NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1469 vom 19.01.2018

19.01.2018
NÖ Unternehmen beweisen in Südkorea ihre Olympia-Reife

Aus niederösterreichischer Sicht stehen bei den kommenden Olympischen Winterspielen vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang in Südkorea die teilnehmenden Athleten, wie Snowboard-Weltmeister Benjamin Karl aus Wilhelmsburg oder die Göstlinger Slalom-Spezialistin Katharina Gallhuber, im Blickpunkt des Interesses. Bei den Wettkämpfen und bei der Ausstattung des sportlichen Großereignisses mischen aber auch Unternehmen aus Niederösterreich kräftig mit. Der NÖ Wirtschaftspressedienst hat sich drei Beispiele dazu angesehen:

Die Skistars Matthias Mayer, Aksel Lund Svindal, Beat Feuz und Alexis Pinturault bei den Herren sowie Anna Veith, Lindsey Vonn und Lara Gut bei den Damen werden bei den Winterspielen in Tyrolia-Skibindungen nach der Goldmedaille jagen. Das Schwechater Tochterunternehmen Tyrolia des internationalen Sportartikelherstellers HTM (Head-Tyrolia-Mares) ist der weltgrößte Erzeuger von Skibindungen. Mit 210 Beschäftigten produziert Tyrolia in Schwechat jedes Jahr rund 1,1 Millionen Stück. Von dieser Menge entfallen 600.000 Skibindungen auf die Marke Tyrolia, 500.000 auf die Marke Head.

Mit einem 45köpfigen Team und 40 Tonnen schwerer Ausrüstung ist die Firma Camcat-Systems aus Rekawinkel bei Pressbaum bei den Olympischen Winterspielen 2018 präsent. So wie schon vor vier Jahren bei den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi wird das Wienerwald-Unternehmen auch in Pyeongchang mit seiner „Camcat“-Kamera spektakuläre TV-Bilder von den Alpin-Bewerben, vom Skispringen, Langlaufen und Biathlon liefern. „Camcat“ ist ein selbst entwickeltes Seilbahnsystem, auf dem eine Spezialkamera in weniger als drei Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen und bis zu 140 km/h schnell laufen kann.

Bei der Ski-WM 2003 in St. Moritz in der Schweiz hatten die Besucher erstmals die Gelegenheit bekommen, die besten Weißweine aus dem Weinbaugebiet Kamptal im Rahmen eines sportlichen Großereignisses zu verkosten. Diese werbewirksame Aktion im Rahmen Olympischer Spiele und Ski-Weltmeisterschaften sind „Teil eines Marketingkonzepts, mit dem wir das Weinbaugebiet Kamptal, seine Winzer und die Stadt Langenlois mit ihrem touristischen Angebot in der Öffentlichkeit bekannt machen wollen“, teilt Wolfgang Schwarz, Geschäftsführer des Tourismusvereins Langenlois und der Kamptal-Gebietsvinothek Ursin Haus, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Deshalb werden auch in Südkorea die prämierten Rieslinge und Veltliner aus der Umgebung von Zöbing, Gobelsburg und Strass wieder mit von der Partie sein. Fast 4.000 Flaschen Top-Weine aus dem Kamptal erwarten die Besucher des „Austria House“ - Olympia-Treffpunkt der Österreicher und ihrer Gäste. (mm)

www.tyrolia.com

www.camcat-systems.com

www.kamptal.at

www.olympia.at



19.01.2018
Neujahrsempfang macht Stimmung für die neue Brücke

Die Wirtschaft des Bezirkes Korneuburg/Stockerau ist mit einer guten Bilanz des Vorjahres und mit dem daraus geschöpften Optimismus ins Jahr 2018 gestartet. Dies zeigte der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer, der erstmals in der durch die Auflassung des Bezirkes Wien-Umgebung neu dazu gestoßenen Stadtgemeinde Gerasdorf gleichsam als Willkommensgruß abgehalten wurde. Die Referate von Bezirksstellen-Obmann Peter Hopfeld und Wirtschaftskammer Präsidentin Sonja Zwazl lieferten dazu auch die Kennzahlen. Und vor der Kulisse von rund 300 applaudierenden Tagungsteilnehmern erklärte Hopfeld, „ich lasse nicht locker, die Donau-Querung in den Süden zu verlangen“.

„Die größte Veränderung im letzten Jahr war zweifellos die Aufnahme von 1.500 Unternehmern aus Gerasdorf, die von unserem personell gleichbleibenden Bezirksstellenteam betreut werden“, sagte Hopfeld. Damit erhöhte sich die Zahl der aktiven Spartenmitglieder von der Industrie bis zu den Ein-Personen-Unternehmen (EPU) auf 7.394. Die Gewerbeanmeldungen stiegen um rund 200 auf 718. Mit 48 Lehrbetrieben, die 86 Lehrlinge ausbilden, hat Gerasdorf ein durchaus attraktives Mitbringsel mitgebracht. Im gesamten Bezirk sind 530 Lehrlinge ausgebildet worden. „Was uns am meisten weh tut, ist der Fachkräftemangel“, sagte Hopfeld. Deshalb engagiere sich die Wirtschaftskammer an der Bildungsmesse und Bildungsmeile, wo sich Unternehmen, die um Lehrlinge werben, der Schuljugend und den Eltern vorstellen.

Unter den Schwerpunktthemen, wozu auch die Initiativen der „Jungen Wirtschaft“ und der „Frau in der Wirtschaft“ zählen, hob der Bezirksobmann insbesondere die Behördengespräche hervor, die das Ziel hätten, „die regionalen Entscheidungsträger für die Leistungen und Anliegen der Wirtschaft zu sensibilisieren“. Besonderes Augenmaß forderte er für die Behandlung der Klein- und Mittelbetriebe bei Aufträgen der öffentlichen Hand ein.

„Die Stimmung in den Unternehmen hat sich deutlich verbessert“, betonte Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl. Die Wachstumsprognosen 2018 weisen für Niederösterreich mehr als drei Prozent aus. Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer erwarten 40 Prozent der NÖ Unternehmen eine deutlich bessere Geschäftslage, 49 Prozent eine gleich bleibende und nur elf Prozent eine schlechtere.

„Da die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft ein Dauerauftrag ist“, so Zwazl, „haben das Land Niederösterreich und die NÖ Wirtschaftskammer ein gemeinsames Wirtschaftsprogramm vereinbart“. Im Sinne von „Mehr für die Wirtschaft ist auch mehr für Niederösterreich“ enthalte dieses Maßnahmenpaket u.a. die Forderung „Beraten statt Strafen im Verwaltungsvollzug“, einen verpflichtenden Berufsorientierungsunterricht im Schulwesen, den raschen Breitbandausbau sowie Unterstützung der Unternehmen bei der Digitalisierung. „Die angekündigte Deregulierungsoffensive der neuen Bundesregierung wird nur erfolgreich sein können“, sagt Präsidentin Zwazl, „wenn überschießende und sinnlose Regulierungen endlich fallen und Unternehmerinnen und Unternehmer nicht mehr ausgebremst werden, wenn sie sich um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern, nämlich um ihre Produkte und Dienstleistungen für ihre Kunden“. (mü)

http://wko.at/noe/korneuburg



19.01.2018
RIZ hilft seit drei Dekaden Jungunternehmern auf die Sprünge

Bereits seit 30 Jahren unterstützt das Land Niederösterreich Personen, die ein Unternehmen gründen möchten. Gestartet wurde das Regionale Innovations Zentrum (RIZ) in Wiener Neustadt. Von dort breitete es sich flächendeckend auf ganz Niederösterreich aus. Bei der runden Geburtstagsfeier „best BUSINESS night - 30 Jahre RIZ“ wies Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter darauf hin, dass die RIZ-Unterstützung wesentlich dazu beigetragen habe, aus Niederösterreich einen guten Boden für Unternehmen jeder Größe zu machen.

„Die Angebote des RIZ sind kontinuierlich gewachsen. Jetzt bieten wir alles, was man zum Gründen eines Unternehmens braucht“, erklärte RIZ-Geschäftsführerin Petra Patzelt. Das gelte für Büros oder Coworking Plätze mit entsprechender Infrastruktur oder für Beratungen und Seminare. „Wir machen fit fürs Unternehmertum mit kostenlosen Angeboten zur Gründung sowie zu Wachstum, Finanzierung, Personal, Standort und Export“, sagt sie.

Als „riz up“ sind neu im Angebot Blockveranstaltungen in den Sommermonaten sowie eine Coworking-Plattform. Unterstützung gibt es zur Erstellung eines Business Plans, für Online-Marketing, Kundengewinnung, Verkauf, Pitch-Training und Verkauf. Diese Leistungen sind kostenfrei, egal ob ein Einpersonenunternehmen in der Gründungsphase steht oder ein Jungunternehmen in der Wachstumsphase.

In Kooperation mit der Wochenzeitung NÖN wurden die beliebtesten Jungunternehmer via Abstimmung im Internet in allen 24 Bezirken Niederösterreichs eruiert und bei dieser Jubiläumsveranstaltung in der Arena Nova in Wiener Neustadt ausgezeichnet. (hm)

www.riz.at

www.noen.at/bestbusiness

https://coworking-noe.at



19.01.2018
Agrana macht aus drei Millionen Tonnen Rüben 475.000 Tonnen Zucker

Rund drei Millionen Tonnen Rüben hat die Agrana in ihren beiden Zuckerfabriken Tulln und Leopoldsdorf im Marchfelde bei der Anfang Jänner zu Ende gegangenen Kampagne 2017/18 verarbeitet. Aus dieser Menge hat der Nahrungsmittelkonzern 475.000 Tonnen Zucker gewonnen. Zum Vergleich: Im Jahr davor sind in Österreich 3,4 Millionen Tonnen Rüben zu rund 500.000 Tonnen Zucker verarbeitet worden.

Bei der Agrana führt man den leichten Produktionsrückgang auf das während der Sommermonate 2017 zu trockene und heisse Wetter zurück. Speziell im Weinviertel und im Nordburgenland hätten die Rübenkulturen gelitten. Mit einem Ertrag von 71 Tonnen pro Hektar habe man dennoch ein durchschnittliches Ergebnis erzielt.

In fünf weiteren Zuckerfabriken der Agrana in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und in Rumänien läuft die Kampagne noch bis Ende Jänner. Ist auch diese abgeschlossen, „rechnen wir mit einer Gesamtproduktionsmenge von 950.000 Tonnen Zucker aus 6,2 Millionen Tonnen Rüben“, erklärt Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart. Damit liege man um fünf Prozent unter der im Jahr davor erzeugten Menge von einer Million Tonnen Zucker.

Fast 7.000 Rübenbauern sind Vertragspartner des Konzerns. Für jene Landwirte, bei denen es wegen der Trockenheit zu Ernteausfällen gekommen ist, hat die Agrana ein Hilfspaket geschnürt: Sechs Millionen Euro stellt sie zur Abfederung der Schäden bereit. (mm)

www.agrana.com



19.01.2018
Traditionsbetriebe aus dem Waldviertel verzeichnen Rekordumsätze

Die Schwächen der Infrastruktur im Waldviertel sind kein Hindernis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das beweisen in der Region ansässige Betriebe immer wieder. So haben 2017 drei Traditionsunternehmen, deren Familien schon seit Jahrzehnten im Waldviertel und darüber hinaus geschäftlich tätig sind, Rekordumsätze eingefahren.

Beispiel 1: Das Großhandelsunternehmen Kastner mit Sitz in Zwettl hat 2017 mit 850 Beschäftigten seinen Umsatz um 2,5 Prozent auf knapp 218 Millionen Euro erhöht – und das „ohne bedeutende Akquisitionen“, wie Geschäftsführer Christoph Kastner unterstreicht. Gewinnzahlen werden zwar keine bekannt gegeben, man habe aber jedenfalls „eine stabile Ertragsentwicklung und gute Eigenkapitalausstattung.“

Kastner beliefert 160 Einzelhandelskaufleute der Kette „Nah&Frisch“ in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark mit Gütern des täglichen Bedarfs. Darüber hinaus betreibt das seit 1828 bestehende Traditionsunternehmen Großhandelsstandorte in Zwettl und im südburgenländischen Jennersdorf sowie vier weitere Abholmärkte in Amstetten, Krems, Wien und Eisenstadt. Ausserdem versorgt Kastner über die Tochtergesellschaft BIOGAST Naturkostfachhändler und Gastronomen mit einem Sortiment von 14.000 Artikeln und steuert mit seiner Online-Partnerfirma myproduct.at ein Shopnetzwerk im Internet mit 8.000 Artikeln von 400 ausschließlich österreichischen Produzenten.

Beispiel 2: Ebenfalls auf die Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels spezialisiert ist das Großhandelsunternehmen Kiennast mit Sitz in Gars/Kamp, das 2017 erstmals in seiner Firmengeschichte einen Jahresumsatz von nahe 90 Millionen Euro erzielt hat. Mit den im Vorjahr erwirtschafteten 88,2 Millionen Euro liegt man um 9,7 Prozent über den Umsatzzahlen von 2016. Wachstumstreiber waren vor allem der Lebensmitteleinzelhandel, dessen Erlöse signifikant um 13,5 Prozent von 31,1 Millionen auf 35,3 Millionen Euro in die Höhe geschnellt sind.

Kiennast versorgt österreichweit rund 1.200 Betriebe, darunter Gasthöfe, Restaurants, Hotels, Großküchen und Caterer. Weiters stehen auf der Kundenliste des Garser Großhandelsunternehmens 140 Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte der Kette Nah&Frisch, Lagerhaus-Filialen und selbständige Kaufleute sowie 250 Betreiber von Tankstellen und Kiosken. Im Großhandel beschäftigt Kiennast 200 Mitarbeiter, im eigenen Kaufhaus in Gars/Kamp weitere 40.

Beispiel 3: Für die Privatbrauerei Zwettl mit ihren 120 Beschäftigten ist das Geschäftsjahr 2017 wieder erfolgreich verlaufen. Mit einem Gesamtausstoß aller Getränke von 206.900 Hektolitern – davon knapp 187.700 Hektoliter Bier – konnte das Familienunternehmen einen Umsatz von 23,9 Millionen Euro erzielen, nach 23,6 Millionen im Jahr davor. Mehr als die Hälfte des Betriebsergebnisses erwirtschaftet Zwettler in der Gastronomie, den Rest über den Lebensmittelhandel.

Der für die Waldviertler wichtige Wiener Markt hat sich auch im Vorjahr wieder positiv entwickelt. Schon jedes vierte in Zwettl abgefüllte Bierfass wird in der Gastronomie der Bundeshauptstadt konsumiert. „2017 konnten wir mehr als 110 neue Gastronomen als Vertriebspartner gewinnen“, erklärt Zwettler Bier-Geschäftsführer Karl Schwarz. Prominente Neukunden in der Wiener Restaurantszene sind das „Yamm!“ im ersten Bezirk und das „Oben“ auf dem Dach der Hauptbücherei. In Niederösterreich steht das Zwettler Bier ab sofort auf den Getränkekarten des „Schmid´s“ in Krems sowie des „GASThouse“ im Golfclub Lengenfeld. (mm)

www.kastner.at

www.kiennast.at

www.zwettler.at



19.01.2018
Bauhilfsgewerbe kritisiert das Herüberarbeiten aus Nachbarländern

"Das Herüberarbeiten aus den Nachbarländern hat zur Folge, dass die anspringende Konjunktur bei den Klein- und Mittelbetrieben (KMU) nicht so ankommt, wie wir uns das wünschen“, erklärte Irene Wedl-Kogler, Bundesinnungsmeisterin und Landesinnungsmeisterin des NÖ Bauhilfsgewerbes, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. In den letzten drei Jahre habe sie immer davor gewarnt, „dass unsere Kollegen aus den Nachbarländern mehr davon profitieren werden als unsere hier ansässigen Unternehmen.“

Sie fordert deshalb rigorose Kontrollen der Arbeitsmittelbehelfe sowie der Einhaltung der Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes und der Gewerbeordnung. Außerdem verlangt sie den 25%igen Einbehalt des Werkvertragslohns zur Sicherung der Sozialabgaben. Wenn ein österreichischer Unternehmer in Ungarn oder Deutschland arbeitet, hat er enorme Hürden mit Aufzeichnungen, Aufsichtspersonal, Steuern usw. zu überwinden. „Wenn ein ausländischer Unternehmer nach Österreich herüberarbeitet, wird er weniger kontrolliert als unsere Unternehmer. Da muss sich rasch etwas ändern“, sagt Wedl-Kogler.

Der schon jetzt bestehende Fachkräftemangel werde in den nächsten Jahren noch zunehmen. Dem entgegenzuwirken sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Öffentliche und gemeinnützige Aufträge sollten nicht nur in der Saison vergeben, sondern viel mehr ausgewogen gesteuert werden.

Irene Wedl-Kogler wünscht sich daher von der türkis-blauen Regierung, dass sie mehr als ihre Vorgänger auf die Basis hört. „Nach draußen gehen, sich anschauen, was die Menschen bewegt, und mit Bedacht und Vorausschau Entscheidungen treffen und nicht nur an die nächste Wahl denken, das wünsche ich mir“, meint sie. Für ebenso wichtig hält sie die Digitalisierung als Chance zur Verbesserung von Arbeitsplätzen und nicht als deren Ersatz.

Die Fachgruppe des NÖ Bauhilfsgewerbes besteht aus 26 Berufsgruppen. Dazu gehören Steinmetze, Bodenleger, Stuckateure und Trockenausbauer ebenso wie Tiefbohrunternehmer, Gerüstverleiher, Asphaltierer sowie Sand-, Kies- und Schottererzeuger. Derzeit beschäftigen 2.364 aktive Mitgliedsbetriebe an 2.512 Betriebsstandorten 7.051 Mitarbeiter und bilden 74 Lehrlinge aus. (dsh)

http://wko.at/noe/bauhilfsgewerbe



19.01.2018
Bezirk Baden wünscht sich eine Fachhochschule am TFZ Seibersdorf

Für die Einrichtung einer Fachhochschule (FH) oder Universität am Standort des neu eröffneten Technologie- und Forschungszentrums (TFZ) in Seibersdorf spricht sich Jarko Ribarski, Obmann der Bezirksstelle Baden der NÖ Wirtschaftskammer, beim traditionellen Neujahrsempfang der Bezirksstelle im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst aus. „Mit dem neuen TFZ in Seibersdorf wird die Innovationskraft unseres Bezirkes auch nach aussen getragen“, betont er. Hier gehe es aber nicht nur um die reine Forschung und Anwendung in der Wirtschaft, sondern auch um die Lehre durch eine Fachhochschule oder Universität wie bei den anderen NÖ Technopolen. Mit einer solchen Ausbildungseinrichtung könnten nicht nur weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern auch die regionalen Firmen würden von der Errichtung und dem anschließenden Betrieb profitieren.

Dass der Wirtschaftsmotor im Bezirk Baden bestens läuft, zeigen auch rund 700 Neugründungen. Für Ribarski ein klare Bestätigung der Standortqualität des Bezirkes Badens, der mit einem ausgezeichneten Branchen- und Größenmix der Betriebe sowie mit seiner Nähe zu Wien als idealer Wirtschaftsstandort brilliert.

Besonders wichtig ist dem Bezirksstellenobmann die duale Ausbildung per Lehre. Hier hebt er die Aktion „Let’s Walz“ hervor, womit Lehrlinge ein mehrwöchiges Auslandspraktikum absolvieren und internationale Erfahrungen sammeln können. „Solche Auslandspraktika heben den Stellenwert einer Lehre und lassen die jungen Leute im direkten Vergleich erkennen, wie gut sie ausgebildet sind“, sagt Ribarski. Derzeit werden im Bezirk Baden 1.728 Jugendliche in 347 Lehrbetrieben ausgebildet.

Die Prosperität des Bezirkes Baden als Wirtschaftsstandort zeigen auch die Kennzahlen: Mit rund 700 Neugründungen 2017 sind derzeit 9.908 aktive Mitglieder im Bezirk tätig, wovon rund 61 Prozent Ein-Personen-Unternehmen sind. (hm)

http://wko.at/noe/baden



19.01.2018
Ternitzer SB-Oilfield profitiert vom gestiegenen Ölpreis

Dank des gestiegenen Ölpreises und des gut laufenden Geschäfts in den USA und Kanada verspürt der Ternitzer Ölfeld-Ausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) wieder kräftigen Aufwind. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst dem vorläufigen Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2017 entnimmt, ist der Konzernumsatz gegenüber 2016 um 76 Prozent auf 322 Millionen Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat von minus 58,3 Millionen auf 25 Millionen Euro deutlich ins Plus gedreht. Auch die Auftragseingänge haben sich auf rund 340 Millionen Euro verdoppelt.

SBO ist Weltmarktführer in der Produktion von Hochpräzisionsteilen für die Ölfeld-Serviceindustrie und erzeugt neben Bohrstrangkomponenten für die Richtbohrtechnologie auch Bohrmotoren und Bohrwerkzeuge. Hauptkunden des Ternitzer High-Tech-Unternehmens sind große Öl-Servicegesellschaften, wie z.B. Schlumberger, Halliburton oder Baker Hughes. Weltweit beschäftigt SBO derzeit 1.430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vorjahr wurde der Personalstand um 200 Leute aufgestockt. (mm)

www.sbo.at



19.01.2018
NÖ Beherbergungsbetriebe steigern ihre Bettenauslastung

In der letzten Sommersaison von Anfang Mai bis Ende Oktober 2017 hat Niederösterreichs Tourismus nicht nur ein Plus von 173.000 Nächtigungen auf 4,4 Millionen geschrieben. Auch die Bettenauslastung in den Beherbergungsbetrieben zeigt weiter steigende Tendenz. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der aktuellen Tourismus-Bestandserhebung der Statistik Austria entnimmt, ist die Bettenauslastung in Niederösterreichs Unterkünften im Sommer 2017 verglichen mit der Vorperiode um 1,2 auf 33,6 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt der Bundesländer hat das Wachstum nur 0,8 Prozent betragen. In Niederösterreich stehen in 3.200 gewerblichen und privaten Beherbergungsbetrieben 69.300 Gästebetten zur Verfügung. (mm)

www.statistik.at

www.niederoesterreich.at



19.01.2018
Wiener Neustadt etabliert sich als Nabel der Weltraumforschung

Ein weiteres ambitioniertes Weltraumprojekt startet die Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt. Als Mini-Satellit in Würfelform soll „CLIMB“ im Jahr 2020 die Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf Elektronik und andere Komponenten in Kleinsatelliten erforschen. Mit im Boot ist die Enpulsion GmbH, ebenfalls in Wiener Neustadt ansässig, die für den entsprechenden Ionen-Antrieb des Satelliten sorgt.

„CLIMB startet in einer eher niedrigen Umlaufbahn und wird mit dem Ionen-Antrieb immer höher steigen, um in allen Schichten entsprechende Messungen machen zu können“, teilt Carsten Scharlemann, Studiengangsleiter Aerospace Engeneering an der FH Wiener Neustadt und Projektleiter des Vorhabens, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Insbesondere die Auswirkungen auf eher kleinere Satelliten sollen beim Durchqueren des Strahlengürtels der Erde erforscht werden. Danach wird die Flughöhe wieder verringert und CLIMB zum Verglühen in der Atmosphäre gebracht, wovon ebenfalls entsprechende Messungen gemacht werden.

Für die bereits laufende Projektstartphase konnte eine Förderung des Landes Niederösterreichs mit 70.000 Euro lukriert werden, die von der FH Wiener Neustadt verdoppelt wurde. Betreut wird CLIMB von Studenten der Fachhochschule.

Laut Alexander Reissner, Geschäftsführer der Enpulsion, die auf die Herstellung von Ionen-Antrieben von Satelliten spezialisiert ist, ist CLIMB ein Vorzeigeprojekt, das die Leistungsfähigkeit der Ionen-Antriebe weiter optimieren soll. Enpulsion ist ein Spin-off der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt zur Vermarktung von Forschungsergebnissen. Das Start-up-Unternehmen beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter, die noch im ersten Halbjahr um fünf weitere aufgestockt werden sollen. Sogar ein Vertriebsbüro im kalifornischen Silicon Valley ist schon gegründet worden.

Mit den Ionen-Antrieben hat die Enpulsion ein Alleinstellungsmerkmal. Anfragen und Aufträge von allen renommierten Satellitenbauern liegen bereits vor. Mit Stolz vermerkt Reissner, dass es ihm gelungen sei, Kapital in der Höhe von 2,4 Millionen Euro zu akquirieren. 21 Antriebe mit einem Volumen von 500.000 Euro sind bereits verkauft worden. In den kleinen Satelliten, die auch als Schwarm fungieren können und so größere Versorgungssicherheit bieten, sieht Reissner die Zukunft. (hm)

https://www.enpulsion.com

www.fhwn.ac.at