut Landesinnungsmeister Josef Daxelberger durchaus zufriedenstellend. „Das, was uns fehlt, sind eindeutig Fachkräfte. Zurzeit gibt es in Niederösterreich 390 aktive Zimmerei- und Holzbaubetriebe, die 2.199 Mitarbeiter beschäftigen. Davon werden in 119 Lehrbetrieben 278 Lehrlinge ausgebildet. Wir würden jedoch weitaus mehr Leute benötigen“, sagt der Wirtschaftskammer-Funktionär.

Über den Winter komme man mit dem derzeitigen Beschäftigtenstand zwar aus, aber im Sommer stoße man an geschäftshemmende Grenzen, so Josef Daxelberger gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Immerhin sei es gelungen, das Berufsbild der „Zimmereitechnik“ aufzuwerten. 2016 ist daraus ein neuer Lehrberuf mit vierjähriger Ausbildung geworden, die neben der Zimmerei auch planerische, technische und kalkulatorische Kenntnisse vermittelt. Dazu gehören Arbeiten an der Abbundmaschine, Projektplanung und Auftragsabwicklung, das Erstellen von Konstruktionszeichnungen sowie von Abbund-, Fertigungs- und Montageplänen mit EDV-Programmen. „Zurzeit machen 35 Lehrlinge diese Ausbildung. Da haben wir schon Hoffnung, in Zukunft mehr junge Leute zu gewinnen“, meint Daxelberger.

Fakt ist, der Holzbau liegt weiterhin voll im Trend. „Aus gutem Grund, denn schon das natürliche Baumaterial Holz an sich sorgt für eine besonders behagliche Wohnatmosphäre. Außerdem sind die verschärften energetischen Anforderungen mit einem Holzhaus einfacher zu schaffen“, erklärt der Innungsmeister. Neben den Ansprüchen, die man an Individualität, Komfort und Wohngesundheit eines Hauses selber hat, sind vor allem die „Ökobilanz“ mit ihren optimalen energetischen Eigenschaften sowie ein möglichst nachhaltiger Materialeinsatz die wichtigsten Faktoren, die die Zukunftsfähigkeit eines Hauses und damit dessen Wert bestimmen. „Und da landet man zwangsläufig beim Baustoff Holz. Deshalb wird mittlerweile jedes dritte Haus in Niederösterreich in Holzbauweise errichtet“, rechnet Daxelberger vor.

Da ausländische Firmen vor allem in den Grenzregionen Niederösterreichs „hereinarbeiten“, wünscht sich der Innungsmeister regelmäßige behördliche Kontrollen, um sicherzustellen, dass die österreichischen Lohn- und Sozialvorschriften auch tatsächlich eingehalten werden. „Dann wären wir nämlich das Problem des Unterbietens unserer Preise rasch los“, ist er überzeugt. Zudem sei es auch nicht lustig, hinter vielen dieser Betriebe nacharbeiten zu müssen, um deren Fehler wieder glatt zu bügeln: „Da würden wir uns von der Bundesregierung mehr Unterstützung für ein faires Miteinander in Europa erwarten.“ (dsh)

http://wko.at/noe/zimmermeister



7.12.2018
Centrope-Initiative „Turistbus“ zählt schon fast 10.000 Fahrgäste

Seit 2016 fährt zwischen einigen Gemeinden des nordöstlichen Weinviertels und jenen im nahen Tschechien ein Bus, der Ausflüglern die zahlrechen Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen der Region näher bringt. Betreiber des sogenannten „Turistbus“, der an den Samstagen und Sonntagen vom Frühjahr bis zum Herbst dreimal täglich ausgewählte Stationen dies- und jenseits der Grenze ansteuert, ist der südmährische Verkehrsverbund KORDIS. In der Zentrale in Brünn zieht man nach Abschluss der dritten Saison eine durchaus positive Bilanz über die Akzeptanz des jungen Verkehrsmittels, das seinen Ursprung in einer EU-Centrope-Initiative hat.

Demnach sind bisher zusammengerechnet knapp 10.000 Passagiere mit dem „Turistbus“ gefahren. „In der ersten Saison 2016 hatten wir 2.500 Fahrgäste, 2017 schon 3.600 und heuer noch mehr als im Vorjahr“, teilt KORDIS-Sprecher Kvetoslav Havlik dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Die genaue Zahl der beförderten Personen für 2018 werde erst erhoben, was man aber wisse, sei die Verteilung der Nationalitäten. „85 Prozent der Fahrgäste kommen aus Tschechien, 15 Prozent aus Österreich“, rechnet Havlik vor. Um den kostengünstigen „Turistbus“ – z.B. bezahlen Kinder bis 18 Jahre, Studenten und Pensionisten für die Fahrt von Poysdorf nach Mikulov nur 30 Cent – im Weinviertel bekannter zu machen, werde man vor dem nächsten Saisonstart im Frühjahr 2019 gehörig die Werbetrommel rühren.

Der „Turistbus“ fährt in einem Rundkurs die Sehenswürdigkeiten von Poysdorf und Falkenstein, die Liechtenstein-Schlösser Valtice (Feldsberg) und Lednice (Eisgrub) sowie den Wasserpark Aqualand Moravia in Pasohlavky an. Buslinie 555 verkehrt von Podivin über Lednice, Valtice, Schrattenberg und Herrnbaumgarten nach Poysdorf, Buslinie 580 vom Aqualand Moravia über Mikulov (Nikolsburg), Drasenhofen und Falkenstein nach Poysdorf und zurück nach Podivin. Abends- und Nachfahrten gibt es zu bestimmten Veranstaltungsterminen, wie z.B. den Winzerfesten in Valtice und Mikulov oder zur Poysdorfer Weinparade, Österreichs größter Regionalweinmesse. (mm)

http://www.idsjmk.cz/kestazeni/2018TuristbusDE.pdf

http://www.weinviertel.at



7.12.2018
Sportartikel werden bei Regen, Schnee und Sonnenschein gekauft

Mit zumindest zwei Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr rechnet heuer der Sportartikelhandel in Niederösterreich. „Schon das dritte Quartal haben wir diesmal mit einem Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres abgeschlossen“, teilt Michael Nendwich, Obmann der Branche in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Die Richtung stimmt jedenfalls, denn Bewegung, Gesundheit und Fitness sind Themen von allgemeinem Interesse“, sagt er und streicht hervor, dass der Sportartikelhandel für jedes Wetter die entsprechende Ausrüstung anbieten könne.

Ein Teil der positiven Entwicklung ist jedes Jahr das Weihnachtsgeschäft. Unter manchem Christbaum werden auch heuer wieder neue Schi liegen, darunter immer mehr Tourenschi. „Deren Anteil an den rund 320.000 in Österreich jährlich verkauften Schi macht mittlerweile rund 30 Prozent aus“, erklärt Nendwich. Das Tourenschifahren sei ein Trend schlechthin geworden und trage wesentlich zu den Umsatzzuwächsen des Sportartikelhandels im Winter bei. Zurückzuführen sei das nicht zuletzt auf innovative Bindungen, also die Tech-Bindung mit Pins als Vorderbackenersatz. Solche Tourenschi zeichnen sich durch ein äußerst geringes Gewicht aus.

Und sollte es im Winter einmal nicht ausreichend schneien sondern regnen, suchen noch immer viele ein Sportartikelgeschäft auf, um hochwertige Outdoorkleidung, insbesondere Regenbekleidung, zu kaufen. „Besonderes Augenmerk wurde heuer auf Wanderschuhe gelegt. Die sollen passen und auch hochwertig sein – das bekommt man nur im stationären Fachhandel“, so der Obmann.

Einen wesentlichen Teil des Erfolges im Sportartikelhandel macht das Zusammenspiel von großen Händlern und kleinen Fachhändlern aus. Beide Ebenen stützen sich zwar auf gut ausgebildete Mitarbeiter. „Aber nur die großen Firmen können das volle Produktsortiment anbieten“, sagt der Obmann. Als durchaus gut wertet er, dass auch branchenfremde Händler Sportartikel zu günstigen Preisen anbieten, und als ebenso erfreulich sieht er die Eigenmarkenvielfalt bei internationalen Sportartikeldiskontern. Denn so sei der Einstieg in die Sportwelt für alle leistbar. „Erst einmal auf den Geschmack gekommen, entschließt sich dann ohnedies mancher, einen hochwertigen Markenartikel beim Fachhändler zu kaufen.“

Und auch das Internet fürchtet der Sportartikelhandel nicht. Momentan liegt der Marktanteil bei etwa 20 Prozent, wovon wieder ein Teil auf die Webshops von stationären Händlern entfällt. „Der Anteil der über das Internet verkauften Produkte wird zwar steigen, aber der stationäre Handel hat gerade in unserer Branche eine wesentliche und unersetzbare Servicefunktion“, resümiert Michael Nendwich. „Zum Schikauf gehört beispielsweise auch die individuelle Anpassung der Schibindung.“ (jm)

http://wko.at/noe/mode-freizeit



7.12.2018
Ă–sterreich verliert jeden Tag 20 FuĂźballfelder kostbaren Boden

Die Österreichische Hagelversicherung schlägt Alarm: Jeden Tag werden in Österreich 12,4 Hektar Boden verbaut. Umgerechnet entspricht das der Fläche von rund 20 Fußballfeldern.

„Wir stehen vor einem gigantischen Umweltproblem“, stellt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, fest. Zubetonierte Flächen könnten kein Wasser aufnehmen und kein CO2 speichern, was das Klima negativ beeinflusse. „Deshalb fordern wir eine Korrektur der Bodenpolitik, eine Reform der Raumordnung sowie die Begrenzung der Bodenversiegelung auf 2,5 Hektar pro Tag“, sagt Weinberger.

Besorgniserregend ist die Entwicklung vor allem auch in Niederösterreich. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst erfahren hat, verschwinden zwischen Enns und Leitha pro Tag 3,5 Hektar durch die Verbauung mit Häusern, Gewerbeflächen und Straßen. Im Bundesländer-Vergleich verbraucht nur Oberösterreich noch mehr Fläche pro Tag, nämlich 5,6 Hektar. (mm)

http://www.hagel.at/initiativen/bodenverbrauch



7.12.2018
Startup vermietet Merinowoll-Schafe fĂĽr den Garten daheim

Mit dem, was sie heuer im Jänner in Neuseeland gesehen haben, starten seit September der Weinviertler Jakob Raffel (27) und der Mostviertler Thomas Teufl (26) als selbsternannte Schafhirten mit ihrem Startup Shared Sheep in Purgstall an der Erlauf durch. Die beiden Jungunternehmer, die derzeit noch in einem Automobil-Zulieferkonzern tätig sind, möchten ein Geschäft aufbauen, das ausschließlich umweltfreundliche Produkte anbietet, die aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Bei ihrer Reise durch Neuseeland, das der größte Merinowolle-Exporteur der Welt ist, haben die beiden Niederösterreicher, wie sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichten, „gefühlte Millionen Merinoschafe“ gesehen. Zugleich sei ihnen bewusst geworden, dass der gesamte europäische Bedarf an Merinowolle fast ausschließlich aus dem EU-Ausland bzw. aus Neuseeland gedeckt wird. Das bedeutet, dass Merinowolle derzeit „extrem unökologisch über zehntausende Kilometer nach Europa verschifft wird und dass das Wohl der Schafe in vielen Fällen nicht überprüft werden kann.“ Die beiden Freunde sind demnach zum Schluss gekommen, dass es doch möglich sein müsse, „den ökologischen Fußabdruck dieser Merinowollprodukte durch eine nationale Wertschöpfungskette in Österreich auf ein Mindestmaß zu reduzieren, indem man das Wohl der Tiere heimischen Bauern anvertraut und die Tierhaltung dort auch kontrolliert.

„Seit Februar 2018 haben wir an unserer Idee gefeilt und vor vier Monaten Shared Sheep gegründet“, berichten Raffel & Teufl. „Wir ermöglichen den Kunden, Merinowollprodukte vom eigenen Schaf zu bekommen. Sie können Patenschaften für Merino-Schafe mit einem Bauern in Österreich eingehen und bekommen dafür jedes Jahr kostenlos ein Merinowollprodukt vom eigenen Schaf - 100% ökologisch in Österreich hergestellt.“

Vier Patenschaftsmodelle bieten die findigen Jungunternehmer an - zu 8, 9, 14 und 19 Euro pro Monat. Die Paten erhalten einmal jährlich einen Gutschein für den Shared Sheep-Onlineshop, mit dem sie einen Artikel ihrer Wahl, wie etwa eine Mütze, einen Schal oder ein Stirnband, erwerben können. In Kürze soll die Produktpalette um Handschuhe und Pullover erweitert werden.

Man kann auch ein Schaf für den eigenen Garten mieten. „Da bringen wir dem Kunden so viele Schafe, wie er möchte. Mindestens jedoch zwei, und für jedes Schaf muss eine Fläche von mindestens 300 Quadratmetern vorhanden sein“, machen die beiden Schafhirten zur Bedingung. Die Merinoschafe fungieren sowohl als natürliche Rasenmäher, als auch als Haustiere für Kinder. Auch hier gibt es vier Mietmodelle: pro Monat für ein Jahr 29,90 Euro, für zwei Jahre 24,90 Euro, für drei Jahre 14,90 Euro und für vier Jahre 9,90 Euro. Auch da gibt es einen jährlichen Gutschein zum Einlösen.

„Momentan arbeiten wir mit zwei Bauern in Niederösterreich und in der Steiermark zusammen, die mehr als 200 Schafe besitzen, sowie mit 55 Strickerinnen, die in ganz Österreich verstreut wohnen. Natürlich wollen wir die Zahl der Bauern, Schafe und Strickerinnen rasch steigern“, sagen die beiden Chefs. Schon in den ersten vier Monaten des Startups haben sie mehr als 100 Kunden für Schaf-Patenschaften gewinnen können sowie eine Handvoll für Mietschafe.

Mit Jahresbeginn 2019 wollen sie mit einer neuen Webseite online gehen, um noch mehr Leute auf sich aufmerksam zu machen. „Zudem geht es uns darum“, betonen sie, „unsere Mitmenschen zu animieren, ökologisch und sozial zu denken. Außerdem arbeiten wir mit den Hilfsorganisationen SOS-Kinderdorf, Kinderhilfswerk und der Caritas zusammen. Dort fließen 50 Prozent unseres Gewinns ein, um diverse Projekte finanzieren zu können.“ (dsh)

http://www.sharedsheep.com



7.12.2018
Drivers Point investiert 1,9 Millionen in neuen Korneuburger Standort

Weil die Drivers Point Fahrsicherheitstraining GmbH nach 15 Jahren ihren Standort bei der Autobahnauffahrt Korneuburg-Ost auflassen musste, übersiedelt das Unternehmen jetzt in das Gewerbegebiet zwischen Kaserne und Autobahn. „Drivers Point ist keine Fahrschule, sondern eine Fahrschulgemeinschaft mit acht Gesellschaftern, die einen neuen Übungsplatz benötigen“, teilt Geschäftsführer Karl Pevec dem NÖ Wirtschaftpressedienst mit. Im Korneuburger Gewerbegebiet hat das Unternehmen 6.000 Quadratmeter Grund gekauft und 7.000 Quadratmeter gepachtet. Insgesamt ist das eine Investition für rund 1,9 Millionen Euro.

Mit Jahresbeginn 2019 wird der größte Teil des Areals für ein Übungs- und Trainingsgelände adaptiert. Damit er auch für andere Veranstaltungen verwendbar ist, wird der Platz vielseitig angelegt. „Die Reform des Fahrschulwesens verlangt größere Übungsplätze. Mit unserem neuen Angebot wird Drivers Point unter den ersten sein, die den Fahrschulen einen entsprechend großen Platz zur Verfügung stellen können“, stellt der Geschäftsführer mit Freude fest. Im Frühjahr ist der Bau eines Seminargebäudes mit Nebenräumen geplant.

„In Zukunft wollen wir am neuen Standort mit drei bis vier Beschäftigten auch für autonomes Fahren gerüstet sein“, sagt Karl Pevec. Als zweite Aktion nennt er die Aufnahme von weiteren Fahrschulen aus Wien und Umgebung, die Gesellschafter der Drivers Point GmbH werden wollen. (km)

http://www.driverspoint.at