NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1454 vom 6.10.2017

6.10.2017
Eventmanager profitieren von erweitertem Ausbildungsangebot in NÖ

„Weil die Anforderungen an die Gesundheit und Sicherheit massiv zunehmen, ist es für die Eventbranche unabdingbar erforderlich, dafür qualifizierte Profis auszubilden“, stellte Gert Zaunbauer, Obmann des Fachverbandes Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, bei der Präsentation der evaluierten österreichweiten Ausbildungsangebote in Sachen Eventmanagement in der Wirtschaftskammer Österreich fest. „Schließlich müssen wir Eventmanager alles organisieren, von der jüdischen Hochzeit bis zum Medizinerkongress.“

Niederösterreich sei in der Ausbildung besonders erfolgreich unterwegs. Das sei auch der Tatsache geschuldet, dass von den 5.000 Mitgliedsbetrieben in Österreich 1.000 auf Niederösterreich entfallen. „Mit den Fachhochschulen in St. Pölten und Wiener Neustadt haben wir zwei Standorte mit einer umfassenden Ausbildung zum Eventmanager“, sagt Zaunbauer. Besonders hebt er die Donau Universität Krems hervor, der mit ihren Aufbauprogrammen eine Vorreiterrolle in ganz Österreich zukomme.

Der österreichische Fachverband schlägt 300 Stunden Ausbildung vor, in der Marketing und Finanzierung einen Schwerpunkt bilden. An der Donau Universität Krems kann die Eventausbildung in 640 Lehreinheiten mit dem Master of Business Administration abgeschlossen werden. 82 Prozent der vom Verband gewünschten Lehrinhalte werden dabei erreicht. Ebensoviel erreicht man an der Fachhochschule St. Pölten, wenn man dort das Fach mit 2.250 Lehreinheiten als Bachelor of Science abschließt.

„Dass niemand im gesamten österreichweiten Ranking 100 Prozent der Lehrinhalte erreicht, liegt daran, dass wir vom Fachverband unser Konzept für die Selbständigkeit vorsehen und die Ausbildungseinrichtungen die Qualifikation für eine Anstellung“, erklärt Zaunbauer. Von den 1.000 Mitgliedsbetrieben in Niederösterreich sind rund 90 Prozent Einpersonenunternehmen, die selbständig tätig sind. Allerdings gibt es in Niederösterreich bereits neun Office-Büros - wo jeder auf seine eigene Rechnung arbeitet -, wo aber auch gemeinsam an einem Projekt gearbeitet werden kann.

Damit Events auch in Zukunft erfolgreich sind, ist laut Fachverband allerdings nicht nur eine fundierte Ausbildung erforderlich, sondern auch Bewegung in der Bürokratie, wie eine Angleichung der in Länderkompetenz liegenden neun Veranstaltungsgesetze. Zaunbauer spricht dabei von Harmonisierung: „Für mich sind es einheitliche Normen, die gelten sollten. Beispielsweise kann geregelt sein, wieviel Personen pro Quadratmeter anwesend sein dürfen oder wie die Abstände zwischen den Sitzreihen zu definieren sind. Was ich schwierig finde und auch nicht für zwingend notwendig halte, ist eine komplette Angleichung der Veranstaltungsgesetze. Denn dann stecken wir wieder mitten in politischen Diskussionen wie beim Jugendschutz.“

Im Grunde genommen schätzt Zaunbauer die niederösterreichischen Regelungen. Sie legen genau fest, was verboten ist. „In Wien ist das anders“, merkt er an. „Da gibt es Regelungen, was erlaubt ist. Beispielsweise müssen dort Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen angezeigt werden. In Niederösterreich ist das nicht so. Bei uns darf eine Hochzeit mit 250 Personen ohne Anzeige über die Bühne gehen“. (jm)

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