NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1558 vom 11.10.2019

11.10.2019
KI-Space soll Innovationsgeist in Niederösterreich einen Schub verleihen

Mit der Eröffnung des KI-Space am Zentrum für Technologie und Design (tedeZ) des WIFI in St. Pölten setzt die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) nun einen weiteren „Meilenstein in unserer KI-Initiative Niederösterreich“, so WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. Das Thema „Künstliche Intelligenz“ – kurz KI – bekomme immer breitere Bedeutung in allen Bereichen des Lebens – insbesondere auch in der Wirtschaft, „daher wollen wir herzeigen, wie man KI nutzen kann, welche Anwendungen man eventuell auch für den eigenen Betrieb lukrieren kann“. Laut Zwazl soll der KI-Space, der auch in die NÖ-Initiative „Haus der Digitalisierung“ eingebracht wird, die Scheu vor der Digitalisierung abbauen helfen und „dem Innovationsgeist in Niederösterreich einen zusätzlichen Schub verleihen, denn: wer Digitalisierung und KI für sich gestaltet, wird den größten Nutzen daraus ziehen können.“

Im neuen KI-Space, der von Innenarchitektin Bianca Schönbichler, einer Absolventin der New Design Universität (NDU) gestaltet wurde, haben Interessierte die Möglichkeit, KI live im Einsatz zu erleben und selbst auch in Sachen KI aktiv zu werden. Zur Verfügung stehen neben klassischen Info-Elementen unter anderem ein ActivPanel, das als interaktives Multitouch-Display mit InGlass-Technologie zwischen Stift, Touch oder Radieren mit dem Handballen unterscheiden kann, oder eine digitale Flipchart, über die mehrere Teilnehmer von ihrem jeweiligen Gerät aus Ideen visualisieren und Projekte gemeinsam entwickeln können.

Günter Schwarz, Obmann der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung/Informationstechnologie) in der WKNÖ und einer der Initiatoren für den KI-Space, verwies bei der Eröffnung auf die Bedeutung, Wissen zu teilen. Die Angst vor der Digitalisierung sei nicht berechtigt, so Schwarz, sie ermögliche neue Chancen für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik. Im KI-Space habe man zudem auch Technik und Natur verknüpft.

Für das WIFI verwies Institutsleiter Andreas Hartl auf eine ganze Reihe von Angeboten, die KI-Wissen vermitteln, so etwa Basis-Kurse (schon ab dem 22./23. 11. 2019), oder die darauf aufbauenden Erweiterungs-Kurse „KI-Anwender“, „KI-Profi“ und „KI-Manager“. Der Stellenwert dieser Know-how-Vermittlung wird auch dadurch unterstrichen, dass das Thema in einer eigenen KI-Akademie bearbeitet wird.

Bei der Eröffnung des KI-Space konnten eine Reihe von Firmen bereits ihre innovativen KI-Anwendungen präsentieren. So zeigte der Aufzugsanlagenproduzent KONE beispielsweise einen intelligenten Aufzug, der Störungen, Notfälle, Vandalismus etc. erkennt und entsprechende Informationen sofort weitermeldet.

Das WIFI St. Pölten wird übrigens am 8. November zu einem der Austragungsorte beim internationalen Programmierwettbewerb „Catalysts Coding Contest“, bei dem in verschiedenen Städten weltweit tausende Programmierer – Jugendliche und Erwachsene – antreten. Sonja Zwazl: „Für die Unternehmen ist das eine Gelegenheit, IT-Talente zu entdecken, und ich sehe das auch als wichtige Anerkennung unserer KI-Initiative.“ (rz)

http://www.noe.wifi.at/ki-akademie



11.10.2019
In Österreich stehen „Gebäudeleichen“ auf einer Fläche so groß wie Wien

Nach dem Vorbild der Schweiz sollte auch Österreich seine produktivsten landwirtschaftlichen Flächen mit einem absoluten Bauverbot belegen. Das fordert Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung. „Für die Erzeugung von Lebensmitteln ist der Boden essentiell“, betonte er bei der Präsentation einer Studie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zum Thema „Bodenbedarf für die Ernährungssicherheit in Österreich.“ Das sei auch eine Frage des staatlichen Selbstschutzes, zumal ein Land mit geringer Selbstversorgungsrate verletzbar werde.

Darüber hinaus tritt Weinberger dafür ein, die vielen leer stehenden Gebäude endlich zu revitalisieren. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gibt es in Österreich rund 40.000 Hektar leer stehende Industriehallen, Wohn- und Geschäftsimmobilien. Das entspricht einer Fläche, die fast so groß ist wie das Wiener Stadtgebiet.

„In Bayern funktioniert die Raumordnung deutlich besser als bei uns“, stellte der Hagelversicherung-Vorstand fest. Nur wenn dort eindeutig feststehe, dass das Innenraumpotenzial ausgeschöpft ist, würden im Freistaat Baulandausweisungen genehmigt werden. (mm)

http://www.hagel.at

http://www.ages.at



11.10.2019
Die Römerstadt Carnuntum war auch heuer wieder ein Publikumsmagnet

Mehr als 160.000 Besucher konnte die Römerstadt Carnuntum in Petronell im Bezirk Bruck/Leitha heuer schon begrüßen. „Mit dieser Zahl liegen wir sehr gut im langjährigen Durchschnitt“, teilt Markus Wachter, Geschäftsführer der Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsgesellschaft m.b.H, dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Man sei bemüht, den Geschichtsinteressierten in den angebotenen Formaten neue Aspekte zu bieten und sie mit neuen Rekonstruktionen an den Ausgrabungsstätten noch tiefer in das Leben der alten Römer eintauchen zu lassen.

„Derzeit laufen noch die Grabungen bei der Villa Urbana. Erst wenn diese abgeschlossen und archäologisch bewertet sind, werden wir entscheiden, wie es mit den Rekonstruktionen weiter geht. Jetzt haben wir einmal einen Baustopp“, erklärt Wachter. Prinzipiell sei geplant, ein gesamtes römisches Stadtviertel zu zeigen. Allerdings müssten dazu auch die entsprechenden archäologischen Befunde für eine seriöse Rekonstruktion vorhanden sein, stellt der Carnuntum-Geschäftsführer klar.

Wieder sehr gut angenommen wurde das Römerfest im Juni, das trotz Regen am ersten Wochenende und Hitze am zweiten von etwa 9.000 Besuchern frequentiert war. Wetterbegünstigter war man im August beim Spätantikenfestival mit rund 6.000 Besuchern, wo sich zeitweilig sogar lange Schlangen vor den Kassen gebildet hatten. Laut Wachter entwickle sich auch das Kinderfest im Herbst mit heuer 3.000 Besuchern zu einem neuen Publikumsmagneten.

Dass die alten Römer aber auch mit den modernen Medien gut kombinierbar sind, zeigt die Carnuntum App, die bereits 9.000 mal heruntergeladen worden ist. Damit kann man sich eine virtuelle Rekonstruktion am Smartphone anzeigen lassen. Auch in den Sozialen Medien, wie Facebook und Instagram, ist man erfolgreich unterwegs und erreicht mit diesen Formaten bereits eine Million Nutzer.

Der Archäologische Kulturpark Niederösterreich setzt sich aus der Römerstadt Carnuntum in Petronell sowie dem Carnuntinum und dem Amphitheater Militärstadt in Bad Deutsch-Altenburg zusammen. Ein Viertel der Besucher sind Schulen und drei Viertel Individualbesucher. 70 Prozent davon kommen aus Österreich, zehn Prozent aus der Slowakei und 20 Prozent aus 70 anderen Nationen. (hm)

http://www.carnuntum.at



11.10.2019
Winzer Krems stecken 37 Millionen Euro in ihre Sandgrube 13

Mit einem Investitionsvolumen von rund 37 Millionen Euro baut Österreichs größter Qualitätsweinproduzent, die Winzer Krems, seinen Betriebsstandort am Unternehmenssitz Sandgrube 13 weiter aus. Bis zum Jahr 2024 werden dort Keller, Weinabfüllung und Flaschenlager grundlegend modernisiert. Der Startschuss zu dem Erweiterungsprojekt ist schon im August mit dem Abbruch der alten Keller und Lagerhallen erfolgt.

„In einem ersten Schritt investieren wir zwölf Millionen Euro in einen neuen Gär- und Lagerkeller, den wir schon zur Ernte 2020 einsetzen werden“, kündigt Winzer Krems-Geschäftsführer Ludwig Holzer an. Er sieht im Klimawandel neue Herausforderungen für den Weinbau. Qualität stehe bei der Winzergenossenschaft an erster Stelle. Deshalb müsse sichergestellt sein, „dass wir auch bei veränderten klimatischen Bedingungen unsere weltweit bekannten fruchtigen Weiß- und Rotweine optimal vinifizieren können“, betont Holzer. Darüber hinaus setze man mit der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage einen wichtigen Schritt in Richtung erneuerbare Energien.

Die Winzer Krems stehen im Eigentum von rund 900 Weinbauern aus den Weinbaugebieten Wachau und Kremstal. Zusammen bewirtschaften sie eine Rebfläche von 1.200 Hektar. Die durchschnittliche Jahresproduktion beläuft sich auf rund sechs Millionen Flaschen. (mm)

http://www.winzerkrems.at



11.10.2019
TFZ Wiener Neustadt als Grundstein fĂĽr blau-gelbe Technologiestandorte

Bereits seit 20 Jahren besteht das Technologie- und Forschungszentrum (TFZ) in Wiener Neustadt. Beim dazugehörigen Festakt hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hervor, dass hier der Start erfolgt sei, Niederösterreich als Top-Standort für Technologie und Forschung zu etablieren. Durch gute Rahmenbedingungen und politischen Willen konnte in Wiener Neustadt ein vom zweiten Weltkrieg völlig zerstörtes Areal neu und nachhaltig belebt werden.

Klaus Schneeberger, Bürgermeister von Wiener Neustadt und Aufsichtsratsvorsitzender von ecoplus zeigte sich stolz, dass das TFZ zu einem Impulsgeber für die gesamte Region geworden sei. Seit 1999 sind mehr als 53 Millionen Euro in dieses Projekt geflossen, das jetzt rund 17.500 Quadratmeter modernste Büro- und Lagerflächen bietet, die zu 90 Prozent ausgelastet sind. Derzeit sind 28 Unternehmen mit 500 Mitarbeitern hier ansässig. Für Schneeberger ist es wichtig, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern das Konzept weiter zu entwickeln.

Für die ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki und Jochen Danninger hat das TFZ Wiener Neustadt nicht nur Strahlkraft auf ganz Niederösterreich, es bildet auch mit den beiden Wirtschaftsparks, dem RIZ und der Fachhochschule ein Innovationsökosystem. Derzeit gibt es in Niederösterreich sechs TFZ, neben Wiener Neustadt sind das noch Krems, Seibersdorf, Tulln, Wieselburg und Klosterneuburg. (hm)

http://www.ecoplus.at/interessiert-an/technopole/technologie-forschungszentren/tfz-wiener-neustadt



11.10.2019
Spezialtanks aus dem Waldviertel sind ein weltweiter Verkaufsschlager

Die auf die Planung, Produktion und Montage von Stahl-Email-Behältern und Silos spezialisierte Firma GLS Tanks International GmbH aus Heidenreichstein im Bezirk Gmünd profitiert von der weltweit wachsenden Nachfrage nach Formen umweltverträglicher Energieerzeugung. Im Fokus steht dabei insbesondere der Energieträger Biogas. So hat das Waldviertler Spezialunternehmen erst vor kurzem Tanks für eine der größten Biogasanlagen in Norwegen errichtet. Das Projekt, das um drei Millionen Euro nahe der Stadt Trondheim umgesetzt worden ist, „war ein großer und interessanter Auftrag, den wir heuer erfolgreich fertig stellen konnten“, berichtet GLS-Verkaufsleiter Philipp Past dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Im Norden Europas hat der Betrieb heuer bereits ähnliche Projekte für Kunden in Schweden und Litauen verwirklicht.

Neben Biogasanlagen werden GLS-Tanks in der Wasserreinigung und in der Landwirtschaft eingesetzt. In Biogasanlagen dienen die emaillierten Tanks der Lagerung der Biomasse, bei der Wasserreinigung sind die Tanks und Becken der Kläranlagen emailliert, und die Landwirtschaft nutzt die Tanks für Silos oder als Gülle-Lager. Abnehmer der Stahlbehälter aus Heidenreichstein sind die Industrie, der internationale Anlagenbau und auch Gemeinden in aller Welt. Die Exportquote liegt bei 98 Prozent.

Die große Nachfrage nach den Produkten aus dem Waldviertel bringt dem Unternehmen mit seinen – je nach Auftragslage – 80 bis 100 Beschäftigten einen jährlichen Umsatz von rund 17 Millionen Euro, Tendenz steigend. Ein wichtiges Anliegen der GLS-Geschäftsleitung ist die Sicherung des Produktionsstandortes Heidenreichstein und der weitere Ausbau des Unternehmens. Dazu zählte der Bau neuer Hallen für den Stahlbau und die Installation einer großen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus.

„Mit den insgesamt 802 Quadratmeter Paneelen können wir jetzt den ganzen Betrieb mit erneuerbarer Energie versorgen. Insgesamt waren das Investitionen in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro“, erklärt Philipp Past. Als weitere Neuheit nennt er die Erzeugung von Behältern für Biodiesel, die bis zu 25.000 Kubikmeter Biodiesel fassen können und bereits erfolgreich exportiert werden. (km)

http://www.glstanks.com/de



11.10.2019
Der Informations- und Kommunikationstechnik fehlen 10.000 Fachkräfte

„Derzeit fehlen in Österreich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) 10.000 Fachkräfte - Tendenz steigend“, stellt Günter R. Schwarz, Obmann der Fachgruppe der Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) fest. „Ob Österreich als Standort für digitale Transformation zu den Gewinnern zählen wird, hängt maßgeblich davon ab, ob wir die dafür erforderliche Expertise mit genügend hochqualifizierten Fachkräften in ausreichendem Umfang bereitstellen können. Sie sind das Rückgrat der Digitalisierung“, erklärte er dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Laut Fachverbandsobmann Alfred Harl und Günter R. Schwarz seien nicht nur mehr Ausbildungs- und Studienplätze erforderlich, auch die DropOut-Quoten in den Informatik-Studienzweigen müssten sinken. Außerdem bedürften IT-Ausbildung und IT-Berufsfelder dringend einer Imagekorrektur, weil Österreich beim Frauenanteil unter IKT-Studenten international hinterherhinke. Nicht zuletzt gelte es, bei den IKT-Lehrberufen aufzuholen. Die UBIT NÖ organisiert daher seit letztem Jahr Wettbewerbe und Kooperationen mit Schulen. Damit will die Wirtschaftskammer die Attraktivität der aktualisierten IKT-Lehrberufe der Schuljugend sichtbar machen und Niederösterreichs Klein- und Mittelbetriebe dazu gewinnen, mehr Lehrstellen in Form von Ausbildungsverbünden anzubieten.

Ob KMU oder Großbetrieb - mit der Digitalisierung steigt auch sein Bedarf an fachlicher Beratung, da sie die schnellste und effektivste Möglichkeit ist, erforderliche Ressourcen und spezialisiertes Wissen ins Unternehmen zu holen. „Die Digitalisierung von Prozessen bis zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle erfordert - parallel zur IT-Kompetenz - auch die Begleitung in Strategie und Methoden, wie Design Thinking oder Agiles Führen, sowie betriebswirtschaftliches Know-how mit dem geschulten Blick von außen“, erklärt Fachgruppenobmann Schwarz.

In Sachen digitale Transformation stehen der Wirtschaft in Niederösterreich 9.035 Mitgliedsbetriebe der Fachgruppe UBIT mit speziellen Lösungs- und Beratungsschwerpunkten zur Verfügung. Angesichts der Dynamik der Branche und der sinkenden Halbwertszeit des relevanten Wissens nennt Schwarz als zentrales Anliegen der Fachgruppe ihre Angebote zur laufenden Höherqualifizierung der Mitgliedsbetriebe: „Die fachliche Inspiration durch den Besuch internationaler High-Tech-Hotspots in den USA bis Fernost sind unser Beitrag, sowohl Spitzen-Know-how nach Österreich zu holen, als auch Österreichs Innovationen weltweit zu positionieren.“ (dsh)

http://www.ubit.at/noe



11.10.2019
St. Pölten wird heuer erstmals mehr als 200.000 Nächtigungen erreichen

Die Beherbergungsbetriebe in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten werden heuer erstmals die Marke von 200.000 Nächtigungen übertreffen und damit einen neuen Rekord aufstellen. Das gab Bürgermeister Matthias Stadler im Rahmen der internationalen Gewerbe-Immobilienmesse EXPO REAL in München bekannt, wo St. Pölten traditionell als Aussteller vertreten ist. Verantwortlich für den zu erwartenden Anstieg seien „Musik- und Sportveranstaltungen, wie der Triathlon oder das Frequency-Festival, sowie diverse Tagungen und Kongresse“, so Stadler gegenüber der Tageszeitung „Der Standard“.

Schon 2018 war für St. Pölten ein sehr gutes Tourismusjahr. Mit dem Rückenwind zweier Hotel-Neueröffnungen konnte die Landeshauptstadt einen starken Anstieg um 26,6 Prozent auf 174.300 Nächtigungen verbuchen. Damit ist St. Pölten auch die größte Tourismusgemeinde in der Destination Mostviertel. (mm)

http://www.st-poelten.gv.at

http://www.derstandard.at



11.10.2019
Stockerauer Dämmstoffspezialist Isover Austria fährt wieder in der Erfolgsspur

Ende 2015 hat der Mineralwolle-Hersteller Saint-Gobain Isover Austria GmbH die Erzeugung von Glaswolle am Firmensitz in Stockerau eingestellt. Seither konzentriert sich das Unternehmen auf das Marketing und den Verkauf der Ware, die von anderen Isover-Werken in Deutschland, der Schweiz, Italien und Polen angeliefert wird. Fast vier Jahre nach dem Aus der Mineralwolle-Produktion zieht Isover-Vertriebsdirektor Franz Hartmann eine positive Bilanz über den Wandel des einstigen Produktionsstandortes Stockerau zu einem leistungsfähigen Vertriebs- und Logistikzentrum.

„Pro Jahr liefern wir von Stockerau mehr als eine Million Kubikmeter Dämmstoffe an unsere Kunden“, teilt Hartmann dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Abnehmer der Produkte kommen aus der Industrie, dem Baustoffhandel sowie Gewerbe, wie z.B. Zimmereibetriebe oder Estrichleger. Zurzeit beschäftigt Isover in der Lenaustadt 62 Mitarbeiter. Deren Arbeitsplätze seien – auch aufgrund des steigenden Bauvolumens und der starken Inlandsnachfrage – langfristig abgesichert, so Hartmann.

Große Hoffnungen setzt der Dämmstoffspezialist in den Wachstumsmarkt der technischen Sanierung, die bei Industriegebäuden noch wichtiger sei als bei Wohnbauten. „Der Energieverlust, der durch unzureichende Isolierung von Haus- oder Betriebstechnik an Industrieanlagen entsteht, kann ein beträchtliches Ausmaß annehmen“, sagt der Vertriebsdirektor. Mit der Übernahme des deutschen Kautschukerzeugers Kaimann durch die Isover-Muttergesellschaft Saint-Gobain zu Jahresbeginn würden sich auch für das Stockerauer Unternehmen interessante Synergieeffekte ergeben.

Die Saint Gobain Isover Austria GmbH ist eine Tochtergesellschaft des französischen Industriekonzerns Saint-Gobain, die in Österreich elf eigenständige Unternehmen mit rund 2.000 Mitarbeitern betreibt. Zu der Gruppe zählen u.a. der Gips-Kartonplatten- und Gips-Pulverproduzent Rigips, die Glasfachbetriebe Eckelt Glas und Glas Ziegler sowie der Trockenmörtelerzeuger Weber. Erlös- und Ergebniszahlen nennt Isover Austria nicht. Die Saint-Gobain-Gruppe hat 2018 mit 950 Produktionsstandorten und mehr als 180.000 Beschäftigten in 67 Ländern der Welt einen Umsatz von 41,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. (mm)

http://www.isover.at

http://www.saint-gobain.com



11.10.2019
Handelskette Spar stärkt mit Eigenmarken Nachhaltigkeit und Regionalität

Den Anteil der Eigenmarken weiter zu steigern, noch mehr regionale Produkte in den Regalen anzubieten und konsequent gegen potenziell gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln aufzutreten, nennt Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender der Spar Österreich AG, als vordringliches Ziel des Handelsunternehmens in naher Zukunft. „Lebensmittel sollen aus der Nähe kommen, idealerweise aus der Region“, erklärte er im Klub der Wirtschaftspublizisten. Je geringer die Distanz zwischen Produktions- und Vertriebsstandort sei, umso besser. Denn damit werde die Umwelt nur wenig belastet.

Apropos Umwelt: So wie Spar den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der Landwirtschaft ablehnt, kämpft die Handelskette auch gegen die Verwendung von Palmöl als Inhaltsstoff vieler Nahrungsmittel. „99 Prozent unserer 5.000 Eigenmarken sind palmölfrei“, sagte Drexel. Die Eigenmarken machen es dem Unternehmen möglich, auf die Produzenten in diesem Sinn einzuwirken, „bei den internationalen Markenartikelherstellern ginge das gar nicht.“

Nicht nur deshalb soll der Eigenmarken-Anteil im Spar-Sortiment weiter wachsen. „Vor 15 Jahren hatten wir erst einen Anteil von rund 20 Prozent, jetzt liegen wir bei mehr als 40 Prozent“, so Drexel. Im gesamten österreichischen Lebensmittelhandel betrage der Eigenmarken-Anteil durchschnittlich 22 Prozent.

In Österreich betreibt Spar 1.560 Standorte, wo fast 43.000 Mitarbeiter, darunter 2.100 Lehrlinge, beschäftigt sind. Mit ihnen hat die Lebensmittel-Handelskette 2018 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Spar-Gruppe insgesamt, zu der die Auslandstöchter in Italien, Slowenien, Ungarn und Kroatien sowie der Sporthändler Hervis und die Handelsimmobilien-Gesellschaft SES (Spar European Shopping Centers) gehören, hat im Vorjahr mit 82.700 Beschäftigten Erlöse in der Höhe von 15 Milliarden Euro erzielt. (mm)

http://www.spar.at



11.10.2019
Wirtschaftsagentur ecoplus bietet schon Service fĂĽr die Kleinsten

Dass auch eine entsprechende Kinderbetreuung zum Service für Unternehmen gehört, dem ist sich ecoplus - die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich - bewusst. Im Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd bei Wiener Neudorf besteht dieses Angebot bereits seit 15 Jahren mit den IZIBIZI kids corner. Bei der Feier zu diesem Jubiläum zeigte sich ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki erfreut, dass dieses Angebot so gut angenommen wird und man den Kindergarten 2016 mit einem neuen Gebäude erweitern musste.

Auch Martin Schuster, Abgeordneter zum NÖ Landtag und Bürgermeister von Perchtoldsdorf, sah in seiner Festansprache in diesem Kindergarten einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Personen, die im IZ NÖ-Süd tätig sind. Für ihn ist die sehr gute Auslastung ebenfalls ein Zeichen, dass so ein Angebot gewünscht und gebraucht wird.

Derzeit werden im IZIBIZI in drei Krabbelstuben und zwei Kindergartengruppen rund 80 Kinder von 14 Kindergärtnerinnen betreut. 30 weitere Kinder stehen bis 2021 schon auf der Warteliste. Der Kindergarten hat ganzjährig an Werktagen von 6:30 bis 18:30 geöffnet, um sich den Arbeitszeiten der Eltern anzupassen. Zusätzlich werden auch noch Yoga, Trommeln und Englisch angeboten. Vorgesehen ist der Kindergarten ausschließlich für den Nachwuchs jener Eltern, die im IZ NÖ-Süd beruflich tätig sind.

Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst sieht Jochen Danninger, ebenfalls ecoplus Geschäftsführer, dieses Angebot als zusätzliche Serviceleistung für Unternehmen an: „Wir brauchen nicht nur geeignete Betriebsorte und Infrastruktur, auch die Kinderbetreuung gehört dazu und ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.“ Neben Wiener Neudorf gibt es auch einen Kindergarten in Wiener Neustadt, und in Wolkersdorf wird gerade der Bedarf dafür evaluiert. Laut Danninger ist ecoplus bereit, in allen Wirtschaftsparks Kindergärten einzurichten, wenn der jeweilige Bedarf mit einer entsprechenden Kinderzahlgröße gegeben ist, die eine Kindergartenführung sinnvoll macht. (hm)

http://www.ecoplus.at/interessiert-an/wirtschaftsparks/izibizi-kids-corner



11.10.2019
Der Karpfen verbĂĽrgt Nachhaltigkeit made in Waldviertel

Die Zeit des Abfischens im Waldviertel ist gekommen. „Wir produzieren genug und haben ausreichend Karpfen für den heimischen Markt. Unser Problem ist, wie schon seit Jahren, dass aus Tschechien billige Konkurrenzprodukte kommen, mit denen wir preislich nicht mithalten können“, erklärt Andreas Kainz, Obmann-Stellvertreter der NÖ Teichwirtschaft, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Im Detail heißt das: Karpfen aus Tschechien sind ungefähr um 30 Prozent billiger als heimischer Karpfen. Heimischer Biokarpfen kostet nochmal um zehn Prozent mehr. Im Waldviertel gibt es Teiche mit rund 2.500 Hektar Fläche, Tschechien hat etwa 20.000 Hektar. „Unsere Fische sind im heimischen Teich geboren und aufgewachsen. Wir produzieren extensiv, was heißt, dass es pro Teich eine Höchstgrenze an Fischen gibt. Und vor allem füttern wir Getreide aus heimischer Produktion. Deshalb hat Greenpeace den Karpfen als nachhaltigsten Fisch deklariert“, sagt Kainz mit Verweis auf die Vorzüge des Waldviertler Karpfens.

Mehrheitlich seien die Betriebe im Waldviertel Biobetriebe. Oft allerdings werden Biofische aufgrund des Preisdrucks als konventionelle Karpfen in den Handel gebracht. „Da es in Tschechien keine gleich genaue Dokumentation wie in Österreich gibt, wäre es durchaus möglich, dass dort - so wie international vielfach üblich - der Karpfen mit Fischmehl gefüttert wird, das vom Meer kommt und daher keineswegs der Nachhaltigkeit entspricht“, sagt Kainz.

Grundsätzlich sind die Konsumenten bereit, für heimischen Karpfen mehr Geld auszugeben. Und vor allem würden sich viele Fischliebhaber Karpfen nicht nur zu Weihnachten wünschen. „Ganzjährig Karpfen zu züchten, ist sehr kostenintensiv und nicht jedem Züchter möglich“, meint der Funktionär der NÖ Teichwirtschaft, der in Waidhofen/Thaya die Teichwirtschaft Kainz mit dem Namen Waldviertelfisch betreibt. Seit mehr als 60 Jahren wird das Unternehmen als Familienbetrieb geführt.

„Wenn nur der klassische Weihnachtskarpfen das Betriebsziel ist, wird dies von behördlicher Seite regelmäßig erschwert“, sagt Kainz. „Ein neuer Teichbau - nur so können wir mittelfristig betriebswirtschaftlich bestehen - ist sehr problematisch. Da wird von Behördenseite viel unternommen, damit das nicht möglich ist. Zwar gibt es EU-Richtlinien, aber die meisten Themen sind hausgemacht. Beispielsweise hat das Land Niederösterreich vorgeschrieben, dass wasserrechtliche Bewilligungen für neue Teiche 50 Jahre gültig sein sollen. Manche Bezirkshauptmannschaft stellt aber wasserrechtliche Bewilligungen nur für zehn Jahre aus. Wenn ich viel Geld ausgebe, um einen Teich zu errichten und nicht weiß, ob ich diesen auch noch nach zehn Jahren weiter bewirtschaften darf, wird betriebliches Handeln ziemlich eingeschränkt“, gibt der Experte zu bedenken.

In Zeiten, in denen Umweltschutz und Klimawandel ein großes Thema sind, kehrt Kainz die Vorteile der Teiche hervor. „Teiche unterstützen das Mikroklima und sind Rückhaltebecken bei Hochwasser. Mit unserem Produkten, insbesondere mit dem Karpfen, leisten wir einen hohen Beitrag zur CO2-Neutralität und auch zur Regionalität“. (jm)

http://www.teichwirteverband-noe.at

http://www.waldviertelfisch.at