NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1432 vom 28.04.2017

28.04.2017
Mikl-Leitner will mehr Interesse an Wissenschaft wecken

Nachdem ihr Vorgänger Erwin Pröll viele wissenschaftliche Einrichtungen nach Niederösterreich geholt hat - etwa IST in Klosterneuburg, Med Austron in Wiener Neustadt sowie zahlreiche Unis und Fachhochschulen - hat sich Niederösterreichs neue Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vorgenommen, daran anzuknüpfen und neue Akzente rund ums Thema Wissenschaft zu setzen. „Wir wollen Wissenschaft vermitteln und verständlich machen, bei möglichst vielen jungen Menschen in Niederösterreich dafür Interesse wecken und die Bevölkerung insgesamt für den Mehrwert sensibilisieren, den die Wissenschaft auslöst“, so Mikl-Leitner in ihrer ersten Pressekonferenz als Landeshauptfrau.

So wird es schon ab Mitte September bis Anfang Oktober die Forschungs-Wochen geben – mit zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Land. Ergänzend zur „Langen Nacht der Forschung“, die nur alle zwei Jahre stattfindet, ist am 15. September im Palais Niederösterreich in Wien das „Forschungsfest“ geplant - ein Familienfest, das Forschung für alle erlebbar machen soll.

Forschung erleben wird man auch auf dem Forschungsschiff „MS Wissenschaft“, das sich mit den Themen „Meere und Ozeane“ beschäftigt. Es wird im September und Oktober in Krems und Tulln vor Anker gehen und zum Besuch einladen.

Wenn bei der Wissenschafts-Gala am 5. Oktober in Grafenegg wieder die Wissenschafts-Preise verliehen werden, dann wird es auch einen neue Preis-Kategorie „Wissen schafft Zukunft“ für junge bzw. angehende Wissenschafter geben. „Mit diesem Preis werden wir Master- und Diplomarbeiten oder auch Schulprojekte mit wissenschaftlichem Anspruch auszeichnen“, erklärt Mikl-Leitner: „Wir wollen damit die Jugend neugierig und ihr Mut machen, sich wissenschaftlich zu betätigen.“

Um diesem Ziel näher zu kommen, hat die Landes-Chefin gemeinsam mit der Leiterin des blau-gelben FTI-Programms für Forschung, Technologie und Innovation, Martina Höllmüller, eine Reihe von Initiativen unter dem Motto „Schule und Wissenschaft“ gestartet. Alle Jugendlichen in Niederösterreich sollen während der Schulzeit mindestens ein Mal mit einer wissenschaftlichen Arbeit bzw. einem Projekt in Berührung kommen. Beispielsweise im Rahmen der „Science School“, an der bisher schon rund 3.000 Kinder an 66 Schulen teilgenommen haben. Das sind neun Nachmittage im Rahmen der Nachmittagsbetreuung für 5- bis 13-jährige.

„Die Nachfrage ist groß, wir bauen das Projekt gerade aus“, sagt Mikl-Leitner. Zusätzlich sollen Jugendliche im Rahmen der Sommer-Unis Hochschulluft schnuppern können oder im Rahmen von „Science Fair“ ihre Projekte vorstellen bzw. gemeinsam mit Leuten aus der heimischen Wissenschaft auch umsetzen können. Es wird auch ein Gütesiegel für Innovations-Schulen geben - als Motivation für die Schulen, wissenschaftliche Schwerpunkte zu setzen.

Um die Hochschullandschaft in Niederösterreich entsprechend dem Interesse der Jugend und dem Bedarf der Wirtschaft zu gestalten, hat Mikl-Leitner außerdem den Prozess „Hochschulstrategie Niederösterreich“ gestartet, an dem sowohl Jugendliche als auch Experten aus der Wirtschaft und der Wissenschaft mitarbeiten und in etwa einem Jahr entsprechende Resultate liefern sollen. „Wir wollen nachhaltig eine qualitätsvolle Ausbildung garantieren“, betont die Landeshauptfrau. Das sei schließlich die Voraussetzung für den starken Innovationsstandort Niederösterreich. (rz)

www.noe.gv.at/Bildung/Wissenschaft-Forschung.html



28.04.2017
Mit "Jobchance 2017" sollen 300 Langzeitarbeitslose wieder Beschäftigung finden

Zusammengetan haben sich das Land Niederösterreich, die NÖ Wirtschaftskammer (WKNÖ) und das Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich, um gemeinsam gegen die Langzeitarbeitslosigkeit vorzugehen. Unter dem Titel „Jobchance 2017“ sollen heuer 300 Langzeitarbeitslose zumindest vorübergehend einen Job finden. In einer Pressekonferenz betonte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, dass es wichtig sei, hier Taten zu setzen und die Betriebe zu motivieren, auch Menschen einzustellen, die schon länger arbeitslos sind. Sie gibt sich zuversichtlich, dass dieses Projekt auch in anderen Bundesländern Schule machen wird.

„Besonders motivierend für unsere Betriebe ist, dass sie mit der Jobchance 2017 kein Risiko eingehen. Denn sie können die neuen Mitarbeiter mit nur 40 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten unbürokratisch testen“, sagte Zwazl. Für 40 Prozent kommt das AMS und für 20 Prozent das Land Niederösterreich auf. Insgesamt steht für dieses Projekt ein Budget von 3,25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Probezeit ist mit vier Monaten für Männer und mit sechs Monaten für Frauen bemessen. In diesem Zeitraum sind sie beim Verein „Jugend und Arbeit“ angestellt.

Als Vertreter des Landes äußerte sich Landesrat Karl Wilfing zuversichtlich, „dass zumindest die Hälfte der teilnehmenden Personen in ein reguläres Arbeitsverhältnis überführt werden kann“. Die Bilanz spreche für sich. Bereits sechs Wochen nach Start sind 140 offene Stellen gemeldet und 222 Personen vom AMS vorgeschlagen worden. Besonders erfreulich sei, so Wilfing, dass bereits 29 Personen unter Vertrag genommen sind.

AMS NÖ Geschäftsführer Karl Fakler versicherte, dass die Betriebe die Personen mit jenen Qualifikationen bekommen, die sie benötigen. „Wenn ein Maler gebraucht wird, dann schicken wir sicher keinen Schlosser. Hier können die Betriebe uns vertrauen, dass wir die Vorauswahl gewissenhaft treffen“. Weiters rechnet Fakler vor, dass jeder Langzeitarbeitslose das AMS pro Jahr 18.000 Euro koste und er für die Wirtschaft als Konsument ausfalle, „da man mit der Unterstützung des AMS keine großen Sprünge machen kann“. (hm)

www.ams.at/noe



28.04.2017
In- und ausländische Gäste entdecken Niederösterreichs Winterreize

Die zu Ende gegangene Wintersaison 2016/2017 ist für Niederösterreichs Tourismus erfolgreich verlaufen. Wie die Statistik Austria meldet, haben die niederösterreichischen Beherbergungsbetriebe von Anfang November 2016 bis Ende März 2017 eine Zunahme der Übernachtungen um 2,3 Prozent auf rund 2,18 Millionen erzielt. Das ist nach Wien und Oberösterreich das drittbeste Ergebnis unter den Bundesländern. Im österreichischen Durchschnitt hingegen gab es einen Nächtigungsrückgang um vier Prozent.

Bei den inländischen Gästen verbuchten Niederösterreichs Beherbergungsbetriebe in der abgelaufenen Wintersaison einen leichten Anstieg um 0,5 Prozent auf knapp 1,56 Millionen Übernachtungen. Bei den ausländischen Gästen gab es ein starkes Plus um sieben Prozent auf mehr als 620.000 Übernachtungen. „Diese Zahlen sind sehr erfreulich“, erklärt NÖ Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav, „denn sie zeigen, dass unsere Urlaubsangebote stimmig sind.“ (mm)

www.statistik.at

www.niederoesterreich.at



28.04.2017
Niederösterreichs Fleischer sind für die Grillsaison gerüstet

Die Grillsaison naht mit großen Schritten, und dafür sind die 298 niederösterreichischen Fleischer mit ihren 2.941 Mitarbeitern und 57 Lehrlingen gut gerüstet. Laut Bundes- und Landesinnungsmeister Rudolf Menzl sei Grillen schon lange nicht mehr auf das Frühjahr und den Sommer beschränkt. Immer mehr Niederösterreicher werfen den Grill schon an, sobald das Wetter es zulässt.

„Ein Trend, den wir Fleischer nur begrüßen können, schließlich sorgt der heiße Rost für eine nahezu optimale Zubereitung des Fleisches“, sagt Menzl im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Erfreulich sei auch, dass man die Fleischer als Fachleute in Sachen Grillgut anerkenne und durchaus bereit sei, für optimales Grillgut tiefer in die Tasche zu greifen. „Schließlich möchte man sich vor seinen Gästen nicht blamieren, denn gerade beim Grillen kommt es auf die Qualität des Fleisches an“, so der Wirtschaftskammerfunktionär.

Pro Jahr werden in Niederösterreich rund 2.000 Tonnen Fleisch und Wurst gegrillt. Die Hälfte davon entfällt auf Schweinefleisch, wie Schopfbraten, Bauch und Karree, 25 Prozent auf Wurstprodukte, wie Bratwürste und Käsekrainer, und 25 Prozent auf Rind- und Lammfleisch. Laut dem Experten boomt bei Gourmets vor allem das sogenannte Dry Aged Beef. „Die Trockenreifung des Fleisches ist das älteste Verfahren der Fleischreifung“, erklärt Rudolf Menzl. „Hier wird das Fleisch am Knochen über einen bestimmten Zeitraum bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit abgehängt. Dazu werden Teile vom Beiried und vom Rostbraten verwendet. Aber auch Lammfleisch wird bei den Grillmeistern immer beliebter“.

Damit alles glatt läuft, hat Rudolf Menzl auch einige Tipps parat: „Vor der Zubereitung sollte das Fleisch ohne direkte Sonneneinstrahlung und zugedeckt auf Zimmertemperatur angewärmt werden. So können sich die Poren schonend öffnen, und die Fleischsäfte verteilen sich gleichmäßiger. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack des Fleisches aus.“ Zudem empfiehlt der Fleischermeister, den Grill zuerst einzuölen und Koteletts bzw. Steaks erst zehn bis 15 Minuten vor dem Auflegen zu salzen und zu pfeffern.

Ein häufiger Fehler angehender Grillmeister ist die zu lange oder zu kurze Garzeit des Grillgutes. „Wenn der Saft aus den Fleischfasern steigt, muss es gewendet werden, wenn der Saft wieder austritt, dann am besten das Grillgut in eine Alu-Tasse legen, mit Folie abdecken und kurz rasten lassen. Ganz wichtig ist, nur einmal zu wenden“, betont Menzl. „Profis am Grill wissen auch, dass man Fleisch nur mit einer Zange und nicht mit einer Gabel oder ähnlichem bewegen soll, um zu verhindern, dass Fleischsaft austritt.“

Nach wie vor ist Holzkohle die beliebteste Grillart in Niederösterreich. Dabei sei allerdings Geduld gefragt, denn die perfekte Glut braucht ihre Zeit. Eine gute halbe bis dreiviertel Stunde dauert es, bis die Holzkohle die richtige Temperatur erreicht hat. „Trotz der längeren Vorbereitungszeit bevorzugen die meisten Menschen die traditionellste Grillart“, betont Menzl. Durch schräg abfallendes Aufschichten der Kohlen sorgt man für unterschiedliche Hitzestufen, denn nicht jedes Grillgut benötigt dieselbe Temperatur. Beispielsweise ist für die Zubereitung von Grillwürsteln weniger Hitze erforderlich, und es empfiehlt sich, Kohleschalen zu wenden und Würstel nur indirekt zu grillen. „Wir Fleischer“, so Menzel, „kennen alle Tricks und Kniffe des Grillens, die wir an unsere Kunden jederzeit gern weitergeben.“ (dsh)

www.noe-fleischer.at



28.04.2017
Raiffeisen bleibt in Niederösterreich sehr gut aufgestellt

Obwohl die Zahl der NÖ Raiffeisenbanken im Zuge der Strukturbereinigung um vier auf 60 zurückgegangen ist, haben sie im Jahr 2016 mit rund 965.000 Kunden und einem Marktanteil von 42 Prozent ihre Spitzenposition in Niederösterreich abermals prolongieren können. Nahezu jeder zweite Niederösterreicher ist Kunde einer Raiffeisenbank. Offenbar nehmen die Menschen in Zeiten der von den Finanzmärkten und Staatsdefiziten ausgehenden Verunsicherungen Raiffeisen als einen verlässlichen Dienstleister wahr, der in der Region verwurzelt ist und nachhaltige Geschäftspolitik dem raschen Geld vorzieht.

2016 haben die 60 NÖ Raiffeisenbanken ihr EGT um 28 Prozent von 159 Millionen auf 204 Millionen Euro gesteigert. „Trotz schwieriger wirtschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen ist das ein sehr gutes Ergebnis“, erklärte Klaus Buchleitner, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und der Raiffeisen-Holding, bei der Vorlage der Bilanzzahlen. In 484 Bankstellen beschäftigen die Raiffeisenbanken in Niederösterreich rund 3.000 Mitarbeiter.

Gut läuft das Geschäft auch in Wien, wo Raiffeisen mehr als 270.000 Kunden betreut. Der Marktanteil macht bei den Privatkunden 15 Prozent aus und bei den Kommerzkunden 34 Prozent. In der Bundeshauptstadt betreut die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien vier von zehn Handels- und Gewerbebetrieben und ist damit Marktführer.

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, die im Eigentum von 158 Mitgliedern steht und das Dach für Firmenbeteiligungen in den Geschäftsfeldern Finanzdienstleistungen, Industrie und Medien bildet, hat trotz des seit 2013 laufenden Umbaus der Gruppe das Konzernergebnis von 72,5 Millionen auf 141,7 Millionen Euro fast verdoppelt. In Niederösterreich hält Raiffeisen u.a. Beteiligungen an der Mühlengruppe Leipnik-Lundenburger, dem Zucker- und Stärkekonzern Agrana sowie am Milchverarbeiter NÖM AG. (mm)

www.raiffeisenbank.at

www.rhnoew.at



28.04.2017
Bezirk Bruck/Leitha fordert eine bessere Bahnanbindung für Wolfsthal

Einen akuten Ausbaubedarf des ÖBB-Personenverkehrs auf der S7 nach Wolfsthal meldet der Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Bruck/Leitha Klaus Köpplinger im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Gerade für den Pendlerverkehr und auch für den Tourismus ist ein guter Taktverkehr wichtig. Hier sind die Wolfsthaler noch stiefmütterlich behandelt und sollten öffentlich besser angebunden werden“, sagte er im Rahmen des traditionellen Frühlingsempfanges der Brucker Wirtschaft. Im Ausbau der Flughafenautobahn auf drei Spuren sieht Köpplinger eine längst fällige Investition, „um endlich zügig und ohne Stau von Schwechat nach Bruck zu kommen“.

Wichtig ist es Köpplinger anzumerken, dass man den Wirtschaftsraum Bruck in seiner alten Aufstellung nicht mit Jobmotoren wie dem Flughafen Schwechat vergleichen könne, er sich dennoch immer sehr gut und solide entwickelt habe. Touristisch sieht der Wirtschaftskammerobmann den Bezirk vor allem mit dem Archäologiepark Carnuntum, dem Naturpark Mannersdorf-Wüste und einer hohe Dichte an Spitzengastronomie sehr gut aufgestellt: „Dazu kommen unsere Winzer, die hervorragende und vielfach prämierte Weine keltern und damit ein zahlungskräftiges Publikum in den Bezirk ziehen, was man nicht unterschätzen darf.“ (hm)

http://wko.at/noe/bruck



28.04.2017
Krummnussbaum ist weiterhin das starke Herz der Rath AG

Das Stammwerk der weltweit im Feuerfestbereich agierenden Rath AG in Krummnussbaum im Bezirk Melk erweist sich weiterhin als starkes und beständiges Herz des Konzerns. 2016 konnte dort mit 2,3 Millionen Euro der beste Gewinn der letzten zehn Jahre erzielt werden. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont Jörg Sitzenfrey, Vorstandsmitglied der Rath AG, dass man mit den 120 hochqualifizierten Arbeitskräften sowie drei Lehrlingen über eine sehr gute Mannschaft verfüge, die ständig Neu- und Weiterentwicklungen für spezielle Kundenwünsche erledigen könne. Heuer wird am Standort Krummnussbaum eine Million Euro in diverse Instandhaltungen investiert.

„Wir sind ein Nischenplayer und mit unserer 125jährigen Erfahrung bei Feuerfestprodukten verfügen wir über eine wirklich enorme Kompetenz, um besonders Spezialitäten entwickeln und liefern zu können. Denn nur so können wir uns erfolgreich am Weltmarkt behaupten“, erklärt Sitzenfrey und merkt an, dass man jährlich etwa 700.000 Euro für den F&E Bereich aufwende.

In Krummnussbaum werden Hochtemperatursteine erzeugt, die einer Temperatur von 16.000 Grad standhalten. Hier liegt die Jahresproduktion bei 1.500 Tonnen. Dazu kommen 8.500 Tonnen Betone, etwa 6.000 Tonnen Hafnerschamotte, rund 600 Tonnen Vakuumformteile sowie 350 Tonnen Siliziumcarbid, das in Hausmüllverbrennungsanlangen Verwendung findet. Etwa drei Viertel der am Standort erzeugten Ware gehen in den Export.

Das Geschäftsjahr 2016 hat die Rath AG mit einem Umsatz von 80,3 Millionen Euro abgeschlossen. Das operative Ergebnis (EBITDA) war mit 9,1 Millionen bzw. 11,4 Prozent stabil. In Krummnussbaum wurde ein Umsatz von 26 Millionen Euro erzielt. 542 Mitarbeiter sind weltweit beschäftigt, davon über 160 in Österreich. Für 2017 peilt die Rath AG eine Umsatzsteigerung um fünf Prozent an. (hm)

www.rath.at



28.04.2017
Windkraft Simonsfeld fährt die Öko-Stromproduktion in Windeseile empor

Mit einer Öko-Stromproduktion von fast 380 Gigawattstunden hat die Windkraft Simonsfeld 2016 ihre bisher größte Elektrizitätsmenge erzeugt – mehr als in jedem anderen Jahr der Firmengeschichte. Zurückzuführen ist das Rekordergebnis vor allem auf die Fertigstellung und Inbetriebnahme von neun zusätzlichen Drei-Megawattanlagen in den Windparks Rannersdorf II im Bezirk Gänserndorf und Simonsfeld II im Bezirk Korneuburg. 8,8 Millionen Euro hat das in der Öko-Energieproduktion tätige Unternehmen aus Ernstbrunn im Weinviertel dafür aufgewendet, entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst dem aktuellen Geschäftsbericht.

„Derzeit erzeugen wir eine Strommenge, die dem Jahresverbrauch von 95.000 Haushalten entspricht“, rechnet Martin Steininger, Vorstand der Windkraft Simonsfeld AG, vor. Heuer wolle man die Produktion um weitere 14 Prozent auf 432 Gigawattstunden steigern. Ermöglicht werden soll das in erster Linie durch die mit Anfang Jänner 2017 erfolgte Übernahme des leistungsstarken Windparks Steiglberg im oberösterreichischen Innviertel. 2018 will die Windkraft Simonsfeld dann sieben Anlagen in Kreuzstetten im Bezirk Mistelbach sowie vier Anlagen in Dürnkrut-Götzendorf im Bezirk Gänserndorf ans Netz bringen.

Nach der Energie Burgenland Windkraft und der EVN Naturkraft ist die Windkraft Simonsfeld der drittgrößte Windenergieerzeuger in Österreich. Die Firma, die 1996 als GmbH gegründet worden war und 2009 in eine AG umgewandelt wurde, betreibt im Inland 78 Windkraftanlagen, zwei weitere in Bulgarien. Im Geschäftsjahr 2016 hat die Windkraft Simonsfeld einen Umsatz von 31,7 Millionen Euro und einen Konzerngewinn nach Steuern von fast 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Privatunternehmen steht im Eigentum von 1.777 Aktionären, viele von ihnen kommen aus dem Weinviertel. (mm)

www.wksimonsfeld.at



28.04.2017
Waldviertler Firma alarmiert durch SMS

Um Störungen und Alarme auch per SMS melden zu können, hat die auf IT-Komponenten spezialisierte Firma BellEquip GmbH in Zwettl die Software für ein Gateway als Verbindungsstelle zur Weiterleitung von Daten entwickelt. Diese Entwicklung sei auf Kundenwunsch erfolgt und habe zwei Jahre in Anspruch genommen, teilt Geschäftsführer Martin Hinterlehner dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Sogar dem NÖ Innovationspreis ist diese Entwicklung eine Anerkennung wert gewesen.

Der Vorteil der neuen Verbindungsstelle liegt darin, dass die Meldungen nicht nur per Mail oder einem einfachen Netzwerkverwaltungsprotokoll (SNMP) gemacht werden können, sondern auch per SMS. Hier bekommen die Operatoren von Serverräumen oder Schaltschränken die Meldungen direkt auf ihr Mobiltelefon und können so auch am Wochenende rasch reagieren, was gerade bei Serverräumen besonders wichtig sei, um die IT-Sicherheit zu gewährleisten. Auch Standorte ohne Internetanschluss sind damit mit einer optimalen Alarm-Kommunikation ausgestattet.

BellEquip bietet Gesamtlösungen bei Serverräumen, Schaltschränken, IT, Automatisation, Video und Netzwerktechnik an. Laut Hinterlehner ist man bei KVM-Lösungen (Keyboard-Video-Mouse) sogar die Nummer eins in Österreich. Hier können mit nur einer Maus, einer Tastatur und einem Bildschirm mittels Umschaltung jeweils mehrere Computer gesteuert werden. Dem Geschäftsführer ist bewusst, dass man in einem Nischensektor mit großem Potenzial arbeite.

Bei den Alarmierungs-Tools ist ab 150 Euro eine Lösung mit einem Sensor möglich, die für die meisten Anwendungen ausreicht. Jährlich werden davon etwa 1.500 Stück verkauft. Mit Sensoren werden entweder Temperatur, Feuchte, Helligkeit oder auch das Betätigen des Türgriffes gemessen, es sind bis zu 100 Sensoren möglich. Die Kunden von BellEquip finden sich in ganz Österreich mit dem Schwerpunkt in den Ballungszentren.

Wermutstropfen ist für Hinterlehner, dass es im Waldviertel nicht gerade einfach ist, qualifiziertes Personal zu finden. Großen Wert legt er auf die Freude an der Arbeit. „Wer Freude an seiner Arbeit hat, der bringt auch bessere Leistungen. Wir fördern in unserem Betrieb den Spaß an der Arbeit, denn so sind die Mitarbeiter zufriedener und identifizieren sich mehr mit ihrer Tätigkeit.“

2016 erzielte BellEquip mit 14 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,5 Millionen Euro, der sich heuer auf vier Millionen steigern soll. (hm)

https://www.bellequip.at



28.04.2017
Innovativer Betrieb aus Himberg nebelt Theater ohne CO2 ein

Eine neue Art von Nebelmaschine, die Mario Tomazetich mit seiner Firma MT-Electronic in Himberg, Bezirk Bruck an der Leitha, für den Einsatz auf Bühnen und bei Veranstaltungen entwickelt hat, wird mit einem Exportanteil von 70 Prozent bereits in alle Welt geliefert. Diese Maschine arbeitet mit reinem Wasser und kommt so im Betrieb um einiges günstiger als die herkömmlichen Geräte mit CO2 und Trockeneis. Außerdem wird sie von Darstellern und Publikum als angenehmer empfunden. „Mit unserer Nebelmaschine sind wir weltweit die einzigen, die ein tadellos funktionierendes System anbieten können“, betont der Unternehmer im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Diese Entwicklung ist dem NÖ Innovationspreis eine Anerkennung wert gewesen.

Die Nebelmaschine wird in unterschiedlichen Größen produziert und kostet ab 8.500 Euro. Laut Tomazetich ist das zwar nicht günstiger als eine herkömmliche Maschine. Im Betrieb aber kosten zehn Minuten mit der neuen „Aqua Low Fog Machine“ drei Euro, beim Einsatz von CO2 sind es mindestens 100 Euro und auch noch mehr. Somit amortisiert sich die neue Nebelmaschine in relativ kurzer Zeit.

Die Kunden von Tomazetich, die meist mehrere Maschinen ordern und äußerst zufrieden sind, finden sich weltweit, in Japan, USA, Türkei, Russland und in Europa mit dem Friedrichstadt-Palast in Berlin, der Volksoper und dem Volkstheater in Wien sowie dem Goehteanum im schweizerischen Dornach.

„Vielen Betreibern von Bühnen und Veranstaltungsstätten ist noch nicht bewusst, dass sich in nächster Zeit die Veranstaltungsgesetze ändern werden. Dann dürfen Druckbehälter wie bei der Nebelerzeugung mit CO2 nicht mehr verwendet werden. Hier ist unsere Aqua Low Fog Machine genau das Modell, das auch in Zukunft eingesetzt werden kann“, erklärt Tomazetich. Bisher befindet sich der Nebel meist am Boden, wo sich auch das giftige CO2 sammle und daher Schauspieler und Sänger oft über die Auswirkungen der herkömmlichen Nebelmaschinen klagen, was aber bei der mit reinem Wasser betriebenen Maschine wegfällt.

Da Büro, Lager und Produktion derzeit auf drei verschiedene Standorte verteilt sind, möchte Tomazetich alles in Gramatneusiedl zusammenziehen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 900.000 Euro. Die Eröffnung ist schon für August geplant. Dieser Standort wird auch einen Showroom beinhalten.

Tomazetich selber ist auf Bühnen-Lasertechnik und Toninstallationen sowie Special Effects spezialisiert, will dieses Geschäft aber zugunsten der Nebelmaschinen zurücknehmen. Im Geschäftsfeld Special Effects steht eine weitere Innovation vor der Serienreife. Der Unternehmer ist derzeit noch als EPU (Einpersonenunternehmer) tätig. Für 2017 ist ein Umsatz von 100.000 Euro angepeilt. (hm)

www.mt-electronic.com



28.04.2017
Künstlerin aus Weistrach fertigt Schmuck nach japanischen Techniken

Wenn Margit Grübl über Art Clay Silver und New Mokume Gane spricht, leuchten ihre Augen. Die Künstlerin, die seit acht Jahren in Weistrach im Bezirk Amstetten ihr Atelier Silverart betreibt, hat Ende der 2000er Jahre diese beiden Schmuckfertigungstechniken aus Japan für sich entdeckt. „Art Clay Silver entstand in den 1990er Jahren. Es setzt sich aus feinsten Silberpartikeln, organischem Bindemittel und Wasser zusammen“, erklärt Margit Grübl dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

„Diese zunächst unscheinbare graue Tonmasse wird modelliert, nach Wunsch auch strukturiert, getrocknet und bei rund 800 Grad Celsius mit einem Gasbrenner oder im Ofen gebrannt. Beim Feuern verbrennt das Bindemittel, und die Silberpartikel verbinden sich zu einem stabilen Feinsilberstück. Mit Schleifen und Polieren erzielt man unterschiedliche Oberflächen.“

Die Mokume Gane-Technik hat die Mostviertlerin vor zwei Jahren entdeckt. Sie hat ihren Ursprung im Japan des 17. Jahrhunderts und bedeutet holzgemasertes Metall. Dabei werden Metal Clay Silber und Kupfer geschichtet und verschweißt. Typisch für dieses Verfahren sind die Muster, die bei der Weiterverarbeitung entstehen und an eine Holzmaserung erinnern.

Schon als kleines Mädchen hat sich Margit Grübl für die Vielfalt der Materialien und Werkzeuge auf dem Bauernhof ihrer Eltern interessiert und sie spielerisch erkundet. Altes Schreiner- und Schmiedewerkzeug sowie jede Menge Naturmaterial und viel Raum luden sie zum Experimentieren ein. „Schon mit 14 Jahren wusste ich genau“, sagt die heute 54jährige, „ein Beruf muss etwas mit Kreativität zu tun haben“. So sei sie Lehrerin für textiles und technisches Werken geworden, die in ihrer Freizeit Töpferkurse für Kinder und Erwachsene gab.

Dass sie sich schließlich 2009 als Künstlerin selbständig machte, empfindet Grübl nur als logische Konsequenz. „Wenn ein Schmuckstück entsteht, weiß ich nicht, für wen ich es mache, ich lasse mich treiben, tauche ein, lege meine ganze Aufmerksamkeit hinein. Dann wählt jemand aus unzähligen Schmuckstücken genau dieses aus und probiert es. Plötzlich verändert sich die Ausstrahlung dieser Person, und das Schmuckstück entfaltet eine unglaubliche Wirkung. Jetzt weiß ich, für diesen Menschen ist es bestimmt.“

Die Ideen und Inspirationen für ihre Kreationen schöpfe sie aus allen Bereichen ihres Lebens, erklärt Margit Grübl. „Ein Rindenstück, eine Samenkapsel, die Struktur von altem Leinen, ein Ornament an einem Gebäude oder ein Schriftzug können Auslöser sein. Es entstehen unzählige Bilder, Formen und Farben vor meinem inneren Auge, die ich zu Schmuckstücken zusammenfüge.“ In diese verarbeitet sie auch Edelsteine, Perlen, Gold, Email, Glas, Kunstharz und Polymerclay. Bei der Arbeit an einem Schmuckstück spiele Zeit keine Rolle. „Deshalb ist es auch schwierig für mich zu sagen, wie lange ich daran arbeite. Manchmal ist ein Schmuckstück in einigen Stunden fertig, manchmal bedarf es einiger Tage.“

Erhältlich ist Schmuck von Margit Grübl auf diversen Kunsthandwerksmärkten, Messen und in ihrem Atelier, Weistrach, Haassiedlung 4. Für Interessenten hält sie auch Kurse ab. So lehrt sie in kleinen Gruppen die Technik der Schmuckherstellung aus Art Clay Silver. Wer einen Basiskurs besucht hat und sich weiterentwickeln möchte, kann auch Aufbaukurse buchen, wie etwa Steine fassen. In Zukunft möchte Margit Grübl auch Kurse und Workshops in Firmen für deren Mitarbeiter abhalten. „Und ich möchte all jene Menschen kennenlernen, für die ich meine Schmuckstücke gefertigt habe.“ (dsh)

www.silverart.at



28.04.2017
Kokoskuppeln rollen von Spillern bis nach China

Im Sommer 2013 hat die Firma Spitz den Süßwarenerzeuger Auer-Blaschke gekauft und damit auch den Produktionsstandort Spillern übernommen. „Seither haben wir viel in die beiden Marken, in neue Verpackungen, neue Produkte sowie in umfangreiche Kommunikationsmaßnahmen investiert. Dadurch konnten wir den Umsatz jedes Jahr zweistellig steigern“, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Josef Mayer dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Mit Investitionen in den Standort haben wir sowohl die Produktivität, als auch die Menge erhöht. Das trägt zur Sicherung des Standortes bei.“

Nicht zuletzt das Verdienst der rund 50 Mitarbeiter sei es gewesen, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, die Nachfrage nach den Produkten zu steigern. „Speziell im Export haben wir in den letzten drei Jahren enorme Entwicklungen gemacht. Wir konnten zusätzliche Märkte erobern, wie im asiatischen Raum allen voran China, das weltweit bevölkerungsreichste Land“, so der Spitz-Chef. Der Export mache bereits einen zweistelligen Prozentanteil aus.

Gleichzeitig ist das Unternehmen mit Produkten aus Spillern, wie etwa den Eiswaffeln, auch in der österreichischen Gastronomie bestens vertreten. Damit das so bleibt, ist man bemüht, immer wieder neue Produkte auf den Markt zu bringen, wie etwa jetzt die Kokoskuppel Mango-Maracuja. In diesem Fall ist die neue Geschmacksrichtung von der Facebook-Community entschieden worden. Auch Fandora, ein Schokoröllchen mit Haselnuss-Cremefüllung, wird ab sofort in Niederösterreich produziert.

Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist gemeinnützige Öffentlichkeitsarbeit, die zur Nachahmung anregen soll. In Waidhofen an der Thaya stehen 600 Bäume im Namen der Auer Baumstämme. Das ist eine kürzlich abgeschlossene Aktion, die gemeinsam mit dem Niederösterreichischen Waldverband sowie der Volksschule Waidhofen an der Thaya durchgeführt worden ist.

„Was als Posting auf unserer Auer Facebook-Fanpage begonnen hat, ist zu Waldboden gebracht worden“, berichtet Josef Mayer stolz. „Wir haben die Jugend in den Volksschulen zur Teilnahme an diesem nachhaltigen Projekt aufgerufen. Pro „Like“ oder „Kommentar“ spendeten wir einen Baum. Das erfreuliche Ergebnis: 137 Kinder der Volksschule haben an zwei Tagen in einem Durchgang 600 neue Bäume gepflanzt - davon 300 Tannen, 250 Fichten, 25 Vogelkirschen und 25 Schwarzerlen“. (jm)

www.auer-blaschke.at

www.spitz.at