NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1430 vom 14.04.2017

14.04.2017
Waldviertler Strumpfwarenerzeugung feiert 70-jähriges Firmenjubiläum

Was im Jahr 1947 durch Juliane Säuerl seinen Anfang genommen hat, wird heute von ihrem Enkel Johannes erfolgreich weitergeführt. Mit acht Mitarbeitern werden in der Strumpffabrik Säuerl in Heidenreichstein, Dr.-Albert-Schweitzer-Gasse 3, pro Jahr an die 70.000 Paar Strümpfe gefertigt. Das Sortiment reicht von Trachtensocken und Trachtenstutzen bis zu Gesundheits-, Wander- und Baumwollsocken für Frauen, Männer und Kinder.

Zu Beginn sind ausschließlich Handschuhe mit 50 Heimarbeitern gefertigt worden, ab 1957 wurde die Produktion auf die Erzeugung von Strumpfwaren erweitert. „Beliefert wurden unter anderem Österreichs große Versandhäuser, wie Moden-Müller, Kastner & Öhler, die Gerngross-Gruppe mit allen Versandhäusern, der Quelle-Versand, der Großhändler Schöps sowie viele kleine Geschäfte in der Wiener Innenstadt“, berichtet Johannes Säuerl, dessen Vater 1964 den Betrieb übernommen hatte, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Heute zählen zu den Kunden des Waldviertler Traditionsbetriebes Trachtengeschäfte, Schneidereien und Großhändler im gesamten Bundesgebiet sowie in der Schweiz, Südtirol und Bayern.

Johannes Säuerl, der die Manufaktur 1988 von seinem Vater Johann übernahm, kämpft vor allem gegen den Preisverfall in seiner Branche durch den Import aus Fernost. „Da mitzuhalten ist nicht machbar. Deshalb versuchen wir auch, Produkte zu erzeugen, die nicht von Fernostware konkurrenziert werden können, und lassen uns immer wieder neue Farben und eigene Muster einfallen. Außerdem fertigen wir auch Sondergrößen.“

Verstrickt wird hauptsächlich Schafwolle, mercerisierte Baumwolle sowie eine Leinen-Baumwollmischung, die aus Deutschland, Italien, Polen, Portugal und Slowenien kommen. Die Socken und Stutzen werden auf Rundstrickmaschinen gestrickt, danach werden die Socken in Handarbeit gekettelt und wieder in Handarbeit von der Innenseite auf die Außenseite umgedreht und gleichzeitig auf Fehler kontrolliert. Danach werden die Socken auf Elektro-Formen bei zirka 70 bis 80 Grad geformt. Nach dem Formen erfolgt das Etikettieren und Verpacken. Es dauert in etwa 15 Minuten, bis ein Paar gefertigt ist.

Auch wenn das Geschäft längst nicht mehr so boomt wie zu Zeiten seiner Großmutter und seines Vaters, blickt Johannes Säuerl (59) zuversichtlich in die Zukunft. „Wir haben gelernt, uns dem Markt anzupassen, uns Nischen zu suchen und vor allem unsere Qualität zu halten. Besonders freut es mich, dass mein Sohn Mario den Betrieb eines Tages in vierter Generation übernehmen wird.“ (dsh)

www.saeuerl.at