NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1426 vom 17.03.2017

17.03.2017
Flächendeckender Glasfaseranschluss als Motor für die blau-gelbe Wirtschaft

Dass das Land Niederösterreich den flächendeckenden Anschluss an ein Glasfasernetz in seine Kompetenz genommen hat, begrüßen ecoplus-Prokuristin Petra Patzelt und Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin Leitbetriebe Austria, bei einem gemeinsamen Expertenmeeting gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Eine leistungsfähige und stabile Internetanbindung sei nicht nur jetzt schon wichtig, sondern werde in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen; sowohl für Betriebe im Sinne von Wirtschaft 4.0 als auch für Privatpersonen. Versorgungssicherheit und Flächendeckung könne nur die öffentliche Hand bieten.

Derzeit allerdings schaut es mit der Glasfaseranbindung in Österreich noch nicht gut aus. Nur 1,6 Prozent aller heimischen Internetanschlüsse haben einen Direktanschluss, und private Anbieter forcieren eher den Ausbau in Ballungsgebieten. „Niederösterreich ist stark ländlich geprägt, aber auch in der Landwirtschaft ist das Internet nicht mehr wegzudenken“, erklärt Igor Brusic, Prokurist der NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG). Mit einem leistungsfähigen und stabilen Internet über Glasfaser stärke man die Betriebe in den strukturschwachen Regionen und motiviere neue zur Ansiedlung dort.

Derzeit gibt es für den Glasfaserausbau in Niederösterreich vier Pilotregionen. Sie heißen Waldviertler Stadtland, Ybbstal-Eisenstraße, Triestingtal und Zukunftsraum Thayaland. Bis 2018 sollen sie mit direkten Glasfaseranschlüssen versorgt sein. Laut Brusic wird in den Gemeinden der Pilotregionen ein Glasfaseranschluss zu allen Grundstücken gelegt, wenn sich mindestens 40 Prozent ihrer Eigentümer dafür entscheiden. Die Anschlusskosten belaufen sich auf etwa 600 Euro und sind vom jeweiligen Grundstückseigner zu tragen. „In Zukunft wäre es sinnvoll, diese Kosten gleich in die Aufschließung der Grundstücke einzurechnen, denn neben Wasser, Kanal, Strom und Gas gehört dann auch das Glasfaserkabel zur notwendigen Infrastruktur“, betont Brusic.

Stolz sind Patzelt und Brusic auf die EU-Auszeichnung für das blau-gelbe Glasfaserausbaumodell. Hier zeige sich wieder die „Vorreiterrolle Niederösterreichs, wenn es darum geht, Technologien für die Zukunft für alle zu implementieren.“ (hm)

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