NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1426 vom 17.03.2017

17.03.2017
Anrufsammeltaxis werden in Niederösterreich immer beliebter

Das 2002 in Betrieb gegangene niederösterreichische öffentliche Verkehrsnetz (ÖV) ist inzwischen auf 23 Anrufsammeltaxis angewachsen. Jährlich erhöhen sich die Fahrgastzahlen, wie das Büro von Verkehrslandesrat Karl Wilfing dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet. Haben im Jahr 2015 an die 130.000 Fahrgäste die Anrufsammeltaxis genutzt, sind es 2016 schon 135.000 gewesen. Die meisten Fahrgäste verzeichnete im Jahr 2016 das IST-Mobil Bezirk Korneuburg, gefolgt von den AST St. Pölten, City-AST Amstetten, AST Gänserndorf und AST Klosterneuburg.

Aber auch die Anrufsammeltaxis selber werden immer mehr. Im Vorjahr kamen das AST Bad Fischau-Brunn und Wr. Neustadt hinzu. Heuer das AST Kottingbrunn. Das System ist so aufgesetzt, dass eine Erweiterung laufend erfolgen kann, wie etwa seit 2. Jänner dieses Jahres in Amstetten auf die Ortsteile Mauer, Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth.

Im Vorjahr ist die Dispositionszentrale für den Tagesbetrieb in den Verkehrsverbund integriert worden. Damit will man eine bessere Vernetzung mit dem gesamten ÖV-System gewährleisten. Neue Software-Applikationen sollen schrittweise eingerichtet werden, um das System weiter dem Bedarf anzupassen. Das Interesse der Gemeinden an kleinräumigen Mobilitätslösungen ist derzeit sehr groß, weshalb es auch viele Beratungs- und Planungsgespräche gibt. Das nächste fertig geplante Anrufsammeltaxi, das seinen Betrieb in den nächsten Monaten aufnehmen wird, formiert sich in der Gemeinde Mitterndorf/Fischa.

Die Angebote sind sehr unterschiedlich strukturiert. Manche Gemeinden bieten Anrufsammeltaxis nur vormittags an, etwa für Einkaufsfahrten, Arztfahrten oder zur Erledigung von Amtswegen. In anderen Gemeinden gibt es diese Mobilitätsform nur abends, damit Jugendliche und Nachtschwärmer sicher nachhause kommen. Dann gibt es auch Gemeinden, wie Amstetten, in denen das AST ganztägig zur Verfügung steht.

Größere Veränderungen entstehen naturgemäß durch die Einführung neuer ASTs, durch Änderung der Betriebszeiten oder die Einstellung bestehender AST-Systeme. Auch die Personengruppen, die die Angebote nutzen, sind unterschiedlich. Am Vormittag fahren ältere Personen, während der Nacht hauptsächlich Jugendliche. ASTs, die ganztätig Fahrgäste chauffieren, werden von allen Personengruppen frequentiert, insbesondere jenen, die zur Arbeit fahren. Für sie liegen die Vorteile auf der Hand: Von einem sehr dichten Netz an Sammelstellen geht es direkt zu einer konkreten Zieladresse. Dieses Konzept der kurzen Wege kommt vor allem auch Personen zugute, deren Mobilität beschränkt ist. Außerdem werden Fahrten nach Bedarf angeboten, zum Beispiel wenn es gilt, Fahrplanlücken zu schließen oder Betriebszeiten zu verlängern, um Personen, die pendeln müssen, ein späteres Heimkommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Das macht AST-Systeme sehr flexibel und für Kunden attraktiv.

Welches AST auch immer man als Fahrgast nutzen möchte, eines gilt immer: Anrufsammeltaxis fahren nach Fahrplan, jedoch nur dann, wenn mindestens ein Fahrgast für die jeweilige Fahrt angemeldet ist. Wer mitfahren möchte, muss sich je nach AST-System 30 Minuten oder eine Stunde vor der gewünschten Fahrt bei der AST-Landeszentrale unter 0810-810278 anmelden. Von dort wird der Auftrag an das zuständige Taxi- oder Mietwagenunternehmen weitergeleitet. (dsh)

Die 23 AST-Systeme auf einem Blick:

AST Wr. Neustadt, AST Kottingbrunn, AST Thermenumland, AST Breitenstein, AST Amstetten „Mosti“, AST Gloggnitz, City-AST Amstetten, AST Klosterneuburg, AST Münchendorf, AST Gänserndorf „Maxi“, AST Hollabrunn, AST Marchfeld, AST Mistelbach-Gänserndorf „Spitaxi“, AST Pöchlarn, AST Steinfeld „Steini“, AST Triestingtal „Trixi“, Anschlusstaxi Thayaland mobil, AST Straning Zubringerverkehr, AST Paudorf Zubringerverkehr, AST Bad Fischau-Brunn, Stadttaxi Purkersdorf, AST St. Pölten, IST-Mobil Region Korneuburg

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