NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1590 vom 29.05.2020

29.05.2020
In NÖ fließen heuer mehr als eine Milliarde Euro in die Verkehrsinfrastruktur

In Niederösterreich werden heuer noch insgesamt 1,023 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur investiert, so Landesrat Ludwig Schleritzko, der die Investitionspläne gemeinsam mit ASFiNAG-Geschäftsführer Alexander Walcher und Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB Infrastruktur AG, präsentiert hat. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, meint der Finanz- und Mobilitätslandesrat. Mit diesen Investitionen würden rund 14.000 Arbeitsplätze in der Baubranche gesichert.

Aus dem Landesbudget selbst fließen 125 Millionen Euro in 700 Landesstraßenprojekte. Damit werden die Verkehrsbedingungen in rund 400 Gemeinden des Landes verbessert. Größte Baustelle ist die Umfahrung Wieselburg, die heuer im November fertig gestellt werden soll.

64 Millionen Euro kommen dem Bau von 900 Park&Ride-Plätzen, Bahnhofsmodernisierungen, wie z.B. an der Mariazellerbahn, sowie der Errichtung neuer Radwege zugute. „Damit schaffen wir auch mehr Sicherheit und Lebensqualität“, betont Schleritzko, der davor warnt, Straße und Schiene gegeneinander auszuspielen, denn „40 Prozent des öffentlichen Verkehrs finden in Niederösterreich auf der Straße statt.“

In das hochrangige Straßennetz des Bundeslandes wird die ASFiNAG heuer und im Jahr 2021 jeweils 270 Millionen Euro investieren. „Von 300 großen Projekten, die wir in ganz Österreich verwirklichen, sind 50 in Niederösterreich angesiedelt“, erklärt ASFiNAG-Geschäftsführer Alexander Walcher. Corona habe zwar zu einigen Verzögerungen geführt, aber trotzdem soll beispielsweise der Ausbau der Weinviertel-Schnellstraße S3 auf der Strecke Hollabrunn - Guntersdorf mit der Instandsetzung Hollabrunn-Süd und Hollabrunn-Nord noch heuer abgeschlossen werden.

Als weitere große ASFINAG-Projekte nannte Walcher den dreispurigen Ausbau der Ostautobahn A4 zwischen Fischamend und Bruck/Leitha-West sowie Generalerneuerungen der Südostautobahn A3 vom Knoten Guntramsdorf bis Ebreichsdorf, der Südautobahn A2 von Grimmenstein bis Aspang sowie des Bereiches von Westautobahn A1 und Kremser Schnellstraße S33 und den abschnittsweisen Ausbau des Knotens St. Pölten bis St. Pölten-Nord.

Im ambitionierten Bauprogramm der ÖBB sind mit 564 Millionen Euro mehr als ein Viertel der für ganz Österreich vorgesehenen zwei Milliarden für Niederösterreich vorgesehen. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Nord-Süd-Achse“, teilte ÖBB-Vorstand Franz Bauer mit. So wird etwa für den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie, für den insgesamt 700 Millionen Euro veranschlagt sind, heuer der Abschnitt Ebreichsdorf inklusive Bahnhof vorangetrieben.

Im Zuge des Ausbaus der Strecke Wien-Bratislava soll noch heuer der Bahnhof Raasdorf fertiggestellt werden. Mit dem Ziel einer Fahrzeit von 40 Minuten zwischen Wien und Bratislava sind für das gesamte Projekt rund 560 Millionen Euro vorgesehen. „Beim Semmering-Basistunnel haben wir jetzt die Hälfte gegraben. Wegen Corona gab es Lieferengpässe, aber jetzt wird wieder weitergearbeitet“, sagt der ÖBB-Infrastruktur-Chef.

Er rechnet damit, dass auch in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro in die Bahn-Infrastruktur in Niederösterreich fließen werden. Zahlreiche Projekte seien in Planung, zum Teil noch mit erheblichen Vorlaufzeiten. So sei etwa der Baubeginn für den viergleisigen Ausbau der Südstrecke zwischen Wien-Meidling und Mödling erst in rund sieben Jahren zu erwarten, der Baubeginn für die Flughafen-Spange in etwa fünf Jahren.

Derzeit werden zwölf Bahnhöfe in Niederösterreich modernisiert und barrierefrei gemacht. Acht Bahnhöfe, die wichtige Mobilitäts-Drehscheiben sind, sollen noch heuer fertig werden. 15 Bahnhöfe in Niederösterreich werden 900 neue bzw. zusätzliche P&Ride-Plätze sowie 600 Bike&Ride-Plätze bekommen.

Erhebliche Summen investieren die ÖBB nicht zuletzt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Rund 70 Millionen Euro fließen in den Bildungscampus der ÖBB in St. Pölten, der 2021 fertiggestellt werden soll. Noch heuer wird man das Lehrlingsheim mit 72 Betten nach einer Investition von neun Millionen Euro seiner Bestimmung übergeben. (rz)

http://www.noe.gv.at/noe/Autofahren/Strassenbauvorhaben.html

http://www.asfinag.at/verkehrssicherheit/bauen/bauprojekte

http://infrastruktur.oebb.at



29.05.2020
Niederösterreich-CARD ist Türöffner zu attraktiven Ausflugszielen im Land

In Zeiten der Corona-Krise und anhaltender Reisebeschränkungen prophezeien Fachleute dem Ausflugstourismus im Inland heuer einen Boom. In Niederösterreich hat man für dieses Marktsegment schon vor Jahren mit der Niederösterreich-CARD das passende Angebot geschnürt. „Von der aktuellen NÖ-CARD 2020/21 haben wir bis jetzt rund 56.000 Stück verkauft“, teilt NÖ-CARD-Geschäftsführerin Marion Boda dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Anfang Juni werden bereits 188 Ausflugsziele in allen Landesvierteln geöffnet sein.

Gegen Bezahlung eines einmaligen Kaufpreises bietet das Kundenbindungsinstrument NÖ-CARD freien Eintritt an mehr als 300 Orten zur Freizeitgestaltung in Niederösterreich und angrenzenden Bundesländern an. Ins Programm der NÖ-CARD 2020/21 wurden 15 Sehenswürdigkeiten neu aufgenommen, darunter u.a. im Waldviertel das Strandbad Herrensee in Litschau, im Weinviertel das Weinlandbad Mistelbach, im Mostviertel die Annaberger Lifte sowie in den Wiener Alpen der Motorikpark St. Corona/Wechsel. „In den Sommermonaten verlosen wir unter allen NÖ-CARD-Inhabern 20.000 Gutscheine im Wert zu je 20 Euro, die man in Restaurants und Gaststätten der NÖ Wirtshauskultur einlösen kann“, kündigt Marion Boda an.

Die am 1. April gestartete NÖ-CARD 2020/21 ist ein Jahr lang bis 31. März 2021 gültig. Zum Normalpreis kostet sie für Erwachsene 63 Euro. Jugendliche von 6 bis 16 Jahren zahlen nur 32 Euro, Kinder bis zum Alter von 6 Jahren überhaupt nichts. Wer eine alte Karte besitzt, kann sie um fünf Euro (Jugendliche um drei Euro) verbilligt verlängern lassen. Erhältlich ist die NÖ-CARD u.a. in Trafiken in Niederösterreich und Wien, in Raiffeisen-Bankfilialen, an OMV-Tankstellen, vielen teilnehmenden Ausflugszielen, über die CARD-Hotline 01/535 05 05 sowie per Internet. (mm)

http://www.niederoesterreich-card.at



29.05.2020
In der EVN-Bilanz gewinnen erneuerbare Energieträger immer mehr hinzu

Niederösterreichs Landesenergieversorger EVN baut seine Strom- und Wärmeproduktion aus den erneuerbaren Energieträgern Wasser- und Windkraft, Photovoltaik und Biomasse erfolgreich weiter aus. Während der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie an der Gesamtproduktionsmenge im Vorjahr noch bei 39,8 Prozent gelegen war, macht er heuer bereits 53,8 Prozent aus. Diese Zahlen gibt die EVN AG bei der Vorlage der Halbjahresbilanz über den bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 (1. Oktober 2019 bis 31. März 2020) bekannt.

Zwar köcheln aufgrund der Corona-Krise manche geplanten Projekte momentan nur auf Sparflamme, nichtsdestotrotz hält das Unternehmen an der konsequenten Umsetzung seiner Investitionsstrategie fest. So errichtet die EVN zurzeit in Kettlasbrunn bei Mistelbach einen Windpark mit einer installierten Leistung von 8,4 Megawatt, der noch vor Jahresende 2020 in Betrieb gehen soll. „Beim Ausbau unserer Windkraftanlagen peilen wir die 500 Megawatt-Marke an“, sagt Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.

Um die Trinkwasserversorgung im Waldviertel langfristig abzusichern, investiert EVN-Wasser – ein Tochterunternehmen der EVN AG – 35 Millionen Euro in den Bau einer 60 Kilometer Transportleitung von Krems nach Zwettl. Dieses wichtige Infrastrukturprojekt, das schon im Laufen ist, soll innerhalb der nächsten zwei Jahre abgeschlossen werden. Mit 580.000 Abnehmern ist EVN Wasser der größte Wasserversorger Niederösterreichs und der zweitgrößte Österreichs nach Wiener Wasser.

Die EVN AG hat das Ende März abgelaufene Geschäftshalbjahr 2019/20 mit einem Anstieg des Konzernergebnisses um 18,4 Prozent auf 152,7 Millionen Euro abgeschlossen. Auch das Operative Ergebnis (EBIT) ist um 16,5 Prozent auf 230,7 Millionen Euro gewachsen. Die Umsatzerlöse hingegen sind um 4,2 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Euro zurückgegangen. (mm)

http://www.evn.at



29.05.2020
Der Event-Branche mit 140.000 Beschäftigten steht das Wasser bis zum Hals

Ein Wirtschaftszweig, den die Corona-Krise besonders hat getroffen hat, ist die Event-Branche. Seit 16. März steht das Geschäft der Veranstalter, Musiker, Bühnenbauer, Zeltaufsteller, TV-, Licht- und Tontechniker oder Caterer praktisch still. Staatliche Unterstützung haben die Betroffenen bis jetzt nicht erhalten. „Bei uns ist noch kein einziger Euro angekommen“, kritisiert Günther Polder, Geschäftsführer der auf Fernseh-Außenübertragungen und -aufzeichnungen spezialisierten Firma Euro TV Production GmbH aus St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld. Er ist Sprecher einer Branche, die in der Wirtschaftskammer in verschiedenen Sparten organisiert ist, nun aber mit ihren Anliegen und Forderungen geschlossen auftreten will.

In einem Interview mit der Wochenzeitung „medianet“ macht Polder seinem Ärger über die Versäumnisse Luft. „Wenn wir die gesamte Event- und TV-Branche hernehmen, brauchen wir uns auch vor einer AUA nicht zu verstecken“, sagt er. Denn zusammengerechnet seien in diesem Wirtschaftssektor in Österreich rund 140.000 Personen beschäftigt. Doch während man mit der Fluggesellschaft über ein Rettungspaket verhandle, „redet man mit uns überhaupt nicht.“

Dabei geht es für viele Unternehmen, die im Veranstaltungswesen arbeiten und nach einer IHS-Studie aus 2017 eine jährliche Wertschöpfung von 8,9 Milliarden Euro generieren, um das nackte wirtschaftliche Überleben. „Bis auf Pressekonferenzen und Floskeln kommt nichts. Fakt ist, dass spätestens in drei, vier Wochen die ersten Insolvenzen eintreten werden“, warnt Polder. Ihre Forderungen an die Regierung hat die Event-Branche in einem Positionspapier zusammengefasst. Der Inhalt ist über die Webseite http://www.tvnetaustria.at/schulterschluss abrufbar. (mm)

http://www.tvnetaustria.at

http://www.euro-tv.at



29.05.2020
Nur noch jeder zweite Schnellzug nach SĂĽden soll in Wiener Neustadt halten

Verliert der Bahnhof Wiener Neustadt im Fernverkehr nach der Fertigstellung der Koralmbahn und des Semmeringbasistunnels massiv an Bedeutung? Diese Befürchtung hegt die NÖ Nationalratsabgeordnete Petra Vorderwinkler von der SPÖ. Informationen zufolge, die der Mandatarin vorliegen, soll es nämlich auf der Südbahnstrecke mit der sukzessiven Inbetriebnahme der „Neuen Südbahn“ ab den Jahren 2023 und 2024 zu einer einschneidenden Reduktion von Fernzug-Halten im Bahnhof Wiener Neustadt kommen. Das gehe aus einer Bekanntmachung auf der Homepage des damaligen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie vom 28. November 2018 hervor.

„Künftig ist bei einer von zwei Fernzuglinien in Richtung Süden, also nach Graz, Villach oder weiter nach Italien, kein Stopp mehr im Bahnhof Wiener Neustadt vorgesehen – die Züge sollen hier also einfach durchfahren“, kritisiert Vorderwinkler. Das sei inakzeptabel, zumal der Bahnhof Wiener Neustadt mit bis zu 30.000 Fahrgästen pro Tag der meistfrequentierte Niederösterreichs und der größte regionale Verkehrsknoten des Bundeslandes ist. Das Einzugsgebiet des Bahnhofs umfasse das gesamte südliche Niederösterreich ab Mödling sowie das angrenzende nördliche Burgenland mit dem Raum Eisenstadt-Mattersburg bis zum ungarischen Sopron.

„Wird der Plan tatsächlich umgesetzt, würden die Fernzüge nur noch stündlich im Bahnhof Wiener Neustadt halten“, präzisiert die Abgeordnete. Damit käme es für die Bahnreisenden, darunter viele Pendler, durch erzwungene Umstiege und Wartezeiten zu erheblichen Fahrzeitverlängerungen und Komfortverschlechterungen. Das stünde auch in krassem Gegensatz zu den Vorteilen, die die „Neue Südbahn“ eigentlich bringen sollte.

In einer parlamentarischen Anfrage an Verkehrsministerin Leonore Gewessler will Petra Vorderwinkler jetzt u.a. in Erfahrung bringen, ob mit der Inbetriebnahme von Koralmbahn und Semmeringbasistunnel tatsächlich eine Fernzuglinie pro Stunde ohne Stopp den Bahnhof Wiener Neustadt passieren wird. Und falls ja: „Wie lässt sich dieses konkrete Vorhaben mit jenen klimapolitischen Zielen im türkis-grünen Regierungsprogramm vereinbaren, die den Klimaschutz und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs als Schwerpunkt beinhalten?“ (mm)

http://www.petra-vorderwinkler.at

http://www.bmk.gv.at



29.05.2020
Corona-Pandemie hat Bewusstsein fĂĽr das Material Glas wieder erweckt

„Immer mehr Unternehmen kaufen jetzt Schutzschilder aus Glas und lernen damit zugleich, die Vorteile dieses Materials zu erkennen: die Wertigkeit, die Schönheit und die Langlebigkeit“, erklärt Claudia Marton, Branchensprecherin der Berufsgruppe Glas in der Wirtschaftskammer Niederösterreich dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Sie betont aber auch ganz klar: „Wichtig ist für uns darüber hinaus, dass die Kunden – seien es Private oder Unternehmen – ihr Glas von einem Fachbetrieb beziehen. Nur hier gibt es eine kompetente Beratung, Auswahl und Montage für einen glastechnisch richtigen Einsatz.“

Sämtliche der 192 niederösterreichischen Mitgliedsbetriebe mit insgesamt rund 950 Beschäftigten verarbeiten auch Kunststoffe. Dieser war zu Beginn der Corona-Krisenzeit rasch auch für Schutzverglasungen verfügbar. „Danach haben sich allerdings – und das hat sich auch auf unsere Branche positiv ausgewirkt – viele Unternehmen entschieden, entsprechend den Hygieneschutzbestimmungen doch zum Glas zu greifen. Es ist beispielsweise leichter in der Reinigung, widerstandsfähig und zeitlos schön“, meint die Expertin.

Viele Menschen erkennen also gerade jetzt die Vorteile und die Vielseitigkeit von Glas. Die mit Glas verbundene Nachhaltigkeit des Materials lässt erwarten, dass das Interesse und die Nachfrage voraussichtlich noch steigen werden. Dazu braucht es vor allem Menschen mit handwerklichem Können, gekoppelt mit bautechnischem und statischem Wissen.

„In der Glasbautechnik eröffnet sich der Jugend die Chance, einen Beruf mit einem breit aufgestellten Aufgabengebiet zu erlernen. Technik und Kreativität können gerade im Glashandwerk konstruktiv wunderbar miteinander verbunden werden, weshalb es auch für Mädchen ein interessanter Beruf ist“, sagt Marton. Trotzdem seien es in erster Linie Burschen, die sich melden. Egal, ob Bursch oder Mädchen, „es wäre schön“, meint sie, „wenn es noch mehr Interessenten gäbe. Momentan sind es in Niederösterreich in Gewerbe und Industrie gerade einmal 32 Lehrlinge.“ (jm)

http://wko.at/noe/dachdecker-glaser-spengler



29.05.2020
Erdöl- und Erdgasquellen sprudeln nicht mehr so kräftig

Im Marchfeld sowie im angrenzenden Weinviertel und im Wiener Becken südlich der Donau haben die Erdölquellen im Vorjahr weniger ergiebig gesprudelt als 2018. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst den aktuellen Daten einer Erhebung der Geologischen Bundesanstalt entnimmt, ist 2019 in Österreich die Gesamtfördermenge an Erdöl und Natural Gas Liquids (NLG) – das sind Kondensat und die flüssigen Anteile aus der Erdgasproduktion – um 5,7 Prozent auf 643.000 Tonnen gesunken. Davon haben die OMV 88 Prozent und die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) – ein Tochterunternehmen des NÖ Landesenergieversorgers EVN – 12 Prozent aus dem Boden geholt.

Erneut zurückgegangen ist im Vorjahr auch die Erdgasförderung. Wie die Geologische Bundesanstalt in ihrem Bericht feststellt, ist die Naturgasförderung inklusive Erdölgasproduktion im Inland gegenüber 2018 um 8,1 Prozent auf nur noch rund 891 Millionen Kubikmeter gesunken. Von dieser Fördermenge entfielen 87,7 Prozent auf die OMV und 12,3 Prozent auf die RAG. (mm)

http://www.geologie.ac.at

http://www.omv.com

http://www.rag-austria.at



29.05.2020
Bezirk Bruck/Leitha will nach dem Ende der Corona-MaĂźnahmen weiter boomen

„Bis zu den Corona-Maßnahmen und der dadurch ausgelösten Wartestellung hat unser Wirtschaftsraum als Boomregion weiter sehr prosperiert“, stellt Klaus Köpplinger, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Bruck/Leitha, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. Als Grund nennt er das Zusammenwachsen der Städte Wien-Bratislava im Verbund mit Budapest, die eine Dreistädteregion bilden. „Da Wien keine Kapazität mehr hat, kommen die Firmen in den Bezirk Bruck/Leitha, und wir können noch entsprechende Kapazitäten frei machen“, so Köpplinger.

Derzeit stehe der Jobmotor Flughafen Schwechat jedoch still, und nur die Logistik sei mehr als ausgelastet, da fast nur Frachtflüge starten und landen, was auf verstärktes Online-Shopping zurückzuführen sei. Sehr positiv sieht Köpplinger, dass auf der S7 jetzt moderne Züge unterwegs sind und sich die Fahrzeit verkürzt habe. Damit verfüge die Region über einen attraktiven öffentlichen Verkehr.

Auch in den Kennzahlen schlägt sich der Aufschwung der regionalen Wirtschaft nieder. 2019 sind im Bezirk 694 Unternehmen neu gegründet worden. Insgesamt gibt es 7.425 aktive Betriebe, die 914 Lehrlinge ausgebildet haben. Die stärksten Sparten sind Gewerbe und Handwerk mit 4.293 Betrieben und Handel mit 1.955. (hm)

http://wko.at/noe/bruck



29.05.2020
Ternitzer Großhändler Lekkerland verbucht leichtes Umsatzplus

Dem in Ternitz ansässigen Großhändler Lekkerland Österreich, der vor allem Tankstellen-Shops beliefert, ist im Geschäftsjahr 2019 ein weiterer leichter Umsatzanstieg gelungen. Im Vorjahr hat das Unternehmen im Vergleich zu 2018 ein Erlöswachstum um 1,4 Prozent auf 111,2 Millionen Euro erzielt. Dabei sind die Tankstellen-Shops mit erwirtschafteten 87,7 Millionen Euro die mit Abstand umsatzstärkste Vertriebslinie gewesen. „Verglichen mit dem Lebensmittelhandel ist der Markt der Unterwegsverpflegung – das Geschäftsfeld, in dem wir uns bewegen – im Vorjahr wesentlich stärker gewachsen“, erklärt Lekkerland Österreich-Geschäftsführer Emmanuel Fink.

Neben den Tankstellen-Shops zählen auch Bäckereien, Elektrohandels- und Baumarktketten sowie Kinos und Schulbuffets zu den Kunden des Großhandelsunternehmens. Zurzeit versorgt Lekkerland Österreich rund 3.600 Abnehmer mit alkoholfreien Getränken, Bier, Wein, Molkereiprodukten, Snacks, Speiseeis, Süß- und Backwaren. Der Ternitzer Großhändler beschäftigt 149 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (mm)

http://www.lekkerland.at



29.05.2020
Mit neuer Fischzucht angelt Bergbauernschule Hohenlehen nach Nachwuchs

Rund eine halbe Million Euro hat die Bergbauernschule Hohenlehen in Hollenstein/Ybbs im Mostviertel in die Errichtung von vier Fischzucht-Becken und eines Fisch-Verarbeitungszentrums investiert. „Damit können wir den jungen Hoferben ein neues Berufsangebot machen. Das Interesse an der Produktion von heimischen Bio-Fischen, wie Saibling, Forelle und Alpenlachs, wächst nämlich stark“, teilt Schuldirektor Leo Klaffner dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Die vor 71 Jahren gegründete Schule ist eine dreijährige Landwirtschaftliche Fachschule des Landes mit den Schwerpunkten Grünland-, Wald-, Alm- und Viehwirtschaft. Das zusätzliche Angebot der Bio-Fleischverarbeitung ist 1996 durch die Gründung einer bäuerlichen Schlachtgemeinschaft und die Errichtung eines Schlachthofes am Standort der Schule möglich geworden. Abnehmer der Bio-Fleischwaren sind vor allem Landeskliniken, Pflegeeinrichtungen sowie die regionale Gastronomie, Bioläden und Privatkunden.

Im derzeit etwas eingeschränkten Vollbetrieb besuchen 140 Schüler, davon zehn Mädchen, die Bergbauernschule mit angeschlossenem Internat. „Unsere Schüler kommen aus Niederösterreich, Oberösterreich und zum Teil aus der Steiermark. Sie besuchen fast alle unser Internat“, sagt Schulleiter Klaffner. Besonders gefragt sind die Lehrgänge für Holz- und Metallverarbeitung. Ein Grund dafür ist, dass viele Jungbauern neben der bäuerlichen Grundausbildung eine handwerkliche Ausbildung für einen Zweitberuf anstreben.

Die Schülerinnen und Schüler der Bergbauernschule schließen die dreijähriger Ausbildung mit der Abschlussprüfung zum „Landwirtschaftlichen Facharbeiter“ ab. Privaten Interessenten bietet die Schule auch verschiedene Forst- und Sicherheitskurse an, zum Beispiel für den Umgang mit Motorsägen.

„Die Übernahme und Weiterführung möglichst vieler landwirtschaftlicher Betriebe zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft und Sicherung regionaler Lebensmittel sind uns ein besonderes Anliegen. Die guten Schülerzahlen sind ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont Klaffner. Als geplante Vorhaben nennt er den Neubau eines Bio-Stalles für Rinder, Schafe und Schweine sowie den Ausbau der Garnbergalm zu einem Alm-Seminarzentrum. (km)

http://www.hohenlehen.at



29.05.2020
Unternehmerin ist mit Nischenprodukt Gewichtstiere erfolgreich

Auf die Produktion von Gewichtstieren zum Zweck eines Förder- und Wahrnehmungstrainings von Kindern und zur Stressbewältigung von Erwachsenen hat sich Elisa Wegl in Streithofen/Michelhausen, Bezirk Tulln, mit ihrer Firma „elja“ spezialisiert. Gewichtstiere sind Stofftiere, die mit Quarzsand als Füllmaterial schwer gemacht werden und dadurch besser begreif- und wahrnehmbar sind. Wie Wegl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, ist ihr Nischenprodukt sehr gut nachgefragt.

„Mein jüngster Sohn hat besondere Bedürfnisse und bei seiner Therapie wurden Sackerl verwendet, die mit entsprechendem Füllmaterial ein größeres Gewicht bekommen. Ich wollte auch zu Hause seine Tiefenwahrnehmung fördern, habe aber im Handel nichts Befriedigendes gefunden. So habe ich einfach selbst Tiere genäht und bin mit diesen Modellen auf Begeisterung nicht nur bei meinem Sohn, sondern auch bei Therapeuten und anderen Interessenten gestoßen. Ich wollte keine Sackerl, ich wollte schwere Stofftiere, um das Spielerische hervorzuheben. Das war dann der Startschuss für eine eigene gewerbliche Produktion“, erklärt die Unternehmerin ihre Geschäftsidee.

Zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen näht Wegl die Tiere und Sackerl mit viel Aufmerksamkeit und Liebe zum Detail. Besonderen Wert legt die Unternehmerin auf Regionalität. Daher bezieht sie den Quarzsand für die Füllung aus Niederösterreich und die Stoffe aus Europa. Unter keinen Umständen will sie die Produktion ins Ausland verlagern. Ihr ist wichtig, in der Region Arbeitsplätze zu schaffen. Ein weiteres Anliegen ist Wegl, wie sie sagt, „die Schaffung eines Special-Need-Topfes, um so über Sponsoring Tiere zur Verfügung stellen zu können. elja soll einen sozialen Fußabdruck hinterlassen.“

Die Gewichtstiere sind zwischen einem und 4,5 Kilo schwer. An Formen sind heimische Tiere oder ganz normale Sackerl erhältlich. Auch Zahlensackerl mit unterschiedlichen Gewichten zur Zahl entsprechend sind im Angebot. Die Produktion eines Tieres nimmt zwischen zwei und sechs Stunden in Anspruch. Die Jahresproduktion beträt etwa 600 Stück. Sonderanfertigungen sind möglich. Pro Exemplar kosten Gewichtstiere ab 30 Euro.

Die Kunden von „elja“ kommen aus ganz Österreich und sind neben Privatpersonen auch Therapeuten, Schulen und Kindergärten. Die Exportquote beträgt zehn Prozent, wobei die Ausfuhren nach Deutschland gehen. Die Produkte sind entweder über den Online-Shop oder bei Fachtagungen und -kongressen sowie Kreativmärkten erhältlich. (hm)

http://elja.at



29.05.2020
Auch in schwierigen Zeiten bleibt der Konsum von Speiseeis als VergnĂĽgen attraktiv

„Eis geht immer. Auch wenn viele Menschen derzeit von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen und finanziell eingeschränkt sind, gönnen sich doch viele das Eis am Weg“, erklärt Andrew Nussbaumer, Sprecher der österreichischen Eissalons in der Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Neben Eissalons betreibt er auch Restaurants und sieht aktuell die Eisgeschäfte klar im Vorteil.

„Es hätte der beste Frühling aller Zeiten werden können, denn im März gab es ein tolles Wetter. Dann aber kam Corona“, sagt er. Begünstigt freilich im weiteren Verlauf wurden die Eisgeschäfte, weil sie zu den ersten zählten, die im Gassenverkauf aufmachen durften und in ganz Österreich relativ rasch wieder fast Normalbetrieb erreichen konnten. „Für viele Menschen sei es einfach schön gewesen, um ein paar Euro etwas völlig Selbstverständliches zu tun, nämlich sich ein Eis zu gönnen“, so Nussbaumer.

Auch in der Krisenzeit sei die Eisbranche zumindest einigermaßen im Rahmen geblieben. Denn relativ rasch - „da sind viele der Empfehlung der Wirtschaftskammer nachgekommen“ - haben sich Eissalons entschieden, ein Liefer- und Abholservice anzubieten. In diesem Zusammenhang wurden auch Webshops wieder wichtig. „Familienpackungen lagen im Trend und wurden verhältnismäßig viel gekauft“, weiß der Branchensprecher.

Per Ende Mai zeigt sich, dass ungefähr 20 Prozent weniger Menschen pro Tag in ein Eisgeschäft kommen. Laut Nussbaumer sind das die in vielen Studien zitierten 20 bis 25 Prozent Personen, die große Angst haben und wenig außer Haus gehen. „Dazu kommt, dass viele Tourismusregionen stark von Besuchern aus dem Ausland abhängig sind, die aktuell nicht da sind. Das gilt in Niederösterreich z.B. für die Wachau“, so Nussbaumer.

Was heuer in der Branche besonders auffällt: Es gibt nicht Besonderes. Normalerweise wird von Eistrends oder Eis des Jahres gesprochen. Das fällt in diesem Jahr weg. Alles soll möglichst seinen Weg gehen. Natürlich gibt es schon seit Jahren einen Trend zu Bioeis oder zu Eis vom Bauernhof oder überhaupt zu hochqualitativem Eis - das ist auch im Sommer 2020 nicht anders.

„Wie das Jahr wird, kann ich freilich heute noch nicht sagen“, betont Nussbaumer. „Wir sind eine Branche, die in etwa sieben Monaten den Umsatz von zwölf Monaten machen muss. In den ersten Wochen war dieser klar reduziert. Aber Corona wird für unsere Branche voraussichtlich nicht mehr das wichtigste Thema sein, viel mehr nämlich bestimmt uns das Wetter. Wenn es ein sehr heißer Sommer wird wie prognostiziert, kann das Jahr durchaus noch ganz passabel werden.“ (jm)

http://www.eissalons.org