NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1435 vom 19.05.2017

19.05.2017
WIFI Kursbuch 2017/18 setzt voll auf die Digitalisierung

Das WIFI Niederösterreich taucht mit seinem Kursangebot immer tiefer in digitale Welten ein. Von den insgesamt 3.278 Aus- und Weiterbildungs-Veranstaltungen im neuen Kursbuch 2017/18 drehen sich rund 400 Bildungsangebote im kommenden Kurs-Jahr um die Arbeitswelt 4.0.

„An der Digitalisierung kommt niemand vorbei. Sie geht uns alle an – als Herausforderung, aber vor allem auch als Chance, die es zu nutzen gilt“, sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, die damit für ein Denken in digitalen Dimensionen plädiert. Die digitale Welt erweitere und ergänze die klassischen Geschäftsmodelle und mache Aus- und Weiterbildung noch wichtiger als jemals zuvor, betont sie mit Verweis auf eine Umfrage unter Wirtschaftstreibenden, wonach 82 Prozent der befragten Unternehmen der Aus- und Weiterbildung in Zukunft eine noch wichtigere Rolle zuordnen. 18 Prozent denken, die Bedeutung werde gleich bleiben.

Dass auch die Politik die große Bedeutung der Weiterbildung in Sachen Digitalisierung erkannt hat, zeigt unter anderem die Bildungsförderung des Landes Niederösterreich, die mehr als 220 der 400 „digitalen“ Kursangebote im Sonderprogramm Arbeitswelt 4.0 mit bis zu 2.500 Euro fördert. Neu im Programm sind beispielsweise ein Roboter-Bedienerkurs, Kurse zur Mobile App-Entwicklung oder – top-aktuell – Kurse zum Thema Datenschutz und IT-Security. So bietet das WIFI auch die Ausbildung zum zertifizierten Datenschutzbeauftragten an.

Freilich sollen nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fleißig dazulernen, auch die Wirtschaftstreibenden sind eifrige WIFI-Nutzer. Laut WIFI-Kurator Gottfried Wieland kommen etwa 15 Prozent der insgesamt rund 43.000 WIFI-Kunden pro Jahr aus dem Kreis der Unternehmerinnen und Unternehmer. Die WKNÖ fördert den Bildungshunger ihrer Mitglieder schon seit Jahren mit einem „Bildungsscheck“ in Höhe von 100 Euro pro Jahr. Dieser Betrag kann nunmehr auch bis zu 300 Euro „aufgespart“ werden.

Das Bildungsinstitut der NÖ Wirtschaftskammer bietet im übrigen auch eine „Unternehmerakademie“ an. Deren vielfältige Kurse beschäftigen sich mit Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Zudem gibt es rund 200 Veranstaltungen für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sowie eine Reihe von Impulsvorträgen in den WKNÖ-Bezirksstellen, wie etwa von dem Mathematiker Prof. Rudolf Taschner („Zeit ist Geld“) oder Christian Redl („Grenzbereiche meistern – Risiken managen“).

Auf dem Stundenplan des WIFI Niederösterreich stehen mittlerweile auch elf mehrsemestrige Lehrgänge mit akademischem Abschluss, wie in „Management und Betriebswirtschaft“, „Persönlichkeit und Technik“ oder „Fotografie“. Neu im Programm ist der Universitätslehrgang Food Design. „Das ist eine im gesamten deutschsprachigen Raum einzigartige Innovation“, sagt WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl. Sie basiere auf einer Kooperation von WIFI, Tourismusschule und New Design University. Hier lernen die künftigen Food Designer, Konzepte für innovative Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie für die Lebensmittelproduktion zu entwickeln.

Dauerbrenner im WIFI-Angebot sind neben Fächern wie Rechnungswesen, Buchhaltung oder den Vorbereitungskursen für die Meisterprüfung auch die zahlreichen Sprachkurse. Dabei wird Deutsch auch in umgekehrter Richtung als Fremdsprache eingesetzt, um die Integrationsfähigkeit von Menschen aus anderen Ländern zu fördern. Und weil die deutsche Hochsprache im Alltag in Niederösterreich, etwa auf Baustellen etc., keineswegs durchgehend gesprochen wird, gibt es im WIFI auch den Dialekt-Kurs „Jetzt vasteh i di a“.

Das neue Kursbuch kann man digital bestellen auf www.noe.wifi.at oder telefonisch beim Kundenservice des WIFI Niederösterreich unter 02742 890-2000 (rz)

www.noe.wifi.at



19.05.2017
Post-Generaldirektor: „Logistikzentrum in Langenzersdorf wird gebaut!“

Die Österreichische Post AG ist fest entschlossen, das von ihr in Langenzersdorf bei Wien geplante Paket-Verteilerzentrum zu verwirklichen. „Wir brauchen dieses Logistikzentrum unbedingt“, erklärt Post-Vorstandsvorsitzender Georg Pölzl gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Einen Plan B – sprich: einen anderen in Frage kommenden Standort – gebe es nicht. Man wolle in Langenzersdorf ein ökologisches Vorzeigeprojekt umsetzen. Und zu den Anrainer-Protesten aus der Nachbargemeinde Bisamberg sagt Pölzl: „Es kann nicht sein, dass jeder Standort madig gemacht wird.“ Zumal es in Niederösterreich gar nicht einfach sei, für ein derartiges Bauvorhaben überhaupt einen geeigneten Standort zu bekommen.

Den Bedarf an dem geplanten Post-Verteilerzentrum in Langenzersdorf, das 50 Millionen Euro kostet und 300 Arbeitsplätze schaffen wird, untermauert Pölzl mit Zahlen: 2016 hat das Unternehmen mehr als 81 Millionen Pakete transportiert. In den ersten drei Monaten des heurigen Jahres ist der Umsatz in diesem Geschäftsfeld um 17 Prozent gestiegen. „Wir steuern die Marke von 100 Millionen beförderten Pakten an“, so Pölzl. (mm)

www.post.at



19.05.2017
Mechatroniker: „Gut ausgebildetes Personal wächst nicht auf den Bäumen

Obwohl sich die Zahl der aktiven Mechatroniker-Betriebe in Niederösterreich von 1.376 im Vorjahr inzwischen auf 1.423 erhöht hat, die Zahl der Mitarbeiter von 4.865 auf 5.109 und die Zahl der davon in Ausbildung stehenden Lehrlinge von 165 auf 184, zeigt sich Andreas Kandioler, der Innungsmeister der Mechatroniker in der NÖ Wirtschaftskammer, in einem Lagebericht für den NÖ Wirtschaftspressedienst keineswegs euphorisch: „Es stimmt, wir haben zwar gegenüber dem Vorjahr mehr Betriebe, mehr Mitarbeiter und auch mehr Lehrlinge, das ist gut. Aber trotzdem sind wir mit der derzeitigen Lehrlingssituation nicht zufrieden. Es werden von Innungsseite seit zwei Jahren Lehrlingsaktionen durchgeführt, die hoffentlich dazu führen, auch auf lange Sicht mehr Lehrlinge zu bekommen. Das gesellschaftspolitische Problem, dass die Jugend lieber in Schulen geht, als eine Lehre zu beginnen, kann nur mit leistungsbezogenen Anreizen gelöst werden. Davon ist unsere Gesellschaft allerdings noch sehr weit entfernt.“

Als schwer verständlich empfindet Kandioler, dass es in einer zukunftsweisenden Branche wie der Mechatronik ein nachhaltiges Nachwuchsproblem überhaupt gibt. „Fakt ist natürlich, man braucht zur Lehrlingsausbildung auch Betriebe“, sagt er. Hier versuche die Innung, mit Förderaktionen die Unternehmen zu bewegen, mehr Lehrlinge auszubilden. Die Ausbildung des eigenen Personals sei unerlässlich. Schließlich profitiere davon nicht nur jeder Betrieb, sondern auch die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. „In diesem Punkt“, so Kandioler, „dürfen wir nicht länger wegschauen. Denn wenn in wenigen Jahren die Babyboomer-Generation in Pension geht, werden wir ein gravierendes Problem bekommen. Gut ausgebildetes Personal wächst nicht auf den Bäumen.“

Als weiteres Problem nennt der Mechatroniker die Bürokratie. „Zwar sprechen alle vom Bürokratieabbau, nur tut man nichts dagegen. Das ist nach wie vor der größte Hemmschuh für Unternehmen“, so Andreas Kandioler. „Sich wirklich aufs Arbeiten zu konzentrieren, ist extrem schwer, oft schier unmöglich geworden. Das hat eine enorme Gefährdung des Standortes zur Folge, weil die Nebenkosten nicht mehr auf das Produkt umgelegt werden können.“ In der zunehmenden Digitalisierung sieht der Innungsmeister eine Herausforderung, die auch vor Kleinbetrieben nicht halt mache.

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, fordert Andreas Kandioler dringend Reformen ein. „Es müssten Lohnnebenkosten der Nachbarländer verträglich und ausgewogen angepasst werden oder“, so Kandioler, „unsere Arbeitsleistung durch sinnvolle Maßnahmen besser vergleichbar gemacht werden. Es hat keinen Sinn, hier noch länger zuzusehen und nicht zu handeln. Gerade Niederösterreich ist vom Lohndumping aus dem Osten extrem betroffen.“ (dsh)

http://wko.at/noe/mechatroniker



19.05.2017
ÖHV-Studie bescheinigt dem Waldviertel-Tourismus erfolgreiche Strategie

Dass der Tourismus im Waldviertel einen wirtschaftlich immer höheren Stellenwert erlangt, zeigen nicht nur die wachsenden Nächtigungszahlen. Auch noch andere branchenspezifische Kennzahlen, wie Auslastung, Marktanteil, Saisonalität, Internationalität bzw. die Veränderung dieser Indizes gegenüber dem Vorjahr, entwickeln sich beachtlich positiv. Das entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) alljährlich durchgeführten Destinationsstudie.

So wächst die Bettenauslastung in den Waldviertler Beherbergungsbetrieben, inklusive Ferienwohnungen, merklich. Ist die Auslastung im Tourismusjahr 2014/15 bei 21,4 Prozent gelegen, waren es in der Saison 2015/16 schon 22,5 Prozent. Dabei haben die 3-Stern-Betriebe von 21,5 auf 21,9 Prozent, die 4-Stern-Betriebe von 44 auf 46,7 Prozent hinzugewonnen.

„Unsere Bemühungen, auch die Neben- und Zwischensaisonen mit attraktiven Angeboten für die Besucher zu beleben, tragen offenbar Früchte“, kommentiert Andreas Schwarzinger, Geschäftsführer des Waldviertel Tourismus, das Ergebnis der ÖHV-Studie erfreut. Zwei erfolgreiche Aktionen streicht er beispielhaft hervor: Die vor einem Jahr gestartete Initiative „Handwerk und Manufaktur im Waldviertel“, die Urlauber in die Werkstätten von Handwerksbetrieben führt und die Betriebe zu Schauplätzen außergewöhnlicher Ferienerlebnisse macht, „hat über alle Erwartungen toll eingeschlagen“, berichtet Schwarzinger.

Ähnlich gut läuft auch der „Waldviertler Häferlgucker“ - ein Genuss-Angebot mit einem mehrstündigen Kochworkshop, bei dem die Köchinnen und Köche nicht nur einen Blick in den Kochtopf erlauben, sondern mit allerhand Tipps und Tricks auch verraten, wie dann die Knödel wirklich wie Waldviertler Knödel schmecken. „Beim Häferlgucker können die Gäste auch regionale Produzenten jener Nahrungsmittel besuchen, die bei der Speisenzubereitung Verwendung finden“, informiert Schwarzinger. (mm)

www.waldviertel.at

www.oehv.at



19.05.2017
EVN-Tochter RAG steigert ihre Erdgasförderung beträchtlich

Im Marchfeld sowie im angrenzenden Weinviertel und im Wiener Becken südlich der Donau haben die Erdölquellen im Vorjahr weniger ergiebig gesprudelt als 2015. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst den aktuellen Daten einer Erhebung der Geologischen Bundesanstalt entnimmt, ist 2016 in Österreich die Gesamtfördermenge an Erdöl und Natural Gas Liquids (NLG) – das sind Kondensat und die flüssigen Anteile aus der Erdgasproduktion – um 10,7 Prozent auf 809.000 Tonnen gesunken. Davon haben die OMV 87 Prozent und die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) – ein Tochterunternehmen des NÖ Landesenergieversorgers EVN – 13 Prozent aus dem Boden geholt.

Gestiegen ist hingegen im Vorjahr die Erdgasförderung. Wie die Geologische Bundesanstalt in ihrem Bericht feststellt, ist die Naturgasförderung inklusive Erdölgasproduktion im Inland gegenüber 2015 um sechs Prozent auf 1,25 Milliarden Kubikmeter gewachsen. Verantwortlich dafür ist das enorme Plus bei der RAG, deren Fördermenge um 88,3 Prozent auf 416 Millionen Kubikmeter zugelegt hat, während das OMV-Volumen um 12,9 Prozent auf 837 Millionen Kubikmeter zurückgegangen ist. Von der Gesamtmenge der Erdgasförderung entfielen 2016 zwei Drittel auf die OMV und ein Drittel auf die RAG. (mm)

www.geologie.ac.at



19.05.2017
Niederösterreichs Kunsthandwerk wird immer mehr EPU-lastig

Die Zahl der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) steigt auch in der Branche der Kunsthandwerker. Lag in Niederösterreich die Zahl der EPU in dieser Fachgruppe im Jahr 2015 bei 935, waren es im Vorjahr schon 1.048. Damit erhöhte sich der EPU-Anteil am Gesamtbestand von 83,6 Prozent auf 84,8 Prozent von insgesamt 1.235 Betrieben. Inzwischen ist ihre Gesamtzahl auf 1.270 weiter gestiegen. Dieser Trend wird sich laut Landesinnungsmeister Johann Figl fortsetzen.

„Es gibt immer mehr Leute“, sagt er, „die sich selbst verwirklichen möchten und in die Selbständigkeit gehen. Hier verzeichnen wir vor allem bei den Erzeugern von kunsthandwerklichen Gegenständen eine starke Zunahme.“ Aber auch bei den Goldschmieden, Uhrmachern, Buchbindern sowie Musikinstrumentenerzeugern seien viele EPU aktiv. „Ich sehe diese Entwicklung positiv. Denn man sieht, dass Leute selbstbestimmt leben wollen und ihre Kreativität sowie auch ihre Ideen umsetzen können“, erklärt Innungsmeister Figl dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Als Wermutstropfen der Branche bezeichnet er die Probleme, die manche EPU mit der Vermarktung haben. „Kreativ sein und Ideen haben, ist eine Sache, sich damit erfolgreich präsentieren, eine andere“, betont er. Daher seien Innung und Wirtschaftskammer bemüht, ihren Mitgliedern die Wichtigkeit des eigenen Webauftritts mit speziellen Schulungen näher zu bringen. Der Großteil der Kunden erkundige sich zunächst im Internet, bevor er sich zu einem Kauf entschließe. Deshalb sei es in dieser Branche auch für einen Kleinstbetrieb unerlässlich, eine Webseite zu haben und damit auf sich aufmerksam zu machen.

Ein breites Publikum sprechen die heuer bereits zum vierten Mal stattfindenden KUNST WERK TAGE auf der Schallaburg an. Am 5. und 6. August kann man von 9 bis 18 Uhr mehr als 90 Ausstellern bei der Arbeit über die Schulter schauen, deren Erzeugnisse bewundern und auch erwerben. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Rekord gebrochen“, berichtet Johann Figl. „Da haben wir zum ersten Mal Zählkarten ausgegeben, um die genaue Besucherzahl zu erheben. 2016 sind wir auf mehr als 80 Aussteller und 9.000 Besucher gekommen. Beim Start im Jahr 2013 sind es knapp 70 Aussteller und 6.000 geschätzte Besucher gewesen.“

Überzeugt ist der Innungsmeister davon, dass das Kunsthandwerk auf eine offene Kundeninformation angewiesen ist. „Man bekommt einen Einblick in die Arbeit des jeweiligen Betriebes“, sagt er, „sieht, wie ein Produkt entsteht, wie viele Arbeitsschritte von nöten sind, so dass man dann auch eher den Preis nachvollziehen kann. Mit unseren KUNST WERK TAGEN konnten wir dazu beitragen, das Interesse an heimischem Kunsthandwerk zu steigern“. Nicht zu vergessen ist das Reparaturservice. Viele Uhrmacher, Goldschmiede, Buchbinder und Musikinstrumentenerzeuger bieten auch Reparaturdienste an. „Damit werden gleichzeitig Nachhaltigkeit und generationsübergreifende Werte geschaffen“, sagt Innungsmeister Johann Figl.

Für März 2018 plant die Landesinnung für interessierte Kunsthandwerker eine Studienreise zur Internationalen Messe Handwerk & Design in München. Wenn genügend Interesse besteht, will man auch einen Gemeinschaftstand organisieren, um neue Geschäftsfelder zu eröffnen. „Mir ist es wichtig aufzuzeigen“, so Figl, „dass wir Niederösterreichischen Kunsthandwerker mit unseren qualitätsvollen Erzeugnissen gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten auch auf dem internationalen Markt mithalten können.“

Zurzeit gibt es in Niederösterreich 1.270 Kunsthandwerker, die 411 Mitarbeiter beschäftigen. 17 davon werden als Lehrlinge ausgebildet. (dsh)

http://wko.at/noe/kunsthandwerke



19.05.2017
Fahrerkabinen aus Niederösterreich erobern den Exportmarkt USA

Den Exportmarkt USA hat sich die auf die Fertigung von Fahrerkabinen spezialisierte Walter Mauser GmbH in Breitenau am Steinfeld, Bezirk Neunkirchen, erschlossen. 300 Fahrerkabinen sind heuer bereits geliefert worden, bis Jahresende sollen es in Summe 1.000 Stück sein. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont Geschäftsführer Martin Mauser, dass man in diesem Markt ein noch ein großes Potential sehe.

„Die USA ist ein eher konservativer Markt, der jetzt erst entdeckt hat, dass man Fahrerkabinen auch mit Extras ausstatten und mit modernem Design versehen kann“, erklärt Mauser. Vorerst werden Kabinen für kleinere Traktoren an die Ostküste geliefert.

Pro Jahr produziert Mauser rund 15.000 Fahrerkabinen mit steigenden Preisen ab 3.500 Euro. Diese Kabinen, die meistens Wunschanfertigungen sind, können sowohl für Traktoren eingesetzt werden, als auch für Stapler, Baumaschinen, Kommunalfahrzeuge, Erntemaschinen, Kranfahrzeuge und Mähgeräte, also für alle Fahrzeuge, die keine Auto-Zulassung erfordern. „Wir liefern Komplettlösungen nach Kundenvorgaben und trachten danach, dass unsere Kabinen schnell und leicht montiert werden können“, betont Mauser. Besonders wichtig ist ihm, dass so gut wie alles am Betriebsstandort gefertigt wird. Lediglich Stahl, Glas, Kabel sowie Kunststoff und Ähnliches werden zugekauft.

Derzeit fährt die Produktion bei Mauser am Limit, so dass die rund 300 Arbeitsplätze nachhaltig abgesichert sind. Auf das Thema Expansion angesprochen, möchte Mauser die Struktur eines Familienbetriebes beibehalten, denn so sei alles gut überschaubar und flexibel, so dass man schnell und effektiv handeln könne. Außerdem ist eine räumliche Erweiterung am Standort Breitenau kaum möglich, und man wolle auf keinen Fall absiedeln.

Die Exportquote von Mauser beträgt 95 Prozent. Neben den USA beliefert wird der gesamte europäische Raum. „Oft wissen wir gar nicht so genau, wo unsere Kabinen überall unterwegs sind, denn wenn wir zu einem Produzenten nach Deutschland liefern, kann dieser das Fahrzeug dann wieder z.B. in die Arabischen Emirate liefern“, erklärt Mauser. 2016 erzielte Mauser mit rund 300 Mitarbeitern und neun Lehrlingen einen Umsatz von 35 Millionen Euro. (hm)

https://www.mauser-cabs.eu



19.05.2017
Arzneimittellogistiker NextPharma schlägt im Gewerbepark Eibesbrunn Wurzeln

Das Arzneimittellogistik-Unternehmen NextPharma Logistics, das zurzeit mit 38 Beschäftigten in Stockerau ansässig ist, wird seine Geschäfte künftig vom neuen Gewerbepark Eibesbrunn aus abwickeln. Die Übersiedlung des Betriebes auf eine 12.500 Quadratmeter große Logistikfläche, die verkehrsgünstig nahe der Wiener Aussenring-Schnellstraße S1 liegt, startet im Sommer und soll bis Februar 2018 abgeschlossen sein. Mit der Einmietung in die erst vor kurzem fertig gestellte Halle E im Gewerbepark Eibesbrunn verdoppelt NextPharma Logistics seine Umschlagkapazität. Das neue Lager hat zwei getrennte Klimazonen – eine von 15 bis 25°C und eine weitere von 2 bis 8°C - sowie einen Hochsicherheitstrakt für Betäubungsmittel.

NextPharma Logistics ist ein Spezialbetrieb für ausgelagerte Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Produktentwicklung, Auftragsherstellung und Distribution für die Pharma-, Biotech- und Tierarzneimittelindustrie. Das Unternehmen – eine Tochterfirma der britischen NextPharma Technologies Holding – betreibt in Europa sechs Entwicklungs- und Produktionsstandorte sowie fünf Logistikzentren. NextPharma Logistics beschäftigt 1.000 Mitarbeiter und betreut einen weltweiten Kundenkreis. (mm)

www.nextpharma-logistics.com

www.logistik-wien-nord.com



19.05.2017
Wirtschaft und Politik: Berechenbarkeit stellt sich als Irrtum heraus

Weil unternehmerische Entscheidungen zunehmend vor dem Hintergrund nahezu ungewisser politischer Entwicklungen in Europa und in der Welt getroffen werden müssen, holten sich die Fachgruppen der Chemischen und der Metalltechnischen Industrie Niederösterreich internationale Experten zu einem Informationsabend in die Orangerie des Schlosses Schönbrunn in Wien. Viele dieser politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sind an diesem Abend zwar verständlicher geworden, aber deswegen nicht besser vorhersehbar. So waren sich Stefan Lehne von Carnegie Europe, Oliver Geden, Forschungsgruppenleiter „EU und Europa“ der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, sowie Wirtschaftsexperte Fabian Zuleeg, Chefökonom des European Policy Centers EPC, durchaus einig, dass die EU und der Euro zwar gute Überlebenschancen haben, aber ungewiss bleibe, ob diese Chancen auch genutzt werden können, so Lehne.

Dieser sieht beispielsweise in der mit großer Wahrscheinlichkeit prolongierten Kanzlerschaft von Angela Merkel einen wichtigen Stabilitätsfaktor für Deutschland und Europa, aber auch die Gefahr, dass eine neuerliche große Koalition in Berlin „in der Politik viel durcheinander wirbeln würde“, weil auch eine Krise der repräsentativen Demokratie droht. Der Einfluss populistischer Parteien werde noch wachsen – „weit über ihre Stimmenstärke hinaus“ -, was wiederum die Reformfähigkeit der EU negativ beeinflusse.

Der Politik-Experte sieht den Binnenmarkt zwar als gut abgesichert, aber die Europäische Union werde „lockerer, sie verliert an Relevanz“. Andererseits sieht Lehne die Chance, dass durch ein gemeinsames Reformkonzept von Merkel und dem jungen französischen Präsidenten Macron genügend kritische Masse zustande kommen kann, um Europa wieder handlungsfähiger zu machen.

Politische Strategien standen im Mittelpunkt der Einsichten, die Oliver Geden vermittelte, wenn diese Einsichten auch nicht unbedingt beruhigend waren. In der Politik herrschen „sehr unterschiedliche Realitäten“, betonte Geden. „Entscheidungen und die daraus resultierenden Handlungen divergieren oft“, meinte er mit Verweis auf die Klimapolitik. Man könne sich „nicht an dem orientieren, was angekündigt wird“. Speziell Populisten, wie etwa auch Donald Trump, brechen gerne Regeln – mit dem Resultat, dass Reden, Entscheiden und Handeln oft sehr weit auseinanderklaffen.

Ähnlich wie Stefan Lehne ist auch Fabian Zuleeg „vorsichtig optimistisch“ für Europa gestimmt. Er sieht Chancen in der Stärkung der deutsch-französischen Achse und, dass Kompromisse für eine Reihe anstehender europäischer Probleme gefunden werden können. Ein positives Signal sieht er auch darin, dass sich die verbleibenden EU-Staaten seit neun Monaten einig sind, wie mit den „Brexit“-Wünschen der Briten umgegangen werden soll. „Wir steuern auf einen harten und schnellen Brexit zu“, meint er, relativiert seine Meinung aber gleichzeitig mit der Feststellung: „Die Berechenbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen stellt sich sehr oft als Irrtum heraus.“

In der Diskussion mit den Zuhörern, die Corinna Milborn vom TV-Sender Puls 4 moderiert hat, spielte natürlich auch der unberechenbare US-Präsident Donald Trump eine Rolle. Seine Politik schade jedenfalls den USA, waren sich die Polit-Experten einig. Der Euro-Dollar-Kurs „wird beweglicher, wohin er sich bewegen wird, bleibt aber offen“, so Zuleeg. Er plädierte dafür, dass sich Europa intensiv um einen „offenen Handel“ bemühen soll. „Und worauf soll man sich als Unternehmer sonst einstellen?“, lautet eine abschließende Frage. Die Antwort: „Auf mehr Schwankungen, sowohl was die Währung als auch die Politik betrifft.“ Aber die Globalisierung bleibe als Trend erhalten und werde in ihren negativen Auswirkungen in der EU besser zu bewältigen sein als von Nationalstaaten. Deshalb sei es wichtig, ständig an der Verbesserung der Architektur – sprich: dem Zusammenhalt in Europa – zu arbeiten. (rz)

http://wko.at/noe/chemische-industrie

http://www.wko.at/noe/mti



19.05.2017
Wachau-Tourismus will die Verweildauer erhöhen

Die Qualitätsoffensive „Best of Wachau“ der Donau Niederösterreich Tourismus GmbH wird jetzt – fünf Jahre nach dem Start – mit einem „Goldclub“-Bonusprogramm für die Gäste noch attraktiver gestaltet. Im Rahmen des „Goldclubs“ kommen alle Gäste, die zwischen 1. Juni und 30. September mindestens drei Nächte in einem der „Best of Wachau“-Betriebe verbringen, in den Genuss von exklusiven Erlebnis-Schmankerln. Das sind zum Beispiel eine geführte Weinwanderung mit dem Gastgeber oder eine Zillenfahrt auf der Donau bei Dürnstein.

Für Niederösterreichs Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav ist die „Best of Wachau“-Initiative mit ihren nunmehr 53 Mitgliedsbetrieben ein Eckpfeiler der Qualitätsoffensive im blau-gelben Tourismus. Sie verweist unter anderem auch auf die Qualitätsstrategien „Wirtshaus-Kultur“, „Genießer-Zimmer“ oder die „Top-Ausflugsziele“, die von der für 2020 hoch gelegten Wertschöpfungslatte mit einer Milliarde Euro nicht mehr weit entfernt sind. „900 Millionen haben wir schon erreicht“, sagt Bohuslav. Ähnlich gut unterwegs sieht sie Niederösterreichs Tourismus, der dem Ziel von sieben Millionen Nächtigungen im Jahr 2020 derzeit mit 6,9 Millionen schon sehr nahe sei.

Mit knapp 810.000 Nächtigungen und einer Steigerung um fast zwei Prozent hat die Region „Wachau Nibelungengau Kremstal“ 2016 wieder sehr wesentlich zum neuen Erfolg beigetragen. Besonders stark ist der Zuwachs an Inländernächtigungen ausgefallen. Sie nahmen um 16.692 oder 4,2 Prozent zu. Am häufigsten nächtigten die Niederösterreicher (98.065 mal) und die Wiener (96.184 mal).

„Es ist uns zudem gelungen, die Betriebe in der Region miteinander zu vernetzen und dadurch die Qualität für die Gäste insgesamt zu steigern“, erklärte Bernhard Schröder von der Donau Niederösterreich Tourismus GmbH. Das bestätigt auch Martin Prankl vom Alten Schiffmeisterhaus in Spitz, ein Qualitäts-Gastgeber der ersten Stunde.

Die Qualitätsstrategie hat auch dazu beigetragen, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,1 Tagen pro Gast um 19 Prozent gesteigert werden konnte. Im Segment der ausländischen Gäste waren es sogar 23 Prozent. Goldclub-Manager Peter Sigmund hob vor allem das Ziel hervor, die Aufenthaltsdauer der Gäste noch weiter zu verlängern sowie mit den insgesamt 20 exklusiven Wochentags-Programm-Highlights mehr Gäste auch „unter der Woche“ in die Region zu locken. Ergänzend dazu gibt es einen „Langschläfer-Bonus“ für Gäste, die ihren Aufenthalt bei den Beherbergungsbetrieben direkt oder über die Donau Tourismus GmbH buchen. Für sie gibt es beispielsweise eine Flasche Winzersekt extra oder ein kostenloses Leihfahrrad für einen Tag. (rz)

www.bestof-wachau.at